Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Anzeige

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kunst und Antiquitäten bei Nagel in Stuttgart

Gemein



Georg Fischer, Kabinettsekretär, Wien 1816/17

Georg Fischer, Kabinettsekretär, Wien 1816/17

„Dieser Zier Secretaire wurde von Georg Fischer nach eigenen Plänen vom 5. März 816 bis 12. Nber 817 in Wien gefertigt“, steht stolz geschrieben auf der Unterseite der Schreibplatte. In der Tat zog der gebürtige Augsburger, der sich 1801 in Klosterneuburg bei Wien niedergelassen hatte, so ziemlich alle Register an Raffinesse und Einfallsreichtum, als er in gut eineinhalbjähriger Arbeit seinen „Zier Secretaire“ schuf. Schon die äußere Form ist ungewöhnlich: Wie ein Renaissance-Tempietto erhebt sich der zylindrige Korpus über einem halbrunden, auf fünf Löwenbeinen ruhenden Unterbau. Der säulengeschmückte, innen verspiegelte Mittelteil ist drehbar und enthält eine Unzahl geheimer Schubladen und -fächer. Auch im Unterbau und dem kuppelartigen Aufsatz befinden sich allerlei Aufbewahrungsmöglichkeiten unter anderem in Form zylindrischer Kapseln.


Kostbar ist zudem der künstlerische, ganz in späten Empireformen gehaltene Dekor: Vergoldete und dunkel ebonisierte Hermen antiker Frauengestalten bewachen den „Schrein“, die Öffnungen sind in Serlianaform gehalten, reiche Intarsien und Tuschemalereien schmücken die edlen Hölzer. Soviel Schönheit und Zauber war dem Stuttgarter Auktionshaus Nagel sogar einen kleinen Extrakatalog wert: Versehen mit einem Gutachten des Berliner Möbelexperten Hans Ottomeyer, wird das feine Stück von Georg Fischer am 20. Februar als Losnummer 331 auf der großen Kunst- und Antiquitätenauktion angeboten. 130.000 Euro sind für dieses Möbel veranschlagt, das Ottomeyer zu den besten in der Zeit des Klassizismus kurz nach 1800 rechnet.

Dabei ist Fischers Tempietto-Sekretär nur die Spitze einer auch sonst beachtlichen Möbelofferte gerade im Bereich von Empire und Biedermeier um die Wende vom 18ten zum 19ten Jahrhundert. Zu nennen wären hier etwa noch ein auf seiner Fronttür mit einer handkolorierten Aquatintaradierung verzierter Eckschrank des Stuttgarter Hofschreiners Johannes Klinckerfuß für 20.000 Euro oder ein Satz von sechs um 1810/20 geschnitzten Stühlen, in deren Rückenlehnen ovale Figurenreliefs mit antiken Themen eingelassen sind (Taxe 28.000 EUR). Ein weiterer, etwa gleichaltriger Satz von sechs Wiener Stühlen greift in den gemalten Rückenlehnen auf antike Statuen zurück, nimmt aber auch im Motiv des Schmetterlingsflügels Ideen des Jugendstil vorweg (Taxe 10.000 EUR). Aus dem Paris des ausgehenden Louis XVI beeindrucken drei prächtige, vollständig vergoldete Bronzeleuchter mit feinem Dekor an Masken, Greifen und kindlichen Reigentänzen (Taxe 25.000 EUR).

In reicher polychromer Lackierung mit Pflanzenranken, Früchten und Vögeln erging sich der unbekannte Meister, der im 17ten Jahrhundert ein kleines venezianisches Kabinett bemalte (Taxe 20.000 EUR). Weiter südlich wohl in Neapel entstand etwa zur gleichen Zeit ein prächtiges Tischkabinett, dessen Mittelteil sich in einer theaterartigen Architektur mit Säulen, Emporen und Figurenstatuen öffnet. Ebenholz, Schildpatt und Elfenbein fanden bei diesem Möbel Verwendung, das Nagel auf 12.000 Euro taxiert. Klein, aber fein präsentiert sich auch eine Florentiner Kassette des ausgehenden 17ten Jahrhundert mit Pflanzendekor und Pietra-Dura-Technik (Taxe 22.000 EUR).

Aus der Zeit des Rokoko ragen ein Paar vergoldeter Sitzbänke und zwei mit zottelig herabhängenden Akanthusblättern verzierte Konsolen hervor, beide Ensembles italienischer Herkunft (Taxen 18.000 EUR und 14.000 EUR). Dazu gesellt sich ein hochbarocker, kräftig ausformulierter Rahmen des 17ten Jahrhunderts ebenfalls aus Italien (Taxe 7.500 EUR). Im Porzellanladen wartet ein Meißner Tee- und Kaffeeservice um 1745/50 mit purpurfarbenen Schlachtenszenen für 15.000 Euro auf Kundschaft, in der Keramikabteilung eine Creußener Schraubflasche von 1639 mit den häufig verwendeten Aposteldarstellungen für 2.500 Euro, und beim Silber gehört ein großer Gläserkühler des Londoner Meisters John Martin Stockar mit seinem Entstehungsjahr 1698 zu den ältesten Stücken (Taxe 9.000 EUR).

Mit der Skulpturenofferte, die von der Antike bis zur Gegenwart reicht, eröffnet die Auktion am 21. Februar und listet als Höhepunkte einen thronenden Petrus mit erhobener Segenshand aus dem Spanien des mittleren 16ten Jahrhunderts, dessen Schätzung von 25.000 Euro im Oktober vergangenen Jahres auf nun 15.000 Euro reduziert wurde, ein spätgotisches Relief mit der Geißelung Christi aus Passau um 1520 (Taxe 9.500 EUR) sowie eine prächtige Bronze des französischen Meisters Jules Moigniez. Äußert naturnah und lebensecht stellte er in der zweiten Hälfte des 19ten Jahrhunderts einen asiatischen Reiter dar, der von seinem sich aufbäumenden Pferd aus wie der heilige Georg einen gefährlichen Tiger bekämpft (Taxe 25.000 EUR). Das 19te Jahrhundert ist weiterhin stark vertreten, etwa mit den beiden braunen Bronzen eines ägyptischen Hohenpriesters von Emile Louis Picault (Taxe 12.500 EUR) und einer bewegten orientalischen Tänzerin von Henri Honoré Plé (Taxe 6.200 EUR) oder mit der nur scheinbar züchtig zu Boden blickenden Marmorbüste einer jungen Frau des Mailänder Bildhauers Antonio Tantardini (Taxe 7.000 EUR).

Die Gemäldeofferte wird von einer nicht näher spezifizierten norditalienischen Privatsammlung reich beliefert, die mit großem Geschmack Meister des 16ten bis 18ten Jahrhunderts aus Italien, Frankreich und den Niederländern zusammengestellt hat. Ein Stilllebenpaar mit Früchten sowie ein weiteres Herbststillleben mit junger Frau und Putto Abraham Brueghels für 60.000 Euro und 50.000 Euro gehören ebenso dazu wie zwei Reiterschlachten des weitgehend unbekannten, dabei aber schon auf das frühe Rokoko vorausweisenden Marzio Masturzio für 40.000 Euro. Großartiges technisches Können vor allem bei der Wiedergabe des Stofflichen offenbart eine Darstellung der alttestamentlichen Judith mit dem Haupt des Holofernes. Dabei handelt es sich um eine Werkstattwiederholung nach Originalen der Mailänder Renaissancemalerin Fede Galizia, von denen sich ein Exemplar unter anderem in der Galleria Borghese in Rom befindet (Taxe 40.000 EUR).

Einen merkwürdig retrospektiven Eindruck machen zwei Leinwände mit den trauernden Maria und Johannes aus einer Kreuzigungsgruppe von dem Venezianer Francesco Galizzi, der auch Francesco da Santacroce genannt wird: Obwohl im mittleren 16ten Jahrhundert entstanden, verweisen die beiden monumental vor einem Landschaftshintergrund aufragenden Gestalten auf die spätgotische Tafelmalerei mit knittrigem Faltenwurf und verhaltener Dramaturgie (Taxe 50.000 EUR). Zu den jüngsten Arbeiten der Sammlung gehören Giovanni Paolo Paninis Verbildlichung von Alexander dem Großen, wie er inmitten einer festlichen Kolonnadenarchitektur den gordischen Knoten zerhaut (Taxe 60.000 EUR), und eine sommerliche Flusslandschaft mit eleganter Figurenstaffage und aufragender Klosteranlage im Hintergrund, die bereits dem beginnenden Klassizismus angehört und dem Franzosen Jean-Baptiste Lallemand zugeschrieben wird (Taxe 20.000 EUR).

