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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Sotheby’s versteigert in Paris Alte Meister und Gemälde des 19ten Jahrhunderts

In der Falle



Pieter Breughel d.J., Die Vogelfalle

Pieter Breughel d.J., Die Vogelfalle

Aus einer alten Tür, einem Stock und einem Seil haben die Dorfbewohner eine Vogelfalle gebaut. Von den Körnern angelockt, begeben sich die Vögel zur Winterzeit in die tödliche Gefahr. Ungerührt gehen die Menschen auf der Eisfläche ihren Vergnügungen mit Eishockeyspielen, Eisstockschießen und Schlittschuhfahren nach. Schützend umschließt eine niederländische Dorfkulisse mit Kirche und kleinen schneebedeckten Häuschen die Szene, darüber spannt sich der weite, graue Himmel. Als eines der ersten autonomen Winterlandschaftsbilder ohne die Einbindung in einen Jahreszeitenzyklus ging „Die Vogelfalle“ in die Kunstgeschichte ein. Pieter Bruegel d.Ä. malte wahrscheinlich die erste Version des Bildes. Allerdings erfreute sich das Thema so großer Beliebtheit, dass es rund hundert Versionen gibt, für die hauptsächlich der Sohn des Meisters Pieter Breughel d.J. verantwortlich ist. Heuer tauchten schon zwei dieser Nachschöpfungen auf dem Kunstmarkt auf. Im Januar konnte Christie’s in New York ein Exemplar für 900.000 Dollar und im Juni eines für 340.000 Dollar zuschlagen. So ist es nicht verwunderlich, dass Sotheby’s nun eine weitere Ausführung mit einer Preiserwartung von 500.000 bis 700.000 Euro belegt. Damit führt Pieter Breughel das Feld der 161 Lose auf der Auktion von Gemälden und Zeichnungen Alter Meister und des 19ten Jahrhunderts am 21. Juni in Paris an.


Das 16te Jahrhundert kann mit einem weiteren hochpreisigen Gemälde aufwarten. François Clouet, genannt Janet, portraitierte 1558 Christina von Dänemark, Herzogin von Mailand und später von Lothringen, mit langgezogenem Gesicht, dunklen Augen und kleinem Mund. Das Bildnis erinnert damit an Hans Holbeins Portrait der Herzogin von 1538, das sich heute in der National Gallery in London befindet. Ohne Schmuck und in schwarzer Witwentracht besticht es durch die ungeschönten Gesichtszüge der ernsten Frau (Taxe 150.000 bis 250.000 EUR). Ins 17te Jahrhundert führt Hendrik de Clerck mit der vielfigurigen „Anbetung der Könige“ von 1623 in metallischen Farben (Taxe 180.000 bis 250.000 EUR). Eine Szene aus den Metamorphosen des Ovid hat sich Jean Daret herausgegriffen und die schlafende, halb entblößte Pomona in weiblicher runder Schönheit sinnlich in den Vordergrund gebettet. Im Hintergrund kündigt sich schon der weitere Verlauf der Sage an: Als alte Frau verkleidet, naht ihr in Wirklichkeit der Gott Vertumnus, der sich für sie interessiert (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR).

Zahlreiche weitere mythologische Themen, Stillleben und Landschaftsbilder kann Sotheby’s aus einer großen Sammlung anbieten. Das Sujet „Venus und Adonis“ kommt gleich zweimal vor, nämlich von Charles-Joseph Natoire von 1767 für 40.000 bis 60.000 Euro und von Jacob van Loo für erschwinglichere 20.000 bis 30.000 Euro, dafür ist aber die Komposition statischer, die Figuren weniger belebt. Puttenliebhaber kommen bei François Boucher für 80.000 bis 120.000 Euro auf ihre Kosten. „Les petits oiseleurs“ und „Les Enfants musiciens“ haben der Franzose und seine Werkstatt mit fleischigen, rosa Körpern in eine Landschaft positioniert. Für 60.000 bis 80.000 Euro lässt Boucher den Betrachter einem „Peintre de paysage“ beim Malen über die Schulter schauen. Anmutige Weiblichkeit fängt François Lemoyne mit seiner „Jeune femme à la fontaine“ ein. Die Wangen von einer Anstrengung charmant gerötet, möchte die Frau sich eben mit einem nassen Tuch erfrischen (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR).

Zu der seltenen Gattung der diplomatischen Malerei gehört ein großes Ölgemälde Pierre-Denis Martins. Mit seiner detaillierten Dokumentation der verschiedenen Kutschen und der Reihenfolge der Gefolgsleute bei der Ankunft des venezianischen Botschafters Alvise Pisani auf der Place Royale in Paris am 22. November 1699 legt das Werk Zeugnis für das aufwendige Zeremoniell am Hof Ludwig XIV. ab (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR). Mit einem direkten Blick zum Betrachter kann das „Portrait de Mademoiselle Louise Jacquet“ einen Käufer vielleicht zu 300.000 bis 400.000 Euro überreden. Gute Argumente sind nicht nur ihr adretter Blick und das in seiner Stofflichkeit schön gestaltete Kleid, sondern vor allem die Marktfrische. Das Gemälde Jean-Etienne Liotards wurde direkt von der Portraitierten an die Vorfahren des heutigen Besitzers übergeben. Als weiterer Pastellmaler tritt Louis Vigée mit dem Bildnis einer vornehmen Rokokodame an, die sich in Pilgerkleidung und mit Pilgerstab zum heiligen Jakob nach Compostela aufmacht (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

Das teuerste Bild aus einer Pariser Privatsammlung wird Jean-Antoine Watteau zugeschrieben. Für 80.000 bis 120.000 Euro soll das vielfigurige, aber etwas schwammige „Le concert champêtre“ einen neuen Besitzer finden. Für die Stilllebenmalerei des französischen Rokoko steht die Familie Oudry. Vater Jean-Baptiste Oudry setzte 1746 prominent einen Windhund vor eine Waldlandschaft, der nur von einem kleinen Vogel begleitet wird (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Wilder geht es auf seinem Gemälde „Le chien qui porte à son cou le diner de son maître“ von 1751 zu; streiten sich doch hier nach einer Fabel La Fontaines zwei Hunde um ein Stück Schweinefleisch (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Auch bei Sohn Jacques Charles Oudry geht es nicht so friedlich zu. Hier fauchen sich drei Leoparden an (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Beliebt waren in dieser Zeit auch die stimmungsvollen Zusammenstellungen antiker Ruinen. In seinem Capriccio hat Jean Barbault auf einige römische Überreste zurückgegriffen und sie mit Figuren belebt (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR).

Für die klassizistische Portraitkunst stehen die Bildnisse von Louis-François Bertin und seiner Frau, die François-Xavier Fabre 1802/03 im politischen Exil der Franzosen in Florenz malte. Frau Bertin sitzt am Hammerklavier, ihr Mann am Schreibtisch mit aufgewecktem, aber auch leicht bedrücktem Gesicht, das auf seine schwierige Situation als Journalist zu dieser Zeit hinweist (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Unbeschwerter geht es da schon bei der „Conversation dans un parc“ von Louis-Léopold Boilly für 200.000 bis 300.000 Euro zu. Den Sprung ins 19te Jahrhundert vollführt dann Eugène Delacroix mit seiner aquarellierten Zeichnung eines stolzen „Chef arabe“ mit Turban und einigen Kopfstudien für 120.000 bis 150.000 Euro. Von seinem etwa gleichaltrigen Kollegen Jean-Baptiste Camille Corot schickt Sotheby’s eine sitzende „Petite fille à la poupée“ in blauem Kleid für 100.000 bis 150.000 Euro ins Rennen, die im Mai 2011 in New York bei 500.000 bis 600.000 Dollar liegenblieb. Die sechs anderen Bilder Corots haben landschaftliche Stimmungen zum Thema. Als teuerstes Werk aus dieser Reihe wird „Rouen, vue panoramique avec la Seine au premier plan“ für 60.000 bis 80.000 Euro angeboten.

Unter den deutschen Malern stellt Christian Georg Schütz I. bei 40.000 bis 60.000 Euro den Favoriten. Mit seiner außergewöhnlich weitgespannten Ansicht von Frankfurt, von der Alten Brücke aus gesehen und belebt durch geschäftige Figurenstaffagen, schafft Schütz ein gelungenes Portrait seiner Stadt, das den Einfluss des Italieners Bernardo Bellotto und dessen Veduten nicht verleugnen kann. Carl Morgenstern lebte zwar auch in Frankfurt, doch zog es ihn 1867 zur Amalfiküste, die er mit strahlend blauem Meer, dunstigem Himmel und von der Sonne leuchtenden Häuserfronten pries (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Die Bilder der beiden Düsseldorfer Josef Scheurenberg und Richard Sohn bewegen sich ebenfalls am unteren Rand der Preisskala zwischen 4.000 und 8.000 Euro. Dafür lässt Scheurenberg zwei Mädchen in aufwendigen Kleidern auf einem Sofa in einem Salon 1880 gespannt auf den gerade geöffneten „Liebesbrief“ schauen, während bei Sohn 1876 zwei ältere Männer unter dem Plakat „Red Star Line“ über eine Auswanderung nach New York beratschlagen.

Die Auktion findet am 21. Juni um 14:30 Uhr statt. Die Objekte können bis zum 20. Juni täglich von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden. Der Katalog ist unter www.sothebys.com abrufbar.

Kontakt:

Sotheby’s Paris

76, rue du Faubourg Saint-Honoré

FR-75008 Paris

Telefon:+33 (01) 53 05 53 05

Telefax:+33 (01) 47 42 22 32



18.06.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Lisa Witte

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21.06.2012, Tableaux Anciens et du XIXe siècle

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Sotheby's

Bericht:


Bezaubernde Mademoiselle Jacquet

Kunstwerk:

Christian Georg Schütz I, Ansicht von Frankfurt, 1754
Christian Georg Schütz I, Ansicht von Frankfurt, 1754

Kunstwerk:

Eugène
 Delacroix, Chef arabe
Eugène Delacroix, Chef arabe

Kunstwerk:

Jean-Baptiste Camille Corot, Noisy-Le-Grand, barque au bord d’eau
Jean-Baptiste Camille Corot, Noisy-Le-Grand, barque au bord d’eau

Kunstwerk:

Jean-Baptiste Camille Corot, Une guinguette à Vaugirard
Jean-Baptiste Camille Corot, Une guinguette à Vaugirard

Kunstwerk:

Jean-Baptiste Camille Corot, Rouen, vue panoramique avec la Seine au premier plan
Jean-Baptiste Camille Corot, Rouen, vue panoramique avec la Seine au premier plan

Kunstwerk:

Richard Sohn, Der künftige Auswanderer nach New York, 1876
Richard Sohn, Der künftige Auswanderer nach New York, 1876







Louis Vigée, Femme vêtue en pélerine, 1745

Louis Vigée, Femme vêtue en pélerine, 1745

Taxe: 25.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 70.000,- EURO

Losnummer: 53

François Clouet, Portrait de Christiane de Danemark, Duchesse de Milan, 1558

François Clouet, Portrait de Christiane de Danemark, Duchesse de Milan, 1558

Taxe: 150.000 - 250.000 EURO

Zuschlag: 250.000,- EURO

Losnummer: 33

Charles-Joseph Natoire, Vénus et Adonis, 1767

Charles-Joseph Natoire, Vénus et Adonis, 1767

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 65.000,- EURO

Losnummer: 17

Jean-Baptiste Camille Corot, Une guinguette à Vaugirard

Jean-Baptiste Camille Corot, Une guinguette à Vaugirard

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 55.000,- EURO

Losnummer: 109

François Boucher, Le peintre de paysage

François Boucher, Le peintre de paysage

Taxe: 60.000 - 80.000 EURO

Zuschlag: 730.000,- EURO

Losnummer: 52

Jacob van Loo, Vénus et Adonis

Jacob van Loo, Vénus et Adonis

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 80.000,- EURO

Losnummer: 22

Hendrik de Clerck, Die Anbetung der Könige, 1623

Hendrik de Clerck, Die Anbetung der Könige, 1623

Taxe: 180.000 - 250.000 EURO

Losnummer: 8

Christian Georg Schütz I, Ansicht von Frankfurt, 1754

Christian Georg Schütz I, Ansicht von Frankfurt, 1754

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 100.000,- EURO

Losnummer: 14

Jean-Baptiste Oudry, Le chien qui porte à son cou le diner de son maître, 1751

Jean-Baptiste Oudry, Le chien qui porte à son cou le diner de son maître, 1751

Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 50.000,- EURO

Losnummer: 60

Joseph Scheurenberg, Der Liebesbrief, 1880

Joseph Scheurenberg, Der Liebesbrief, 1880

Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 8.000,- EURO

Losnummer: 145

Pierre-Denis Martin, L’arrivée à Paris, place Royale, de l’ambassadeur vénitien Alvise Pisani, 1699

Pierre-Denis Martin, L’arrivée à Paris, place Royale, de l’ambassadeur vénitien Alvise Pisani, 1699

Taxe: 250.000 - 350.000 EURO

Zuschlag: 230.000,- EURO

Losnummer: 46

François-Xavier Fabre, Portrait de Louis-François Bertin – Portrait de Madame Louis-François Bertin, 1802/03

François-Xavier Fabre, Portrait de Louis-François Bertin – Portrait de Madame Louis-François Bertin, 1802/03

Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

Losnummer: 91




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