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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Möbel und Einrichtungsgegenstände bereiten dem Schweizer Auktionshaus Koller diesmal keine große Freude

Keine Lust auf Möbel



Pierre Roussel, Gueridon, Paris um 1750

Pierre Roussel, Gueridon, Paris um 1750

Wo sind die Freunde des alten Luxus und der Moden? Sie müssen wie vom Erdboden verschluckt gewesen sein, als das Zürcher Auktionshaus Koller am 21. Juni seine Versteigerung von Möbeln und Einrichtungsgegenständen abhielt: Kein Vergleich jedenfalls mit den Auktionen früherer Jahre, in denen mitunter die Millionengrenze überschritten wurde und die Sensationszuschläge nur so umeinanderpurzelten. Stattdessen lag die Zuschlagsquote diesmal bei mageren 30 Prozent, und sogar einen sechsstelligen Preis verzeichnet die Zuschlagsliste nicht. Das Auktionshaus selbst kleidet die Enttäuschung in charmante Worte: Es sei eben schwierig, in diesem „stark fragmentierten Markt“ den „individuellen Stil der privaten Sammler zu treffen“. Es dürften in der Tat weniger die von Koller verlangten Preise als vielmehr das Überangebot und die Erosion der Käuferschicht gewesen sein, die auf eine gewisse Sättigung im Bereich alter Mobilien stießen, was auch die drei oder vier Spitzenstücke betraf.


So teilten sich bei jeweils 60.000 Franken gleich drei Losnummern den ersten Platz auf dem etwas schmalen Siegertreppchen: ein blumengeschmücktes Beistelltischchen von Pierre Roussel aus der Mitte des 18ten Jahrhunderts (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR), zwei gold-weiß gefasste Hocker des späten Empire von Pierre-Gaston Brion um 1822 mit Stempel der Tuilerien (Taxe 60.000 bis 100.000 SFR) und eine chinoise Lackschatulle in pagodenförmigem Gehäuse auf vier versilberten Bronzesträußen von Alphonse-Gustave Giroux um 1860. Letztere erreichte damit sogar ihre obere Schätzung und wanderte nach Katar. Auch sein vergoldetes Bronzekästchen, um 1870 diesmal im gotischen Stil geschaffen, fand bei taxgerechten 18.000 Franken einen Abnehmer.

Dicht hinter diesen höchsten Zuschlägen bei 53.000 Franken rangierte, wiederum aus dem Historismus des 19ten Jahrhunderts, ein dreiteiliges Ensemble aus einer Anrichte und zwei Konsoltischen im Louis XVI-Stil von Henry Dasson um 1886 (Taxe 60.000 bis 100.000 SFR). Von 4.000 bis 7.000 Franken auf 32.000 Franken schoss der Preis für eine versilberte und vergoldete Bronzeschatulle aus Birmingham der Zeit um 1880, die sich im architekturartigen Aufbau und mit ihren figürlichen Reliefs eng an Vorbilder aus der italienischen Frührenaissance anlehnt.

Solche kunstkammerartigen Preziosen waren auch bei den älteren Stücken mitunter recht gefragt, wie die Steigerung von 20.000 bis 30.000 Franken auf 35.000 Franken für einen kleinen Tischbrunnen des Rokoko mit Pariser Bronzen sowie Behältnis und Vogeldarstellungen aus Porzellan bewies oder auch der Zuschlag bei guten 34.000 Franken für eine Pendule mit Uhrwerk von Noël Baltazar sowie Meißner Figuren und Blüten (26.000 bis 36.000 SFR). Der Wert einer kleinen original chinesischen Potpourrivase wiederum in einer vergoldeten Bronzefassung aus Paris verdoppelte sich auf 20.000 Franken. Mit 55.000 Franken einen der höchsten Zuschläge schaffte eine dreiteilige Celadon-Garnitur des frühen Empire um 1780/90. Bezaubert haben dürfte bei diesem edlen Geschmeide auch der herrliche Farbklang der kalkweißen Schalen, der weißen Marmorsockel und der blitzenden Vergoldung der diesmal in Wien hergestellten Bronzen (Taxe 48.000 bis 58.000 SFR).

Von den ältesten Stücken der Auktion ist ein Tiroler Kabinettschrank des 17ten Jahrhunderts mit figürlichen Intarsien und reichem Renaissancedekor für 48.000 Franken zu nennen (Taxe 48.000 bis 68.000 SFR). Bei den Möbeln des 18ten Jahrhunderts aber gestaltete sich der Absatz ausgesprochen zäh, und auch in den unteren Rängen gab es mit einer schlichten, aber eleganten Kommode Simon Oebens aus der Zeit um 1765 für magere 31.500 Franken (Taxe 45.000 bis 75.000 SFR) oder einem feingliedrigen Gueridon Pierre Migeons II noch im Stil des Rokoko um 1760 für 40.000 Franken nur wenige nennenswerte Zuschläge (Taxe 40.000 bis 70.000 SFR). 22.000 Franken wurden für eine klassizistische Kommode Jean-Georges Schlichtigs bezahlt, die in drei Hochovalmedaillons stilllebenartige Marketeriebilder präsentiert (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR). Unter den Tapisserien setzte sich eine französische Renaissancearbeit des frühen 17ten Jahrhunderts mit einer Darstellung der Vision des heiligen Bernhard von Clairvaux bei 45.000 Franken an die Spitze (Taxe 48.000 bis 68.000 SFR).

Vielleicht hat den Möbeln und Einrichtungsgegenständen diesmal auch eine Sonderauktion das Wasser etwas abgegraben, die Koller zwei Tage später abhielt: Fast sechshundert Objekte des Schweizer Traditionsunternehmens Antiquités Ségal standen dabei zu Gebote. Das Hochpreissegment kann davon allerdings nicht betroffen gewesen sein, denn wenngleich die Schätzpreise mitunter betont niedrig lagen, blieben unerwartete Entdeckungen weitgehend aus. Bei 58.000 Franken für einen vierzigteiligen Basler Totentanz, um 1822/23 nach Vorlagen Matthäus Merians d.Ä. in Zizenhausen hergestellt und in vorliegender Fassung im späteren Verlauf des 19ten Jahrhunderts in Terrakotta ausgeformt, war preislich Schluss (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR).

Insgesamt konnten gut 50 Prozent des Angebots losgeschlagen werden, darunter zur unteren Taxe von 30.000 Franken eine große Platte aus dem für das Japanische Palais gedachten Meißner Service „Gelber Löwe“ um 1730/40, für 32.000 eine ebenfalls Meißner Deckelterrine samt Présentoir mit Kauffahrteiszenen in Bildfeldern auf türkisfarbenem Grund um 1740 (Taxe 12.000 bis 15.000 SFR) und ein Gemäldepaar mit Waldstücken aus der Nachfolge des niederländischen Barockmalers Otto Marseus van Schrieck für 40.000 Franken (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR). Die Möbelbranche rehabilitierte sich mit einer Folge von sieben niederländischen Stühlen, davon einer mit Armlehnen, im klassizistischen Stil des ausgehenden 18ten Jahrhunderts bei 17.000 Franken (Taxe 3.000 bis 5.000 SFR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



15.07.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Alphonse-Gustave Giroux, Schatulle, Paris um 1870
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 Paris, Vase, 18. Jahrhundert

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Taxe: 7.500 - 12.500 SFR

Zuschlag: 20.000,- SFR

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Kabinett, Tirol, 17. Jahrhundert

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Taxe: 48.000 - 68.000 SFR

Zuschlag: 48.000,- SFR

Losnummer: 1008

Pierre-Gaston Brion, Paar Hocker, Paris um 1822

Pierre-Gaston Brion, Paar Hocker, Paris um 1822

Taxe: 60.000 - 100.000 SFR

Zuschlag: 60.000,- SFR

Losnummer: 1186

Pierre Migeon IV, Pierre Migeon II, Gueridon, Paris um 1760

Pierre Migeon IV, Pierre Migeon II, Gueridon, Paris um 1760

Taxe: 40.000 - 70.000 SFR

Zuschlag: 40.000,- SFR

Losnummer: 1106

 Paris, Tischbrunnen, 18. Jahrhundert

Paris, Tischbrunnen, 18. Jahrhundert

Taxe: 20.000 - 30.000 SFR

Zuschlag: 35.000,- SFR

Losnummer: 1072

Otto Marseus van Schrieck Nachfolger, Waldstück mit Eichhörnchen und Insekten – Waldstück mit Schleiereule

Otto Marseus van Schrieck Nachfolger, Waldstück mit Eichhörnchen und Insekten – Waldstück mit Schleiereule

Taxe: 12.000 - 18.000 SFR

Zuschlag: 40.000,- SFR

Losnummer: 296

Alphonse-Gustave Giroux, Lackschatulle, Paris um 1860

Alphonse-Gustave Giroux, Lackschatulle, Paris um 1860

Taxe: 40.000 - 60.000 SFR

Zuschlag: 60.000,- SFR

Losnummer: 1244

 Porzellanmanufaktur Meißen, Deckelterrine mit Kauffahrteiszenen und Présentoir, Meißen, um 1740

Porzellanmanufaktur Meißen, Deckelterrine mit Kauffahrteiszenen und Présentoir, Meißen, um 1740

Taxe: 12.000 - 15.000 SFR

Zuschlag: 32.000,- SFR

Losnummer: 277

Anton Sohn, 40 Tanzpaare mit Beinhaus aus dem „Basler Totentanz“, Zizenhausen 1822/23

Anton Sohn, 40 Tanzpaare mit Beinhaus aus dem „Basler Totentanz“, Zizenhausen 1822/23

Taxe: 10.000 - 15.000 SFR

Zuschlag: 58.000,- SFR

Losnummer: 564

 China, Celadon-Garnitur, Wien, 1780/90

China, Celadon-Garnitur, Wien, 1780/90

Taxe: 48.000 - 58.000 SFR

Zuschlag: 55.000,- SFR

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Alphonse-Gustave Giroux, Schatulle, Paris um 1870

Alphonse-Gustave Giroux, Schatulle, Paris um 1870

Taxe: 18.000 - 28.000 SFR

Zuschlag: 18.000,- SFR

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Simon Oeben, Kommode, Paris um 1765

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Jean-Georges Schlichtig, Kommode, Paris um 1775

Jean-Georges Schlichtig, Kommode, Paris um 1775

Taxe: 20.000 - 30.000 SFR

Zuschlag: 22.000,- SFR

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