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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne Kunst, Jugendstil und Kunsthandwerk im Wiener Auktionshaus im Kinsky

Kurz vor dem Tod



Egon Schiele, Mädchenportrait (Hilde Ziegler), 1918

Egon Schiele, Mädchenportrait (Hilde Ziegler), 1918

Egon Schiele ist der teuerste Künstler der Abteilung moderne Kunst auf der großen Herbstauktion im Kinsky: 150.000 bis 300.000 Euro erwartet der Wiener Versteigerer für das in Kohle und schwarzer Tempera gestaltete Bildnis der damals 17jährigen Hilde Ziegler aus dem Jahr 1918. Sie war Schülerin der reformpädagogisch orientierten Wiener Privatschule von Eugenie Schwarzwald und trat auf Anregung der Schulleitung an den damals 28jährigen Künstler heran, damit er etwas für die Schulzeitung male. Schiele willigte ein, wünschte sich die junge Hilde aber als Modell für eine Portraitzeichnung. Diese kam, so belegen es Schriftdokumente, am 5. Oktober zustande, das Bild für die Zeitung aber nicht mehr: Denn gut drei Wochen später war Schiele tot, dahingerafft von der Spanischen Grippe, der nur drei Tage zuvor schon seine schwangere Frau zum Opfer gefallen war. 1921 erwarb Hilde Ziegler das Blatt aus der Sammlung des Wiener Arztes Heinrich Rieger, und seither befand es sich in Familienbesitz.


Moderne Kunst

Noch eine weitere Zeichnung des expressionistischen Künstlers hält das Kinsky in seiner gut bestückten Moderneauktion bereit: eine „Sitzende“ in Kohle auf Papier von 1913 für 80.000 bis 140.000 Euro. Mit mehreren Blättern ist auch Schieles großer Lehrmeister Gustav Klimt vertreten, darunter der Studie eines Doppelaktes zweier nach rechts Schreitender, die 1906/07 entstand, sich aber einem bestimmten Gemälde Klimts nicht zuordnen lässt (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Herbert Boeckls Bildnis des Eisenbahninspektors und Kunstsammlers Heinrich Benesch, eines wichtigen Förderers wiederum von Egon Schiele, gehört zu den besten Stücken der expressionistischen Ölmalerei auf dieser Auktion. Aus breiten Pinselstrichen hat der Kärntner Maler das Bild des sitzenden Herrn vor rötlichgelb brennendem Hintergrund geformt (Taxe 100.000 bis 200.000 EUR).

Die Malerei der Zwischenkriegszeit hat ferner mit Albert Birkles „Berlin – Blick auf den Mühlendamm“ aus den mittleren 1920er Jahren (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR), Anton Faistauers schrundiger „Volksschule in Maishofen“ im Salzburger Land von 1918 für 45.000 bis 90.000 Euro und einem neusachlichen Frauenakt Herbert Gurschners in halb hockender, halb kniender Haltung vor kristallin blau-weißem Hintergrund um 1930 Beachtliches zu bieten (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR). Zum relativ frühen Schaffen Wilhelm Thönys zählt die „Winterlandschaft (Pilatus aus Richtung Weggis, Luzern)“ von 1919, die fast schon abstrakte Züge annimmt (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR). Aus etwa der gleichen Zeit stammt ein mondänes Damenportrait im reduktionistischen Frühstil Alfons Waldes (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR). Zwei formatgleiche, unaufdringliche Bodenseelandschaften, die Rudolf Wacker 1929 als Teil einer größeren Serie schuf, werden für jeweils 30.000 bis 50.000 Euro angeboten.

Unverwechselbar für Oskar Mulley ist die breite und pastose Pinselführung, mit der der gebürtige Klagenfurter um 1930 einen seiner zahlreichen Berghöfe vor mächtigem Felsmassiv in Untersicht auf mittelgroße Leinwand bannte (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR). Für die Richtung der Neuen Sachlichkeit steht Herbert von Reyl-Hanischs Portrait Frau Paula von Schlözer aus dem Jahr 1923, das die vornehme Dame fast altmeisterlich streng symmetrisch vor einem weiten Landschaftsausblick postiert (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR). Auch Friedrich Königs junge Dame „Bei der Näharbeit“ im Wohnzimmer (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR) und Albert Janeschs auf Holz gemalte Tischversammlung einer Familie um einen Laib Brot lassen sich diesem Stil zuordnen. Sein mit „Menschen“ betiteltes Ölgemälde von 1920 verlangt 5.000 bis 10.000 Euro. Selbst die Landschaftskunst hat sich von dieser kühl distanzierten Malweise anstecken lassen, so etwa Josef Stoitzner in seinen Werken „Bergweg“, „Bramberg im Pinzgau“ und „Bauernhaus“, die alle zwischen 15.000 und 30.000 Euro gelistet sind.

Noch ganz dem Impressionismus verschrieben, zeigt sich eine spätsommerliche „Allee in Schönbrunn“ von Carl Moll. Wenngleich der Ruf des bereits 1861 geborenen Künstlers durch seine offen nationalsozialistische Gesinnung wohl dauerhaft beschädigt ist, erzielen seine Arbeiten, so vielleicht auch diese nur etwa 35 Zentimeter im Quadrat messende Holztafel mit einer Schätzung von 50.000 bis 100.000 Euro, auf dem Markt heute Höchstpreise. Eine modernere, stilisiertere Auffassung von Naturschilderung pflegten Robin Christian Andersen in seiner „Landschaft mit See“ (Taxe 4.000 bis 8.000 EUR) oder Arnold Clementschitsch in seinem „Ossiacher See mit Blick auf Gerlitzen“, die beide in blauen und grünen Farbtönen schwelgen (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR). Diesen Werkt verlangt zudem Ernst Nepos rhythmisiertes Aquarell eines kahlen Baums in einer Winterlandschaft.

Dem Kinetismus, jener österreichischen Variante des italienischen Futurismus, rechnet Erika Giovanna Kliens „Markt, First Avenue, New York“ von 1931 zu, einer Hommage an die amerikanische Metropole, die die Künstlerin zwei Jahre zuvor als dauerhaften Wohnsitz gegen Wien eingetauscht hatte (Taxe 20.000 bis 40.000 EUR). Unübersehbar allegorischen Charakter trägt Anton Koligs „Sensenmann“ von 1924, obgleich er sich zunächst tatsächlich als einfacher Landwirt präsentiert (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR). Etwas heiterer wirkt Franz von Matschs fast fotografisch exakte Ablichtung der antikischen Gebäude und frühlingshaft aufblühenden Bäume im „Hof des Ateliers“. Die Herkunft des Künstlers aus der Generation des Jugendstil ebenso wie aus dem Kunstgewerbe sind dem annähernd quadratischen Ölbild deutlich anzumerken (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR).

Aus der unmittelbaren Nachkriegszeit ist Georg Jungs Historienszene „Phryne vor dem Richter“ aus dem Jahr 1947 zu nennen. Geschildert ist hier in verhaltener Buntheit die Geschichte um eine berühmte griechische Hetäre, die ihre Schönheit mit derjenigen der Göttin Aphrodite zu vergleichen wagte, nach Ablegen ihrer Kleider wegen offensichtlicher Wahrheit ihrer Aussage jedoch vom Vorwurf der Gotteslästerung tatsächlich freigesprochen wurde (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR). Späteren Jahren entstammen vor allem die Alterswerke großer Meister der klassischen Moderne, etwa ein in Aquarell gezeichnetes Blumenstillleben Oskar Kokoschkas von 1964 (Taxe 30.000 bis 60.000 EUR) oder Otto Rudolf Schatz’ nächtlicher „Zirkus Apollo am Karlsplatz“ von 1956 für 20.000 bis 40.000 Euro. Wichtigste Tiermalerin ist einmal mehr Norbertine Bresslern-Roth. Ihre „Leguane auf den Galapagos-Inseln“ werden allerdings schon zum wiederholten Mal im Kinsky verhandelt (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR), und bereits vor viereinhalb Jahren kam ihr Rehkitz im Stadium des „Werdens“ für 23.000 Euro bei Hassfurther unter den Hammer. Jetzt sind 25.000 bis 50.000 Euro im Gespräch.

Kunsthandwerk und Jugendstil

Teil der Herbstauktionen ist immer auch eine Abteilung mit Kunsthandwerk und eine weitere mit Jugendstil. Ersterer listet altes Glas und Porzellan, etwa farbige, alpenländische Branntweinflaschen des 18ten Jahrhunderts für bis zu 14.000 Euro oder biedermeierliche Becher von Anton Kothgasser oder Joseph Haberl für bis zu 7.000 Euro, ferner Silber. Dazu gehören ein Paar frühbarocke Gewürzschalen mit Delphinen als Trägern und der Meistermarke des Augsburger Schmieds Albrecht von Horn für 15.000 bis 30.000 Euro. Zwei Nürnberger Produkte der Zeit um 1620/25 sind ein breiter Kelch wohl von Hans Beutmüller oder seinem Sohn Georg Beutmüller (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR) und ein Ananaspokal von Paulus Bair für 15.000 bis 30.000 Euro, während Leipzig aus den späten 1690er Jahren einen großen Deckelhumpen mit drei fein getriebenen Landschaftsmedaillons in Akanthusdekor von Johann Paul Schmidt beisteuert (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR). Die Skulpturen sind diesmal nicht so prominent besetzt; an erster Stelle rangiert ein leicht hochovales Gottvaterrelief des oberösterreichischen Barockschnitzers Thomas Schwanthaler, während im Möbellager ein feiner, barocker Hallenschrank deutscher Provenienz um 1700 mit seiner Fischgrätmarketerie beeindruckt (Taxen je 15.000 bis 30.000 EUR).

Beim Jugendstil kommen zunächst die Meister der Wiener Werkstätte zum Zuge wie Josef Hoffmann mit einer achtarmigen Alpakagirandole von 1924 für 18.000 bis 30.000 Euro, mit seiner versilberten Zuckerschale, Mokka- und Sahnekanne um 1904, die konsequent auf das Rechteck bezogen sind (Taxe 20.000 bis 40.000 EUR), oder Dagobert Peche mit einer allerdings fragmentierten – Schirm und Bodenabdeckung fehlen – Stehlampe der Zeit um 1921 für 35.000 bis 70.000 Euro. Dann treten aber auch einige unbekanntere Namen hinzu, etwa Adolf Boehm, von dem eine silberne und mit Perlmutt verkleidete Ringschatulle mit dem Motiv des heiligen Nikolaus von 1911 stammt (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR), oder Eilfriede Berbalk mit einer Deckeldose von etwa 1922, auf der ein abstraktes, grün-blaues Emailbild prangt (Taxe 2.000 bis 4.000 EUR).

Für insgesamt bis zu 60.000 Euro möchte das Kinsky einen kompletten Jahreszeitenzyklus der Firma Wienerberger Keramik aus farbig glasierter Keramik versteigern, dessen Entwurf um 1915/16 Michael Powolny lieferte. Als Keramikkollegen treten Otto Prutscher mit einem fast mannshohen, grün gesprenkelten Brunnen samt Putto um 1916/17 (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR), Anny Schröder mit einem Paar schwarzer Kerzenleuchter samt weißer floraler Wucherungen von 1917/20 (Taxe 2.000 bis 4.000 EUR) oder Hans Schoerk mit einem Putto samt überbordenden bunter Blumengirlande aus der Manufaktur Goldscheider hinzu (Taxe 1.000 bis 2.000 EUR). Besonders reich ist das Angebot an Glasprodukten der Firma Lötz Witwe, mit schwungvollen, abstrakt dekorierten Stücken wie einer balusterförmigen Vase nach Entwurf Franz Hofstötters von 1900 für bis zu 20.000 Euro. Auf französischer Seite ist ein Glasflakon Emile Gallés zu nennen, der in eine höchst originelle Messingmontur aus Schlangen von Gustave-Roger Sandoz eingebunden ist (Taxe 22.000 bis 30.000 EUR).

Skulptural wird es noch einmal mit drei Bronzeabgüssen jener fragilen Menschendarstellungen, die den Belgier George Minne wahrhaft zum Inbegriff des sentimentalen Jugendstil machten: Sein „Kniender Jüngling“ von 1898 in zwei verschiedenen Bronzefassungen für jeweils 20.000 bis 40.000 Euro sowie die etwa 10.000 Euro höher veranschlagte, trauernde „Mutter mit zwei Kindern“ von 1888. Fast kurios schließlich mutet die Offerte eines Haute Couture-Kleides an, das gegen 1905 im Wiener Modesalon der Schwerstern Flöge hergestellt wurde und in vollständiger Ausstattung samt Schirm erhalten ist. Stilistisch macht sich der Einfluss der Wiener Werkstätte bemerkbar. Ob das aber wirklich für 17.000 bis 35.000 Euro reicht, wird sich erst 15. November zeigen.

Die Auktion beginnt am 14. November um 17 Uhr mit den Antiquitäten und wird am 15. November um 17 Uhr mit dem Jugendstil fortgeführt. Schlusspunkt bildet um 18:30 Uhr die Moderne Kunst. Die Vorbesichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr möglich, der Katalog im Internet unter www.imkinsky.com abrufbar.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com



09.11.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Thomas Schwanthaler, Gottvater, um 1660

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Taxe: 15.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 445

Hans Beutmüller oder Georg Beutmüller, Kelch, Nürnberg um 1620

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Taxe: 10.000 - 20.000 EURO

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Hallenschrank, Deutschland, um 1700

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Taxe: 15.000 - 30.000 EURO

Losnummer: 509

Johann Paul Schmidt, Deckelhumpen, Leipzig 1697/99

Johann Paul Schmidt, Deckelhumpen, Leipzig 1697/99

Taxe: 10.000 - 20.000 EURO

Losnummer: 361

Paulus Bair, Ananaspokal, Nürnberg um 1625

Paulus Bair, Ananaspokal, Nürnberg um 1625

Taxe: 15.000 - 30.000 EURO

Losnummer: 360

Albrecht von Horn, Paar Gewürzschalen, Augsburg um 1630

Albrecht von Horn, Paar Gewürzschalen, Augsburg um 1630

Taxe: 15.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 22.000,- EURO

Losnummer: 358




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