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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Jeschke und Van Vliet in Berlin

Raumtorkunst



In seiner kommenden Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst präsentiert das Berliner Auktionshaus Jeschke und Van Vliet ein Werk des Italieners Piero Dorazio als Hauptlos: „Alea Parallela“ von 1965 ist ein charakteristisches Werk des abstrakten Malers, der mit seinen Farbstreifen Gemälde von großer Eigenart hinterließ. Wie farbige Lichtbahnen scheinen die blauen, weißen, orangefarbenen, grünen und violetten Streifen vor dem monochromen dunkelgrüngrauen Hintergrund auf. Theorien Wassily Kandinskys schlugen sich in der Malerei des Documenta-Teilnehmers von 1959 ebenso nieder wie ein Erfahrungs- und Gedankenaustausch mit Vertreten des abstrakten Expressionismus wie Mark Rothko, Robert Motherwell oder Barnett Newman, die Dorazio während eines Amerika-Aufenthalts 1953/54 kennenlernen durfte. Mit 70.000 Euro hat das Auktionshaus die sechzig mal neunzig Zentimeter große Leinwand ausgezeichnet.


Etwas über fünfhundert Losnummern listet der Katalog des Berliner Unternehmens am 16. November, das in der Vergangenheit immer mal wieder mit originellen Offerten auf sich aufmerksam machte. Diesmal ist das Angebot überwiegend klassisch, mit einigen bedeutenden Expressionisten wie Ludwig Meidners Bildnis einer sitzenden Dame im grünen Salon von circa 1924/25 (Taxe 10.000 EUR), seiner Rohrfederzeichnung des Malers August Wilhelm Dressler von 1919 (Taxe 4.600 EUR) oder späten Impressionisten wie Karl Hagemeisters kalligrafisch feiner, märkischer Uferlandschaft mit Silberpappeln auf einer weit über zwei Meter hohen Leinwand von 1902 für 18.000 Euro. Wie schon in der Vergangenheit hat sich auch der russischstämmige, frühzeitig in Paris heimisch gewordene Nicolas Tarkhoff mit zwei Werken eingefunden: der ländlichen Idylle „Chèvre“ von circa 1906/12 für 33.000 Euro und der kraftvoll aus zahllosen kurzen Pinselstrichen gestalteten Straßenszene „Mi-Carême de Paris“ mit feierndem Karnevalsvolk von etwa 1902/09 für 60.000 Euro.

Einige große Meister sind mit Spätwerken vertreten, etwa Erich Heckel mit dem stillen Aquarell „Seeufer im Winter“ von 1957 (Taxe 3.000 EUR) oder Karl Schmidt-Rottluff mit dem Tuschpinselaquarell „Silhouetten von Weiß“, einem Stillleben mit mittig platzierter, spartanisch bestückter Blumenvase aus dem Jahr 1961 für 14.000 Euro. Unter den Abstrakten ragt eine farbige Kreidestrichzeichnung Hans Hartungs mit vertikalen Strichverwirrungen aus dem Jahr 1963 hervor (Taxe 15.000 EUR). Seltener trifft man Arbeiten des indischstämmigen, aber in Deutschland aufgewachsenen und unter anderem bei Willi Baumeister und Schmidt-Rottluff ausgebildeten Paran G’schrey an, der 1967 durch Selbstmord aus dem Leben schied. Sein Ölbild „Tanzende“ von 1961/62 lässt sich am ehesten der informellen Malerei zuordnen (Taxe 4.500 EUR). Mimmo Rotellas Decollage „La verita nascosta“ von 1994 ist für 15.000 Euro zu haben.

Einige weniger bekannte Namen repräsentieren die auch auf breiter Ebene hohe Güte deutscher Malerei in der Zwischenkriegszeit. Dazu gehören etwa Erich Büttners markantes Bildnis einer sitzenden Frau vor einer Wand mit Antikendarstellungen von 1929 (Taxe 2.400 EUR), Charles Crodels winterlich kahle „Landschaft mit Hühnern“ von circa 1928 für 1.800 Euro, oder Bruno Krauskopfs weitgehend abstrakte und zugleich sehr buntfarbige „Landschaft-Norwegen“ um 1933/36 für 9.000 Euro. Robert Pudlichs älterer Mann im Ritterkostüm könnte vielleicht eine nicht gerade schmeichelhafte Selbstbefragung des rheinischen Malers von 1932 sein (Taxe 3.400 EUR). In die deutsche Kunst nach 1945 greift das Angebot mit Rudolf Schoofs’ abstrakter Leinwand eine Stadtquartierung in Aufsicht von 1959 (Taxe 1.600 EUR), Wolf Vostells spätem Objektkasten „Maya“, für den er ein Motiv Goyas mit Acryl, farbigen Kreiden und Beton heftig überarbeitet hat (Taxe 2.200 EUR), oder Lothar Böhmes „Stillleben mit Krug und Äpfeln“ um 1990 aus, das wie eine Erinnerung an die dargestellten Gegenstände wirkt (Taxe 1.400 EUR).

Der Ungar Béla Kádár steuert eine filigrane, abstrakte Figuration um 1940 bei, auf deren Rückseite sich die Federzeichnung eines doppelten Stieres befindet (Taxe 2.500 EUR). Aquarellhaft zart gestaltete der Österreicher Anton von Kenner, der selbst noch zur Generation der späten Impressionisten zählte und vor allem als Lehrer Anton Koligs und Oskar Kokoschkas Bedeutung erlangte, den Ausblick aus einem Fenster heraus auf eine wolkenverhangene Seenlandschaft (Taxe 700 EUR). Kokoschkas Schüler wiederum war Friedrich Karl Gotsch, dessen „Holsteinischer Bauer II“ von 1929 anschaulich den reduktionistischen, aufs Wesentliche konzentrierten Zugriff des norddeutschen Meisters demonstriert (Taxe 11.000 EUR). Eine kriegerische Handlung arbeitet Roberto Matta um 1968 in einem fiktionalen Raum aus. Die Zeichnung „La Guerre“ soll 6.500 Euro einspielen. Zwei abstrakte Kompositionen aus Kohle und Pastellkreide von Leiko Ikemura aus dem Jahr 1989 sind mit jeweils 1.900 Euro angesetzt.

Bekannt für seine souveräne Kunst einer exakten Naturwiedergabe ist der gebürtige Böhme Richard Müller, der später als Akademielehrer in Dresden wirkte, sich in der Zeit des Nationalsozialismus auf die Seite der braunen Machthaber schlug. Sein Interieur „Alte Mühle in Rochwitz“ von 1932 zeichnet sich durch eine geradezu phänomenale Detailfülle aus. Mit 8.000 Euro scheint es relativ günstig ausgepreist. Ost und Fernost gehören bei Jeschke und Van Vliet ebenfalls zum festen Programm. Aus Russland ist eine konstruktivistische Komposition Vassilij Ermilovs zu nennen, um 1922/24 als Gouache und Collage aus verschiedenen Papieren in mehreren gedeckten Brauntönen gestaltet (Taxe 6.500 EUR). Die rosafarbene Kunststoffskulptur „Vier Hunde“ Ban Xuejians in Kopulationsstellung aus dem Jahr 2007 (Taxe 12.000 EUR) und Ma Yues kritischer Kommentar „Mao und mein Fehler“ ebenfalls von 2007 vertreten die junge chinesische Szene (Taxe 9.000 EUR).

Ernst Barlachs berühmte Skulptur „Der Flötenbläser“ von 1936 steht für 6.000 Euro in einer Gipsversion bereit, von der sich noch wenigstens drei weitere Exemplare nachweisen lassen. Hierzulande kaum bekannt, wird der Bildhauer Augusto Murer in seiner norditalienischen Heimat dagegen durchaus hochgeschätzt. Seine grünblau patinierte Bronze eines männlichen Kopfes mit geöffnetem Mund belegt die hohe technische Fertigkeit und das Ausdrucksvermögen des 1985 in Padua gestorbenen Künstlers (Taxe 14.000 EUR). Fast surrealistisch mutet ein 1976 in Aluminium gegossenes „Raumtor - Minotaurus“ Erich Fritz Reuters an, der insbesondere in den 1960er Jahren sowohl als „Kunst am Bau“-Vertreter wie auch durch seine figürlichen Freiplastiken über seine Heimat- und Wirkungsstätte Berlin hinaus Bekanntheit erlangte (Taxe 4.800 EUR). Die Fragmentierung des menschlichen Körpers ist das Lebensthema des heuer achtzigjährigen Objektkünstlers Jürgen Brodwolf. In „Torso“ von 1980 hat der Schweizer zehn Leinwände mit figuralen Umrissen beschichtet, die sich von Mal zu Mal reduzieren, bis sie auf der letzten Leinwand schließlich ganz verschwinden (Taxe 4.500 EUR).

Die Auktion beginnt am 16. November um 16 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum 15. November täglich von 11 bis 19 Uhr möglich. Der Katalog listet die Objekte unter www.jvv-berlin.de.

Kontakt:

Jeschke van Vliet Auctions GmbH

Lehrter Straße 57

DE-10557 Berlin

Telefax:+49 (030) 22 66 77 01 99

Telefon:+49 (030) 22 66 77 00

E-Mail: info@jvv-berlin.de



13.11.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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