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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Mit der Sammlung Pincus hat Christie’s für seine Auktion mit Gegenwartskunst in New York einige erlesene Leckerbissen an Land gezogen

Abstrakte, lang gehütet



Die amerikanischen Abstrakten der ersten Stunde – das war die große Leidenschaft des Bekleidungsunternehmers David Pincus. Über Jahrzehnte hinweg widmete sich der im vergangenen Dezember verstorbene, amerikanische Mäzen und Philanthrop dieser Passion und trug auf diese Weise eine der bedeutendsten Privatsammlungen ihrer Art zusammen. Mark Rothkos über zwei Meter hohes Farbfeld „Orange, Red, Yellow“ von 1961 erwarb Pincus bereits 1967 bei der Londoner Galerie Marlborough Fine Art und hütete es seither als einen seiner stolzesten Schätze. Auch Jackson Pollocks fantastisches „Number 28, 1951“ mit einer dicken Schicht wild übereinander herzuckender Farbspritzer, das zuvor bereits durch die Hände Heinz Berggruens gegangen war, sicherte er sich, und bei Barnett Newmans strengem statischen „Onement V“ von 1952, das auf anderthalb Metern Höhe nur einen grünlichblauen Längsbalken über nachtblauem Grund zeigt, konnte der Großunternehmer 1988 nicht widerstehen.


Diese kapitalen Stücke sind nun noch einmal gemeinsam zu erleben: Am 8. Mai stehen sie im Mittelpunkt der Versteigerung zeitgenössischer Kunst, mit der Christie’s in New York auf den Höhepunkt dieses Frühjahrs zusteuert, und rechnen zu den teuersten Kunstwerken des Abends: Rothkos Glut soll 35 bis 45 Millionen Dollar kosten, Pollocks Explosion 20 bis 30 Millionen Dollar und Newmans Geheimnis immerhin noch 10 bis 15 Millionen Dollar. Zwischen 90 und 126 Millionen Dollar sollen die Pincus-Einlieferungen an diesem Abend insgesamt einspielen, darunter unter anderem noch Willem de Koonings sanft abgerundete fröhliche Spätwerke „Untitled I“ von 1980 und „Untitled V“ von 1983 für 8 bis 12 Millionen Dollar und 4 bis 6 Millionen Dollar, Clyfford Stills numerisch bezeichnetes, farblich fast minimalistisches „Untitled (PH-786, 1955-R)“ für 5 bis 7 Millionen Dollar und – als eine gewisse Ausnahmeerscheinung in dieser eigenwilligen Sammlung – Anselm Kiefers materialintensives Bild-Werk „Lilith’s Töchter“ von 1990, das sich auf die Opfer der Gaskammern von Auschwitz bezieht (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD).

Insgesamt hat Christie’s für die gut sechzig Losnummern eine Prognose von rund 250 bis 350 Millionen Dollar ausgegeben – etwas mehr als Sotheby’s für eine fast gleiche Anzahl von Werken. Die Mischung besitzt einen eindeutigen Schwerpunkt auf der Ungegenständlichkeit. Positionen von Lucian Freud etwa oder Francis Bacon fehlen etwa. Stattdessen gibt es für stolze 30 bis 40 Millionen Dollar eines der letzten Werke Yves Kleins aus dessen Todesjahr 1962, „FC1 (Fire Color1)“, auf dem sich schemenhaft vor honiggelbem Hintergrund die im typischen Blau konturierten Körper zweier tänzerisch bewegter Menschen abzeichnen. Das sehr häufig, zuletzt 2010/11 in Washington und Minneapolis, ausgestellte Drei-Meter-Breitformat, gehörte lange Zeit dem französischen Kunstkritiker Pierre Restany, der zu den ersten und zugleich eifrigsten Förderern Kleins und seiner Kollegen von den Nouveaux Réalistes zählte. Der anonyme Schweizer Verkäufer möchte das Werk nun zugunsten der Umweltorganisation Oceana versteigern.

Zwei weitere hochkarätige Positionen der abstrakten Expressionisten kommen aus der Sammlung der vor zwei Jahren verstorbenen Unternehmerwitwe Evelyn D. Haas zugunsten des Ankaufsetats des San Francisco Museum of Modern Art: Richard Diebenkorns entfernt an eine Landschaft erinnerndes „Berkely #59“ von 1956 für 4 bis 6 Millionen Dollar und das rot-weiße, mit einer schwarzen Krawattennadel ergänzte „Untitled“ von 1945, ein weiteres Schmuckstück Barnett Newmans (Taxe 3 bis 4 Millionen USD). Von einem hochformatigen „Kaleidos“ Hans Hofmanns aus dem Jahr 1958 trennt sich das Museum of Modern Art New York, in dessen Besitz sich der farbenkräftige teppichartige Karton seit 1963 befindet (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). Jasper Johns’ grau-schwarze Grafitzeichnung „Alphabets“ von 1957 entstammt dem Nachlass Robert Rosenblums. Seit 1958 nannte der 2006 verstorbene Kunsthistoriker das manisch-depressiv wirkende Werk sein Eigen (Taxe 5 bis 7 Millionen USD).

Weitere starke Abstrakte sind Brice Mardens großzügig in schönen Linien schwingendes „Attendant 5“ von 1996/99 (Taxe 7 bis 10 Millionen USD) und Cy Twomblys meditatives „Untitled No. 3“ von 2004 in vertikalen Farbverläufen für 5 bis 7 Millionen Dollar. Joan Mitchells prachtvolles, an eine Gartenaufsicht erinnerndes Gemälde „Salut Sally“ von 1970, 2006 in Paris für 2,25 Millionen Euro versteigert, trägt jetzt mit 5 bis 7 Millionen Dollar den gleichen Schätzpreis wie vor vier Jahren, als es bei Sotheby’s unveräußert blieb. Gegenüber dieser Übermacht tritt die gegenständliche Kunst sehr bescheiden auf – auch die Pop Art: Nur zwei Andy Warhols haben sich zu Christie’s verirrt, darunter das „Small Campbell’s Soup Can (Chili Beef)“ von 1962 für 5 bis 7 Millionen Dollar. Sogar sein gelehriger Schüler Jean-Michel Basquiat ist da diesmal teurer: 9 bis 12 Millionen Dollar stehen unter der gekritzelten „Museum Security (Broadway Meltdown)“, die Larry Gagosian schon im Entstehungsjahr 1983 in seiner Galerie hängen hatte und dann nach Europa vermittelte.

Mit sechs Losen am häufigsten aufgerufen wird der Deutsche Gerhard Richter, auch er ist überwiegend mit abstrakten Gemälden vertreten. Glanzstück ist die Werknummer 798-3 von 1993 auf knapp zweieinhalb Metern im Quadrat in schillernden Rottönen, die viel von Richters verschwommenen Fotobildern geerbt haben. Die bislang nie öffentlich gezeigte und fast marktfrische Leinwand steht bei 14 bis 18 Millionen Dollar. Dicht dahinter bei 10 bis 15 Millionen Dollar rangiert das relativ frühe „Seestück“ von 1969, das nur einmal, 1970 in Brüssel, eine Ausstellung hatte und 1993 bei Sotheby’s in London für 280.000 Pfund wegging. Mit Preisen zwischen 4 und 7 Millionen Dollar etwas günstiger sind Richters „Farbschlieren“ von 1968, die ihrem Namen gestalterisch alle Ehre machen, und das gleichfalls zwei Meter hohe, aber etwas schmalere „Abstrakte Bild Violett (600-2)“ von 1986.

Stark wie die klassischen Positionen diesmal sind, hat die jüngere Künstlergeneration nur einen schwachen Auftritt. Urs Fischers gewachste Bildnisskulptur des amerikanischen Filmproduzenten Peter Brant, hinter einem Stuhl stehend, mit der Benennung „Untitled (Standing)“ von 2010 hat es aber immerhin auf den Eröffnungsplatz geschafft (Taxe 700.000 bis 1 Million USD). Angesichts der vielen Altmeister lässt sich auch Cindy Sherman noch bei den Jüngeren einordnen. Ihr mittelgroßes Autoportraitfoto „Untitled #96“ aus der wichtigen Serie „The Centerfolds“, das seit seinem Entstehungsjahr 1981 im Akron Art Museum wohnte und nun zugunsten des Ankaufsetats abgegeben wird, kann sich mit seiner Schätzung von 2,8 bis 3,8 Millionen Dollar auf die 3,4 Millionen Dollar stützen, die ein anderes der zehn Exemplare vor einem Jahr am selben Ort erzielte. John Currin ironische Mutter-Kind-Idylle „Maid of Honor“ von 1995 strebt nach 1,8 bis 2,5 Millionen Dollar, und auch Eric Fischls „Xmas Morn“ von 1983 ist eher ein bitterböser Kommentar auf das häusliche Familienleben (Taxe 600.000 bis 800.000 USD).

An älteren skulpturalen Arbeiten besteht eine reiche Auswahl unter den Mobiles verschiedener Zeit, Farbe und Größe Alexander Calders: Fünf Stück aus den Jahren 1945 bis 1975 zwischen 1 und 12 Millionen Dollar stehen und hängen bereit. Ebenfalls eine Brücke von der Moderne zur Gegenwart schlägt der gegenüber Calder nur wenige Jahre jüngere David Smith: Seine etwas schrundig schimmernde Stahlskulptur „Circles and Angles“ von 1959 nimmt Formen des Konstruktivismus der 1910er Jahre auf und ist im Übrigen in ihrem experimentellen Zugriff auf Stand und Balance den Arbeiten Calders nicht unähnlich (Taxe 3 bis 4 Millionen USD). Die mit knapp einem Meter Spannweite fast niedliche, unikate Stahlschweißung „Spider III“ von Louise Bourgeois aus dem Jahr 1995 sucht bei 2 bis 3 Millionen Dollar ein neues Gehege. Während Jeff Koons’ „Cherubs“ von 1991 in die Mottenkiste der Kunstgeschichte und des schlechten Geschmacks greifen (Taxe 800.000 bis 1.200.000 USD), geht Robert Gober 1989 bei seiner titellosen Wandarbeit, die sich auf das Motiv einer kassettierten Holztüre stützt, eher minimalistisch vor (Taxe 500.000 bis 700.000 USD).

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



07.05.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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