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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Ketterer in München

Von der Wiege bis zur Bahre



Sie ist eine der letzten Auktionen in diesem Jahr und zugleich eine der ambitioniertesten im deutschsprachigen Raum: die Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst bei Ketterer in München, die zugleich die Jubelnummern 400 und 401 trägt. In der Moderne halten sich hochkarätige Arbeiten bekannter Meister mit teils begeisternden Entdeckungen in der zweiten Reihe etwa die Waage, während bei den Zeitgenossen insbesondere die lange Reihe abstrakter Malerei beeindruckt. Zum Hochkarätigen gehört Hermann Max Pechsteins Ölgemälde „Die Quelle“ aus dem Jahr 1906, und die Leinwand ist eine Entdeckung im doppelten Sinne: zum einen, da sie nach jahrlangem Verschwinden zusammengerollt auf einem Dachspeicher in Dresden wiederaufgefunden wurde, zum anderen weil man diesen jugendstilartigen, an Ferdinand Hodler erinnernden Frauenakt in einer stilisierten, schimmernden Klimt-Landschaft auf den ersten Blick kaum mit dem Expressionisten Pechstein in Verbindung bringen würde. Nach seiner Wiederentdeckung war das Gemälde in den vergangenen zwanzig Jahren auf einer stattlichen Reihe renommierter „Brücke“-Ausstellungen zu sehen, nun gelangt es für 300.000 bis 500.000 Euro aus süddeutschem Privatbesitz zur Auktion.


Moderne Kunst

Dem Ort des Auktionsgeschehens entsprechend liegt ein gewisser Schwerpunkt am 8. Dezember bei der expressionistischen Kunst auf der Münchner Richtung, die sich um den Blauen Reiter schart. Alexej von Jawlenskys mittelgroßes, recht breitformatiges Ölbild „Wasserburg“ entstand um 1906 gleichsam auf der Schwelle zwischen den Stilen: Traditionell wirkt noch die kleinteilige farbliche Binnengestaltung, avantgardistisch aber der breite Pinselstrich und das Denken in einzelnen, großen zusammenhängenden Farbblöcken (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Zu den häufigsten Gästen bei Ketterer gehört Gabriele Münter. Auch diesmal gelangt wieder eine Reihe bedeutender Ölgemälde der Meisterin zum Aufruf, die vor allem das mittlere und späte Schaffen umspannt. „Narvik Hafen“ von 1916 etwa lässt mit seiner flächigen Gestaltung aus monochromen Farben und der starken perspektivischen Verkürzung noch ganz an die expressionistische Hochphase denken (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). Gestalterisch durchaus ähnlich, zeigt ihre „Kirche an der Ramsach“ um 1935 gleichwohl schon eine reife Haltung in ihrem Zugriff auf die Natur (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR).

Den rheinischen Expressionismus vertritt Heinrich Campendonk mit dem zur Jahreszeit passenden, lyrischen Aquarell „Mariä Verkündigung“ von 1919 (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR) und dem kubistischen Ölbild „Zwei Pferde“ aus dem Jahr 1913, das einst dem Malerkollegen Georg Tappert gehörte und bislang nie öffentlich zu sehen war (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Tappert selbst kommt mit der fauvistischen Szene „Hinter dem Vorhang (Grüne Chansonette)“ von etwa 1917 (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR) und einem rund ein Jahr jüngeren „Weiblichen Doppelbildnis (Zwei weibliche Köpfe)“ für 40.000 bis 60.000 Euro zum Zuge. Haremsfreuden, Negerknaben, Abnormitäten und warme Wurst fing Heinrich Zille 1918 in seiner Gouache „Auf dem Rummel“ ein. 50.000 bis 70.000 Euro könnten neuer Auktionsrekord für den Berliner Milieuschilderer werden. Dem Leben auf der Bühne und in der Manege widmete sich auch Paul Kleinschmidt und beobachtete 1949 in seinem Gemälde „Zirkusdiva“ zwei pralle Frauengestalten beim Ankleiden mit einem Schuss Erotik (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Den dicken Pinselstrich in buttrigen Farben kennzeichnet zudem sein südlicher „Spätnachmittag“ von 1939 mit einem Haus im Olivenhain (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR).

Erich Heckels in Aquarell und Gouache gemaltes Landschaftsbild „Frauen am Meer“ von 1919 konnte der Hamburger Auktionator Christian Hesse vor einem halben Jahr von 35.000 Euro auf 51.000 Euro steigern. Der neue Inhaber möchte sich nun aber für 60.000 bis 80.000 Euro wieder von dem großformatigen Blatt trennen. Bereits zum dritten Mal innerhalb eines Jahres steht ein aquarelliertes Selbstportrait Emil Noldes aus den frühen 1910er Jahren auf dem Programm. Ende 2011 für 100.000 bis 150.000 Euro ergebnislos bei Grisebach in Berlin angetreten, wurde es im Mai für 62.000 Euro bei Karl & Faber versteigert. Nun möchte es Ketterer erneut für 80.000 bis 120.000 Euro weitervermitteln. Weitere der farbgesättigten Aquarelle Noldes stehen bereit, darunter der „Halbmond über dem Meer“ um 1945 für 70.000 bis 90.000 Euro oder die „Sonnenblumen und Rittersporn“ um 1935 für 120.000 bis 160.000 Euro.

Otto Mueller bereichert den Aufmarsch der Brücke-Künstler mit der bekannten Ansicht des Bahnhofs in Schmiedeberg, diesmal allerdings als aquarellierte Tuschpinselzeichnung um 1919 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR), und mit der Farblithografie „Zwei Zigeunerinnen“ aus der 1927 in der Berliner Galerie Nierendorf erschienen Folge „Zigeuner“ (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Ernst Ludwig Kirchner ist gar mit zwölf Arbeiten vertreten, darunter der brillanten farbigen Kreidezeichnung „Zwei Modelle im Atelier“ um 1908/09 (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR), dem seltenen Holzschnitt „Landschaft mit Windmühlen“ von 1912 und dem von der Haarfrisur der „Tochter Sternheim“ dominierten Blatt aus dem Jahr 1916 (Taxen je 20.000 bis 30.000 EUR). Als Plastiker tritt Kirchner noch mit dem roh behauenen Holzrelief „Ziege II“ in kräftigem Rot und Blau von 1922 auf (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Die bildhauerische Suite bereichert Ernst Barlach noch mit den beiden posthumen Bronzegüssen „Der Buchleser (Lesender Mann im Wind)“ für 40.000 bis 60.000 Euro und „Die Erwartende II“ aus dem „Fries der Lauschenden“ für 70.000 bis 90.000 Euro.

Zahlreiche Gemälde, die Ketterer in das Programm aufgenommen hat, belegen die hochrangige Qualität auch der Malerei in der zweiten Reihe insbesondere der Zwischenkriegsjahre in Deutschland, wie Rudolf Levys von der französischen Avantgarde um Henri Matisse beeinflusster „Stehender weiblicher Akt im Atelier“ um 1910 (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR) oder Emil Maetzels in kantige Formen gegossenes erstes Menschenpaar „Adam und Eva“ von 1919 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Katzenfreunde kommen gleich zweimal auf ihre Kosten: bei Leo von Königs spätimpressionistischem, dunklem Bildnis „Junge Frau mit Katze“ aus der Zeit um 1935 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) und Dorothea Maetzel-Johannsens kubistisch inspirierter „Katze mit Kakteenblüte I“ von 1921, die zugleich das Titelbild des Katalogs ziert (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Zu den schillerndsten Künstlerinnen des frühen 20sten Jahrhunderts in Deutschland gehörte die Berlinerin Dörte Clara Wolff, die sich als Malerin, Illustratorin und Designerin Dodo nannte und in den späten 1920er und frühen 1930er Jahren durchaus große Bekanntheit erwarb. Jahrzehntelang vergessen, wurde die 1998 verstorbene Wolff erst vor kurzem durch zwei Ausstellungen in Berlin und London einer breiteren Öffentlichkeit wieder ins Bewusstsein gerufen. Darin war auch ihr in Gouache und Aquarell gezeichnetes, mondänes Gesellschaftsbild „Wedding auf dem Dachgarten“ von 1929 zu sehen – ein Musterbeispiel für die sozialkritische Seite der Neuen Sachlichkeit (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Unverkennbar eine sozialkritische Konnotation trägt auch Kurt Weinholds „Der Materialist (Gegenwart)“ von 1931: Hinter dem gierig blickenden Bonzen mit weit ausgefahrenen Besitzerhänden scheint der auferstandene, aber noch von den Wunden des Martyriums geschundene Jesus Christus auf (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Fast unwirklich in der monochromen Klarheit seiner Farbflächen und der schlaglichtartigen Beleuchtung wirkt Carl Grossbergs „Dorfeingang in Unterfranken“ – dabei handelt es sich um das bei Würzburg am Main gelegene Städtchen Sommerhausen – aus dem Jahr 1926 (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Albert Muellers „Frau in Flusslandschaft“ von circa 1925 erweckt den Eindruck, als spaziere sie durch eine Filmkulisse: Auf richtige Perspektive legte der gebürtige Bade und Adolf Hölzel-Schüler nicht den geringsten Wert (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). Surrealistisches klingt in einer beidseitig bemalten Leinwand Franz Radziwills an, schon in der Theaterszene „Zwei Männer und eine Frau in einer Loge“, mehr noch aber in der eigenartig altmeisterlichen Landschaft „Dangast vom Meere aus“. Das Entstehungsdatum der beiden Ölbilder wird mit 1923/24 angegeben (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). Etwas nüchterner treten Franz Lenks „Wiesenstillleben“ von 1924 (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR) und Josef Mangolds „Clematisblüte im Henkelkrug“ aus den späten 1920er Jahren für 7.000 bis 9.000 Euro auf.

Noch ganz in den Bahnen seines Mentors Gustav Klimt fährt der Österreicher Egon Schiele 1908 mit seinem in Bleistift gezeichneten „Porträt einer Dame“, bis in die hochgesteckte Frisur hinein (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), und auch sein drei Jahre jüngeres „Liebespaar“, das er dem Freund Anton Peschka widmete, zeigt trotz des seinerzeit radikalen Bildthemas noch die Schönlinigkeit des Jugendstil (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). Traditionell in seiner impressionistischen Haltung ist auch Max Liebermanns Ölbild „Aus dem Grunewald“ von 1912. Mit wenigen Pinselstrichen gelingt es dem Künstler hier, das charakteristisch Wesentliche der sommerlichen Ausflugsszene einzufangen (Taxe 180.000 bis 240.000 EUR). Deutsch-amerikanische Verbindungslinien knüpfen Max Beckmann mit dem auf 80.000 bis 120.000 Euro hoch bewerteten Holzschnitt „Gruppenbildnis Edenbar“ von 1923, Lyonel Feiningers aquarellierte Federzeichnung „Ober-Weimar VII“ mit einigen karikaturhaften Gestalten von 1920 (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR) und Edward Hopper mit der ungewöhnlichen Straßenaufsicht „Night Shadows“. Die Radierung mit einem einsamen Menschen entstand 1921 in rund 500 Exemplaren (Taxe 22.000 bis 28.000 EUR).

Zeitgenössische Kunst

Die lange Reihe der Abstrakten in der Abteilung zeitgenössischer Kunst beginnt bei Willi Baumeisters ansatzweise noch figuralen „Hellen Bewegung 3“ von 1947/48 (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR), reicht über Victor Vasarelys zweiteilige Aufnahme etwas aus dem Lot geratener Quadratverschiebungen „Inogue n° P 1050“ von 1975/80 (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR) bis hin zu Arbeiten jüngerer Künstler wie Damien Hirsts bunter Farbexplosion „Beautiful Flora Lunacy Painting“ von 2008 mit den Konturen eines Totenschädels (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR) oder Anselm Reyles zerknitterter Silberfolie auf schwarz bemalter Leinwand von 2006 für 55.000 bis 65.000 Euro. Besonders die Informellen sind stark vertreten, etwa mit Emil Schumachers sandhaltiger Erdstruktur „Morab“ mit kräftigem schwarzem Farbverlauf von 1982 (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR) oder Karl Otto Götz’ großzügig und bewegt über die Leinwand gestrichenem „Skütter“ von 1957 für 70.000 bis 90.000 Euro. Ernst Wilhelm Nays „Von Goldfarben und Blau“ aus dem Jahr 1953, einst Besitz des Hamburger Unternehmers Hubertus Wald, zierte im vergangenen Februar die Londoner Auktionen von Christie’s, konnte bei einer Taxe von 100.000 bis 150.000 Pfund jedoch nur 78.000 Pfund erzielen. Jetzt bewegen sich die freien, teils wie Perlen aufgereihten Formen bei 120.000 bis 150.000 Euro.

Der Italiener Emilio Vedova erweiterte die informelle Malerei ab den 1960er Jahren zu dreidimensionalen Installationen. Eine dieser beweglichen Relieftafeln in Schwarz und Weiß aus den späten 1970er Jahren hängt jetzt für 150.000 bis 200.000 Euro bereit. Noch weiter greifen die Edelstahlskulpturen Norbert Krickes in den umgebenden Raum aus. Vorsicht ist auch bei einer Annäherung an seine stachelige „Raumplastik“ aus dem Jahr 1961 geboten, die für 50.000 bis 70.000 Euro einen neuen Standort sucht. Auch mit Bernar Venets Kreissegmenten, hier der Stahlplastik „223,5° ARC x 4“, bleibt es im bildhauerischen Bereich abstrakt (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Aus Frankreich beteiligen sich zudem Pierre Soulages mit dem dunkelblau-schwarzen Balkenbild „Peinture 54 x 65 cm, 30. septembre 1975“ (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR), Serge Poliakoffs „Composition abstraite“ mit drei verzahnten Farbflächen in Rotbraun, Schwarz und Dunkelbraun von 1960 (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR), Hans Hartungs schwarze Strichschraffuren „T 1971 H 33“ auf gelbem Grund von 1971 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) und Georges Mathieu mit der mittelgroßen Leinwand „Petit paramètre caché“, die einem Schriftzug gleicht, aus dem Jahr 1955 bei 65.000 bis 70.000 Euro.

Mit 15.000 bis 20.000 Euro recht günstig scheinen Gerhard Hoehmes „Spuren im Kosmos paroxistische Spur“ aus der Zeit um 1953 bewertet zu sein, ein Gemälde, das in seiner Vielheit der Farbschichten schon auf Gerhard Richter vordeutet. Richter wiederum stellt das Hauptlos der Zeitgenossen: 350.000 bis 450.000 Euro soll sein „Abstraktes Bild“ Nummer 457-3 von 1980 auf rund vierzig mal sechzig Zentimetern kosten, das einen lichten Farbklang in Rot, Gelb, Grün und Braun entfaltet. Knapp dahinter folgt bei 300.000 bis 400.000 Euro Zao Wou-Kis „28.3.71“, bei dem die Farben wie die Materien einer kosmischen Gaswolke ineinanderrauschen. Auch Gotthard Graubners titellose Leinwand von 1963 tritt als violette Farbwolke auf (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Mehr Ordnung herrscht bei Günther Uecker: Seine „Spirale“ hat er 1965 mit größtmöglicher Akkuratesse auf die Holztafel genagelt (Taxe 180.000 bis 240.000 EUR). Ebenso regelmäßig huschen die minimalistischen Vertikalstreifen bei „ZERO“-Kollege Heinz Mack seit 1961 über die unbetitelte Leinwand (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Auf Zahlenreihen hat sich der Konzeptkünstler Roman Opalka verlegt, die er seit 1965 bis zu seinem Tod im Jahr 2011 in seinem Hauptwerk „1-Infinity“ aufgeschrieben hat. Das „Detail 4045225 – 4047928“ in Tinte auf Papier gibt es für 25.000 bis 30.000 Euro.

Die Gegenständler haben es auf dieser Auktion schwer, doch vielleicht wird sich um Roy Lichtensteins farbigen Reliefdruck „Two Nudes“ in Punkteraster von 1994 (Taxe 150.000 bis 180.000 EUR), Franz Gertschs hellblauen, schemenhaften Farbholzschnitt des Portraits von „Doris“ aus dem Jahren 1989/90 für 70.000 bis 90.000 Euro und William Baileys neoneusachlichen „Sitzenden weiblichen Akt mit Buch“ wohl um 1970 für 60.000 bis 80.000 Euro eine umso größere Schar von Interessenten sammeln. Erst in der jüngeren Kunst halten wieder vermehrt figurative Elemente Einzug, etwa mit den standardisierten Menschengestalten Stephan Balkenhols, diesmal als farbig gefasste Reliefs „Frau II“ und „Mann I“ von 2003 für jeweils 30.000 bis 40.000 Euro, oder die zum Greifen nahe „Kleine Kirsche“ auf einer nur 20 Zentimeter im Quadrat messenden Leinwand Karin Kneffels aus dem Jahr 1997 (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Ausschnitthafte Momente der Realität schildern auch Eberhard Havekost in seinem schwarzweißen Wohnwagenbild „Driver 2“ von 2001 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) und Katharina Fritsch mit ihrem lebensechten Kunststoffmultiple „Bettlerhand“, das sie nur durch die violette Farbe verfremdet (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Dingwelt und Figur verbindet Peter Nagel 1983 in seinem surrealistischen „Tulpenstrauß“, der vor einem Schachbrett aufragt, auf dem grau gekleidete Geschäftsmänner ihre Züge abschreiten (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Ein Schachspiel ist auch zentraler Angelpunkt in Christoph Ruckhäberles Gemälde von 2005, dem sich zwei Mädchen in einem Zimmer widmen (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR). Grundkonstanten des Menschen thematisiert Marie-Jo Lafontaine 1990 in ihrer Fotografie eines Callastraußes, der wie ein Totengebinde wirkt und auf der rechten schwarzen Hälfte der Tafel von der Sentenz „Der Anfang der Vergangenheit“ begleitet wird (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Existenzielle Fragestellungen wirft ebenfalls Christian Boltanski in seiner Wandinstallation „Schattentheater“ von 1987 auf. Die kleinen Metallfiguren, vor denen Kerzen brennen, erinnern an mittelalterliche Darstellungen eines Totentanzes (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 8. Dezember um 14 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum 6. Dezember täglich von 10 bis 18 Uhr, am 7. Dezember von 10 bis 15 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.kettererkunst.de.

Kontakt:

Ketterer Kunst

Joseph-Wild-Straße 18

DE-81829 München

Telefon:+49 (089) 552 440

Telefax:+49 (089) 552 441 66



06.12.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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