Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 28.11.2019 114. Auktion: Gemälde Alter und Neuerer Meister, Rahmen. Primavera - Aquarelle des Biedermeier von Franz Blaschek. Portraitminiaturen

© Galerie Bassenge Berlin

Anzeige

spring swing, 2012 / Heinz Mack

spring swing, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

Amazone, nach 1906 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Während Van Ham bei den Modernen mit einigen Ausfällen im oberen Preisbereich zu kämpfen hatte, schlug sich die zeitgenössische Kunst in Köln ertragreich

Begehrter Kinderkopf



Seine besten Ergebnisse konnte das Kölner Auktionshaus Van Ham in diesem Herbst mit zeitgenössischer Kunst erzielen. Hier lag am 29. November auch die Zuschlagsquote – rund zwei Drittel der über zweihundert Arbeiten wurden versteigert – deutlich höher als bei den Modernen, die nur zur Hälfte in neue Hände wanderten. Zweimal spielte man mit sechsstelligen Zuschlagspreisen in der ersten Liga mit, beides Mal mit amerikanischen Künstlern der Gegenwart: Frank Stellas großformatige Wandskulptur „The Chase. Second Day“ aus bemaltem Metall, 1989 inspiriert von Herman Melvilles Roman „Moby Dick“, ging bei 175.000 Euro etwas unterhalb der Schätzung an einen deutschen Sammler, Ed Ruschas Schriftzug „Cracks“, 1974 in Schellack auf Moiré-Stoff gemalt, steigerte sich im Gegenzug von 50.000 bis 80.000 Euro auf 100.000 Euro, die ein belgischer Sammler trotz des fragilen Zustands bewilligte. Bei den Modernen gab es mit Karl Hofers melancholischem „Mädchen mit Triangel“ aus dem Jahr 1935 für taxgerechte 140.000 Euro und einer überwiegend roten „Composition“ Serge Poliakoffs mit einigen Farbinseln aus dem Jahr 1966 zur unteren Schätzung von 160.000 Euro zwar ebenfalls Erfolge, doch blieb hier im Schnitt mehr liegen, vor allem im preislichen Mittelfeld.


Moderne Kunst

Dazu zählten neben Fernand Légers Tuschezeichnung „Les femmes aux perroquets“ von circa 1950 (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR), Marc Chagalls wundervoll blauen Farbmonotypie „Le prophéte Elie“ von 1965 (Taxe 55.000 bis 65.000 EUR) oder Walter Gramattés expressionistischem „Trinker“ von 1922 für 60.000 bis 80.000 Euro vor allem Oskar Schlemmers „Sitzende und zwei Figuren (Blaue Treppe)“ von 1936, das Hauptlos der Modernen. 300.000 bis 400.000 Euro waren allerdings wirklich etwas zu hoch gegriffen, nachdem dasselbe Bild vor zwei Jahren bei Grisebach in Berlin noch 180.000 Euro gekostet hatte. Auch mit Johannes Molzahn hatte man in Köln diesmal kein Glück. Sein technoides Zweifigurenbild „Herkules und Antaíos (Ringer)“ von 1933 blieb bei 80.000 bis 120.000 Euro ebenso unveräußert wie die mit 60.000 bis 80.000 Euro etwas günstigere „Parabel I“ von 1948.

Komplett konnte Van Ham dagegen die Karl Hofer-Offerte absetzen. Den Wert einer stillen „Tessiner Landschaft“ wohl aus den mittleren 1930er Jahren verdoppelte ein deutscher Kunde sogar auf 50.000 Euro. Die untere Grenze von 27.000 bis 30.000 Euro erreichte Karl Hubbuchs „Blondes Mädchen“, ein betont provozierend unschönes Bildnis in Aquarell und Bleistift von circa 1928. Bei 28.000 Euro ebenfalls zur unteren Taxe landete Ernst Ludwig Kirchners in Tusche gezeichneter „Stehender Akt vor Bild im Atelier“ aus dem Jahr 1926. An Brücke-Künstlern taten sich noch Hermann Max Pechstein mit dem aquarellierten Tuscheakt einer sich ankleidenden Frau von 1917 bei 22.000 Euro (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR) und Karl Schmidt-Rottluff mit den frühen, noch spätimpressionistisch geprägten Gemälden „Weg durch die Heide“ und „Düne“ um 1904 bei 15.000 Euro und 10.000 Euro zur unteren Erwartung hervor.

Bei 38.000 Euro schloss die papierne Mischtechnik „Green Point“ des in der Vergangenheit mehrmals mit hochkarätigen Leinwänden vertretenen Deutschamerikaners Rudolf Bauer aus den Jahren 1926/27 ab (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Als Abstrakter gesellte sich Adolf Fleischmann mit einer vertikal strukturierten Streifengouache in roten Tönen von 1959 bei 12.000 Euro hinzu (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Unerwartet war die Preissteigerung für ein Gemälde des gebürtigen Frankfurter Impressionisten Philipp Franck: Sein „Garten am Wannsee bei Berlin“, wo auch Kollege Max Liebermann einige seiner schönsten Spätwerke schuf, in leuchtendem Farbenmeer aus dem Jahr 1926 kletterte von 7.000 bis 10.000 Euro auf 28.000 Euro. Gute 18.000 Euro und 17.000 Euro im oberen Bereich der Schätzungen erbrachten zwei expressionistische Stadtansichten Mela Muters. Otto Modersohns verschwommene Stimmung „Abend an der Wümme“ von 1938 verabschiedete sich taxgerecht bei 26.000 Euro, wie auch Heinrich Schliefs in kräftige Farbfelder gegliederte Hügellandschaft um 1948/49 bei 2.000 Euro. Otto Freundlich trat diesmal noch als gegenständlich arbeitender Grafiker mit dem linienbetonten Holzschnitt eines Kopfes von 1916 bei 2.800 Euro auf (Taxe 2.200 bis 2.800 EUR).

Teuerste Plastik wurde Georg Kolbes klassisch gebildeter Frauenakt „Kleine Stehende“ von 1935, allerdings mit 55.000 Euro nur unter Vorbehalt, da mindestens 5.000 Euro zur Schätzung fehlten. Größere Aufmerksamkeit zog Medardo Rossos Bronzekopf „Bambino ebreo“ von circa 1903 auf sich: Der noch zu Lebzeiten des italienisch-französischen Bildhauers entstandene Guss schoss im Eiltempo über die anvisierten 10.000 bis 15.000 Euro auf sage und schreibe 50.000 Euro hinweg. Hier siegte ein niederländischer Freund des Jugendstilplastikers. Bei 22.000 Euro, 20.000 Euro und 17.000 Euro jeweils im Rahmen oder über den Schätzungen folgten Amedeo Modiglianis stilisiert gelängter „Tête de jeune fille à la frange“, Gerhard Marcks’ liebreizende „Chloë“ von 1945 und Ossip Zadkines kubistisch gebrochene Bronze „Musicien au repos“ von 1941/44 in einem Guss von 1965.

Zeitgenössische Kunst

Steigerungen wie die für Rosso oder Franck kamen bei den Zeitgenossen häufiger vor. Für eine großformatige Leinwand Günther Förgs etwa, 2001 mit farbigen Gitterstrukturen auf grauem Grund bemalt, interessierte sich engagiert ein deutscher Sammler bei 48.000 Euro (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR). Auf 60.000 Euro verdoppelte sich die obere Schätzung für einen großen schwarzen Klecks auf feuerrotem Grund des ZERO-Künstlers Otto Piene, wie überhaupt die komplette Piene-Offerte übernommen wurde. Ähnlich gut lief es für Heinz Mack, von dem etwa das kleine Aluminiumrelief „Little diagramm of my heart“ aus dem Jahr 1967 von 2.000 Euro auf 20.000 Euro raste. Seine ebenfalls vertikale, serielle Struktur in Kohle auf Papier legte auf 15.000 Euro zu (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Zwei in Kleinstauflage gedruckte und farbig überarbeitete Grafiken aus Sigmar Polkes „Mönchengladbach“-Serie der 1980er Jahre kamen bei Schätzungen zwischen 12.000 und 20.000 Euro auf 28.000 Euro und 30.000 Euro, ein 2006 datiertes Interferenzbild in Blau, Violett und Schwarz blieb allerdings an 58.000 Euro hängen (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Auch Pop Art und Umkreis profitierten: 42.000 Euro für Andy Warhols dreifachen „Joseph Beuys“ von 1980 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR), 8.500 Euro für Fritz Köthes wie ein Plakatabriss gemalter Frauenkopf in einer Radnabe von 1977/79 (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR) und 40.000 Euro für Wolf Vostells Offsetlithografie „B 52“, aus dessen Bombenschacht zwanzig rote Lippenstifte nach unten sausen (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR), waren der Beweis. Joseph Beuys war mit seinem bekannten Multiple, der gelben Glühbirne „Capri-Batterie“ von 1985, für marktgerechte 16.000 Euro zugegen (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Damien Hirsts zweiteiliges „Biopsy painting M122/376, M 122/377“ von 2008 bestach trotz hohen Ekelfaktors und Verletzungsgefahr zu 60.000 Euro (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR). Die in Deutschland bislang kaum bekannte Kanadierin Marianna Gartner machte Van Ham mit ihrem großformatigen, ironischen Westernhelden „The Double Whammy“ von 2007 einer größeren Öffentlichkeit bekannt: 28.000 Euro belegten gleich eine gewisse Begehrtheit (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Aus der jüngeren Künstlergeneration traten zudem noch Slawomir Elsner mit der Bleistiftzeichnung der brennenden Pferdekoppel „My country Nr. 3“ von 2004 bei 6.000 Euro (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR), Jeppe Hein mit der erheiternden, kinetischen Skulptur „Moving Bench #1“ von 2000 bei 4.300 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) und Jürgen Jansen mit seinen lasiert gemalten, schwebenden Farbquadraten vor streifigem Grund von 2000/01 bei 2.600 Euro erfolgreich hinzu (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR). Robert Lucander entwickelt seine Malerei aus plakativen Motiven, die er Groschenheften oder anderen Medien entnimmt und auf gemaserte Holzplatten aufträgt, so auch das erstaunte Frauengesicht „weit und breit ist nichts in sicht“ von 2006, das bei 2.600 Euro abwanderte (Taxe 2.000 bis 4.000 EUR). Auf Hochglanz und Distanz ist dagegen Thomas Rentmeisters länglich braunes Polyesterobjekt getrimmt. 1999 schuf er es in einer Auflage von zehn Stück für die Ausstellung „mode of art“ im Düsseldorfer Kunstverein, eines brachte bei Van Ham nun 3.800 Euro ein (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR). Gert und Uwe Tobias’ Farbholzschnitt „House of dark shadows“ mit den Vanitassymbolen Totenkopf und Kirchenglocke von 2004 schritt behände auf die oberen anvisierten 15.000 Euro zu. Lediglich Tal Rs 2008 entstandenen, grob bemalten Keramikkopf „Flovmand“ wollte bei 30.000 bis 40.000 Euro niemand haben.

Mit den älteren Klassikern der sogenannten Gegenwartskunst hatte Van Ham ebenfalls Erfolg: Eine blau-grau-schwarze Mischtechnik Emil Schumachers aus dem Jahr 1958 wechselte um 60.000 Euro den Besitzer (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR), Fritz Winters schwebende Farbstrukturen „Vor Grün“ von 1968 erreichten immerhin die untere Grenze der durchaus ambitionierten Schätzung von 70.000 bis 90.000 Euro, und 40.000 Euro reichten für Piero Dorazios minimalistisches, horizontales Streifenbild „Kalò Mathi“ auf blauem Grund von 1980/81 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Horst Janssen reüssierte mit seinem surrealen Aquarell „Dachfenster“ von 1978 bei 22.000 Euro (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). An Hochpreisigem fand bei den Zeitgenossen nur ein unbetiteltes Bild Julian Schnabels von 2000 für 120.000 bis 180.000 Euro keinen Abnehmer, und über die 50.000 Euro für Georges Mathieus exzessiv hingeworfenen „Miroir d’été“ von 1988 muss der Einlieferer noch ein wenig nachdenken (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Die Preise für die kleine Sonderauktion „Highlights einer Sammlung“ erwiesen sich als durchschnittlich etwas zu anspruchsvoll. Insbesondere bei den 200.000 bis 300.000 Euro für Eduardo Chillidas kleine Terrakotta-Plastik „Lurra G-128“ von 1989 wollten die Interessenten nicht mitziehen, ebenso bei Joan Hernández Pijuans naiver Malerei „L’Arbre“ von 2000 für 46.000 bis 50.000 Euro. Mehrere der nur am Rand mit Acryl bemalten Papierarbeiten Sam Francis’ mussten ebenfalls überwiegend an den Absender zurück oder landeten bei bis zu 30.000 Euro auf der Vorbehaltsliste. Fest vergeben wurde bei 22.000 Euro Francis’ Farblithografie „The white line“ von 1960 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Zur unteren Schätzung von jeweils 30.000 Euro wanderten zwei mathematisch konstruierte Neoninstallationen François Morellets ab. Immerhin Max Ackermanns schöne zarte Komposition „Inseln IV“ von 1957 konnte seinen unteren Schätzwert auf 24.000 Euro verdoppeln. An die Spitze der Zuschlagsliste setzte sich bei 50.000 Euro Pierre Alechinskys spielerische „Paysage vertical“ von 1969/70 (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



11.12.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


28.11.2012, Moderne Kunst - Zeitgenössische Kunst

Bei:


Van Ham Kunstauktionen

Bericht:


Gigantenkampf

Kunstwerk:

Nach Amedeo Modigliani, Tête de jeune fille à la frange
Nach Amedeo Modigliani, Tête de jeune fille à la frange

Kunstwerk:

Medardo Rosso, Bambino ebreo, um 1903
Medardo Rosso, Bambino ebreo, um 1903

Kunstwerk:

Ernst Ludwig Kirchner, Stehender Akt vor Bild im Atelier, 1926
Ernst Ludwig Kirchner, Stehender Akt vor Bild im Atelier, 1926







Ernst Ludwig Kirchner, Stehender Akt vor Bild im Atelier, 1926

Ernst Ludwig Kirchner, Stehender Akt vor Bild im Atelier, 1926

Taxe: 28.000 - 34.000 EURO

Zuschlag: 28.000,- EURO

Losnummer: 79

Medardo Rosso, Bambino ebreo, um 1903

Medardo Rosso, Bambino ebreo, um 1903

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 50.000,- EURO

Losnummer: 135

Nach Amedeo Modigliani, Tête de jeune fille à la frange

Nach Amedeo Modigliani, Tête de jeune fille à la frange

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 22.000,- EURO

Losnummer: 104




Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce