Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 17.12.2019 Auktion 71: Alte und Moderne Kunst – Autographen und Manuskripte – Illustrierte Bücher

© Galerie Auktionshaus Hassfurther

Anzeige

Enten am Wehr / Alexander Koester

Enten am Wehr / Alexander Koester
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

spring swing, 2012 / Heinz Mack

spring swing, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

Amazone, nach 1906 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Christie’s feiert in London das beste Ergebnis mit zeitgenössischer Kunst in einer Februarauktion

Erfolgreicher Sexismus



Einen Tag nach Sotheby’s feierte auch die Londoner Zentrale von Christie’s Erfolge mit zeitgenössischer Kunst: Für insgesamt fast 81,7 Millionen Pfund einschließlich Aufgelder gingen 65 Losnummern am Abend des 13. Februar weg, nur sieben weitere blieben unveräußert. Die Gesamtschätzung hatte bei 56 bis 70 Millionen Pfund gelegen, wurde also noch ein gutes Stück übertroffen. Der Durchschnittspreis von etwas über einer Million Pfund und das Fehlen zweistelliger Millionenzuschläge zeigen aber, dass wirkliche Spitzenwerke rar waren: Weniger mit Absatz- als mit Akquiseschwierigkeiten haben die Großen auf dem Markt derzeit zu kämpfen. Die Hauptstücke wurden trotz hoher Erwartungen gern genommen: Jean-Michel Basquiats großformatiges, von Wortfetzen überzogenes Quadrat „Museum Security (Broadway Meltdown)“ mit zentralem Kopfmotiv, erst vor kurzem in der Basquiat-Retrospektive der Fondation Beyeler präsentiert, erzielte 8,3 Millionen Pfund, Gerhard Richters rot-grün-graue Farbschlieren eines „Abstrakten Bilds“ mit der Werknummer 889-14 von 2004 kamen auf 7,5 Millionen Pfund, jeweils deutlich oberhalb der Mindestschätzung.


Auf Platz drei der Zuschlagsliste schaffte es Peter Doig. Seine große, geheimnisvoll schillernde Landschaft „The Architect’s Home in the Ravine“ von 1991 setzte sich noch über die Maximalforderung von 6 Millionen Pfund hinaus bei 6,8 Millionen Pfund ab – Auktionsweltrekord für den schottischen Neoromantiker. Auch für den Franzosen Pierre Soulages gab es einen neuen Höchstpreis: Erst bei 2,9 Millionen Pfund schlug der Hammer von Auktionator Jussi Pylkkänen im Rennen um das „Peinture 202 x 156 cm, 27 mars 1961“ aufs Pult. Bei einer Schätzung von 500.000 bis 700.000 Pfund legte die schweren schwarzen Balken des inzwischen über neunzigjährigen Abstrakt-Expressiven eine der größten Wertsteigerungen des Abends hin. Völlig anders geartet der dritte Rekordpreis unter den Top Ten: Allen Jones dreiteiliges Möbelensemble „Hatstand, Table and Chair“ von 1969 mit drei leichtbekleideten jungen Frauen in aufreizenden Posen ist in Form gegossenen Pop Art. 1,9 Millionen Pfund aus der Hand eine anonymen Privatsammlers rangierten im oberen Bereich der Taxe.

Ansonsten waren die Amerikaner dieser Richtung gar nicht so erfolgreich: Weder Roy Lichtensteins farbige Papierarbeit „Sweet Dreams, Baby! (Study)“ von 1964/65 (Taxe 700.000 bis 1 Million GBP) noch Andy Warhols zweiteilige „Round Jackie“ auf Goldgrund von 1964 für 2 bis 4 Millionen Pfund fanden einen Abnehmer. Immerhin Tom Wesselmanns 1965 datierte Kohlezeichnung „Study for Great American Nude #84“ spülte 500.000 Pfund in die Kasse des belgischen Einlieferers (Taxe 320.000 bis 380.000 GBP). Auf britischer Seite beeindruckte David Hockneys fast noch surreales Frühwerk „Great Pyramid at Giza with Broken Head from Thebes“ aus dem Jahr 1963 für 3,1 Millionen Pfund, dem zweithöchsten Auktionspreis für den originellen Einzelgänger (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen GBP). Solide 4,4 Millionen Pfund erbrachte Francis Bacons im Käfig gefangener „Man in Blue VI“ von 1954 (Taxe 4 bis 6 Millionen GBP).

Reiche Ausbeute brachte die Versteigerung mehrerer Italiener: Lucio Fontanas knallrotes, einmal geschlitztes „Concetto spaziale, Attesa“ von 1964 übertraf mit einem Zuschlag bei 3,5 Millionen Pfund die obere Schätzung von 2,5 Millionen Pfund ebenso souverän wie ein in Papiercollage auf Edelstahl montiertes „Autoritratto del 62“ Michelangelo Pistolettos als sitzender Alltagsbürger aus den frühen 1960er Jahren mit 1,1 Millionen Pfund (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Alberto Burris aufgerissene weiße Mondlandschaft „Cretto“ von 1975 reihte sich hier mit 1,25 Millionen Pfund ein (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP). Aus dem überhaupt stark besetzten unteren Preisfeld konnten sich ferner Marlene Dumas’ sinnender junger Mann bei „Wet Dreams“ von 1987 für 900.000 Pfund (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP) und Antoni Tàpies’ materialreiches „Gran ics gratada sobre gris“ von 1965 für 550.000 Pfund hocharbeiten (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP). Auch bei Paula Regos einsamer Frauengestalt „Good Dog“ unter nächtlichem Sternenhimmel von 1994 stiegen die Gebote auf 460.000 Pfund (Taxe 380.000 bis 450.000 GBP), ebenso für Sigmar Polkes an eine Landschaft erinnernde, vorne und hinten bemalte Stoffbahn von 1987 auf 400.000 Pfund (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP) und für Yves Kleins hochrechteckigen Malerei „IKB 217“ im typischen Klein-Blau von 1960/62 auf 1,5 Millionen Pfund (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP).

Bei Wade Guyton, als Jahrgang 1972 einer der Jüngsten der Auktion, reichten 620.000 Pfund für seine schwarze, auslaufende Andreaskreuzreihe auf weißem Grund von 2006 sogar zu einem Auktionsrekord (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Die jüngere Künstlergeneration trat noch mit Cecily Browns großformatigem, fleischigem Farbgewirr „Untiteld (Yellow)“ von 1997 bei 580.000 Pfund (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP), Rudolf Stingels grauroter quadratischer Farberkundung von 1992 bei 340.000 Pfund (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP) oder Ged Quinns neosurrealem Ikarusthema „The Fall“ in einer klassizistisch arkadischen Landschaft von 2006 bei 80.000 Pfund zur oberen Schätzung erfolgreich an. Auch die fotografischen Positionen der Auktion fanden ihre Anhänger: Cindy Shermans Selbstinszenierung als Clown bei 380.000 Pfund, Andreas Gurskys fleißige Arbeiter der „Hong Kong Börse II“ von 1994 bei 350.000 Pfund (Taxen je 200.000 bis 300.000 GBP) und Jeff Walls Farbdia „The Arrest“ eines Südländers durch zwei Polizisten in Vancouver bei 430.000 Pfund (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Für die neunteilige, schwarzweiße Arbeit „Dead Boards No. 11“ von 1976 aus der frühen gleichnamigen Serie, in der Gilbert & George sich als lebende Skulpturen alten Holzdielen gegenüberstellten, kamen 500.000 Pfund zusammen (Taxe 350.000 bis 450.000 GBP).

Von den acht Offerten aus der Münchner Sammlung Ingvild Goetz konnten sieben für netto 3,65 Millionen Pfund vermittelt werden, darunter Christopher Wools vielschichtige Ornamentmalerei „Mad Cow“ von 1997 für 2 Millionen Pfund (Taxe 700.000 bis 900.000 GBP), Urs Fischers kaligrafisch anmutender „Mr. Toobad“ von 2002/03 für 480.000 Pfund (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP) und Yayoi Kusamas gepunktetes „Pumpkin“ von 1980 für 420.000 Pfund (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP). Matthias Weischer gesellte sich mit seinem verfremdeten Öl- und Wachskreideinterieur „Striptease“ von 2007 bei 65.000 Pfund hinzu (Taxe 30.000 bis 40.000 GBP), und Sherrie Levine mit der vom Minimalismus inspirierten Sperrholzplatte „Untitled (Copper Knots #5)“, auf der sie 1989 mit roter Farbe die Verdichtungen in der Holzmaserung betont hat, bei 160.000 Pfund (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP).

Als Meister der Skulptur traten Eduardo Chillida und Anish Kapoor jeweils mit einer formschönen Alabasterskulptur für 1,6 Millionen und 700.000 Pfund auf (Taxen 900.000 bis 1,5 Millionen und 600.000 bis 800.000 GBP). 1,7 Millionen Pfund spielte das von Damien Hirst zweitgeteilte und in Formaldehyd eingelegte Schaf „Away From the Flock“ ein, eines der Erzeugnisse aus der umstrittenen Serie „Natural History“ aus den Jahren 1994/95 (Taxe 1,8 bis 2,5 Millionen GBP). Thomas Schütte tat sich mit seinen vier charakteristischen Arbeiten etwas schwer. Nur zwei wurden übernommen; überzeugen konnte allein seine janusartige Keramikskulptur zweier älterer Männerköpfe von 1993 bei 380.000 Pfund (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Auch Günther Ueckers recht akkurate, quadratische Nagelung „Reihe Feld“ verfing trotz ihres frühen Entstehungsdatums 1970 bei 250.000 bis 350.000 Pfund nicht. Dafür brachte es Antony Gormleys aus Stahldrahtwindungen aufgebaute Menschengestalt „Feeling Material XIV“ von 2005 auf 480.000 Pfund (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



17.02.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


13.02.2013, Post-War and Contemporary Art (Evening Auction)

Bei:


Christie's

Bericht:


Sexismus auch in London










Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce