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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Viel Kunst und einige Antiquitäten bei Schmidt in Dresden

Lehrer zeichnet Schüler



Carl Gustav Carus, Mondscheinlandschaft, um 1830

Carl Gustav Carus, Mondscheinlandschaft, um 1830

Eine schwermütige Mondscheinlandschaft Carl Gustav Carus’ ist das Hauptlos der Versteigerung von Kunst und Antiquitäten im Dresdner Auktionshaus Schmidt. Das wohl um 1830 entstandene, skizzenhafte Gemälde des sächsischen Romantikers ist versehen mit einer neuen Expertise Hans Joachim Neidhardts, eines ausgewiesenen Kenners der deutschen Malerei des 19ten Jahrhunderts, und mit 30.000 Euro bewertet. Sollten die möglichen Interessenten der Meinung von Gutachter und Auktionshaus folgen und sich auch an dem ein oder anderen kleineren Erhaltungsmangel nicht stören, kann für die 23 mal 32 Zentimeter große Malpappe aber auch mehr drin sein. Schließlich hält man mit einem Carus auch immer einen halben Caspar David Friedrich in Händen, den wohl bedeutendsten deutschen Landschafter im frühen 19ten Jahrhundert, mit dem Carus eng befreundet war.


Das zweite Hauptlos am kommenden Samstag stammt von Johannes Beutner und zeigt drei junge Frauenakte „Nach dem Bade“. Sie räkeln sich in unterschiedlichen Posen in einer etwas entleerten Landschaft, die genauso schweigsam ist wie die Damen selbst. Auch die mittlere der drei schaut den Betrachter mit etwas verlorenem Gesichtsausdruck an. Entstanden ist das Gemälde 1942, und besonders die zeichnerische Korrektheit des Großformats erinnert durchaus ein wenig an die Aktbilder, die von Kollegen Beutners der damals herrschenden Kunstauffassung in Deutschland gemäß geschaffen wurden. Beutner, dessen Werke schon 1936 als „entartet“ gebrandmarkt wurden, blieb bis 1945 als Künstler erfolglos und verlor beim großen Bombenangriff auf Dresden überdies fast sein gesamtes Œuvre (Taxe 24.000 EUR). Dem Dresdner Künstler fehlte auch nach dem Krieg eine innovative Kraft, wie das etwas blutleere Portrait des Verlegers Erhard Bunkowsky von 1950 belegt (Taxe 3.500 EUR).

Wie gewohnt zeichnet sich das Programm bei Schmidt durch einige ungewöhnliche Positionen etwas abseits des Üblichen aus. Groß ist der Anteil von Werken ostdeutscher und hier insbesondere Dresdner Künstler wie Josef Hegenbarths Blick auf die Gipfel von Milleschauer und Kletschen in den böhmischen Mittelgebirgen um 1935/40 (Taxe 7.000 EUR), die auch Caspar David Friedrich schon gemalt hat, Hans Jüchsers stiller Halbakt „Lesende liegend“ von 1966 (Taxe 8.500 EUR) oder Carl Lohses wohl 1958/59 datierte „Eilige Stunde“ mit Menschen, die wie Schatten über eine gleißend beschienene Strandlandschaft huschen (Taxe 5.000 EUR). Hermann Glöckners Relieftafel „Verlaufende Strukturen über gefächerten Spachtelzügen“ von 1962/68 gehört ebenfalls dazu, ist aber abstrakt gedacht (Taxe 7.000 EUR). Seinen Sinn für großartige Stadtpanoramen belegt Paul Wilhelm mit seiner Ansicht des Neumarktes in Dresden aus den späten 1920er Jahren mit den Türmen von Schloss und Hofkirche links sowie der Frauenkirche am rechten Bildrand (Taxe 9.500 EUR).

Konventioneller gibt sich das 19te Jahrhundert mit Gustav Adolf Hahns spätromantischem Blick in einen gotischen Innenhof um 1850/60 (Taxe 1.500 EUR) oder Robert Hermann Sterls rasch skizzierten „Stalleingängen“ aus den späten 1880er Jahren für 2.400 Euro. Ein Werk des späten Impressionismus ist Vittorio Antonio Cargnels verschneite Dorfansicht „Inverno nell’alta montagna“ aus dem Jahr 1916 (Taxe 2.200 EUR). Dazu gesellt sich ein vorfrühlingshafter Landschaftsausschnitt mit noch kahlen Bäumen aus dem sonnigen Ahrenshoop des ebenfalls an der Dresdner Kunstakademie ausgebildeten Heinrich Schlotermann von etwa 1900/10 (Taxe 850 EUR). Auch die zeitgenössische Malerei ist mit beachtlichen Arbeiten wie Wolfgang Opitz’ mikrostrukturellen „Transformationen“ von 1982 (Taxe 1.100 EUR), zwei halb informellen, halb neoimpressionistischen Landschaften Günther Rothes von 1991 und 2001 für jeweils 2.400 Euro oder Hans Bohlmanns surrealem „Sternenwahrer“ von 1996/97 für 5.500 Euro vertreten.

Den weitaus größten Part der Auktion stellen Zeichnung und Grafik, wobei Louis Douzettes „Mondscheinlandschaft auf dem Darß“ in silbrigem Licht (Taxe 1.800 EUR), ein mollig liegender weiblicher Akt Curt Querners von 1975 (Taxe 1.900 EUR) oder Paul Kuhfuss’ mit 2.200 Euro bewerteter „Bootshafen“ in üppiger Flora von 1939 durchaus noch gemäldehafte Qualitäten offenbaren, aber auf Papier gemalt sind. Von Otto Dix gibt es das Grafitbildnis seines früheren Schülers Roland Hettner als Herr fortgeschrittenen Alters aus dem Jahr 1962 ebenfalls für 2.200 Euro. Knorrig ist das Antlitz eines dalmatinischen Fischers, den Edmund Kesting wohl 1932 in farbiger Mischtechnik festhielt (Taxe 600 EUR). Mit religiös-existentiellen Themen beschäftigt sich Michael Morgner in seinem Werk „Schreitender + Tod“ von 1996. Dafür hat der Chemnitzer Künstler eine versehrte menschliche Figur in Lavage-Technik mit Asphalt und Tusche auf eine aufgerissene Bildfläche gebannt (Taxe 1.300 EUR).

Unter den Druckgrafiken ragen die „Bewaffnung in einem Gewölbe“, entstanden 1921 als viertes Blatt von Käthe Kollwitz’ Zyklus „Bauernkrieg“ (Taxe 1.200 EUR), Emil Noldes beinahe rembrandteske Radierung „Ringelreihe“ einiger Kinder von 1908 (Taxe 6.000 EUR) und Peter August Böckstiegels fünffarbige kantig-expressionistische Lithografie „Frühling in Cossebaude“ von 1920 hervor (Taxe 4.000 EUR). Eine Collage Albert Wigands mit einem applizierten Strick von 1965 dringt bereits in die Dreidimensionalität vor (Taxe 1.500 EUR). Klein ist die Auswahl an skulpturalen Arbeiten unter anderem mit Friedrich Press’ Holzblock „Die Gelb-Grüne (Maria)“ von 1981 (Taxe 8.500 EUR), Rudolph Hölbes neobarocker Bronze einer gierigen „Sirene“ aus der Zeit um 1887/88 (Taxe 3.500 EUR) und Klaus Schwabes 1999 geschaffenem, leicht abstrahiertem Akt „Liegende auf Diwan“ für 3.600 Euro.

Die Auktion beginnt am 10. März um 10 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist bis zum 9. März täglich von 10 bis 20 Uhr möglich, der Katalog im Internet unter www.schmidt-auktionen.de einsehbar.

Kontakt:

Schmidt Kunstauktionen Dresden

Bautzner Straße 99

DE-01099 Dresden

Telefon:+49 (0351) 81 19 87 87

Telefax:+49 (0351) 81 19 87 88

E-Mail: mail@schmidt-auktionen.de



05.03.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Rudolph
 Hölbe, Sirene, um 1887/88
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Carl Gustav Carus, Mondscheinlandschaft, um 1830
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Robert Hermann Sterl, Stalleingänge, um 1888
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Vittore Antonio Cargnel, Inverno nell’alta montagna, 1916
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Gustav Adolf Hahn, Blick in einen gotischen Innenhof, um 1850/60
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Veranstaltung vom:


10.03.2012, 31. Kunstauktion - Bildende Kunst des 17.-21. Jahrhunderts







Robert Hermann Sterl, Stalleingänge, um 1888

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Taxe: 2.400,- EURO

Zuschlag: 3.000,- EURO

Losnummer: 14

Rudolph Hölbe, Sirene, um 1887/88

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Taxe: 3.500,- EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 734

Louis Douzette, Mondscheinlandschaft auf dem Darß, wohl um 1900

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Taxe: 1.800,- EURO

Zuschlag: 3.800,- EURO

Losnummer: 140

Vittore Antonio Cargnel, Inverno nell’alta montagna, 1916

Vittore Antonio Cargnel, Inverno nell’alta montagna, 1916

Taxe: 2.200,- EURO

Zuschlag: 1.800,- EURO

Losnummer: 4

Gustav Adolf Hahn, Blick in einen gotischen Innenhof, um 1850/60

Gustav Adolf Hahn, Blick in einen gotischen Innenhof, um 1850/60

Taxe: 1.500,- EURO

Zuschlag: 3.400,- EURO

Losnummer: 5




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