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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Bestände des Baseler Antiquitätenhandel Ségal bereichern die Möbel und Einrichtungsgegenstände bei Koller in Zürich

Küche mit Katze



Jean Boucault, 4 Fauteuils, Paris um 1740/50

Jean Boucault, 4 Fauteuils, Paris um 1740/50

„Auf nach Zürich!“ muss die Losung heißen für jeden Freund und Sammler exquisiter Möbel und Einrichtungsgegenstände. Denn am 21. Juni hält das Zürcher Auktionshaus Koller seine zweite von insgesamt vier jährlichen Versteigerungen mit Pretiosen vornehmster häuslicher Einrichtung ab. Allein die Hauptveranstaltung listet mehr als 250 Losnummern, wobei vor allem Französisches wieder in den Fokus rückt. Mit weitem Abstand preislich voran schreiten vier große Fauteuils des Pariser Meisters Jean Boucault aus der Zeit um 1740/50, die durch feine vergoldete Schnitzereien in Blumenzier bestechen und außerdem kostbare blaugraue Seidenbezüge ebenfalls mit reicher Fauna besitzen. 250.000 bis 450.000 Franken hat Koller für dieses einmalige Ensemble festgelegt, wobei es neben der eleganten Erscheinung auch den insgesamt guten Erhaltungszustand honoriert. Unmittelbar davor wird es um ein Bureau plat des berühmten Ebenisten Jacques Dubois gehen. Etwa gleichzeitig wie die Sessel Boucaults entstanden, beeindruckt der allseits geschweifte Schreibtisch durch den starken Kontrast der vergoldeten Bronzen auf dem diagonal strukturierten Rosenholzfurnier. Hier stehen 80.000 bis 140.000 Franken auf dem Etikett.


Dicht an dicht drängeln sich die Meisterwerke der Kunstschreiner aus der französischen Hauptstadt. Eine wiederum blumengeschmückte, kräfitg in felder gegliederte Kommode Adrien Delormes um 1760, ein im Stil ganz ähnliches, ebenfalls mit bandartigen Kartuschen versehenes Gueridon Pierre Roussels und zwei Fauteuils Louis Cressons mit teppichartig festen Bezügen, allesamt zwischen 50.000 und 100.000 Franken gehandelt, gehören zu den herausragenden Objekten. Delorme gelangt zudem mit einer kleinen Kommode zum Aufruf, deren Dekor sich ausschließlich auf schwungvolle Ranken inmitten bereits frühklassizistisch zu nennender Einfassungen in alternierendem Hell-Dunkel kapriziert (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR). Auch Cresson taucht noch einmal mit jetzt sechs Fauteuils auf, die etwas später als ihre beiden Kollegen, um 1760, entstanden sind, aber noch ganz dem Rokoko angehören (Taxe 70.000 bis 120.000 SFR).

Nicht jeder Meister dieser Kostbarkeiten lässt sich namentlich fixieren. Eine ungefasste Konsole auf Bockfüßen mit üppigen, flächendeckenden Schnitzereien im Régence-Stil um 1720/30 beispielsweise lässt sich nur entfernt mit einem Entwurf des französischen Architekten Robert de Cotte in Verbindung bringen (Taxe 70.000 bis 120.000 SFR). Ebenso versteckt sich der Hersteller eines klassizistischen Zylinderbureaus des Louis XVI um 1790/1800 in der Anonymität. Das Stück ist charakteristisch für die pragmatische Sachlichkeit, die auf den Überschwang des Rokoko folgte und den Fauteuil etwa schon miteinbaute (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR). Als Prunkmöbel des frühen 19ten Jahrhunderts französischer Herkunft hat Koller ein Paar goldweiß gefasste Hocker herausgestellt, die sich ehemals in den königlichen Sammlung des Palais des Tuileries befanden und von Pierre-Gaston Brion in einem fast derben Neobarock geschaffen wurden (Taxe 60.000 bis 100.000 SFR). Französischer Herkunft ist übrigens auch der kostbarste Teppich bei Koller, eine Savonnerie mit herrlichem Blumenschmuck um 1780 für 90.000 bis 120.000 Franken.

Fragt man nach der Möbelkunst anderer Länder, so wird man vor allem im deutschsprachigen und italienischen Raum fündig. Das bedeutendste Werk nördlich der Alpen dürfte eine aufwendige, aus Mahagoni und vergoldeter Bronze bestehende Empire-Konsole aus Stuttgart sein, deren Fertigung sich die beiden Stuttgarter Hofkünstler, der Schreiner Johannes Klinckerfuß und der Ziseleur Casimir Münch, teilten (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR). Auf der Schnittstelle zwischen südlichem und nördlichem Kulturkreis lässt sich ein Tiroler Kabinett des frühen 17ten Jahrhunderts ansiedeln, das reich mit Ornamenten der Beschlagwerkrenaissance sowie einigen figürlichen Intarsien versehen ist (Taxe 48.000 bis 68.000 SFR). Italien selbst stellt einen venezianischen Prunkspiegel aus vergoldetem Holz um 1740 mit einer Reliefdarstellung der lagernden Diana im Aufsatz. Skulptural wird es mit Giuseppe Piamontinis Terrakottabüste einer jungen Frau mit gebundenem Haar und faltenreichem Gewand aus eben dieser Zeit (Taxen je 40.000 bis 70.000 SFR). Zwei Genueser Deckenleuchter mit prächtigem, dicht aufgereihtem Kristallbehang hängen für jeweils 80.000 bis 140.000 Franken bereit.

Die zahlreichen Chronometer bei Koller führt preislich bei 90.000 bis 140.000 Franken eine Skelettpendule des ausgehenden 18ten Jahrhunderts von dem Pariser Uhrmacher Ferdinand Berthoud an. Ihre blau-weißen Emailmalereien mit Sternen und einem Mond, der sich teils hinter Wolken verbirgt, stammen wohl von dem darauf spezialisierten Joseph Coteau. Unter den sonstigen Einrichtungsgegenständen ragt ein Paar Empire-Girandolen um 1810 hervor, dessen Gestaltung mit tüllentragenden Flora und Zephyr wohl auf Vorlagen von Claude Michallon basiert (Taxe 85.000 bis 145.000 SFR). Ebenfalls unbekannt ist auch der Schöpfer eines weiteren, etwa gleichzeitigen Pariser Girandolenpaares mit antikisch gewandeten Frauenfiguren unter den baumartigen Leuchtkörpern (Taxe 90.000 bis 140.000 SFR). An der Spitze der in jeder Hinsicht glänzenden Offerte des Historismus steht ein dreiteiliges Ensemble aus Anrichte und zwei kleinen Konsolen, das Henry Dasson Mitte der 1880er Jahre im Stil höfischer Louis XVI-Möbel anfertigte (Taxe 60.000 bis 100.000 SFR).

Ergänzt wird das Programm am 23. Juni durch eine eigene Versteigerung, die sich ausschließlich aus Beständen des inzwischen in vierter Generation betriebenen Basler Antiquitätenhandels Ségal rekrutiert. Das Haus, das nach einem Umzug Ende des Jahres seinen Betrieb wieder eröffnen möchte, trennt sich von fast sechshundert Objekten aller Art, darunter auch Gemälden wie einem Küchenstillleben mit junger Katze von Jacques Charles Oudry aus dem Jahr 1763 (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR) oder Pieter de Neyns feiner holländischer Landschaft mit rastenden Wanderern für 20.000 bis 30.000 Franken. Sammler alten Porzellans werden sich vielleicht über eine große Platte aus dem berühmten Meißner Service „Gelber Löwe“ von circa 1730/40 für das Japanische Palais freuen (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR). Figürliches aus Ludwigsburg und Frankenthal wie eine große Jägergruppe nach Entwurf Johann Christoph Haselmeyers um 1766 (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR) oder Johann Peter Melchiors aufwändige schlafende „Schäferin im Turm“ von circa 1785 für 6.000 bis 8.000 Franken tritt ergänzend dazu.

Die Auktion beginnt am 21. Juni um 14 Uhr; am 23. Juni folgt die Versteigerung der „Antiquités Ségal“ ab 10 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum 17. Juni täglich von 10 bis 19 Uhr möglich. Der Katalog listet die Objekte unter www.kollerauktionen.ch.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



15.06.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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23.06.2012, Antiquités Ségal

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Bericht:


Keine Lust auf Möbel

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Deckenleuchter, Genua, um 1760
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Louis Cresson, 6 Fauteuils, Paris um 1760
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Ferdinand Berthoud, Skelettpendule mit Mondphase, Paris um 1790/1800
Ferdinand Berthoud, Skelettpendule mit Mondphase, Paris um 1790/1800

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Zylinderbureau mit Aufsatz und eingebautem Fauteuil, Paris, um 1790/1800
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Paar
 Girandolen, Paris, um 1810
Paar Girandolen, Paris, um 1810







 Porzellanmanufaktur Meißen, Platte aus dem Service „Gelber Löwe“, Meißen, um 1730/40

Porzellanmanufaktur Meißen, Platte aus dem Service „Gelber Löwe“, Meißen, um 1730/40

Taxe: 30.000 - 40.000 SFR

Zuschlag: 30.000,- SFR

Losnummer: 184

Ferdinand Berthoud, Skelettpendule mit Mondphase, Paris um 1790/1800

Ferdinand Berthoud, Skelettpendule mit Mondphase, Paris um 1790/1800

Taxe: 90.000 - 140.000 SFR

Losnummer: 1121

Konsole, Paris, um 1720/30

Konsole, Paris, um 1720/30

Taxe: 70.000 - 120.000 SFR

Losnummer: 1047

Jacques Charles Oudry, Küchenstillleben, 1763

Jacques Charles Oudry, Küchenstillleben, 1763

Taxe: 12.000 - 18.000 SFR

Losnummer: 139

Louis Cresson I, Louis Cresson, Paar Tapisserie-Fauteuils, Paris um 1745/50

Louis Cresson I, Louis Cresson, Paar Tapisserie-Fauteuils, Paris um 1745/50

Taxe: 50.000 - 90.000 SFR

Losnummer: 1089

Deckenleuchter, Genua, um 1760/70

Deckenleuchter, Genua, um 1760/70

Taxe: 80.000 - 140.000 SFR

Losnummer: 1035

Spiegel, Venedig, um 1740

Spiegel, Venedig, um 1740

Taxe: 40.000 - 70.000 SFR

Losnummer: 1031

Paar Girandolen, Paris, um 1810

Paar Girandolen, Paris, um 1810

Taxe: 85.000 - 145.000 SFR

Losnummer: 1173

Zylinderbureau mit Aufsatz und eingebautem Fauteuil, Paris, um 1790/1800

Zylinderbureau mit Aufsatz und eingebautem Fauteuil, Paris, um 1790/1800

Taxe: 100.000 - 150.000 SFR

Losnummer: 1123

Paar Girandolen, Paris um 1815/30

Paar Girandolen, Paris um 1815/30

Taxe: 90.000 - 140.000 SFR

Losnummer: 1195

Pieter de Neyn, Landschaft mit rastenden Wanderern

Pieter de Neyn, Landschaft mit rastenden Wanderern

Taxe: 20.000 - 30.000 SFR

Losnummer: 294

Henry Dasson, Anrichte und Paar Konsolen, Paris 1885/86

Henry Dasson, Anrichte und Paar Konsolen, Paris 1885/86

Taxe: 60.000 - 100.000 SFR

Zuschlag: 53.000,- SFR

Losnummer: 1239




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