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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Bücher und Grafik bei Christian Hesse in Hamburg

Missbrauchte Würdigung



Otto Mueller, Badende am Strand (Fehmarn?), wohl 1913

Otto Mueller, Badende am Strand (Fehmarn?), wohl 1913

Vierzig Jahre alt war Max Beckmann, als ihm vier der größten Kunsthistoriker ihrer Zeit eine Monografie widmeten: Im Münchner Piper-Verlag erschien 1924 das von Curt Glaser, Julius Meier-Graefe, Wilhelm Fraenger und Wilhelm Hausenstein geschriebene Buch, dessen Schmuck freilich die vier signierten Originalgrafiken des Künstlers selbst sind. Dazu gehört auch das bekannte „Bildnis Naila mit aufgestützten Armen und Glas“. Ein Brief Beckmanns an den Verleger belegt, wie sehr er sich über das Erscheinen dieses Buches gefreut hat. Dreizehn Jahre später wurde es regelrecht missbraucht, indem es in der Schmähausstellung „Entartete Kunst“ den Besucher für das Hinterlassen von Kommentaren ausgelegt wurde. Zwar nicht dieses, aber immerhin eines der 180 Exemplare der Vorzugsausgabe gibt es jetzt bei Christian Hesse in Hamburg für 5.000 Euro zu erwerben, in der kommenden Versteigerung von Buchkunst und Grafik.


Für seine sechste Auktion am 17. November hat das erst vor knapp drei Jahren gegründete Unternehmen wieder eine beachtliche Anzahl bibliophiler Kostbarkeiten akquirieren können. Spätes 19tes und frühes 20stes Jahrhundert bilden den Schwerpunkt mit bedeutenden Einzelstücken wie den Erstausgaben von Friedrich Nietzsches „Zur Genealogie der Moral“ von 1887 für 4.500 Euro und „Der Fall Wagner“ von 1888 für 5.000 Euro, vor allem aber auch Erzeugnissen der berühmten Kunstdruckereien. Dazu gehört beispielsweise die 1900 von Emery Walker und Thomas James Cobden-Sanderson in London gegründete Doves Press, die bis 1916 bestand. 1912 ging daraus beispielsweise eine Ausgabe von Goethes „Iphigenie auf Tauris“ hervor, von der zwanzig Exemplare auf Pergament gedruckt und in Maroquin gebunden wurden. Eines davon gelangt für 5.000 Euro zum Aufruf.

Die Bremer Presse, 1911 gegründet, seit 1919 in Bad Tölz und wenig später in München ansässig, zeichnet unter anderem für eine Ausgabe von Andreas Vesalius „Icones anatomicae“ mit insgesamt 286 Holzschnitten und zehn Lichtdrucken verantwortlich. Die Edition der aus dem 16ten Jahrhundert stammenden Schrift ist der Schwanengesang und zugleich das umfangreichste Werk der Bremer Presse, die 1935 offiziell liquidiert wurde (Taxe 2.500 EUR). Besondere Bekanntheit erlangte hierzulande die Cranach-Presse, nicht zuletzt durch das Wirken ihres Gründers und Finanziers Harry Graf Kessler. Die zwei Bände von Homers „Odyssee“ in einer Übertragung von Rudolf Alexander Schröder von 1907/10 aus dem Besitz des Dada-Künstlers Raoul Hausmann (Taxe 3.000 EUR) sowie William Shakespeares „Hamlet“ von 1929, „neu übersetzt und eingerichtet“ von Gerhart Hauptmann und mit Figurinen und Holzschnitten von Edward Gordon Craig ausgestattet, zählen zu den bekanntesten und begehrtesten Arbeiten der Cranach-Presse. Von letzterem kann Hesse sogar gleich zwei Exemplare für je 6.000 Euro anbieten.

Johann Wolfgang von Goethes Versepos „Hermann und Dorothea“ lief 1908 bei der Ernst Ludwig Presse vom Band, einer erst im Jahr zuvor gegründeten Privatpresse des hessischen Großherzogs Ernst Ludwig (Taxe 3.000 EUR). „Oberdada“ Johannes Baader leistete sich 1914 einen Privatdruck seiner „Vierzehn Briefe Christi“, der auch wegen seines fragilen Zustandes heute sehr selten ist. Sogar in der berühmten Dada-Sammlung des MoMA New York sei kein Originalexemplar vorhanden, so der Auktionator (Taxe 4.000 EUR). Den Grafiker Max Beckmann gibt es noch zweimal zu bewundern, zum einen anhand von sechs Radierungen zu Kasimir Edschmids „Die Fürstin“ von 1918 (Taxe 6.000 EUR), zum anderen in Form der sieben Lithografien zu Stephan Lackners Drama „Der Mensch ist kein Haustier“, 1937 bei Editions Cosmopolites in Paris erschienen (Taxe 2.000 EUR). Ernst Ludwig Kirchners bedeutende Holzschnittillustration der „Umbra vitae“ des frühverstorbenen expressionistischen Dichters Georg Heym, 1924 bei Kurt Wolff in München, liegt für 4.800 Euro bereit.

Aus der Zeit nach 1945 ist zunächst die Veröffentlichung von Werner Heisenbergs Festvortrag „Die Bedeutung des Schönen in der exakten Naturwissenschaft“ zur öffentlichen Jahressitzung der Bayerischen Akademie der Schönen Künste mit drei Farblithografien Max Ernsts zu nennen, die 1971 in insgesamt 185 Exemplaren in der Stuttgarter Belser-Presse erschien (Taxe 3.500 EUR). Eine literaturwissenschaftliche Besonderheit stellt ein 98seitiges Originaltyposkript von Uwe Johnsons „Eine Reise nach Klagenfurt“ aus dem Jahr 1973 dar, das wohl dem Druck des 1974 erstmals im Frankfurter Suhrkamp Verlag veröffentlichten Textes zugrundelag (Taxe 5.000 EUR). Aus jüngerer Zeit ragen Frieder Heinzes und Olaf Wegewitz’ aufwendig gestaltetes Malerbuch „Unaulutu“ von 1986 sowie Yoko Tawadas „Gedicht für ein Buch“ mit Fotografien von Stephan Köhler aus dem Jahr 1996 hervor, beide auf 2.500 Euro geschätzt.

Die Anzahl selbständiger Grafiken konzentriert sich weitgehend auf das frühe 20ste Jahrhundert mit expressionistischen Meisterwerken wie Max Beckmanns Kaltnadelradierung „Die Kriegserklärung“ von 1914 (Taxe 7.000 EUR), Lyonel Feiningers 1911 datiertem Holzschnitt „Pariser hohe Häuser“ (Taxe 3.000 EUR) oder Otto Muellers Farbkreidenaquarell „Badende am Strand“, vielleicht ein Mitbringsel seines Fehmarn-Aufenthalts 1913, für 12.000 Euro. Ludwig Meidners 1917 herausgegebene Mappe „Acht Köpfe“ mit Lichtdrucken nach Zeichnungen soll 4.000 Euro kosten, 3.500 Euro Max Slevogts „Randzeichnungen zu Mozarts Zauberflöte“ mit 47 Radierungen, 1920 bei Paul Cassirer in Berlin verlegt. Als neoexpressionistisch lässt sich Horst Janssens großformatiger Farbholzschnitt „Belästigung“ von 1957 mit einer dichten flächigen Zeichnung mehrerer Personen charakterisieren (Taxe 6.000 EUR). Zu den wenigen Ölgemälden gehört mit Ervin Bossányis „Lichtanbeterin“ von circa 1920 ein kubistisch beeinflusstes Werk, das zudem die Handschrift des Glasmalers verrät, der Bossányi vornehmlich war (Taxe 3.500 EUR).

Die Auktion beginnt am 17. November um 14 Uhr. Die Besichtigung ist noch bis zum 16. November täglich von 10 bis 18 Uhr, am 17. November von 10 bis 11 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Positionen unter www.hesse-auktionen.de.

Kontakt:

Christian Hesse Auktionen

Osterbekstraße 86

DE-22083 Hamburg

Telefon:+49 (040) 694 542 47

Telefax:+49 (040) 694 542 66



14.11.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Otto Mueller, Badende am Strand (Fehmarn?), wohl 1913
Otto Mueller, Badende am Strand (Fehmarn?), wohl 1913

Veranstaltung vom:


17.11.2012, Moderne Kunst, Bücher, Autographen










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