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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Moderne und zeitgenössische Kunst bei Bassenge in Berlin

Gehängter hängt



Günstige Taxen und ein außerordentlich vielfältiges Angebot kitzelten aus den Besuchern der vergangenen Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst bei Bassenge eine besonders große Bietfreudigkeit heraus. Eine Traumquote von mehr als 73 Prozent inklusive einiger Nachverkäufe kennzeichnete schließlich die Zuschlagsliste, und deutliche Wertsteigerungen hatten vor allem die Spitzenstücke zu verbuchen. Der Topzuschlag war einer dieser Kandidaten: Emil Noldes Aquarell „Astern, Sonnenblumen und Dahlien“ aus der Zeit um 1948/50 war von Bassenge mit 50.000 Euro recht bescheiden angesetzt worden und verbesserte sich souverän auf 100.000 Euro. Dicht dahinter bei 95.000 Euro folgte eine ebenfalls aquarellierte Landschaft Fernand Légers mit zwei schwungvoll im Vordergrund sich nach oben windenden Bäumen. Hier hatten nur 30.000 Euro auf dem Etikett gestanden.


Mit 25.000 Euro schien einer Reihe von Interessenten auch Lovis Corinths expressionistisches Bildnis der Schriftstellerin Alice Berend, der Schwägerin des Malers, aus dem Jahr 1924 zu niedrig angesetzt: Erst bei 80.000 Euro schlug hier der Hammer aufs Pult. Von 30.000 Euro auf 77.000 Euro vermehrte sich Der Wert von Karl Hofers energisches „Mädchen mit grüner Fahne“ von 1943, das zwischen 1947 und 1962 mehrmals in Ausstellungen öffentlich gezeigt worden war. Hofers etwas schwammige „Drei Akte im Walde“ von 1944 blieben bei 25.000 Euro dagegen nicht zum ersten Mal unveräußert liegen. Zu den wenigen Enttäuschungen zählte Lyonel Feiningers Aquarell und schwarze Kreide einer reduzierten Hafenszene mit Booten aus dem Jahr 1946, das statt der anvisierten 30.000 Euro nur 17.000 Euro erzielte. Dagegen verabschiedete sich seine Bleistiftzeichnung mit der häufig gemalten Kirche von Gelmeroda aus dem Jahr 1913 erst bei 9.500 Euro (Taxe 7.500 EUR). Wenig Nachfrage herrschte an den oft schlüpfrigen Szenen George Grosz’, einschließlich seines in Mischtechnik mit Öl gemalten Frauenakts „Im Boudoir“ von circa 1940 für 30.000 Euro. Seine „Sitting female nude“, 1939 mit Kohle aus dem gelben Nichts geholt, markiert mit 3.000 Euro den preislichen Höhepunkt des Expressionisten (Taxe 3.500 EUR).

Auch in den unteren Preisregionen der Veranstaltung am 2. Juni in Berlin gab es mitunter heftige Bewegungen. Bei den Papierarbeiten bekannter deutscher Expressionisten reüssierten Conrad Felixmüllers Federzeichnung eines etwas wirren „Mädchens im offenen Haar“ von 1922 bei 16.000 Euro (Taxe 6.000 EUR), Erich Heckels ebenso spartanische wie treffsichere Kaltnadelradierung „Frauen am Strand“ von 1912 für 8.000 Euro (Taxe 7.500 EUR) und Hermann Max Pechsteins archaischer Farbholzschnitt „Rauchender Schweizer“ von 1923 ebenfalls bei 8.000 Euro (Taxe 6.000 EUR). Auch seine Lithografie der schummrigen „Schnapsbude III“ legte kräftig von 2.000 Euro auf 6.000 Euro zu. Ein Probedruck von Wassily Kandinskys zweiter Jahresgabe für die nach ihm benannte Gesellschaft aus dem Jahr 1926 mit einer lockeren Ansammlung geometrisch-abstrakter Figuren verdoppelte seinen Wert auf 8.500 Euro. Otto Muellers Lithografie „Polnische Familie (Judenfamilie)“ von 1920/21 fand bei 4.200 Euro Gefallen (Taxe 3.000 EUR), Heinrich Zilles Karikatur eines Interieurs mit feistem Mann auf „Meiner grünen Garnitur“ bei 4.000 Euro (Taxe 800 EUR), und Christian Rohlfs’ Pastell mit Rosenblüten und -blättern von 1920 bei 5.500 Euro (Taxe 2.500 EUR).

