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Das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt stellt alle in der UNESCO-Welterbeliste eingetragenen deutschen Stätten vor

Aushängeschilder in der Welt



Blick auf den Aachener Dom

Blick auf den Aachener Dom

Vor nahezu 41 Jahren, am 16. November 1972, beschloss die UNESCO das „Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“. Die Bundesrepublik Deutschland ratifizierte die „Welterbekonvention“ vier Jahre später. Dem erfolgreichsten und wohl populärsten Programm der Kulturorganisation der Vereinten Nationen sind bis heute 190 Staaten beigetreten. Dessen Kern, die von ihr geführte „Welterbeliste“, umfasst zur Zeit fast 1000 Stätten in etwas über 150 Ländern. Dahinter verbergen sich nahezu 750 Kultur- und rund 200 Naturdenkmale. Nach der Aufnahme des Markgräflichen Opernhauses in Bayreuth zählt Deutschland seit dem vergangenen Jahr mit 37 Welterbestätten nach China, Italien, Frankreich und Spanien zu den Staaten mit den meisten Eintragungen. Drei sind Weltnaturerbestätten, 34 gehören zur Rubrik Kultur.


Der Eintrag in die UNESCO-Liste ist nach wie vor begehrt: Man rechnet damit, dass im Laufe dieses Jahres der Wilhelmshöher Park in Kassel mit seinen Wasserkünsten und der Herkulesfigur neu aufgenommen wird. Darüber hinaus arbeiten Experten am aufwendigen Aufnahmeverfahren für weitere Anlagen, so für die Listung des Naumburger Doms mit der mittelalterlichen Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut oder den Franckeschen Stiftungen in Halle.

Die Gremien der UNESCO beobachten die Entwicklung und den Umgang mit den Erbestätten sehr genau. Weltweite Aufmerksamkeit ist ihre schärfste Waffe. Drei mal bereits wurde ein Eintrag wieder gestrichen, so im Jahr 2009 das Elbtal bei Dresden nach langen Auseinandersetzungen um einen Brückenneubau über die Elbe. Derzeit stehen 33 Objekte auf einer so genannten „Roten Liste“ und befinden sich damit unter besonderer Beobachtung. Als bis dahin einzige Welterbestätte stufte die UNESCO 2004 den Kölner Dom als gefährdet ein und setzte ihn auf die „Rote Liste“, da sie seine „visuelle Integrität“ aufgrund von Hochhausplanungen am gegenüber liegenden Rheinufer als bedroht betrachtete. In enger Abstimmung mit der UNESCO erfolgten Änderungen der Bauvorhaben, und der Dom wurde 2006 wieder aus der „Roten Liste“ gestrichen.

Zurecht steht mit dem Hohen Dom zu Köln die wohl weltweit bekannteste Kirche Deutschlands im Mittelpunkt einer instruktiven Präsentation, die im Deutschen Architekturmuseum alle gelisteten 37 Welterbestätten unseres Landes in toto vorstellt. Neben Fotos, erfreulich griffig wie verständlich formulierten Begleittexten, Modellen oder Souvenirs sind auch charakteristische Objekte der jeweiligen Stätte beigefügt. Nicht zuletzt wegen des neuen Fensters von Gerhard Richter gilt der Kölner Dom als die meistbesuchte Welterbestätte des Landes. Ein von hinten beleuchtetes, pixelartig in Farbquadraten unterteiltes Probefenster Richters bereichert die Ausstellung in Frankfurt und verweist damit zugleich auf den wesentlichen Aspekt des „Weiterbauens“.

Wie werden die Denkmäler weiter genutzt, für die Zukunft erschlossen und weiter entwickelt, welche Konzepte und Umgangsformen erweisen sich für das recht facettenreiche Spektrum der Welterbestätten als tragfähig – diese Blickwinkel lassen die Auswahl im Deutschen Architekturmuseum zu einem aktuellen wie lehrreichen Capriccio im Umgang mit historischen Bauten werden. Denn die Aufnahme in den „Klub der Unsterblichen“ soll nicht für Stillstand, sondern für das Weiterentwickeln stehen. Sanierungen und Restaurierungen, Erschließungssysteme für die großen Besucherströme oder die Gestaltung des Umfeldes stellen fast durchgängig dominierende wie (kosten)aufwendige Aufgaben dar, die es über lange Zeiträume zu bewältigen gilt. Für den Kölner Dom werden jedes Jahr zwischen sechs und sieben Millionen Euro für den Erhalt aufgewendet.

Als erstes deutsches Bauwerk wurde 1978 der Aachener Dom in die Welterbeliste eingetragen. Mit einem Dutzend sakraler Objekte stellen auf die Tradition der abendländisch-christlich geprägten Kultur unseres Landes verweisende Baukünste die größte Gruppe. Die Dome zu Speyer, Hildesheim, Bamberg oder Trier, Dominikus Zimmermanns Rokokojuwel, die Wallfahrtskirche „Die Wies“, die Klosteranlagen in Lorsch, Maulbronn oder auf der Reichenau sind gelistet. Auch die Schlösser, Burgen und Residenzen wie jene in Potsdam, Würzburg, Brühl, Dessau-Wörlitz, Eisenach oder im oberen Mittelrheintal bilden ein großes Segment. Hinzu kommen historische Altstadtkerne, etwa jene von Trier, Lübeck, Bamberg, Quedlinburg, Weimar, Regensburg, Stralsund und Wismar.

Besonders pflegeintensive Objekte sind historische Parks und Gärten, von denen neben Potsdam und Dessau vor allem der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau mit über 700 Hektar als ausgedehntester Landschaftspark Mitteleuropas besondere Beachtung verdient. Das im englischen Stil zwischen 1815 bis 1844 angelegte Gartenreich mit dem markanten Neorenaissanceschloss ist grenzüberschreitend auch auf heute polnischem Gebiet angelegt. Den als „Deutschlandreise“ angelegten Ausstellungsrundgang bereichern auch Bodendenkmale wie der Limes, die prähistorischen Pfahlbauten rund um die Alpen oder die Grube Messel bei Frankfurt.

Wie sehr Architektur ein Prozess der Anpassung an stetig veränderte Bedingungen ist, zeigen insbesondere Anlagen der Industrie und Technik. Das Bergwerk Rammelsberg bei Goslar, die Völklinger Hütte oder die Fagus-Werke in Alfeld legen die damit verbundenen Herausforderungen offen. Beispielhaft demonstriert dies die Essener Zeche Zollverein, das Denkmal schlechthin für die Bergbau- und Industriegeschichte. Der 55 Meter hohe Doppelblock, das zentrale Fördergerüst des Ensembles, firmiert als Emblem einer stolzen Tradition. Vor 80 Jahren erst wurde die Musteranlage des Neuen Bauens in Betrieb genommen. Ende 1986 endete hier der Betrieb, seit 2001 ist auch sie Welterbe. Der Umgang mit dem Fabrikbau verdeutlicht, wie eine so ausgedehnte und komplizierte Architektur, die teils mehr Maschine als Gebäude ist, zu Zeiten demografischer, migrationsbedingter, wirtschaftlich-strukturpolitischer oder klimatischer Wandlungen einer sinnvollen Belebung auch weiterhin zugeführt werden kann. Welterbestätte zu sein bedeutet keine Musealisierung, sondern in erster Linie die angemessene Nutzung der Stätte.

Lässt man alle Objekte Revue passieren, ist man überrascht, dass bei der überragenden Mehrheit keine Änderung der Nutzung erfolgt ist. Sakrale Stätten werden als solche weiterhin in Anspruch genommen, Parks dienen nach wie vor der Erholung, in Siedlungen der Berliner Moderne wird auch in Zukunft gewohnt und in Museen der Berliner Museumsinsel wird auch künftig ausgestellt werden. Nach der derzeit laufenden Restaurierung wird auch das zuletzt eingetragene deutsche Welterbe, das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth, als solches wieder zur Verfügung stehen.

Gleichwohl bietet die kompakte Zusammenstellung Anlass zum Nachdenken. Denn die Welterbeliste beinhaltet mitnichten nur Superlative, obwohl sie vor allem dafür gedacht ist. Viele Wissenschaftler warnen bereits: Die Liste wächst zu schnell, ist inhaltlich wie geografisch unausgewogen, erst recht vor dem Hintergrund der Gleichwertigkeit aller Kulturen. Angesagt ist daher nach Abschluss der nächsten Eintragungsrunden ein Nachdenken, Überprüfen sowie kritisches Hinterfragen der Aufstellung. Doch ganz gleich, wie sich das Welterbe weiter entwickeln wird: Die Diskussionen hierüber sind an sich schon ein Gewinn, da sie das unabdingbare Bewusstsein für die Vergangenheit schärfen. Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft gestalten. In diesem Sinne kommt das Deutsche Architekturmuseum in vorzüglicher Weise seinem Bildungsauftrag nach. Die fundiert und engagiert erarbeitete Präsentation hat viele Besucher verdient.

Die Ausstellung „UNESCO Welterbe. Eine Deutschlandreise“ ist bis zum 26. Mai zu sehen. Das Deutsche Architekturmuseum hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr und sonntags bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßig 3,50 Euro. Zur Ausstellung ist ein informativer Katalog erschienen, der an der Museumskasse 29,90 Euro kostet.

Kontakt:

Deutsches Architekturmuseum

Schaumainkai 43

DE-60596 Frankfurt am Main

Telefon:+49 (069) 21 23 88 44

Telefax:+49 (069) 21 23 63 86



17.02.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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in der Ausstellung „UNESCO Welterbe. Eine Deutschlandreise“

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Gartenreich Dessau-Wörlitz. Wörlitzer Park mit Schloss Wörlitz, 1769-1793

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