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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kunst und Kunsthandwerk im Auktionshaus Schloß Ahlden

Kaviarhäuptling



Adolf Gaap, Deckelhumpen, Augsburg um 1689

Adolf Gaap, Deckelhumpen, Augsburg um 1689

Von niemand Geringerem als Zarin Katharina II., der Großen, ist die Rede in der Widmung, die ein prächtig geschmückter Deckelhumpen trägt: „Ihre kaiserliche Hoheit … Alleinherrscherin von ganz Russland“ habe dieses edle Gefäß dem „Bauern Nikita Forderov, Sohn von Ilia in Petersburg“, 1793 zum Geschenk gemacht. Warum dies geschah, ist unbekannt, aber es muss schon eine große Tat gewesen sein, die eine solche Gunstbezeugung nach sich zog. Denn auch wenn der barocke Humpen, den der Augsburger Meister Adolf Gaap gegen 1689 mit dem damals üblichen überbordenden Akanthusdekor sowie drei reliefplastischen Portraitmedaillons antiker Persönlichkeiten geschaffen hatte, ein gutes Jahrhundert später nicht mehr unbedingt dem Geschmack der Zeit entsprochen haben dürfte, war der reine Materialwert des teilvergoldeten Silberstücks doch immer noch beachtlich. In der Versteigerung von Kunst und Kunsthandwerk bei Schloß Ahlden am 5. und 6. Mai nun ist er eines der Prunkstücke: 24.000 Euro hat das niedersächsische Auktionshaus für die feine Arbeit veranschlagt.


Noch weitere Humpen aus dieser Glanzzeit der Silberschmiedekunst hat Schloß Ahlden zu bieten. Von Meister Johann Jebenz ebenfalls aus Augsburg kommt ein Werk, das bei erstaunlich zurückhaltendem Dekor auf der Wandung einen figürlichen Fries mit dem sitzenden Neptun und musizierenden Nereiden präsentiert (Taxe 18.500 EUR). Daniel Otto aus dem baltischen Reval zeichnet um 1680 für eine Arbeit verantwortlich, in die außer drei Medaillons wiederum mit altertümlichen Profilbildnissen innen eine schwedische Münze mit dem Portrait Gustavs II. aus dem Jahr 1617 eingelassen ist (Taxe 24.500 EUR). Das teuerste Los der Silberabteilung stellt allerdings das 19te Jahrhundert mit einem perfekt gearbeiteten, empireartigen Tafelaufsatz, den der Wiener Hoflieferant Auguste Klein & Cie. 1873 für die Wiener Weltausstellung produzierte. Beim figürlichen Schmuck hat man sich für einen Ausflug nach Nordamerika entschieden: Ein rauchender Indianerhäuptling sitzt auf dem Deckel des edlen Kaviarkühlers (Taxe 28.500 EUR).

Die umfangreiche Offerte an Porzellan listet wie immer schönste Meißner Arbeiten, allen voran diesmal ein auf Baumstämmen sitzendes Paar gelbschwarzer Pirolen, entworfen um 1745 von Johann Joachim Kändler und Johann Gottlieb Ehder (Taxe 58.000 EUR). Ihnen zur Seite stehen ebenfalls aus dem schwarzen Kontinent ein lagerndes Löwenpaar, das der auf höchsten Naturalismus bedachte Kändler eigens für die König Maria Josepha, Gemahlin Augusts III., gestaltete. Für den Herrn werden 38.000 Euro, für die Dame 25.000 Euro erwartet. Von KPM aus Berlin kommen zwei stattliche Vasenpaare: zum einen aus dem späten Klassizismus um 1837/44 in sogenannter Münchner Form mit vier prächtig gemalten Reiterszenen nach Philips Wouwerman, zum anderen aus dem späten Rokoko um 1765/70 mit leichten Anklängen bereits aus des Louis XVI-Stils. Jeweils 48.000 Euro stehen auf dem Etikett.

Im Glasregal steht neben schönen französischen Stücken und einer qualitätvollen Suite von Murano-Gläsern auch ein interessantes Jugendstilobjekt aus der Kaiserlichen Glasmanufaktur St. Petersburg: eine breitbauchige, hellgelblichgrüne Vase, über deren Blätterdekor drei große Maikäfer huschen. 1901 ist sie datiert (Taxe 12.500 EUR). Österreichischer Jugendstil pur ist eine fantasievoll verzierte Schmuckschatulle, die um 1910 von dem damals etwa 20jährigen Josef Hoffmann-Schüler Hans Bolek entworfen und von Goldschmied Oskar Dietrich ausgeführt wurde. Die alten Kulturen Babylons oder Ägyptens scheinen hier Pate gestanden zu haben (Taxe 14.500 EUR). Höhepunkte der Möbelkunst sind eine vornehme französische Transition-Kommode wohl von Jean-Georges Schlichtig um 1770 mit Blumenzier und zentralem Medaillon mit Parklandschaft (Taxe 22.000 EUR), ein mainfränkischer Aufsatzschrank mit feinen Bandelwerkintarsien um 1740 (Taxe 28.000 EUR) sowie ein schwarz lackiertes Bonheur mit haarfeinen Elfenbeineinlagen, ein Meisterwerk der Pariser Firma Hunsinger & Wagner um 1880, für 28.500 Euro.

Pendants mit spielenden Kindern am Hof Kaiserin Maria Theresias, gemalt im dritten Viertel des 18ten Jahrhunderts von Kammermaler Joseph Hickel, führen mit einer Schätzung von 16.500 Euro die Gemälde Alter Meister an. Etwas höhere Erwartungen hegen die Neueren: Hier findet sich beispielsweise Carl Spitzwegs Ölskizze „Mädchen im Walde“ auf 16 mal 12 Zentimetern für 22.000 Euro oder eine spätromantische Sommerlandschaft im Abendlicht Marinus Adrianus Koekkoeks von 1847 für 18.500 Euro. Dem naturalistischen Genre huldigt Friedrich Kallmorgens „Der Raucher“, auch „Holländische Dorfstraße“ betitelt, von 1889, das den gleichzeitigen Schöpfungen Max Liebermanns kaum nachsteht. Vor einem Jahr bei Irene Lehr für 7.000 Euro gehandelt, stehen nun 16.000 Euro auf dem Etikett. Portrait, Stillleben und Landschaft verbindet Paul Hermann Wagner in einem weit über zwei Meter breiten Panorama, das laut Beschriftung in Kochel am See entstand und einen großbürgerlichen Haushalt treffend dekorierte (Taxe 18.500 EUR).

Auch Osteuropa ist unter anderem mit Konstantin Egorovich Makovskijs impressionistischer Wiedergabe einer blumen- und buschüberrankten Mauer sowie Tadeusz Zukotynskis orientalischem Palastwächter vertreten, der etwas misstrauisch auf seinem Steinvorsprung hockt (Taxen je 18.000 EUR). Weitere impressionistische Arbeiten sind die Angler, die der Italiener Antonio Leto an der Küste des Golfs von Neapel mit einer Ansicht des Castello dell’Ovo aufnahm (Taxe 28.000 EUR), sowie ein Blick von oben auf die Leipziger Straße in Berlin von Paul Paeschke aus dem Jahr 1907 (Taxe 18.500 EUR). Zu den interessantesten Angeboten der Auktion gehören einige Arbeiten der klassischen Moderne. Mit Emil Noldes Aquarell „Weihnachtssterne“ aus den frühen 1930er Jahren für 95.000 Euro findet sich hier sogar das Hauptlos, aber auch Wilhelm Kohlhoffs Bild starker „Steinmetze bei der Arbeit“ (Taxe 16.500 EUR) und Max Ackermanns relativ frühe „Drei stehende weibliche Akte“ für 14.000 Euro sind einer Erwähnung wert.

Die Auktion beginnt am 5. und 6. Mai jeweils um 11 Uhr. Die Besichtigung der Kunstwerke ist noch bis zum 3. Mai täglich von 14. bis 18 Uhr möglich.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Schloss Ahlden

Große Straße 1

DE-29693 Ahlden

Telefon:+49 (05164) 80 100

Telefax:+49 (05164) 522

E-Mail: auctions@schloss-ahlden.de



02.05.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


05.05.2012, Antiquitäten & Moderne Kunst

Bei:


Kunstauktionshaus Schloss Ahlden

Kunstwerk:

Paul Hermann Wagner, Panoramagemälde mit Mädchenportrait,
 Stillleben und Kochelsee-Vedute
Paul Hermann Wagner, Panoramagemälde mit Mädchenportrait, Stillleben und Kochelsee-Vedute

Kunstwerk:

Konstantin Egorovich Makovskij, Blumenbewachsene Mauer
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Tadeusz Zukotynski, Orientalischer Palastwächter
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Antonio Leto, Angler am Golf von Neapel mit Blick auf Castell dell’Ovo
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Kunstwerk:

Friedrich Kallmorgen, Der Raucher/Holländische Dorfstraße, 1889
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Kunstwerk:

Marinus Adrianus Koekkoek, Sommerliche Landschaft im Abendlicht, 1847
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Kunstwerk:

Tafelaufsatz als Kaviar-Deckelgefäß, Auguste Klein & Cie., Wien 1873
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Carl Spitzweg, Mädchen im Walde

Carl Spitzweg, Mädchen im Walde

Taxe: 22.000,- EURO

Zuschlag: 23.000,- EURO

Losnummer: 1335

Daniel Otto, Deckelhumpen, Reval um 1680

Daniel Otto, Deckelhumpen, Reval um 1680

Taxe: 24.500,- EURO

Zuschlag: 24.500,- EURO

Losnummer: 264

 Porzellanmanufaktur Meißen, Johann Joachim Kändler, Löwe, um 1750

Porzellanmanufaktur Meißen, Johann Joachim Kändler, Löwe, um 1750

Taxe: 38.000,- EURO

Zuschlag: 35.000,- EURO

Losnummer: 975

Ziervase, Kaiserliche Glasmanufaktur St. Petersburg, 1901

Ziervase, Kaiserliche Glasmanufaktur St. Petersburg, 1901

Taxe: 12.500,- EURO

Zuschlag: 11.000,- EURO

Losnummer: 384

Johann Joachim Kändler und Johann Gottlieb Ehder, Paar Pirolen, Meißen 1745

Johann Joachim Kändler und Johann Gottlieb Ehder, Paar Pirolen, Meißen 1745

Taxe: 58.000,- EURO

Zuschlag: 58.000,- EURO

Losnummer: 952

Hans Bolek, Schmuckschatulle, um 1910

Hans Bolek, Schmuckschatulle, um 1910

Taxe: 14.500,- EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 528

 KPM - Königliche Porzellan-Manufaktur, Paar Deckelvasen, KPM, Berlin 1837/44

KPM - Königliche Porzellan-Manufaktur, Paar Deckelvasen, KPM, Berlin 1837/44

Taxe: 48.000,- EURO

Zuschlag: 50.000,- EURO

Losnummer: 841

 Porzellanmanufaktur Meißen, Johann Joachim Kändler, Löwin, Meißen um 1750

Porzellanmanufaktur Meißen, Johann Joachim Kändler, Löwin, Meißen um 1750

Taxe: 25.000,- EURO

Losnummer: 974

Joseph Hickel, Spielende Kinder am Hof Kaiserin Maria Theresias

Joseph Hickel, Spielende Kinder am Hof Kaiserin Maria Theresias

Taxe: 16.500,- EURO

Losnummer: 1309

Konstantin Egorovich Makovskij, Blumenbewachsene Mauer

Konstantin Egorovich Makovskij, Blumenbewachsene Mauer

Taxe: 18.000,- EURO

Zuschlag: 94.000,- EURO

Losnummer: 1426

Johann Jebenz, Deckelhumpen, Augsburg um 1695

Johann Jebenz, Deckelhumpen, Augsburg um 1695

Taxe: 18.500,- EURO

Zuschlag: 16.000,- EURO

Losnummer: 263

Antonio Leto, Angler am Golf von Neapel mit Blick auf Castell dell’Ovo

Antonio Leto, Angler am Golf von Neapel mit Blick auf Castell dell’Ovo

Taxe: 28.000,- EURO

Zuschlag: 24.000,- EURO

Losnummer: 1451




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