Weniger häufig auf dem deutschen Kunstmarkt anzutreffen sind Arbeiten des 1895 geborenen Fritz Huhnen. Der größte Teil seines künstlerischen Frühwerks ging 1943 bei einem Bombenangriff zugrunde. Die dichte Kohlezeichnung dreier sitzender alter Männer von 1920 war daher etwas begehrter als erwartet und schloss bei 3.400 Euro ab (Taxe 2.400 EUR). Zu den interessantesten Gemälden der Zwischenkriegszeit rechneten Paul Kleinschmidts buttriges Stillleben „Rosen und Dahlien“ von 1936 für 13.500 Euro (Taxe 12.000 EUR) und Willibald Krains trostlose Straßenszene „Die Obdachlosen“ von circa 1925, die trotz des wenig bekannten Namens ihres Schöpfers immerhin 7.000 Euro auf sich vereinigte (Taxe 9.000 EUR). Schon in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg datiert Arthur Degners spätexpressionistische „Masurische Landschaft“. Das Ölgemälde von 1949 konnte erst bei 3.200 Euro übernommen werden (Taxe 2.400 EUR). In einem poetisch-naiven Ton gestaltete Theo Champion seine nun 1.800 Euro teuere „Niederrheinische Landschaft im Sommer“ (Taxe 800 EUR). Der kunstgeschichtlich schwer fassbare Moriz Melzer wurde mit 9.000 Euro für die individuell überarbeitete Farbmonotypie „Ach Rausch“ in kristallin-abstrakten Formen von circa 1920 honoriert (Taxe 10.000 EUR), während seine heroische Figuration „Im Kampf (Lanzenkämpfer, Lanzenfechter)“ von 1912 an 10.000 Euro scheiterte.

Zur hohen Zuschlagsquote trugen einige umfangreichere Konvolute einzelner Künstler bei, die Bassenge zum Teil komplett weitervermitteln konnte. Dazu gehörte etwa ein Stapel Druckgrafiken des Franzosen Jean Fautrier, wenn auch die Zuschlagspreise großteils im dreistelligen Bereich verharrten. Auch bei Käthe Kollwitz blieb nichts liegen: Teuerstes Objekt war bei 4.200 Euro ihr eindrucksvoller, das Wesentliche nur mit wenigen Lichtreflexen angebender Holzschnitt „Schlafende mit Kind“ von 1929 (Taxe 3.000 EUR). Nicht ganz lückenlos gestaltete sich der Abgang mehrere Blätter des Jugendstilgrafikers Emil Orlik. Sein Bildnis des Komponisten Gustav Mahler im Profil aber wurde deutlich von 1.800 Euro auf 5.000 Euro gehoben.

Bei der Grafik ausländischer Künstler stand einmal mehr Pablo Picasso ganz oben: Taxgerechte 50.000 Euro spielte sein mystisch aus dem Halbdunkel aufscheinender Kopf der Geliebten „Françoise sur fond gris“ von 1950 ein. Die drei Jahre jüngere Lithografie einer stoisch geradeaus blickenden Italienerin mit drollig um sie herumtänzelnden Figuren kostete 24.000 Euro (Taxe 22.000 EUR). Für Henri Matisse’ zeichnerische Lithografie „Nu assis, bras gauche sur la tête“ von 1926 wurden 10.000 Euro locker gemacht (Taxe 11.000 EUR). Damit wurde sie von Marino Marinis dynamischer Zeichnung „Cavallo e cavaliere“ in Aquarell und Feder überholt, die von 6.000 Euro auf 14.000 Euro kletterte. Für Maurice de Vlamincks mit Wasserfarben, Deckweiß und Tusche um 1925 entwickelte, spröde Ansicht eines Fabrikgeländes wurden 8.900 Euro gezahlt (Taxe 9.000 EUR).

