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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Gegenwartskunst schloss bei Sotheby’s in London gut ab

Ein Bacon für ein deutsches Museum?



74,36 Millionen Pfund konnte das Auktionshaus Sotheby’s auf seiner Londoner Versteigerung zeitgenössischer Kunst einspielen – bei einer maximalen Gesamtschätzung von 86 Millionen Pfund ein beachtliches Ergebnis und das zweitbeste für eine Februarauktion mit Gegenwartskunst in der britischen Hauptstadt. An die Spitze spielte sich erwartungsgemäß Francis Bacons Triptychon „Three Studies for a Self-Portrait“, das bei 12,25 Millionen Pfund netto an den deutschen Tabakgroßhändler und Kunstmäzen Jürgen Hall ging. Die Wertsteigerung der drei deformierten Selbstbildnisse des 1909 geborenen irischen Künstlers ist damit außergewöhnlich: Vor nicht einmal sieben Jahre hatte sie der jetzige Einlieferer bei Christie’s noch für 3,4 Millionen Pfund erworben. Doch mehrere Vergleichsbeispiele aus anderen Auktionen der jüngsten Vergangenheit belegen, dass auch der neue Preis keineswegs überzogen ist. Die Schätzung hatte Sotheby’s ohnehin bereits mit 10 bis 15 Millionen Pfund angegeben. Der Mönchengladbacher Hall will das Werk aus dem Jahr 1980 als Leihgabe in eine öffentliche Institution geben. Bisher hat er vor allem das Kunstmuseum Bonn bedacht; diesmal sind die Düsseldorfer Kunstsammlungen Nordrhein-Westfalen im Gespräch.


Von 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund auf 4 Millionen Pfund steigerte sich am 12. Februar ein weiteres Gemälde Francis Bacons: „Study for Portrait“ aus dem Jahr 1976, ein archetypischer Kopf, gebildet aus seinem eigenen Gesicht und das seiner Musen Henrietta Moraes und Isabel Rawsthorne, formatgleich mit einem der drei Bilder von 1980 und seit seiner Entstehung in derselben Privatsammlung beheimatet. Bei den anderen Favoriten waren gelegentlich kleine Abstriche zu machen: Jeweils 250.000 Pfund fehlten zum Erreichen der unteren Schätzung bei den beiden Hauptwerken Gerhard Richters: Seine fotorealistische „Wolke“ von 1976 erreichte 6,75 Millionen Pfund, sein „Abstraktes Bild“ mit der Werknummer 769-1 in irisierender blau-rot-gelber Vertikalstruktur von 1992 kam auf 7,25 Millionen Pfund. Zwei weitere, kleinere und weniger preisstarke Richters mussten an die Einlieferer zurückgestellt werden. 6,05 Millionen Pfund spielte Jean-Michel Basquiats Schauderkopf „Untitled (Pecho/Oreja)“ von 1982/83 – das war allerdings fast eine ganze Million unterhalb der Erwartungen. 4,4 Millionen Pfund gab es für seine grafischen „Five Fish Species“ auf drei Tafeln von 1983, für die bereits im Vorfeld ein unwiderrufliches Gebot abgegeben worden war (Taxe 4,25 bis 6,25 Millionen GBP). Beide Basquiats gingen in die USA.

Dass die hohen Vorgaben bei Richter und Basquiat nicht ganz erreicht werden konnten, waren indes Schönheitsfehler einer Auktion, die auch im preislichen Mittelfeld kaum Wünsche offenließ. Begonnen hatte es mit einer von Suite Bodenplastiken Alexander Calders aus einer schwedischen Sammlung, die fast alle teils deutlich über ihre Schätzungen sprangen. Von 150.000 bis 200.000 Pfund auf 760.000 Pfund etwa kletterte der Preis eines solchen spielerischen Stücks von 1954, obwohl es mit rund 25 Zentimetern Höhe eher zu den Zwergen aus der Calderschen Mobilefabrik gehörte. 500.000 Pfund für eine Gruppe wirklichkeitsechter Schafe aus Bronze und Kunststein des Franzosen François-Xavier Lalanne von 1977/78, die stoisch im Garten stehen (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP), und 510.000 Pfund für eine der endlosen Zahlenreihen Roman Opalkas in verschiedenen Grauschattierungen aus dem Jahr 1965 waren weitere erfreuliche Ergebnisse auf den unteren Rängen (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP).

Bei der amerikanischen Pop Art waren alle drei Hauptvertreter anwesend, wenn auch nur mit Arbeiten der mittleren Preisklasse: Tom Wesselmann mit einer nicht dreidimensional hervortretenden „Great American Nude No. 5“ auf rund 120 Zentimetern im Quadrat von 1961 für 710.000 Pfund (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP), Roy Lichtenstein mit dem gelb-roten „Still Life: Apple and Grapes“ von 1972 für 950.000 Pfund (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP) und Andy Warhol mit einem späten „Lenin“ von 1986 für 1,9 Millionen Pfund (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP). In etwa dem gleichen Preisrahmen agierten die italienischen Abstrakten: Alberto Burris schrundige Acrovinyllandschaft „Bianco Cretto“ von 1975 schloss bei 700.000 Pfund ab (Taxe 480.000 bis 650.000 GBP), Piero Manzonis horizontale Kaolinstreifen „Achrome“ von 1959 bei 1,2 Millionen Pfund (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP), und bis zu 2,3 Millionen Pfund kosteten zwei vertikal geschlitzte „Concetto Spaziale, Attese“-Bilder in monochromem Weiß respektive Rot aus Lucio Fontanas letzter Schaffensphase in den 1960er Jahren.

Die Amerikaner hatten in Mark Rothko ihren prominentesten Abstrakten, dessen düsteres „Untitled“ aus dem vorletzten Lebensjahr 1969 mit 2,25 Millionen Pfund allerdings nicht ganz hielt, was es versprach (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen GBP). Dafür verbesserte sich ein wilderes, dick aufgetragenes weißes Farbengewühl des eine Generation jüngeren Robert Ryman aus dem Jahr 1961 von 550.000 bis 750.000 Pfund überraschend deutlich auf 1,05 Millionen Pfund. Neben Gerhard Richter brachte es bei den deutschen Künstlern Sigmar Polke am weitesten: Die mehrschichtig mit werbegrafikartigen Zeichnungen bedeckte Leinwand „Menschen wie Du + Ich“ von 1988 traf offenbar den richtigen Ton und wurde in hitzigem Gefecht von 800.000 bis 1,2 Millionen Pfund auf 1,45 Millionen Pfund gehoben, und auch seine in Acryl rasterpunktartig bemalte Stoffbahn „Hotel de Ville, 5 vor 12“ von 1989 steigerte sich deutlich von 300.000 bis 400.000 Pfund auf 550.000 Pfund. Neo Rauchs manieristische „Theorie“ von 2006 mit vier geflügelten Frauengestalten im Vordergrund fiel dagegen durch (Taxe 450.000 bis 650.000 GBP). Von den beiden Arbeiten Blinky Palermos wurde zumindest eine querformatige Grauausscheidung von 1970 für 390.000 Pfund übernommen (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Andreas Gruskys am Computer komponiertes Menschengewirr in der „Singapore Börse“ von 1997 erreichte die untere Schätzung von 350.000 Pfund.

Neue Auktionsrekorde konnte Sotheby’s für einige bislang selten oder nie auf Abendauktionen vertretene Künstler generieren. Adrian Ghenie ist als Jahrgang 1977 ja auch noch reichlich jung, 100.000 Pfund für sein fragmentiertes Frontalbildnis „Dr. Mengele 2“ aus dem Jahr 2011 sind daher ein schöner Start (Taxe 30.000 bis 40.000 GBP). Auch 190.000 Pfund für den Briten Hurvin Anderson, dessen sich inzwischen Großsammler Charles Saatchi angenommen hat, können sich für den Anfang sehen lassen (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP). Bei dem schon etwas älteren italienischen Arte Povera-Künstler Giuseppe Penone reichten 240.000 Pfund für sein naturalistisches Bronzegeäst „Pelle di Foglie (occhi al cielo, mano a terra)“ von 2005 zu einem neuen Höchstpreis (Taxe 180.000 bis 220.000 GBP).

Lediglich gängige Standards markierten die 480.000 Pfund für Glenn Browns „Little Death“ von 2000 in Form eines affenartigen Gesichtes, von dem man nachts nicht träumen mag (Taxe 450.000 bis 650.000 GBP), die 220.000 Pfund für Rudolf Stingels Verweißung einer roten Leinwand von 1996 (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP) oder auch die 530.000 Pfund für Damien Hirsts Schmetterlingsrhombus „It’s a Wonderful World“ von 2001 (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP). Die 410.000 Pfund für ein aufwendig aus zahllosen Metallelementen gewebtes „Zebra Crossing 2“ des 1944 geborenen Ghanaers El Anatsui aus dem Jahr 2007 nehmen immerhin den zweite Platz in seinem Auktionsranking ein (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



17.02.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


12.02.2013, Contemporary Art Evening Auction

Bei:


Sotheby's

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