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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Umfangreiche Privatsammlungen aus Italien und der Schweiz bereichern das Angebot an Kunsthandwerk bei Lempertz in Köln

Faun hilft mit



Automatenuhr mit Löwenbändiger, Süddeutschland, 1. Viertel 17. Jahrhundert

Automatenuhr mit Löwenbändiger, Süddeutschland, 1. Viertel 17. Jahrhundert

Nur das Beste, Erlesenste und vor allem Ausgefallenste durfte es sein für eine römische Privatsammlung, die das Angebot an Möbeln und Einrichtungsgegenständen beim Kölner Versteigerer Lempertz ungemein bereichert. Gut zwei Dutzend Positionen besetzt die geheimnisvolle, nicht näher bezeichnete Einlieferung, und es ist kaum eine darunter, die es nicht verdient hätte, Aufmerksamkeit zu erregen. Das geht los mit einer süddeutschen Automatenuhr des beginnenden 17ten Jahrhunderts, in Bronze und Kupfer getrieben und vergoldet, bestehend aus einem Löwen mit knabenhaftem Bändiger. Leider funktioniert das Werk nicht mehr, sonst wäre der Schätzpreis wahrscheinlich noch erheblich höher als die 100.000 bis 120.000 Euro. Eine prächtige römische Holzkonsole, ebenfalls vollkommen in Gold gefasst, ist mit 130.000 bis 200.000 Euro bewertet. Sie entstand um 1700 und gehört eigentlich mehr zur Rubrik Skulptur als zum Möbel. Denn als Tischstützen fungiert ein Menschenpaar als Halbakte, ein Faun hilft mit, und zwischen ihnen und allerlei Geröll sitzt ein kleiner Bacchusknabe.


Eine Genuser Kommode des mittleren 18ten Jahrhunderts mit goldenen Blatt- und Rocailleranken sowie Päonienblüten dazwischen auf ochsenblutrotem Grund für 120.000 bis 140.000 Euro und ein sechsteiliges Ensemble ebenfalls norditalienischer Barockstühle für 80.000 bis 100.000 Euro gehören am 11. Mai noch zu den fast konventionellen Angeboten aus dieser sagenhaften Sammlung. Umso ungewöhnlicher ist ein Paar römischer Sitzbänke aus etwa der gleichen Zeit, deren Armlehnen in üppigen Voluten auslaufen und kaum Halt zu versprechen scheinen (Taxe 120.000 bis 140.000 EUR). Woher manche dieser Stücke kommen, zeigen vier frühklassizistische Armlehnstühle des ausgehenden 18ten Jahrhunderts: Der berühmte Palazzo Chigi in Rom beherbergte sie einst (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Für das Hôtel particulaire des französischen Außen- und späteren Kriegsministers Étienne-François de Choiseul d’Amboise schuf der Pariser Ebenist Martin Carlin um 1780 einen Tisch mit lyraförmigen Beinen und feinstem Draperiefries in vergoldeter Bronze. Hier steuert man bei 200.000 bis 240.000 Euro allmählich dem Höhepunkt entgegen.

Erreicht wird dieser mit einem Paar Kommoden für 700.000 bis 900.000 Euro, das der Neapolitaner Francesco Celebrano 1774 für den spanischstämmigen Fürsten Ferdinand III. und seine Frau Maria Francesca Pignatelli entwarf. Das Wappen des Ehepaares leuchtet dem Betrachter auf den rot gefärbten Marmorplatten entgegen, Fronten und Seiten der Kästen sind mit ebenso akkuraten wie prachtvollen Intarsien, teilweise unter Verwendung von Perlmutt, in ausgehenden Rokokoformen verziert. Ebenso edle Materialien fanden in einer römischen Uhr des ausgehenden 17ten Jahrhunderts Verwendung: Bronze, Jaspis, Achat, Lapislazuli und Porphyr bilden zusammen mit einem ebonisierten Holzgerüst eine altarartige Anlage, deren Bildfeld eine Allegorie der Musik und der auf die Vergänglichkeit hinweisende Chronos schmücken (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR).

Auch das Porzellan trumpft prunkvoll auf: Stattliche anderthalb Meter hoch ist ein Paar chinoise Vase, die im 19ten Jahrhundert bei Maison Samson in Paris erstmals präsentiert wurden (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Ein Paar russischer Vasen des mittleren 19ten Jahrhundert, bei denen der malachitfarbige Gipskorpus von vergoldeten Bronzen eingefasst ist, steht bei 120.000 bis 140.000 Euro bereit. Der zu alledem passende Teppich, ein Heriz um 1900, liegt für 60.000 bis 80.000 Euro aus. Als Vertreter der bildenden Kunst schließlich haben ihren Auftritt die Marmorbüste eines römischen Feldherrn wohl aus dem beginnenden 17ten Jahrhundert (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR) sowie die Wiedergabe eines schlafenden Putto, gebettet in eine weiche Decke auf hartem Felsen, für die sich ein Nachfolger Gian Lorenzo Berninis leider nicht näher benennen lässt (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR).

Gegen solche Werke erscheinen die übrigen Stücke, die Lempertz zu bieten hat, fast bescheiden. Doch ein überreich mit Blumen geschmücktes Kabinett aus England um 1690 (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR), ein aufwendiger österreichischer Barockschrank des 18ten Jahrhunderts (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) und eine pompöse Steingutvase des besten Neorokoko von Villeroy & Boch in Dresden aus dem späten 19ten Jahrhundert für 60.000 bis 70.000 Euro können sich durchaus sehen lassen. Als Kunstschreiner namentlich dokumentiert sind der Pariser Mathieu Criaerd für ein kleines Nachtkästchen des Louis XV (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR) und sein Landsmann Noël-Toussaint Porrot für ein Paar Bergeren des beginnenden Klassizismus um 1770/80 für 18.000 bis 25.000 Euro. Eine barocke Säulenuhr mit einem 1660 datierten Uhrwerk des Hamburgers Matthias Hünetiz, einst im Besitz des rheinischen Kunstmäzens Franz Egon von Fürstenberg-Stammheim, steht für 25.000 bis 30.000 Euro zur Disposition. Vor einem Jahr hatte Lempertz sie schon einmal für 50.000 bis 70.000 Euro angeboten.

Beim Silber verdient eine Augsburger Reliefplatte Aufmerksamkeit, die Hans Manhart II. um 1618/22 mit einer vielfigurigen Kreuzabnahme versah (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR), ferner ein Deckelhumpen der Spätrenaissance von Johannes Schouw aus Münster um 1600 für 30.000 bis 33.000 Euro. Für ein erheblich größeres Stück derselben Gattung aus dem akanthusfreudigen Barock um 1700 zeichnet der Leipziger Johann Paul Schmidt verantwortlich. Drei Architektur- und Landschaftsdarstellungen in hochovalen Medaillons schmücken seine Wandung (Taxe 15.000 bis 17.000 EUR). Dem Historismus des frühen 20sten Jahrhunderts ist eine neuromanische Turmmonstranz zuzurechnen, die aus der Werkstatt des Paderborner Goldschmidts Hermann Cassau nach dessen Tod 1901 hervorging (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR). Etwas avantgardistischer präsentiert sich ein Pokal von Ernst Riegel in den Umrissen eines Baumes, dessen Krone in Blüten und Blättern prangt. Mit Darmstadt saß Riegel ja auch an einer der Hauptquellen des deutschen Jugendstil (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).

Zu den ausgefallensten Offerten der Auktion gehört eine Sammlung von Wachsbossierungen, die im letzten Viertel des 18ten Jahrhunderts der Kölner Kaspar Bernhard Hardy schuf. Höchst malerisch und mit größter Präzision finden sich in vergoldeten Holzrahmen ein rastender Wanderer, Venus und Amor, ein Prälat beim Gebet, der sterbende Lavater, Voltaire in verschiedenen Körperzuständen, eine Großmutter und Friedrich der Große sowie allerlei Charakterköpfe wie eine geizige Alte, eine kokette Gärtnerin oder der verzweifelte Alchemist. Bis zu 6.000 Euro sind für die aus einer italienischen Sammlung eingelieferten 3D-„Gemälde“ veranschlagt.

Was die römische Sammlung für die Möbel, ist eine Schweizer Privatsammlung für das alte Porzellan. Rund vierzig teils hochkarätige Meißner Objekte konnte Lempertz schon für den 10. Mai aus dieser Richtung akquirieren. Unter den Gefäßen sind eine Teekanne mit chinoisen Miniaturen aus den frühen 1720er Jahren (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) und eine Platte aus dem berühmten Schwanenservice zu nennen, das Johann Joachim Kändler 1738 für den Grafen Brühl entwarf (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). An Figürlichen ragen Kändlers humoriger „Kammerhusar Schindler“ mit Geißbock als Blasebalg unter dem Arm von circa 1735 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) und die beiden Zweiergruppen „Hanswurst und Colombine“ aus der commedia dell‘arte von 1743 und „Schäferpaar unterm Baum“ für Preise zwischen 60.000 und 80.000 Euro hervor. Letztere Idee basiert auf einem Stich des französischen Rokokomalers François Boucher.

Anderer Provenienz ist eine Augustus Rex-Vase von circa 1730 mit etwas jüngerem Dekor, der zwei Parkszenen mit höfischer Figurenstaffage sowie zwei etwas kleinere Kauffahrteiszenen präsentiert (Taxe 55.000 bis 60.000 EUR). Ein sitzender Pagode und seine weibliche Pendant, beide nach Entwürfen Johann Friedrich Eberleins aus dem Jahr 1735 gestaltet, bereichern das figürliche Porzellan (Taxen 30.000 bis 40.000 EUR und 20.000 bis 30.000 EUR). Kändlers „Affenmutter“ von 1735 verbindet das Dekorative mit dem Nützlichen, indem die Frau Mama selbst als Behältnis, ihre beiden Jungen aber als Ausguss und Henkel einer Teekanne dienen (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). In der Keramikabteilung hat Lempertz noch einmal zwei Prunkstücke versteckt: zunächst eine farbenprächtig bemalte Bildplatte aus Casteldurante, dem heutigen Urbania, um 1550/70 mit der Verbildlichung des Opfertodes des Marcus Curtius, der sich für die Rettung Roms in die Tiefe stürzt (Taxe 140.000 bis 160.000 EUR), und gleich anschließend ein tempiettoartiges Tintenfass, das um 1600 in der Werkstatt Patanazzi in Urbino entstand. Einmal mehr die römische Privatsammlung stellt dieses originelle Stück bereit (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 10. Mai um 18 Uhr mit der Porzellan- und Keramikauswahl und wird am 11. Mai um 10:30 Uhr mit Silber, Schmuck, Uhren, Möbel und anderen Einrichtungsgegenständen fortgeführt. Die Besichtigung der Objekte ist bis zum 9. Mai täglich von 10 bis 17:30 Uhr, am 10. Mai nur bis 13 Uhr möglich.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



08.05.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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 Porzellanmanufaktur Meißen, Johann Joachim Kändler, Schäferpaar unter Baum, um 1740/50

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