Werke von dieser Güte finden sich in der sonstigen Gemäldegalerie selten, doch listet der Katalog noch eine stimmungs- und dramatisch effektvolle Verkündigung an die Hirten von Francesco Bassano d.J. (Taxe 40.000 EUR) und zwei schöne duftige Küstenlandschaften des Niederländers Jacob de Heusch aus dem letzten Viertel des 17ten Jahrhunderts ganz oben auf der Preisliste (Taxen 28.000 und 30.000 EUR). Jan Breughel d.J. zeichnet für die Landschaften in den Szenen „Susanna und die Alten“ um 1640 und eines Bacchanals verantwortlich, für die Figuren können jeweils Vertreter aus dem Kreis der beiden Hendrik van Balen in Anspruch genommen werden (Taxen 50.000 und 20.000 EUR). Die Stilllebenmalerei ist durch einen prächtigen Blumenstrauß wohl von Jacob Bogdáni mit 10.000 Euro nicht allzu hochpreisig, aber dennoch repräsentativ und qualitätvoll vertreten.

Teuerstes Bild der Neueren Meister sind Franz Roubauds prächtige, im Sonnenlicht gleißende Tscherkessenreiter bei der Überquerung eines Flusslaufes für 40.000 Euro. Eine sommerliche Waldlandschaft des altmeisterlichen Niederländers Remigius Adrianus van Haanen von 1855 (Taxe 15.000 EUR), das Bildnis eines jungen Mädchens mit Sonnenschirm im Park von Léon-Jean-Basile Perrault für 20.000 Euro und ein hochovales, bereits impressionistisch beeinflusstes Blumenbouquet mit Pfingstrosen von Anna Peters aus dem Jahr 1880 stehen für die elegante, gefällige Salonmalerei des 19ten Jahrhunderts (Taxe 16.000 EUR). Staatstragend ist dann das Gemälde mit Rudolf von Habsburg an der Leiche Ottokars nach der Schlacht auf dem Marchfeld von 1278. Der Wiener Historienmaler Franz Brudermann verewigte den Sieg der Habsburger Truppen 1828 anlässlich der 550 Jahrfeier in romantischem Empfinden (Taxe 5.500 EUR). Den Flamen Frans Vervloet zog es wie viele Nordeuropäer im frühen 19ten Jahrhundert nach Italien. In Neapel hielt er dann 1846 ein Kapelleninterieur mit einem betenden Kardinal fest (Taxe 8.500 EUR).

Schon dem Realismus ist Alfred Guillous Fischermädchen mit einer Spindel vor dem Hafenbecken eines französischen Küstenortes verpflichtet. 4.000 Euro soll die anmutige Darstellung kosten. Als Querformat hat Eduard Schleich d.Ä. seinen Küstensteifen mit Segelbooten „Am Lido“ unter bewölktem Himmel angelegt. Aufmerksamkeit wird auch Ivan Konstantinovich Ajvazovskijs Grisaillemalerei mit dem Blick in eine Meeresbucht mit mehreren Segelschiffen und kleinem Fischerjungen am Strand sicher sein (Taxen je 8.000 EUR). Impressionistisch wird es dann mit Wilhelm Trübners Blick auf Heidelberg im Abendrot (Taxe 5.000 EUR) und Charles Vetters Regentag mit Leuten vor St. Michael auf der Neuhauser Straße in München (Taxe 7.000 EUR). Vor eineinhalb Jahren hatte Neumeister in München einmal eine abendliche Gebirgslandschaft mit einer Klosteranlage über einem Flusslauf von dem Dresdner Romantiker Carl Gustav Carus im Programm. Die untere Schätzung von 15.000 Euro, damals verfehlt, steht jetzt erneut auf dem Etikett.

Die Auktion beginnt am 20. und 21. Februar jeweils um 14 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist vom 15. bis zum 18. Februar täglich von 11 bis 18 Uhr möglich.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



13.02.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 48

Seiten: 1  •  2  •  3  •  4  •  5  •  6

Events (1)Adressen (1)Berichte (1)Kunstwerke (45)

Veranstaltung vom:


20.02.2013, Kunst und Antiquitäten

Bei:


Nagel Auktionen

Bericht:


Zweifel am Favoriten

Kunstwerk:

Jacob Bogdáni zugeschrieben, Blumenstillleben in einer
 reliefierten Vase auf Steinpodest
Jacob Bogdáni zugeschrieben, Blumenstillleben in einer reliefierten Vase auf Steinpodest

Kunstwerk:

Jacob de Heusch, Weite
 Landschaft mit einer Meeresbucht im Abendlicht, im Vordergrund Reisende und Soldaten an einem Bach
Jacob de Heusch, Weite Landschaft mit einer Meeresbucht im Abendlicht, im Vordergrund Reisende und Soldaten an einem Bach

Kunstwerk:

Jacob de Heusch, Weite felsige Küstenlandschaft mit ausruhenden
 Soldaten bei bewölktem Himmel
Jacob de Heusch, Weite felsige Küstenlandschaft mit ausruhenden Soldaten bei bewölktem Himmel

Kunstwerk:

Francesco Bassano d.J., Die Verkündigung an die Hirten
Francesco Bassano d.J., Die Verkündigung an die Hirten

Kunstwerk:

Jan Breughel d.J. zugeschrieben, Ein Bacchanal
Jan Breughel d.J. zugeschrieben, Ein Bacchanal

Kunstwerk:

Antonio Tantardini, Porträtbüste einer jungen Frau
Antonio Tantardini, Porträtbüste einer jungen Frau







Giovanni Paolo Panini, Alexander der Große teilt den Gordischen Knoten

Giovanni Paolo Panini, Alexander der Große teilt den Gordischen Knoten

Taxe: 60.000,- EURO

Losnummer: 550

Remigius Adrianus van Haanen, Sommerliche Waldlandschaft mit figürlicher Staffage, 1855

Remigius Adrianus van Haanen, Sommerliche Waldlandschaft mit figürlicher Staffage, 1855

Taxe: 15.000,- EURO

Losnummer: 658

Zwei Sitzbänke, Italien, 18. Jahrhundert

Zwei Sitzbänke, Italien, 18. Jahrhundert

Taxe: 18.000,- EURO

Losnummer: 213

Hendrik van Balen d.J., Jan Breughel d.J. zugeschrieben, Ein Bacchanal

Hendrik van Balen d.J., Jan Breughel d.J. zugeschrieben, Ein Bacchanal

Taxe: 20.000,- EURO

Losnummer: 568

Paar Konsolen, Italien/wohl Lombardei, 18. Jahrhundert

Paar Konsolen, Italien/wohl Lombardei, 18. Jahrhundert

Taxe: 14.000,- EURO

Losnummer: 218

Eduard Schleich d.Ä., Am Lido. Weite Küstenlandschaft mit Segelbooten

Eduard Schleich d.Ä., Am Lido. Weite Küstenlandschaft mit Segelbooten

Taxe: 8.000,- EURO

Zuschlag: 8.000,- EURO

Losnummer: 669

Jan Breughel d.J. und wohl Nachfolge Hendrik van Balen d.Ä., Susanna und die Alten, um 1640

Jan Breughel d.J. und wohl Nachfolge Hendrik van Balen d.Ä., Susanna und die Alten, um 1640

Taxe: 50.000,- EURO

Losnummer: 553

Wilhelm Trübner, Blick auf Heidelberg

Wilhelm Trübner, Blick auf Heidelberg

Taxe: 5.000,- EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 705

Léon-Jean-Basile Perrault, Bildnis eines jungen Mädchens in weißem Kleid

Léon-Jean-Basile Perrault, Bildnis eines jungen Mädchens in weißem Kleid

Taxe: 20.000,- EURO

Losnummer: 666

Carl Gustav Carus, Abendliche Gebirgslandschaft mit Flusstal und Klosteranlage

Carl Gustav Carus, Abendliche Gebirgslandschaft mit Flusstal und Klosteranlage

Taxe: 15.000,- EURO

Losnummer: 655

Jacob de Heusch, Weite felsige Küstenlandschaft mit ausruhenden Soldaten bei bewölktem Himmel

Jacob de Heusch, Weite felsige Küstenlandschaft mit ausruhenden Soldaten bei bewölktem Himmel

Taxe: 28.000,- EURO

Losnummer: 589

Spiegel, Italien, 17. Jahrhundert

Spiegel, Italien, 17. Jahrhundert

Taxe: 7.500,- EURO

Zuschlag: 8.000,- EURO

Losnummer: 217




Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce