Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Anzeige

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Höchstpreise für Zeitgenossen bei Christie’s in London

Rot-Blau



Die umsatzstärkste Zeitgenossenauktion auf europäischem Boden – das ist das wichtigste Ergebnis der Londoner Versteigerung von knapp siebzig Werken der Gegenwartskunst am 27. Juni bei Christie’s: Fast 133 Millionen Pfund standen am Ende der abendlichen Sitzung unter dem Strich. Viermal wurde die 10-Millionen-Marke überschritten, zum Teil deutlich: 17 bis 20 Millionen Pfund hatte Christie’s für Yves Kleins „Le Rose du bleu (RE 22)“ veranschlagt, eine eben nicht blaue, sondern rosarote Mondlandschaft mit echten Schwämmen und Kieselsteinen von 1960 und mit knapp zwei Metern Höhe sogar die größte in dieser Farbe. Geadelt durch die legendäre Klein-Ausstellung „Monochrome und Feuer“ von 1961 und noch kürzlich im Hischhorn Museum and Sculpture Garden in Washington sowie dem Walker Art Center in Minneapolis präsentiert, brachte es der suggestive Karton während der Versteigerung auf 21 Millionen Pfund. Haarscharf wurde damit der bisherige Klein-Auktionsrekord übertroffen, den Christie’s erst im vergangenen Mai mit der Körper- und Feuermalerei „FC 1“ in New York für 32,5 Millionen Dollar aufstellte. Das tiefblaue „Relief éponge bleu (RE 51)“ desselben Meisters von 1959 vermittelte Christie’s für 6,8 Millionen Pfund weiter (Taxe 6 bis 9 Millionen GBP).


Auch den zweiten Topschlug sicherte sich ein Altmeister der zeitgenössischen Malerei: Francis Bacons „Study for Self-Portrait“ von 1964, vor allem in den 1970er und 1990er Jahren häufig ausgestellt, wechselte bei 19,2 Millionen Pfund nur knapp unterhalb der oberen Schätzung den Besitzer. Jean-Michel Basquiats schrill-expressiv in Szene gesetzter Boxer „Untitled“ mit siegreich erhobenen Armen von 1981 erzielte nach 13 Millionen Dollar im Mai 2007 bei Sotheby’s in New York nun rekordträchtige 11,5 Millionen Pfund. Knapp dahinter auf Rang vier platzierte sich mit 11,3 Millionen Pfund Gerhard Richters abstrakte, horizontale „Struktur (2)“ in Grautönen von 1989 (Taxe 9 bis 12 Millionen GBP). Ein weiteres „Abstraktes Bild“ des 80jährigen gebürtigen Dresdners und Wahlkölners mit der Werknummer 891-4 in durchscheinenden Farblagen aus dem Jahr 2005 landete bei 2,4 Millionen Pfund (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen GBP), während die übrigen Deutschen wie Georg Baselitz mit seinem kopfüber hängenden „Edvard“ von 1987/88 für 320.000 Pfund (Taxe 350.000 bis 450.000 GBP) oder Martin Kippenberger mit der motivreichen Leinwand „Keiner hilft keinem“ von 1988 für 380.000 Pfund erwartungsgemäß im sechsstelligen Bereich verharrten (Taxe 450.000 bis 550.000 GBP).

Als ein eher seltener Gast auf den großen Abendauktionen hatte Otto Piene mit einem frühen „Rasterbild“ aus dem Jahr 1957 einen beachtenswerten Auftritt: Die halbrund kreisenden Formen auf dem schwarz-weißen Zweimeterformat steigerten sich von 180.000 bis 220.000 Pfund auf 250.000 Pfund. Werke Baselitz’ und Richters waren auch Teil der Sammlung des Musikproduzenten Siggi Loch, die jetzt zugunsten der Gründung einer Mensch und Tier verpflichteten „Siggi & Sissy Loch Stiftung“ zur Auktion gelangten. Baselitz’ „Strandbild 10-Night in Tunisia II“ von 1981 wurde mit 400.000 Pfund eher verhalten aufgenommen (Taxe 400.000 bis 500.000 GBP), wohingegen sich Richters wasserblaues „Abstraktes Bild“ Nummer 829-3 von 1995 von 600.000 bis 800.000 auf 1 Million Pfund steigerte. Ausgangspunkt der jahrzehntelangen Sammelleidenschaft des Managers für die Farbe Blau war Ernst Wilhelm Nays „Blauklang“ von 1953, das Loch 1988 am selben Ort bereits für 60.000 Pfund erwarb und jetzt für 90.000 Pfund wieder abgab (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP).

Im preislichen Mittelfeld der Versteigerung fanden sich signifikante Arbeiten bekannter Größen wie ein unbetiteltes Schriftbild mit pastosen Farbklecksen aus Öl, Grafit und Wachskreide Cy Twomblys von 1962 für 1,9 Millionen Pfund (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP), Lucio Fontanas weißes, achtfach vertikal geschlitztes „Concetto spaziale, Attese“ von 1963/64 für 2,4 Millionen Pfund (Taxe 2,2 bis 2,8 Millionen GBP), Roy Lichtensteins erotische „Reflections on Jessica Helms“ von 1990 für 3,55 Millionen Pfund (Taxe 3,5 bis 4,5 Millionen GBP) und Andy Warhols negative „Four Marilyns“ auf einer schwarzweißen Leinwand von 1979/86 für 1,1 Millionen Pfund (Taxe 800.000 bis 1.200.000 GBP). Aus Lucian Freuds früher Schaffenszeit wurde bei fast marktfrischer Provenienz aus dem Nachlass des fast gleichaltrigen und 2009 verstorbenen Malers John Craxton der kantige „Head of a Greek Man“ aus dem Jahr 1946 für 3 Millionen Pfund übernommen (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP), aus seiner mittleren Periode das „Naked Portrait II“ einer zusammengekrümmten schlanken Frau von circa 1974 zur unteren Schätzung von 3,8 Millionen Pfund.

Der 1951 mit 38 Jahren an einer Lebensmittelvergiftung gestorbene, deutschfranzösische Tachist Wols schaffte mit der surreal floralen Komposition „L’Inachevée“, die man bei seinem Tod wohl noch unvollendet über seinem Bett vorfand, 1 Million Pfund (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen GBP). Antoni Tàpies kam mit seiner traumhaften, von Chagall inspirierten Nachtszene „Galanteig“ samt einem schwebenden Liebespaar von 1952 auf 130.000 Pfund (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP). Marcel Broodthaers’ quadratisches Muschelbild „Surface de moules (avec sac)“ samt einer Plastiktasche mit Muschelschalen von 1966/74 stellte bei 360.000 Pfund den 20 Jahre alten Auktionsrekord für seinen Eitisch genau ein (Taxe 180.000 bis 220.000 GBP).

Unter den etwas jüngeren Künstlern reüssierten Adriana Varejão mit der menschenleeren Badeanstalt „O Sonhador“ von 2006 bei 480.000 Pfund (Taxe 350.000 bis 550.000 GBP), Beatriz Milhazes mit dem bunten Stilllebeninterieur „O Elefante Azul“ von 2002 zum neuen Spitzenpreis von 800.000 Pfund (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP) und Mark Grotjahn mit der gezeichneten Doppelfächerstruktur „Untitled Butterfly (Black + cream-cicle) # 681“ von 2007 bei 710.000 Pfund (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Auch wenn der 1974 geborene Kanadier David Altmejd mit seiner schrillen Gigantenfigur „The New North“ nicht ganz an die Erwatung von 200.000 bis 300.000 Pfund herankam, so genügten die 180.000 Pfund doch zum jungen Auktionsrekord.

Teuerste Skulptur des Tages war Alexander Calders „Rouge triomphant“ von 1959/63, das größte freischwingende Mobile des Amerikaners, das je auf einer Auktion versteigert wurde. 5,5 Millionen Pfund blieben dennoch unterhalb der erhofften 6 bis 8 Millionen Pfund. Auch bei Jeff Koons’ blau-türkisfarbenem, kitschig überdimensioniertem „Baroque Egg with Bow“ von 1994/2008 reichte es nur zu 2,3 Millionen Pfund (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen GBP). Da hatten es die Minimalisten diesmal besser, wenn auch auf niedrigerem Niveau, etwa Dan Flavin mit seiner zweiteiligen, rot-gelben Lichtsäule von 1968 bei 170.000 Pfund (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP) oder Donald Judd mit seinen fünf unterschiedlich großen Wandkästen aus Stahl und kadmiumroten Plexiglas von 1974 bei 460.000 Pfund (Taxe 350.000 bis 550.000 GBP). Die jüngere Bildhauergeneration gab sich etwas bescheidener mit Berlinde De Bruyckeres aus Pferdefell genähtem Fleischtorso „K 21“ von 2006 zur unteren Erwartung von 180.000 Pfund oder Ron Muecks hyperrealistischer Gruppe „Mother and Child“ von 2001/03 bei 370.000 Pfund (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



02.07.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


27.06.2012, Post-War and Contemporary Art (Evening Auction)

Bei:


Christie's

Bericht:


Rosa, nicht Blau










Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce