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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Das Dorotheum in Wien führt Emil Jakob Schindler bei den Gemälden des 19ten Jahrhunderts zum Auktionsrekord

Gelassen im Angesicht des Todes



Emil Jakob Schindler, Blick auf Ragusa, 1890

Emil Jakob Schindler, Blick auf Ragusa, 1890

Sensationen mit Kunst des 19ten Jahrhunderts auf dem deutschsprachigen Markt haben eher Seltenheitswert. Bei großer Masse fehlt es in der Regel an wirklich kapitalen Spitzenwerken, die ohnehin meist auf die ausländischen Handelsplätze abwandern. 260.000 Euro für das Gemälde des österreichischen Landschaftsmalers Emil Jakob Schindler sind da schon etwas besonders. So viel erzielte in der einschlägigen Versteigerung des Wiener Dorotheums sein Blick auf die sonnenbeschienene Küste der dalmatischen Stadt Ragusa – heute Dubrovnik – aus dem Jahr 1890. Angetan hat es den Interessenten nicht nur die schöne, kompositorisch wohlkalkulierte und farblich harmonische Malerei selbst, sondern vielleicht auch das mehrköpfige Personal, das in des Künstlers Garten einherwandelt: Handelt es sich doch um Alma Mahler-Werfel, Carl Moll und Margarethe Julie Schindler und damit um Leute, die alle irgendwie in das etwas wirre Liebesleben von Schindlers Ehefrau Anna verwickelt sind. 260.000 Euro waren nun ein neuer Auktionsrekord für Schindler, für den sechsstellige Zuschläge bisher kaum vorkamen. Die Schätzung hatte allerdings schon im Vorfeld bei anspruchsvollen 250.000 bis 350.000 Euro gelegen.


Von den fast 220 Losnummern konnte das Dorotheum am 16. Oktober circa 56 Prozent zuschlagen und brutto gut 2,5 Millionen Euro einnehmen – ein durchaus respektables Ergebnis. Neben Schindlers Küstenlandschaft ragten einzelne Stücke besonders hervor, so auch Friedrich von Amerlings „Caritas“, auch „Köchin Katharina“ betitelt. Sowohl technisch als auch thematisch ist es eines der besten Werke des Meisters, die in den vergangenen Jahren auf dem Markt waren, und dementsprechend hoch dotiert: Auf 100.000 Euro verdoppelte sich der Wert dieser mit 136 Zentimetern Höhe überdies recht großformatigen Leinwand. 120.000 Euro und damit die Mitte der Schätzung traf das Werk eines russischen Künstlers: Vasili Andreyevich Golynsky stellte unter dem Titel „Ein heißer Sommertag“ einen Maler, vielleicht sich selbst, bei der Arbeit dar, der nicht nur dem Betrachter, sondern auch seiner etwas gelangweilten jungen Begleiterin im Vordergrund den Rücken zuwendet.

An der unteren Grenze von 80.000 bis 120.000 Euro landete Federico del Campos beeindruckend exakte Ansicht des Innenhofes des Palazzo Ducale in Venedig mit den Kuppeln von San Marco aus dem Jahr 1888, die über das Gewöhnliche eines italienischen Ansichtenmalers weit hinausgeht. Auf Freude am Exotischen dürfte die Preissteigerung von 15.000 bis 20.000 Euro auf 34.000 Euro für Giuseppe Bernardino Bisons Schilderung des Empfangs der osmanischen Gesandtschaft beim Dogen von Venedig in der Sala del Collegio desselben Palastes zurückgehen, den del Campo von außen zeigte. Der Mode nach zu schließen hat sich dieser Empfang im Zeitalter der Renaissance zugetragen.

Einer der am häufigsten aufgerufenen Künstler aus österreichischen Landen war Friedrich Gauermann. Drei von fünf Malen schlugen die Sammler zu: bei einem Schimmel und Fuchs auf der Weide um 1825 für 28.000 Euro, zwei Hirschen an der Tränke für 40.000 Euro und einer Waldpartie mit Herde und Hirten im Vorder- sowie dem beherrschenden, niederösterreichischen Bergmassiv des Ötschers im Hintergrund für 36.000 Euro, jeweils im unteren Bereich der Schätzungen. Sein spätbiedermeierlicher Zeitgenosse und Kollege Josef Lauer reüssierte mit einem seiner minutiösen Blumenbilder, hier ein prächtiger Rosenstrauß mit Schmetterlingen und Vogel aus dem Jahr 1870, bei 50.000 Euro (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Die spätesten Arbeiten österreichischer Künstler reichten bereits in die Jahrhundertwende und somit zugleich in eine künstlerische Umbruchzeit hinein: Sichtlich schon vom Impressionismus angehaucht sind Hugo Darnauts frühlingshafte „Landstraße bei Plankenberg“ von 1898 für 30.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) und Wilhelm Bernatziks leuchtend weiß, rosa und rot blühende „Pfingstrosen“, letztere mit 36.000 Euro über Erwarten teuer vermittelt (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Alfred Zoff stieß mit seiner Strandimpression „Fischerboote zur Zeit der Ebbe“ bei 9.000 Euro auf Gegenliebe (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Aus Norddeutschland wurde der junge Hamburger Hermann Steinfurth gewürdigt: 1846 erzielte er mit seinem etwas gesuchten, aber fraglos sorgfältig ausgeführten Personenstück „Die Erziehung des Jupiter auf dem Berge Ida auf Kreta“ einen ersten großen Erfolg, der jetzt mit einer Versteigerung für stattliche 45.000 Euro nachträglich bestätigt wurde (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Ihm zur Seite stand Louis Gurlitt mit seinem südländisch unbeschwerten Sommertag bei San Felice am Gardasee von 1854 bei taxgerechten 9.000 Euro. In die Historienmalerei begab sich 1858 der Böhme Karl Swoboda: Johann Friedrich von Sachsen nimmt bei einem Schachspiels in der Gefangenschaft gerade sein Todesurteil entgegen. Während seine Begleiter das pure Entsetzen befällt, bewahrt der lutherfreundliche Fürst selbst eine ruhige Gelassenheit – zu Recht, wie sich später herausstellte, denn vollstreckt wurde das Urteil seiner katholischen Feinde nicht. Für diese spannende Schilderung konnte sich der Einlieferer über 30.000 Euro freuen (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Auffallend gefragt waren hübsche harmlose Genreszenen mit Vergangenheits- und Gegenwartsbezug. Das Dorotheum hatte hier wirklich gute Stücke parat wie Eugenio Zampighis „Heitere Geschichten“, die sich in einer warmen Bauernstube zwischen drei Generationen abspielen und jetzt für 70.000 Euro den Besitzer wechselten (Tax 35.000 bis 45.000 EUR), oder Jean-Eugène Bulands Begebenheit vor einer Kirche von 1880: Ein alter Bettler opfert für eine junge Nonne sogar noch seinen letzten Pfennig. Mit 10.000 bis 15.000 Euro auf 50.000 Euro legte diese Leinwand eine der rasantesten Wertsteigerungen des Tages hin. Ins den frühen Klassizismus verlegte Franz Xaver Simm eine in besseren Kreisen sich abspielende „Schuhprobe“, die erst bei 34.000 Euro ihren Abschluss fand (Taxe 18.000 bis 25.000 EUR), während Ferdinand Brütt sein ausgelassenes „Gartenfest“ von 1900 für 12.000 Euro noch im Rokoko spielen lässt (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR).

Auch Eugen von Blaas ist hier zu nennen mit seiner jungen „Wasserträgerin“ aus dem Jahr 1887, die sich mit neckischer Bewegung von ihrer Kollegin am Brunnen entfernt. Hier reichte es zur Mitte von 50.000 bis 70.000 Euro. Die untere Taxe von 40.000 Euro schaffte seine wohl etwas weniger heitere Szene „In der Sakristei“ von 1877: Zwei Damen scheinen den Geistlichen um eine ernsthafte Sache anzugehen. Von 20.000 bis 25.000 Euro auf 30.000 Euro kletterte Blaas’ ganz konzentriertes, ohne schmückendes Beiwerk auskommendes Profilbildnis einer jungen Venezianerin, das neben der großen technischen Fertigkeit des Künstlers auch sein psychologisches Feingefühl beweist. Die venezianische Lagune hatte es auch Franz Leo Ruben angetan, als er seinen Blick über eine Bäuerin beim Heumachen auf die Kirche Santa Maria Valverde auf der Insel Mazzorbo schweifen ließ. 12.000 Euro waren hier sein Lohn (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR). Heimatverbunden zeigte sich dagegen 1868 Fritz Carl Werner Ebel mit seiner nun 12.000 Euro teueren, deutschen Waldidylle samt Angler und Reh (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR).

Natürlich gab es auch den einen oder anderen schmerzlichen Rückgang, der indes in die etwas hohen Preisforderungen von Einlieferer oder Auktionshaus lediglich mäßigend eingriff: 90.000 bis 120.000 Euro für ein gutes, aber eben doch nur vorbereitendes Halbbildnis der Diplomatengattin Josefina Alvear de Errázuriz aus der Zeit um 1906/17 von Giovanni Boldini oder 100.000 bis 150.000 Euro für Gerolamo Indunos Fernblick auf den römischen Petersdom mit mehreren Personen auf einer Terrasse, die einem vorbeirauschenden Zug einige Aufmerksamkeiten schenken, waren einfach zu hoch gegriffen. Auch für Carl Spitzwegs „Dirndln auf der Alm“ und Friedrich Gauermanns „Mädchen am Heimweg mit Ziegen und Kuhherde“ fanden sich bei jeweils 80.000 bis 120.000 Euro vorerst keine Abnehmer.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



25.10.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Jean-Eugène Buland, Almosen eines Bettler, 1880

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Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

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Losnummer: 26

Franz Xaver Simm, Die Schuhprobe

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Taxe: 18.000 - 25.000 EURO

Zuschlag: 34.000,- EURO

Losnummer: 101

Ferdinand Brütt, Gartenfest, 1900

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Friedrich Gauermann, Rotwild an der Tränke

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Hermann Steinfurth, Die Erziehung des Jupiter auf dem Berge Ida auf Kreta, 1846

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