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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Sotheby’s konnte mit seinem Programm zeitgenössischer Kunst in London deutlich punkten

Richter teuerster lebender Künstler



Gerhard Richter schraubt sich langsam, aber stetig in der Rangliste der internationalen Auktionsergebnisse für zeitgenössische Kunst ganz nach oben. Am Abend des 12. Oktober setzte Sotheby’s in London eine neue Höchstmarke: 19 Millionen Pfund netto, mit Aufgeld circa 21,3 Millionen Pfund und umgerechnet rund 26,4 Millionen Euro, kostete sein „Abstraktes Bild“ mit der Werknummer 809-4 aus dem Jahr 1994, das auf zwei mal zweieinviertel Metern in herbstlichem Rot-Gelb-Grün schimmert und leuchtet. Nun kann der deutsche Malerfürst sich teuerster lebender Künstler des internationalen Auktionsrankings nennen. Zum Erfolg dürfte auch der prominente Vorbesitzer beigetragen haben. Kein Geringerer als der Rockmusiker Eric Clapton hatte das Gemälde auf einer Sotheby’s-Auktion 2001 in New York für schlappe, schon damals allerdings rekordträchtige 3,1 Millionen Dollar erworben und seither auch für Ausstellungen nicht mehr hergegeben. Der Käufer blieb anonym, bewies aber, was in den vergangenen Monaten schon häufiger beobachtet werden konnte: Die „Abstrakten Bilder“ Richters lassen seine verschwommenen Fotobilder in der Beliebtheitsskala derzeit weit hinter sich. Die Schätzung für die Nummer 809-4 hatte übrigens nur bei 9 bis 12 Millionen Pfund gelegen.


Insgesamt fast siebzig Millionen Pfund einschließlich der Ergebnisse auf dem gesonderten „Italian sale“ konnte Sotheby’s am vergangenen Wochenende umsetzen, soviel wie noch nie in einer Londoner Oktoberzeitgenossenauktion, und damit seine Konkurrenten Christie’s und Phillips weit hinter sich lassen. Allerdings rangierte Richter mit ziemlich weitem Abstand vorn. Erst bei 3,55 Millionen Pfund folgte ein horizontal strukturiertes „Achrome“ des Italieners Piero Manzoni aus dem Jahr 1959 (Taxe 2,2 bis 2,6 Millionen GBP), bei 3,3 Millionen Pfund ein ebenso unverwechselbares blaues Schwammrelief namens „RE 9-I“ Yves Kleins von 1961 (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP). Auch Gerhard Richter mischte noch einmal im oberen Bereich mit einem weiteren „Abstrakten Bild“, diesmal 840-2 nummeriert und 1997 datiert, in schönen Violetttönen, mit einem knappen Meter Breite aber wesentlich kleiner als das 19-Millionen-Stück, für 1,7 Millionen Pfund deutlich mit (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP).

Konnten alle die Spitzenofferten ebenso wie Lucio Fontanas rosefarbenes, dreifach goldgestreiftes und einfach geschlitztes „Concetto Spaziale, Attese“ von 1964 für 1,65 Millionen Pfund (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP) und ein freudiges Mobile Alexander Calders von 1962 für 1,35 Millionen Pfund ihre Schätzungen also zum Teil erheblich übertreffen (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP), so zeigten sich im preislichen Mittelfeld bei den Interessenten gewisse Ermüdungserscheinungen. Selten gab es heftigere Kämpfe wie um Beatriz Milhazes’ dekorative blumige Mischtechnik „Dança dos Reis“ von 1998, die sie von 400.000 bis 600.000 Pfund auf 720.000 Pfund steigerte. Auf 660.000 Pfund verdoppelte sich der Wert einer unbetitelten, mittelgroßen Zeichnung Jean-Michel Basquiats mit politischen Anspielungen aus dem Jahr 1982.

Derselbe Künstler trat noch einmal im Duett mit Andy Warhol in einem großformatigen roten „Dog“ von 1984 auf, der zur unteren Schätzung von 700.000 Pfund abwanderte. Besonders freuen durfte sich der Einlieferer einer unbetitelten Strichmännchenmalerei Keith Harings von 1983: Vor dreieinhalb Jahren am selben Ort noch für 230.000 Pfund netto erworben, konnte er die mehr als drei mal drei Meter große Tafel jetzt für stolze 730.000 Pfund wieder abstoßen (Taxe 650.000 bis 850.000 GBP). Für den Vorbesitzer weniger erbaulich gestaltete sich die Versteigerung von Neo Rauchs rotweißer Ladenansicht „Erwerb“ mit Bezugspunkten zur deutsch-deutschen Geschichte aus dem Jahr 1998: Vor fünf Jahren am selben Ort bis auf 300.000 Pfund hochgehandelt, sprangen jetzt nur magere 240.000 Pfund dabei heraus (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Aus der Riege der klassischen britischen Positionen ragte vor allem ein Quartett pastos-neoexpressionistischer Portrait- und Landschaftsgemälde Frank Auerbachs hervor, die für bis zu 380.000 Pfund mehr oder weniger innerhalb der Erwartungen den Inhaber wechselten.

Teuerste Skulptur nach Calders Mobile wurde Eduardo Chillidas sich im Raum rhythmisiert ausbreitende Bronze „Ikaraundi (Great Trembling)“ von 1957 zur unteren Grenze von 900.000 bis 1,2 Millionen Pfund. Robert Indianas golden polierte Bronzeskulptur „LOVE“ in handlichem Zimmerformat spielte dann 420.000 Pfund ein, Louise Bourgeois’ abstrahierter, gertenschlanker Frauenakttorso „Nature Study“ von 1984 höhere 440.000 Pfund (Taxen je 350.000 bis 450.000 GBP) und Damien Hirsts in Formaldehyd eingelegter Rindskopf „Thomas“ aus der Serie „The Twelve Disciples“ von 1994 nur 490.000 Pfund (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP). An neuen Auktionsrekorden konnte Sotheby’s an diesem Abend neben dem Richter noch drei weitere generieren. In der Hauptauktion gehörten Isa Genzken mit ihrem fotorealistischen Lackbild „MLR“ von 1992 für 220.000 Pfund (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP) und der 1961 geborene Tibeter Gonkar Gyatso dazu: Seine mit allerlei Konsumnippes bedruckte Gottheit „Endless Knot“ von 2011 brachte es – wenn auch etwas unterhalb der Schätzung – auf 140.000 Pfund.

Ein ähnliches Bild gaben die Italiener ab: Hohe Einzelzuschläge in den vorderen Rängen und eine etwas magerere Ausbeute im Mittelfeld. Auch ein goldenes „Concetto Spaziale“ Lucio Fontanas mit bunten Glassteinen von 1961, Marino Marinis bronzener „Cavaliere“ von 1947 sowie Giorgio Morandis zurückhaltende „Natura morta“ mit Kaffeekanne von 1967 kamen über 1,35 Millionen Pfund, 800.000 Pfund und 750.000 Pfund teils deutlich unterhalb der Taxen nicht hinaus. Erfreuliche Entwicklungen verzeichnete dagegen der eine oder andere Künstler in der zweiten Reihe: Für Luciano Fabros gläserne und in Blei eingewickelte Landkarte der „Nazione Italica“ von 1969 gab es bei 560.000 Pfund sogar einen neuen Auktionsrekord (Taxe 320.000 bis 400.000 GBP), ebenso für Nicola de Marias hell fröhliches, religiös motiviertes Ölbild „Stelle con Angeli + Luce + Spirito Bianco“ von 1988/89 bei 105.000 Pfund (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP). 530.000 Pfund für die weiße, leinwandbezogene Holzskulptur „Il Dinosauro Che Emerge“ des frühverstorbenen Pino Pascali von 1966 (Taxe 320.000 bis 400.000 GBP), 210.000 Pfund für Giulio Paolinis ebenfalls weißes Pferdewesen „Nesso“ mit langem rotem Schal von 1977 (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP) und 185.000 Pfund Mario Schifanos gelb-schwarze Signalmalerei „Segnaletico n.2“ von 1961 standen ebenfalls unzweideutig auf der Habenseite (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



18.10.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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