An die Spitze der abstrakten Malerei setzte sich überraschend ein in düsterem Grau-Schwarz gehaltenes Acrylbild des Brasilianers Roberto Burle Marx aus dem Jahr 1990: Hier konnte sich der Preis auf 29.000 Euro mehr als vervierfachen. Ein kleines Ölbild des Italieners Piero Dorazio von 1963 namens „Pilota 9“, gekennzeichnet durch mehrfarbige, überwiegend helle Vertikal- und Diagonalstreifen, brachte es ebenfalls recht überraschend auf 17.000 Euro (Taxe 6.000 EUR). Auf deutscher Seite ist Fritz Winter zu nennen, dessen querformatige „Abstrakte Komposition“ mit einem Zucken schwarzer Linien über weich fließenden Farbfeldern aus dem Jahr 1957 erst bei 20.000 Euro einen Abnehmer fand (Taxe 12.000 EUR). Sein informeller Kollege Theodor Werner trat mit der sandhaltigen, oberflächenbewegten „Komposition Nr. XLIII“ von 1955 bei 2.600 Euro hinzu (Taxe 2.500 EUR). Mit 6.000 Euro ließ Bassenge auch bei einer grün-roten „Feuergouache“ Otto Pienes aus dem Jahr 1974 einige Luft nach oben. Es wurden schließlich 10.000 Euro.

Bei der zeitgenössischen Kunst gab es einige originelle malerische Positionen aus dem deutschsprachigen Raum, beispielsweise Gemälde der Postsurrealisten Holger Friedrich, Thomas Häfner oder Joachim Lüdcke, die jedoch über den niedrigen vierstelligen Bereich nicht hinausgelangten. Den einzigen fünfstelligen Preis schaffte Neo Rauch mit der 1991 datierten, goldbronzenen Mischtechnik „Saul Ascher“, bei 20.000 Euro allerdings 5.000 Euro unterhalb der Schätzung. Fotografisches hatte Sigmar Polke in Form der drei Offsetdrucke „Weekend I-III“ mit weiblichen Akten von 1971/72 für 9.000 Euro zu bieten (Taxe 7.500 EUR). Bernd Schwarzers reliefartig dick aufgetragene Farbmasse „Europäischer Vulkan (Gold-Blau)“ von 1989/94 erreichte trotz des kleinen Formats von etwas mehr als zwanzig Zentimetern Höhe die vorgesehenen 5.500 Euro. Sein figurales Frühwerk „Der Gehängte (Menschenrechte)“ von 1975/78 blieb dagegen selbst an 5.000 Euro hängen (Taxe 7.000 EUR).

Hauptlos der Skulpturen wurde wie erwartet eine der Tierbronzen Renée Sintenis’: Mit 16.000 Euro schritt ihr laufender Elefant von 1954 sogar noch 1.000 Euro über die Schätzung hinweg. An zweite Position setzte sich bei 15.000 Euro ein posthumer Abguss von Wilhelm Lehmbrucks kleiner stehender weiblicher Figur aus dem Jahr 1908, entstanden im Rahmen eines Wettbewerbs als Fassadenfigur für das Warenhaus Hermann Tietz in Düsseldorf (Taxe 10.000 EUR). 8.500 Euro erreichte Waldemar Grzimeks etwas ungelenk „Reitender II“, eines von sieben bei Barth in Berlin gegossenen Exemplaren aus dem Jahr 1967 (Taxe 4.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com



22.07.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Wilhelm Lehmbruck, Kleine stehende, weibliche Figur, 1908

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Taxe: 10.000,- EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 8276

Emil Orlik, Der Komponist Gustav Mahler, 1902

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Taxe: 1.800,- EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 8335

Christian Rohlfs, Rosen, 1920

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Taxe: 2.500,- EURO

Zuschlag: 5.500,- EURO

Losnummer: 8386

Heinrich Zille, Meine grüne Garnitur

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Taxe: 800,- EURO

Zuschlag: 4.000,- EURO

Losnummer: 8451

Lovis Corinth, Portrait der Schriftstellerin Alice Berend, 1924

Lovis Corinth, Portrait der Schriftstellerin Alice Berend, 1924

Taxe: 25.000,- EURO

Zuschlag: 80.000,- EURO

Losnummer: 8070

Otto Mueller, Polnische Familie (Judenfamilie), 1920/21

Otto Mueller, Polnische Familie (Judenfamilie), 1920/21

Taxe: 3.000,- EURO

Zuschlag: 4.200,- EURO

Losnummer: 8310




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