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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Gloggner in Luzern versteigert europäische Gemälde und legt einen Schwerpunkt auf die Schweizer Kunst

Die wichtigste Wiese der Eidgenossen



Robert Zünd,  Das Rütli

Robert Zünd, Das Rütli

Einst schlossen Vertreter von Uri, Schwyz und Unterwalden auf der Bergwiese am Vierwaldstättersee einen Bund. In die Geschichte ging dieses Ereignis als „Rütlischwur“ ein und entwickelte sich mit den Jahrhunderten zum Gründungsmythos der Schweiz. Die künstlerischen Darstellungen des Themas sind meist von pathetischen Gesten und würdevoller Gestalt der Gründerväter bestimmt, sei es in der bekannten Skulptur von James Vibert in der Kuppelhalle des Berner Bundeshauses oder in dem Gemälde „Die drei Eidgenossen beim Schwur auf dem Rütli“ von Johann Heinrich Füssli aus dem Jahr 1780. Doch das Bild, das Robert Zünd mit „Das Rütli“ betitelt, setzt einen anderen Akzent. Statt weihevollen Handlungen stehen hier die Wiese und das Bauernhaus in ihrer natürlichen und friedlichen Schönheit im Mittelpunkt. Mit fast schon mikroskopischer Genauigkeit fängt der Innerschweizer Maler die Blätter der umstehenden Bäume ein. Durch eine gekonnte Lichtregie verleiht er dem Blick auf den See und dem Bergpanorama im Hintergrund Weite und Tiefe. Auch bei einem solchen Thema bleibt Zünd damit seinem wichtigsten Genre der Landschaftsmalerei treu. Mit einer Schätzung von 130.000 bis 150.000 Franken ist das signierte Gemälde das Toplos der Versteigerung bei Gloggner.


Am 22. September bietet das Luzerner Auktionshaus rund 130 europäische und vor allem Schweizer Gemälde an. Zu den Highlights gehören auch Jan Baptist Weenix’ „Hirten in italienischer Landschaft“, das der Niederländer kurz nach seiner Rückkehr aus Italien 1647 malte. Nicht nur künstlerisch hat das Ölgemälde mit der gelungenen kühlen Lichtstimmung und der harmonischen Atmosphäre viel zu bieten, sondern es glänzt auch mit einer hervorragenden Provenienz. Ursprünglich von Katharina der Großen für die Eremitage in St. Petersburg gekauft, gelangte es erst 1931 auf den internationalen Kunstmarkt. Bis heute befand es sich in Luzerner Privatbesitz. Die diagonal angelegte Komposition vor einer mächtigen Ruinenlandschaft im Hintergrund und einer Herde mit Hirten im Vordergrund ist daher mit 55.000 bis 70.000 Franken bemessen.

Ebenfalls aus einer Schweizer Privatsammlung wurde die „Studie zu einem nackten Jüngling“ um 1580/85 von Annibale Carracci eingeliefert. Der kraftvolle, wahrscheinlich gefesselte junge Mann, stammt aus der im 17ten Jahrhundert berühmten Sammlung des Bologneser Malers Lorenzo Pasinelli. Der Einlieferer und das Auktionshaus erhoffen sich hier 25.000 bis 50.000 Franken. Ein starker Vertreter des 17ten Jahrhunderts in der Auktion ist Jusepe de Ribera mit seiner „Maria Magdalena in Meditation“ samt Totenschädel für 70.000 bis 120.000 Franken. Das Gutachten Nicola Spinosas, des Ribera-Forschers und früheren Direktors des Museo di Capodimonte in Neapel, attestiert dem Bild eine hervorragende Qualität und ordnet es auf Grund stilistischer Gemeinsamkeiten, zum Beispiel mit der heiligen Agnes in der Dresdner Gemäldegalerie, in die Jahre nach 1640 ein. Die ausgesuchte Farbgebung ist venezianischen Traditionen mit einem Streben nach unmittelbarer und sprechender Darstellung verpflichtet.

Der Belgier Godfried Guffens vertritt mit seinem Tondo „Bildnis einer jungen Südländerin“ das 19te Jahrhundert. Die prächtig gekleidete Frau ist sitzend bis zu den Knien dargestellt und hält grazil einen Fächer in der Hand (Taxe 3.500 bis 4.500 SFR). Das Dorf dieser Schönheit könnte so ausgesehen haben wie auf dem Bild von Giovanni Battista Lelli. „Il Saltimbanco nel villaggio“ vor mächtiger Bergkulisse soll 9.800 bis 12.000 Franken kosten. Maurice de Vlaminck hat sich auf seinem Ölbild „Paysage“ schon einen anderen malerischen Ansatz erarbeitet. Er trägt die Farben flächig auf und verleiht den Wolken am dunklen Himmel durch die Pinselführung eine dynamische Wirkung (Taxe 35.000 bis 45.000 SFR).

Mit „Bachkiesel I“ nimmt Ernst Maass 1936/37 eine Nahaufnahme von verschieden farbigen und geformten Kieseln auf. Doch könnte man sein mit 1.200 bis 2.500 Franken veranschlagtes Bild auch als abstrakte Komposition amorpher Farbflächen lesen. Teuerer wird es bei ihm mit einem dann wieder gegenständlichen, surrealistischen „Stillleben“ samt Muschel und Totenschädel um 1942 bei 3.000 bis 4.500 Franken. Während Max Beckmann ins seiner Kaltnadelradierung „Fastnacht“ 1922 ein melancholisches Paar mit Maske noch nach der Natur gestaltet (Taxe 7.000 bis 9.500 SFR), hat sich Adolf Hölzel 1927/28 in seiner bunten „Komposition“ schon weitgehend von der Naturwiedergabe verabschiedet. Nur noch schwach lassen sich in den Verkapselungen menschliche Gestalten und Häuser erkennen (Taxe 10.000 bis 14.000 SFR).

Einen Schwerpunkt der Auktion bilden die Gemälde von Schweizer Künstlern. Wer also wissen will wie das Weggistor, das 1860/62 abgerissen wurde, aussah, sollte die Stadtvedute des Luzerner Malers Xaver Schwegler für 5.500 bis 6.000 Franken ersteigern. Lokalkolorit verspricht zudem Louis-Charles-Jules Crosniers „Luzern – Markt beim Rathaus“. Das Aquarell ist ein farbenfrisches Dokument der Zeit um 1900 (Taxe 1.200 bis 2.500 SFR). Wichtig für die Schweizer Kunst spätestens seit dem 19ten Jahrhundert ist die heimische Bergwelt. Das beginnt schon in den 1770er Jahren mit Caspar Wolfs stiller freundlicher Sicht auf die Ruine Unspunnen mit Blick auf den Brienzersee (Taxe 18.000 bis 25.000 SFR). Wie viele Schattierungen und wie viel Plastizität eine hauptsächlich weiße Davoser Winterlandschaft mit dem Sertig Dörfli und den Gipfeln von Mittaghorn, Plattenflue und Hoch Ducan haben kann, stellt der Expressionist Philipp Bauknecht für 15.000 bis 20.000 Franken in seinem Ölgemälde unter Beweis.

Symbolistischer geht es bei Anton Stockmanns „Herbstlandschaft mit Ahasver“ von 1893/94 zu. Sie gilt als erstes Landschaftsgemälde des Künstlers, das den Weg von Kerns nach Sarnen mit dem zur ewigen Wanderschaft verdammten Juden zeigt (Taxe 5.000 bis 8.000 SFR). Dass sich Stockmann für tiefere Wahrheiten interessierte, machen auch seine mythologische Szene mit dem leierspielenden Orpheus (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR) und ein Selbstbildnis deutlich, das ihn vor einer Lichterscheinung aufstrahlen lässt und mit „Fac et spera!“ überschrieben ist (Taxe 1.800 bis 2.800 SFR). Auch bei Joseph von Moos’ „Maria mit Kind in Landschaft“ spielen einige übernatürliche Erscheinungen eine Rolle (Taxe 1.200 bis 1.500 SFR).

Den Sprung ins 20ste Jahrhundert macht Gloggner dann mit sechs Bildern von Emil Schill. Die gefälligen, meist unbelebten Landschaften sind realistisch aufgefasst und liegen preislich zwischen 600 und 2.500 Franken, so auch der sommerlich heitere „Sarnersee bei Giswil“ aus Züricher Privatbesitz. Eine „Junge Frau mit Hut“ ist die Protagonistin bei Adolf Herbst. Er malte sie 1946 in einem schwarzen Kleid vor einem dunkelroten Hintergrund in leicht verzerrten Formen (Taxe 4.200 bis 4.800 SFR). Bei Johannes Robert Schürch präsentiert ein „Liegender weiblicher Akt“ selbstbewusst seinen entblößten Oberkörper mit prallen Brüsten (Taxe 4.000 bis 5.000 SFR).

Eines der wichtigsten Werke des Schweizers Hans Emmenegger ist sein „Waldinneres“ von 1933. Die Bildgegenstände reduziert er auf parallele, manchmal schattenwerfende kahle Baumstämme, die vom Licht eines Scheinwerferstrahls erleuchtet werden und dadurch punktuell aus dem schwarzen Nichts der Umgebung hervortreten. In seiner Qualität und Ausdruckskraft ist die unheimliche Stimmung mit den beiden Waldbildern im Kunstmuseum Luzern vergleichbar und deswegen auf 20.000 bis 28.000 Franken angesetzt. Die Konzentration auf wenige Gegenstände verfolgte Emmenegger auch in seinem orangerot leuchtenden „Turbankürbis“ (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR) und in den „Gelben Begonien“ von 1919 (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR). 1965 zeichnete Hans Erni „Wolfgang Amadeus Mozart“ als exzentrischen, aber intensiv arbeitenden jungen Komponisten. Für 3.500 bis 8.000 Franken soll die Gouache über weißer Feder einen Käufer finden.

Ebenfalls zu den Schweizer Zeitgenossen gehört Rolf Brem, der den „Beromünster Chorherren Helias Helye“ mit durchbrochen gearbeitetem Gewand aus Bronze modelliert (Taxe 2.000 bis 2.500 SFR). Der 1992 in Luzern verstorbene Bildhauer Franco Annoni lässt seine Figuren der Gruppe „La Joie de Vivre“ von 1968 ihre Freude mit ausgreifenden Gesten bekunden. Die Bronze ist zwischen 2.800 und 4.500 Franken angesetzt. Leopold Haefliger wartet mit zwölf Werken im Bereich von 1.000 und 3.500 Franken auf. Das teuerste ist sein „Zirkus“ von 1972, auf dem in dunkler Stimmung eine Reiterin auf ihrem Pferd, der Zirkusdirektor und ein Clown zu sehen sind (Taxe 2.500 bis 3.500 SFR). Max von Moos’ Komposition mit zwei riesigen surrealistischen Köpfen erinnert an Röntgenbilder, Verwesung und Tod und steht wie so häufig bei ihm für die bedrohte und geschundene Existenz des Menschen (Taxe 5.000 bis 18.000 SFR). Das Gegenbild dazu entwirft der Züricher Fotograf Walter Pfeiffer 1974 in seinem nackten Schönling aus der subkulturellen Szene (Taxe 1.400 bis 2.000 SFR).

Die Auktion findet am 22. September um 10 Uhr im Hotel Seeburg in Luzern statt. Die Kunstwerke können dort vom 18. bis zum 21. September täglich von 10 bis 19 Uhr besichtigt werden.

Kontakt:

Galerie Gloggner Luzern

Hochbühlstrasse 1

CH-6003 Luzern

Telefon:+41 (041) 240 22 23

Telefax:+41 (041) 240 82 82



14.09.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Lisa Witte

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Anton Stockmann,  Selbstbildnis (Fac et spera), 1897

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Taxe: 1.800 - 2.800 SFR

Losnummer: 39

Hans Emmenegger,  Turbankürbis

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Taxe: 7.000 - 9.000 SFR

Losnummer: 85

Philipp Bauknecht,  Davoser Winterlandschaft – Sertig Dörfli

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Taxe: 15.000 - 20.000 SFR

Losnummer: 63

Godfried Guffens,  Bildnis einer jungen Südländerin

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Taxe: 3.500 - 4.500 SFR

Losnummer: 20

Adolf Hölzel,  Komposition, 1927/28

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Taxe: 10.000 - 14.000 SFR

Losnummer: 121

Louis-Charles-Jules Crosnier,  Luzern – Markt beim Rathaus, um 1900

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Taxe: 1.200 - 2.500 SFR

Losnummer: 24

Hans Emmenegger,  Waldinneres, 1933

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Taxe: 20.000 - 28.000 SFR

Losnummer: 82

Joseph von Moos,  Maria mit Kind in Landschaft

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Taxe: 1.200 - 1.500 SFR

Losnummer: 49

Jusepe de Ribera,  Maria Magdalena in meditazione

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Taxe: 70.000 - 120.000 SFR

Losnummer: 13

Caspar Wolf,  Ruine Unspunnen mit Blick auf den Brienzersee, um 1774/77

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Taxe: 18.000 - 25.000 SFR

Losnummer: 12

Giovanni Battista Lelli,  Il Samltimbanco nel Villaggio, 1875

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Taxe: 9.800 - 12.000 SFR

Losnummer: 21

Johannes Robert Schürch,  Liegender weiblicher Akt

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Taxe: 4.000 - 5.000 SFR

Losnummer: 70

Jan Baptist Weenix,  Hirten in italienischer Landschaft, nach 1647

Jan Baptist Weenix, Hirten in italienischer Landschaft, nach 1647

Taxe: 55.000 - 70.000 SFR

Losnummer: 5




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