Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 16.11.2019 Auktion 1141: Alte Kunst

© Kunsthaus Lempertz

Anzeige

spring swing, 2012 / Heinz Mack

spring swing, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

Amazone, nach 1906 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Nicht alles, was Christie’s in New York an impressionistischer und moderner Kunst zu bieten hatte, wollte gehen

Drei Frauen für Picasso



Vieles, aber keineswegs alles ist möglich in der derzeitigen Situation von Kunstkauf und -verkauf, wo sammelfreudige Millionäre und Milliardäre scheinbar alles haben wollen, was nach großer Kunst ausschaut. Christie’s musste auf seiner Versteigerung von Impressionisten und Modernen gestern Abend in New York feststellen, dass es da durchaus Grenzen gibt: Vor allem im mittleren Preissegment klafften in der Bilanz auffallende Lücken, worauf schon der Rückgang von rund einem Drittel der 69 Losnummern hindeutet – darunter auch eines der Toplose: Für Pablo Picassos bronzenes Huhn aus dem Jahr 1932 in einem Guss der 1950er Jahre lag kein ausreichendes Gebot von mindestens 10 Millionen Dollar vor. So blieb das Gesamtergebnis dieser Auktion auch hinter den Erwartungen zurück: Statt der anvisierten 250 Millionen Dollar standen nur knapp 205 Millionen Dollar brutto unterm Strich. Auf Hurrikane Sandy schoben die Verantwortlichen bei Christie’s dies jedenfalls nicht. Ob das selektive, oft auch etwas überlegte und selten enthusiastische Kaufverhalten ein Vorbote für die besonders anspruchsvollen Zeitgenossenauktionen in der kommenden Woche sein wird, weiß man freilich erst hinterher.


Insbesondere einige der illustren Privatsammlungen waren wohl nicht zuletzt von ihren bisherigen Eigentümern doch etwas überschätzt worden. Leidvoll musste dies am 7. November ein nicht näher genannter Sammler erfahren, der von seinen vierzehn Einlieferungen nicht weniger als sieben wieder zurückgestellt bekam. Dazu gehörte eine Suite deutscher Expressionisten wie Lyonel Feiningers „Raddampfer III“ von 1928 für 6 bis 8 Millionen Dollar und zwei, teils religiös inspirierte Aktgemälde Heinrich Campendonks für bis zu 2,5 Millionen Dollar, ferner ein mit 6 bis 8 Millionen Dollar klar überreiztes Stillleben Marc Chagalls aus den frühen 1910er Jahren. Mehr Erfolg war den Skulpturen dieser Provenienz beschieden: Alberto Giacomettis totenkopfartiger „Tête sur tige“ von 1947/52 erzielte die untere Schätzung von 6 Millionen Dollar und Constantin Brancusis marmorglatter Gipskopf „Une muse“ von 1912 ebenfalls im unteren Bereich der Erwartungen 11 Millionen Dollar. Von vier ausgezeichneten Aquarellen Emil Noldes gingen die drei besten weg, darunter ein leuchtender „Herbsthimmel am Meer“ von etwa 1940 für 580.000 Dollar (Taxe 300.000 bis 500.000 USD).

Über 20,5 Millionen Dollar konnte sich die Schweizer Volkart Foundation für ihre „Studie für Improvisation 8“ von Wassily Kandinsky aus dem Jahr 1909 freuen – zugleich ein neuer Auktionsrekordpreis für den frühen Abstrakten, allerdings nur 500.000 Dollar über der unteren Taxgrenze. Ein weiterer Feininger, „Trompetenbläser im Dorf“ von 1915 aus der Sammlung seines Sohnes Theodore Lux Feininger, scheiterte dagegen an 4 bis 6 Millionen Dollar ebenso wie die beiden Kandinsky-Bilder „Bindung“ von 1932 (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD) und „Zwei Schwarze Flecke“ in Aquarell auf Papier von 1923, letzteres erst im vergangenen Jahr für 900.000 bis 1 Million Euro bei Lempertz in Köln und jetzt für 1,8 bis 2,4 Millionen Dollar angetreten. Etwas enttäuschend waren auch die 2,8 Millionen Dollar für ein bunt schillerndes „Frauenbildnis“ Alexej von Jawlenskys aus der Zeit um 1912, das eigentlich 3 bis 4 Millionen Dollar hätte bringen sollen.

Eine insgesamt gute Quote erreichte der klassische französische Impressionismus. Hier fand sich mit Claude Monets „Nymphéas“ von 1905 auch das Hauptlos der Veranstaltung: Die annähernd quadratische Leinwand ging aus dem Nachlass der im Juni verstorbenen Witwe des Börsenmaklers Herbert Allen, Ethel Strong Allen, zugunsten der privaten Hackley School in Tarrytown an einen Amerikaner. 39 Millionen Dollar markieren hier den zweithöchsten Preis in Monets Auktionsranking (Taxe 30 bis 50 Millionen USD). Aus derselben Sammlung und mit selbem Zweck wechselten Alfred Sisleys lichtdurchflutete „L’allée des peuliers à Moret au bord du Loing“ von 1890 für 2,5 Millionen Dollar (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD) und Camille Pissarros ebenso sommerliche „Pommiers et faneuses, Eragny“ von 1895 für 3,7 Millionen Dollar die Besitzer (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD). Gustave Caillebottes ruhige Pariser Straßenszene „La Place Saint-Augustin, temps brumeux“ von 1878 wurde vom französischen Auktionshaus Piasa für 2,3 Millionen Dollar zugunsten der katholischen Jugendorganisation Apprentis d’Auteuil abgegeben (Taxe 2 bis 4 Millionen USD). Stark war der Auftritt von Georges Seurats Kreidezeichnung „Régates (Deux bateaux à voiles)“ um 1890 zum Doppelten der oberen Schätzung bei 720.000 Dollar.

Für Pablo Picasso gab es vom Bronzehuhn abgesehen insgesamt ordentliche, wenngleich keine sensationellen Ergebnisse, insbesondere als es um seine verschiedenen Freundinnen ging: 11,6 Millionen Dollar für das Dora Maar-Bildnis „Buste de Femme“ von 1937 (Taxe 8 bis 12 Millionen USD), 4,6 Millionen Dollar für eine weitere „Tête de femme“ von 1952, die diesmal Françoise Gilot zeigt (Taxe 4 bis 6 Millionen USD), und 5,6 Millionen Dollar schließlich für Jacqueline Roque als „Femme au chien“ von 1962 (Taxe 5 bis 7 Millionen USD). Joan Mirós lustige „Peinture (Femme, Journal, Chien)“ von 1925 fand bei 12,2 Millionen Dollar einen Abnehmer, der allerdings wohl nur derjenige war, der sein Gebot schon im Vorhinein abgegeben hatte. Vorgesehen waren bis zu 18 Millionen Dollar. Drei weitere Mirós, darunter die kleine filigrane Gouache „Dormeurs réveillés par un oiseau“ von 1939, erhielten für bis zu 3,3 Millionen Dollar Eintrittskarten in neue Sammlungen (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD).

Von Alberto Giacometti reüssierte das Bildnis Diego Giacomettis „Tête sans crâne“ von 1957/58 in einem bemalten Bronzeguss von 1962 bei hervorragenden 4,9 Millionen Dollar (Taxe 2 bis 4 Millionen USD), wohingegen eine weitere Büste des Bruders, „Diego au manteau“ von 1954/59, bei 5 bis 7 Millionen Dollar durchfiel. 10 Millionen Dollar zur unteren Taxgrenze erlöste das weit überlebensgroße Körperfragment „La Jambe“ von 1947/58, das eindrücklich das existentialistische Denken des Schweizer Künstlers repräsentiert. Wenig Aufregendes gibt es von den kürzlich noch so geschätzten Surrealisten zu berichten. Das Angebot erwies sich dafür als zu schwach, und 2,7 Millionen Dollar für René Magrittes vogelbestücktes Blatt vor einem Fenster mit Meerblick unter dem Titel „Le rendez-vous“ von 1948 markierten schon die Obergrenze (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD). Zur unteren Schätzung von 4 Millionen Dollar schaffte Tamara de Lempickas mondänes „Portrait du marquis d’Afflito“ aus dem Jahr 1925 den Absprung.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



08.11.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


07.11.2012, Impressionist and Modern Art Evening Sale

Bei:


Christie's

Bericht:


Seerosen für die Schule

Kunstwerk:

Gustave Caillebotte, La Place Saint-Augustin, temps brumeux, 1878
Gustave Caillebotte, La Place Saint-Augustin, temps brumeux, 1878

Kunstwerk:

Claude Monet, Nymphéas, 1905
Claude Monet, Nymphéas, 1905

Kunstwerk:

Alexej von Jawlensky, Frauenbildnis, um 1912
Alexej von Jawlensky, Frauenbildnis, um 1912

Kunstwerk:

Alfred Sisley, L’allée des peupliers à Moret au bord du Loing, 1890
Alfred Sisley, L’allée des peupliers à Moret au bord du Loing, 1890

Kunstwerk:

Camille Pissarro, Pommiers et faneuses, Eragny, 1895
Camille Pissarro, Pommiers et faneuses, Eragny, 1895

Kunstwerk:

Georges Seurat, Régates (Deux bateaux à voiles), um 1890
Georges Seurat, Régates (Deux bateaux à voiles), um 1890







Claude Monet, Nymphéas, 1905

Claude Monet, Nymphéas, 1905

Taxe: 30.000.000 - 50.000.000 USD

Zuschlag: 39.000.000,- USD

Losnummer: 41

Camille Pissarro, Pommiers et faneuses, Eragny, 1895

Camille Pissarro, Pommiers et faneuses, Eragny, 1895

Taxe: 2.500.000 - 3.500.000 USD

Zuschlag: 3.700.000,- USD

Losnummer: 43

Georges Seurat, Régates (Deux bateaux à voiles), um 1890

Georges Seurat, Régates (Deux bateaux à voiles), um 1890

Taxe: 250.000 - 350.000 USD

Zuschlag: 720.000,- USD

Losnummer: 11

Alfred Sisley, L’allée des peupliers à Moret au bord du Loing, 1890

Alfred Sisley, L’allée des peupliers à Moret au bord du Loing, 1890

Taxe: 2.500.000 - 3.500.000 USD

Zuschlag: 2.500.000,- USD

Losnummer: 42

Gustave Caillebotte, La Place Saint-Augustin, temps brumeux, 1878

Gustave Caillebotte, La Place Saint-Augustin, temps brumeux, 1878

Taxe: 2.000.000 - 4.000.000 USD

Zuschlag: 2.300.000,- USD

Losnummer: 4

Alexej von Jawlensky, Frauenbildnis, um 1912

Alexej von Jawlensky, Frauenbildnis, um 1912

Taxe: 3.000.000 - 4.000.000 USD

Zuschlag: 2.800.000,- USD

Losnummer: 51




Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce