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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Gegenwartskunst bei Christie’s in New York

Figur mit Fisch



So viel Abstraktion war selten auf einer der großen Abendauktionen in New York. Einen Tag nach dem Konkurrenten Sotheby’s, legt Christie’s am Mittwoch eine der qualitätvollsten Offerten ungegenständlicher Kunst vor, die jemals auf den Markt kamen. Dass sie auch gefragt sind, zeigen die bereits im Vorfeld unwiderruflich abgegebenen Gebote für einige der wichtigsten Stücke. Sogar für das Hauptlos hat sich ein Interessent bereits angemeldet: 20 bis 30 Millionen Dollar soll Franz Klines monumentales „Untitled“ von 1957 mit breiten, gestisch auf den weißen Grund gebannten schwarzen Balken einspielen – selbstredend ein neuer Auktionsrekord für den abstrakten Expressionisten. Auch Mark Rothkos „Black Stripe (Orange, Gold and Black)“ ebenfalls von 1957 aus einer anderen „important collection“ wurde schon beboten, wohl irgendwo zwischen 15 und 20 Millionen Dollar. Ein weiterer Solitär dieser Veranstaltung, Clyfford Stills „PH-915 (No. 1, 1946)“, wie Rothko ein hochformatiges, aber nicht einmal besonders großes Ölbild mit unverwechselbarem, dunklem Farbklang, wird ähnlich bei 15 bis 20 Millionen Dollar gehandelt. Seit 1970 befindet es sich in einer amerikanischen Privatsammlung, die es mehrmals für Ausstellungen hergegeben hat.


Keinerlei Absatzschwierigkeiten sind am 14. November auch für die neun fast ausschließlich minimalistischen Tendenzen frönenden Künstler des Sammlerehepaares Rudolph und Hannelore Schulhof zu erwarten: Für sämtliche, teils marktfrische Arbeiten liegen bereits unwiderrufliche Gebote vor. Dazu gehören zwei zarte Streifenbilder Agnes Martins von 1974 und 1981 für jeweils 2 bis 3 Millionen Dollar oder Robert Rymans pastos aufgetragene, weiße Pinselschwünge in „Green with Grid“ von 1963 für 1,4 bis 1,8 Millionen Dollar ebenso wie Werke in Europa weniger bekannter Künstler, etwa Susan Rothenbergs „Mukahara“ von 1974 mit einem laufenden Pferd, das sich nur schwach vom tonfarbenen Grund der Leinwand abhebt (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Als Plastiker tritt hier Richard Serra hervor, dessen über elf Meter breite „Schulhof’s Curve“ aus Stahl 1984 eigens für den Garten des Sammlerpaars in Kings Point entstand (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD). Hier stand dann auch Ellsworth Kellys geknicktes, sphärisches Keissegment von 1987/88 (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD). Eine gestisch-abstrakte Ausnahme bildet die „Porta Portese“ des Italieners Afro Basaldella, der sich nur Afro nannte und sein Gemälde noch im Entstehungsjahr 1964 an die Schulhofs abtrat (Taxe 400.000 bis 600.000 USD).

Aus der Sammlung Paul und Helen Zuckerman kommt mit Hans Hofmanns „Te Deum“ von 1964 ein weiteres charakteristisches Werk des abstrakten Expressionismus mit schweren, rechteckigen Farbflächen, Sam Francis’ lockere Gestaltung „Violet, Yellow and White“ von 1958 aus einer kalifornischen Sammlung (Taxen je 2,5 bis 3,5 Millionen USD) und aus dem Besitz von John und Zola Rex „Ocean Park #48“ aus dem Jahr 1971, das bei 8 bis 12 Millionen Dollar einen neuen Richard Diebenkorn-Rekord anstrebt. Die Pincus Collection, die Christie’s schon im Mai beglückte, stellt ein „Untitled“ von 1987 aus Willem de Koonings spätem Schaffen zur Verfügung, das in fließenden Linien die Umrisse eines nackten Frauenkörpers erahnen lässt (Taxe 3 bis 4 Millionen USD). Ferner gehören ein weitere Balkenkonstruktion Franz Klines, „De Medici“ von 1956 für 5 bis 7 Millionen Dollar, und de Koonings große Bronze einer amorphen „Reclining Figure“ von 1969/83 für moderate 1 bis 1,5 Millionen Dollar dazu. Die umfangreiche Sammlung des Fernsehproduzenten Douglas S. Cramer geht in der Abendauktion unter anderem mit Ellsworth Kellys kräftiger Signalmalerei „Orange Blue I“ von 1964/65 (Taxe 1,8 bis 2,5 Millionen USD) und Jasper Johns’ 1962 datierter Collagemalerei „Paregoric as Directed Dr. Wilder“ an den Start (Taxe 3,5 bis 5,5 Millionen USD). Als minimalistischer Plastiker tritt Donald Judd an und stellt seine zehnteilige Wandarbeit „Untitled, 1989 (Bernstein 89-24)“ aus rechteckigen Kästen zur Verfügung, die sich in der gewagten Farbstellung Kupfer und Rot ergeht (Taxe 5 bis 7 Millionen USD).

Natürlich fehlt auch Gerhard Richter nicht, dessen eher horizontal strukturiertes „Abstraktes Bild“ mit der Werknummer 779-2 in Rot, Blau und etwas Gelb von 1992 bei 12 bis 18 Millionen Dollar den derzeitigen Marktwert des teuersten lebenden Künstlers der Welt eindrucksvoll markiert; es ist wie bei Kline und Rothko schon mit einem Vorgebot bedacht. Richters ungestümere Leinwand „Prag 1883“ von 1993 mit Bezug auf Geburtstag und -ort des Schriftstellers Franz Kafka möchte der Hedgefondsmanager Steven A. Cohen für 9 bis 12 Millionen Dollar abstoßen. Eine „Große Teyde-Landschaft“ von 1971, die in ihrem fotorealistischen Zugriff auf ein Nebelmeer an die romantischen Landschaften Caspar David Friedrichs erinnert, steht für 10 bis 15 Millionen Dollar zur Disposition. Aus der deutschen Szene haben sich ferner Sigmar Polkes mehrschichtiges Gemälde „Mexiko“ mit von dort inspirierten Zeichen aus den späten 1970er Jahren (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD) und – wiederum aus der Pincus-Sammlung – Anselm Kiefers fast vier Meter breiter, materialreicher „Eisen-Steig“ von 1986 eingefunden, der die berüchtigte Rampe vor dem Eingangstor nach Auschwitz zitiert (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen USD).

Die Riege der gegenständlichen Meister beschränkt sich fast ausschließlich auf die Pop Art. Mit fünf Nummer ist Andy Warhol repräsentativ und auch preislich sehr prominent vertreten: Sein schwarz-weißes, fotobasiertes Konterfei des Schauspielers „Marlon“ Brando zu Motorrad von 1966, das der Unternehmer Donald L Bryant jr. 2003 noch für 4,5 Millionen Dollar erwarb, ist mit 15 bis 20 Millionen Dollar ausgepreist, die 24fache Wiederholung der „Statue of Liberty“ von 1962 – damit eines der frühesten Dokumente für Warhols neuartigen Bildstil und das erste Werk mit 3D-Effekt – soll um die 35 Millionen Dollar kosten. Zyniker werden sich vielleicht über die orange eingefärbten „5 Deaths“ von 1963 aus der „Death and Disaster“-Serie freuen (Taxe 6 bis 9 Millionen USD). Roy Lichtenstein gelangt mit dem Spätwerk „Nude with Red Shirt“ von 1995 aufs Pult, die eine Comicszene des Jahre 1967 zitiert (Taxe 12 bis 18 Millionen USD). Ein sehr eindrückliches und überdies weit ausgearbeitetes Gemälde Jean-Michel Basquiats von 1981, in dessen Zentrum eine schwarze Figur mit Fisch steht, liegt preislich wohl bei umgerechnet rund 20 Millionen Dollar, die Christie’s im vergangenen Juni in London mit einem ähnlichen Bild aus demselben Jahr einfahren konnte.

Populärster Künstler der jüngeren Generation ist Jeff Koons. Die Nord-LB trennt sich von seinen „Tulips“, die sich auf rund zwei mal vier mal fünf Metern und in schrillsten Farben als scheinbar schwerelose Stahlskulptur bislang auf dem Vorplatz des Bankhauses in Hannover ausbreiteten. Um 20 Millionen Dollar würde sich die Barkasse des Finanzunternehmens aufbessern. Weitere Jungspunde gibt die Cramer Collection her, darunter nicht nur Abstrakte wie ein knallrotes „Butterfly“-Bild Mark Grotjahns aus dem Jahr 2008 für 2 bis 3 Millionen Dollar, sondern auch Gegenständliches wie John Currins im Gesicht schon etwas ältlicher Frauenakt beim Lesen unter dem Titel „Gezellig“ von 2006 (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD), Cecily Browns wirres Fantasiefigurengetümmel „Untitled“ von 1997 für 500.000 bis 700.000 Dollar, Fred Tomasellis ebenso überbordende und deutungsreiche Collage „Breathing Head“ von 2002 für 600.000 bis 800.000 Dollar und Elizabeth Peytons semidokumentarische Ölstudie „Princess Elizabeth and Princess Margaret on Their Way to Westminister Abbey“ von 1994 für übersichtliche 250.000 bis 350.000 Dollar.

Die Sammlung Adelaide de Menil und Edmund S. Carpenter stellt für 4 bis 6 Millionen Dollar zugunsten der Rock Foundation 24 lebensecht gestaltete Schafe, darunter ein schwarzes, von dem Franzosen François-Xavier Lalanne aus dem Jahr 1965 zur Verfügung, die als Sitzmöbel oder autonome Skulptur aufgefasst werden können. Das Brooklyn Museum verkauft Yves Kleins querformatiges Schwammrelief „Accord Bleu“ aus dem Jahr 1958 (Taxe 7 bis 10 Millionen USD). Anonym bleibt der Einlieferer von Robert Rauschenbergs quadratischer, in Öl übergangener Serigrafie „Bait“ von 1963, die für anspruchsvolle 7 bis 10 Millionen Dollar unterschiedliche Motive aus dem amerikanischen Straßenschilderdschungel bis zu Sixtinischen Kapelle zusammenfasst. Häufigster Name der Auktion mit sieben Aufrufen ist Alexander Calder, dessen Mobiles im unteren Millionenbereich rangieren. Sein aus Draht gebogener „Policeman“, ein Jugendwerk aus der Zeit um 1928, besitzt gewissen Originalitätsstatus (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD). Die Gesamtschätzung der Auktion liegt übrigens bei bis zu 400 Millionen Dollar – eine neue Höchstmarke bei den New Yorker Auktionen mit Gegenwartskunst.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



12.11.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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