Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 29.05.2020 Auktion 1152: Kunstgewerbe und bedeutende Mörser aus der Sammlung Schwarzach II

© Kunsthaus Lempertz

Anzeige

Am Badestrand / Otto Pippel

Am Badestrand / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

Kentaur, 1891/93 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Christian Hesse setzt in Hamburg erfolgreich Bücher und Grafik ab

Bücher machen glücklich



Die Krönung der Versteigerung von Grafik und Büchern des Hamburger Auktionators Christian Hesse bildete ein Werk der bildenden Kunst: Erich Heckels „Frauen am Meer“, ein fast gemäldehaft ausformuliertes Aquarell mit Gouache über Bleistift von 1919 und bestechend durch seinen enormen Tiefenzug, wurde von 35.000 Euro auf 51.000 Euro gehoben. Vielleicht hat die Provenienz ein wenig nachgeholfen, gehörte das gut einen halben Meter breite Blatt doch einst Friedrich Schreiber-Weigand, dem ersten Direktor der 1920 gegründeten Städtischen Kunstsammlungen Chemnitz. Expressionistische Grafik war ohnehin gut gefragt, wie Emil Noldes 1911 entstandene Radierung eines fast auf die Umrisse beschränkten „Mädchenprofils“ für 3.800 Euro und Otto Muellers farblithografierte dichte „Waldlandschaft“ aus den mittleren 1920er Jahren für 5.500 Euro im Rahmen ihrer Erwartungen belegten. Als eines der wenigen Ölgemälde trat Walter Dexels in große ovaloide Blöcke gegliederte Landschaft „Apenninenbrücke in Blau“ von 1913 bei 4.500 Euro an und schaffte immerhin noch 3.500 Euro.


Nach einer in Tusche gezeichneten „Moschee“ von circa 1915 für taxgerechte 2.000 Euro wurden ebenfalls von Walter Dexel auch drei konstruktivistische Arbeiten der mittleren und späten Schaffenszeit am 19. Mai komplett zugeschlagen, darunter eines seiner ungewöhnlichen Hinterglasbilder aus dem Jahr 1922 für 22.000 Euro (Taxe 25.000 EUR) und die 1964 nach einer vierzig Jahre älteren Skizze gemalte Sperrholztafel „Figuration TT“ für 5.600 Euro (Taxe 5.000 EUR). Grafiken internationaler Größen der klassischen Moderne waren eine kolorierte Radierung Joan Mirós für den dritten Band von Tristan Tzaras „L’Antitête“ aus dem Jahr 1947 für 8.000 Euro (Taxe 5.000 EUR) und die 1953 bei Ernst Beyeler herausgekommene freudvolle Mappe „Das Schnabelpaar“ von Max Ernst für 26.000 Euro (Taxe 18.000 EUR). Für Horst Janssens großformatigen Farbholzschnitt „Oma und Opa“ von 1957 gab es 5.200 Euro leicht unterhalb der Schätzung.

Den weitaus größten Teil der Versteigerung bestritt Christian Hesse mit seinen Büchern aller Art. Dem reichhaltigen Programm verdankte sich die hohe Zuschlagsquote von insgesamt fast 63 Prozent. Schon die ältesten Bücher erzielten hervorragende Ergebnisse, die erste deutsche Ausgabe von Homers „Odyssee“, gedruckt 1537/38 bei Alexander Weissenhorn in Augsburg, beispielsweise 16.000 Euro oder Luthers Bibelübersetzung von 1538/39 in einer Wittenberger Ausgabe mit zahlreichen Holzschnitten Lucas Cranachs d.Ä. 10.000 Euro (Taxen je 4.500 EUR). Besonders von den Zimelien des späten 19ten und frühen 20sten Jahrhunderts – oft in kostbaren Unikateinbänden vorliegend – blieb kaum eine unveräußert. Zu den Höhepunkten gehörten die Erstausgabe von Stefan Georges „Das Jahr der Seele“ von 1897 aus dem Besitz des österreichischen Schriftstellers Hugo von Hofmannsthal für 11.000 Euro (Taxe 1.800 EUR) sowie eine senfgelb gebundene Erstausgabe von Thomas Manns „Buddenbrooks“ von 1901 für 7.400 Euro (Taxe 4.000 EUR).

Die kostbaren Arbeiten der von Harry Graf Kessler gegründeten und unermüdlich geförderten Cranach-Presse wurden dem Hamburger Auktionator regelrecht aus den Händen gerissen, mit einem der 115 Exemplare von Pierre de Margeries „Éloge de la typographie prononcé“ aus dem Jahr 1931 als teuerstem Objekt. Obwohl die Rede des damaligen französischen Botschafter, mit der er eine Ausstellung in Berlin eröffnete, heute als wenig bedeutungsvoll angesehen wird, brachte die wertvolle, von Max Goertz, Eric Gill und Aristide Maillol verantwortete Ausstattung des Bandes 11.000 Euro ein (Taxe 3.000 EUR). Künstlerisch wurde es noch einmal mit Oskar Kokoschkas berühmtem Bilderzyklus „Die träumenden Knaben“, erstmals ediert 1908 von der Wiener Werkstätte und hier in der Leipziger Restauflage von Kurt Wolff aus dem Jahr 1917 vorliegend, für 10.000 Euro (Taxe 12.000 EUR) und der von Marcus Behmer illustrierten Ausgabe von Philipp Otto Runges Märchen „Von dem Fischer un syner Frau“ aus dem Jahr 1914 für 5.000 Euro (Taxe 6.000 EUR). Mehrheitlich Texte, aber auch einige Grafiken von Hans Arp, Kurt Schwitters, Arthur Segal und anderen enthält die Broschüre „Der Zeltweg“, 1919 als die letzte Publikation der Dadaisten in Zürich veröffentlicht. Hier wurden 4.800 Euro gezahlt (Taxe 4.500 EUR).

Unter den neueren Büchern schossen zwei Pariser Erstausgaben des Lyrikers Paul Celan preislich in die Höhe, so von 900 Euro auf 8.500 Euro sein 1968 nur fünfzig Mal veröffentlichtes Gedicht „Todtnauberg“, inspiriert von einer persönlichen Begegnung Celans mit dem Philosophen Martin Heidegger, die sie unter anderem zu dessen Holzhütte auf dem gleichnamigen Berg im Schwarzwald geführt hatte. Auf 3.600 Euro verzehnfachte sich der Wert von Thomas Bernhards Spätwerk „Die Mütze“ aus dem Jahr 1986, ausgestattet mit drei Radierungen Bernard Schultzes. Mit einigen Künstlerbüchern wie Gerhard Altenbourgs „Wund-Denkmalen“ aus den frühen 1980er Jahren für 4.600 Euro (Taxe 6.000 EUR) und Ed Ruschas Fotofolge „Dutch Details“ für taxgerechte 10.000 Euro, 1971 zur internationalen Skulpturenschau „Sonsbeek 71“ entstanden, klang diese erfolgreiche Versteigerung allmählich aus.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christian Hesse Auktionen

Osterbekstraße 86

DE-22083 Hamburg

Telefon:+49 (040) 694 542 47

Telefax:+49 (040) 694 542 66



12.06.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


19.05.2012, Auktion 5: Moderne Kunst - Bücher - Autographen

Bei:


Christian Hesse Auktionen

Bericht:


Durch Wasserschaden verteuert

Kunstwerk:

Otto
 Mueller, Waldlandschaft, um 1924
Otto Mueller, Waldlandschaft, um 1924

Kunstwerk:

Martin Luther, Biblia: das ist: die gantze heilige Schrifft Deudsch, Wittenberg
 1538/39
Martin Luther, Biblia: das ist: die gantze heilige Schrifft Deudsch, Wittenberg 1538/39







Otto Mueller, Waldlandschaft, um 1924

Otto Mueller, Waldlandschaft, um 1924

Taxe: 4.000,- EURO

Zuschlag: 5.500,- EURO

Losnummer: 16

Lucas Cranach d.Ä., Martin Luther, Biblia: das ist: die gantze heilige Schrifft Deudsch, Wittenberg 1538/39

Lucas Cranach d.Ä., Martin Luther, Biblia: das ist: die gantze heilige Schrifft Deudsch, Wittenberg 1538/39

Taxe: 4.500,- EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 88




Copyright © '99-'2020
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce