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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Alte Meister bei Christie’s in New York

Rekorde purzeln



Baccio della Porta, genannt Fra Bartolommeo, Die Madonna mit dem Kind

Baccio della Porta, genannt Fra Bartolommeo, Die Madonna mit dem Kind

Bei den Altmeisterauktionen der großen Versteigerer in England und Amerika hat es ja in letzter Zeit ein wenig gehapert. Das lag nicht zuletzt daran, dass die auch in dieser Luxusklasse herausragenden Einlieferungen immer seltener werden. Bei Christie’s in New York zeigte sich jüngst wieder die Schwierigkeit, wenige Spitzenwerke mit viel Zweitrangigem umgeben zu müssen. So lag in der Sonderauktion ausschließlich mit Arbeiten der Renaissance die Abnahmequote mit rund zwei Dritteln deutlich unterhalb der stets gut bestückten Versteigerungen mit moderner und zeitgenössischer Kunst. Mit den Toplosen hatte Christie’s aber fast durchweg Erfolg. Am Ende gab es sogar vier Künstlerauktionsrekorde unter den besten Zehn. Eine im Rundbild festgehaltene Madonna des Florentiner Raffael-Zeitgenossen Fra Bartolommeo, die erst 1992 wieder ans Licht der Öffentlichkeit gelangt und noch nie öffentlich ausgestellt war, brachte es bei einer Schätzung von 10 bis 15 Millionen Dollar auf 11,5 Millionen Dollar. Damit überstieg die liebreizende Mutter-Kind-Szene in einer klassischen südlichen Landschaft den bisherigen Höchstpreis für den auch Baccio della Porta geheißenen Maler um fast das Dreifache.


Dahinter rangierte bei 9,25 Millionen Dollar Sandro Botticellis „Rockefeller-Madonna“, benannt nach zwei ihrer früheren Besitzer aus der amerikanischen Unternehmerdynastie. Auf der TEFAF 2010 in Maastricht bot Kunsthändler Simon Dickinson die knapp fünfzig Zentimeter hohe Holztafel, auf der Johannes der Täufer vor der auf einer Terrasse mit Landschaftsausblick sitzenden Muttergottes mit dem Jesuskind kniet, für 15 Millionen Dollar an. Jetzt hatten 5 bis 7 Millionen Dollar auf dem Etikett gestanden. Einen noch größeren Preissprung – jedenfalls von der gegenwärtigen Schätzung aus gesehen – nahm das Bildnis des Jacopo Boncompagni, eines illegitimen Sohnes des späteren Papstes Gregor XIII., aus der Hand von Scipione Pulzone, nach seinem Herkunftsort Il Gaetano genannt. Die 1574 datierte Leinwand mit dem Dreiviertelkonterfei des bärtigen jungen Mannes in prachtvoll geschmiedeter Rüstung verdreifachte ihren Wert von 1,5 bis 2,5 Millionen Dollar auf 6,7 Millionen Dollar.

Von den großen Werken mussten eine weitere Arbeit Botticellis, seine seit dem frühen 20sten Jahrhundert nachweisbare „Madonna mit Granatapfel“, bei 3 bis 5 Millionen Dollar und vor allem der Favorit der Auktion die Heimreise antreten: Agnolo di Cosimos aufgewecktes „Portrait eines jungen Mannes mit Buch“ war prominent an das Ende der Veranstaltung gesetzt. Doch dies half nichts, das mit 12 bis 18 Millionen Dollar hochdotierte, frühe Bildnis Bronzinos an den Sammler zu bringen. Bei 1 Million und 1,5 Millionen Dollar jeweils an der unteren Taxgrenze blieben Raffaels weit ausformulierte, aber etwa verblichene Zeichnung „Der heilige Benedikt segnet Maurus und Placidus“ sowie eine Madonna mit schlafendem Johannesknaben Lucas Cranachs d.J. hängen. 800.000 Dollar ebenfalls im unteren Bereich der Erwartungen erzielte eine weitere Madonna Bartolomeo Venetos mit der Datierung 1502 sowie einer Hintergrundlandschaft, in die unter anderem die Antoniusbasilika von Padua eingearbeitet ist. Bei Tizian reichte es wieder zu einem Auktionsrekord, allerdings bezogen auf die Holzschnitttechnik: Von 250.000 bis 350.000 Dollar auf 710.000 Dollar arbeitete sich seine aus zwölf Teilen zusammengesetzte Panoramaansicht „Der Untergang der Armee des Pharaos im Roten Meer“ von circa 1514/15 hoch.

Mehr Absatzschwierigkeiten zeitigten das preisliche Mittelfeld und die oft auch im niedrigen fünfstelligen Bereich angesiedelten kunsthandwerklichen Gegenstände. Hier wurde manches unterhalb der Erwartungen zugeschlagen wie ein vollständiger Flügelaltar des Meisters der Antwerpener Anbetung mit drei Tafeln zur der Anbetung der Könige vom Beginn des 16ten Jahrhunderts für 440.000 Dollar oder das Bildnis einer verführerisch den Betrachter anblickenden Frau mit Katze von Antonio d’Ubertino Verdi, genannt Bacchiacca, für 450.000 Dollar (Taxen zwischen 500.000 und 800.000 USD). 750.000 Dollar für eine „Versuchung des Antonius“ mit fantasievollen Geschöpfen aus der Hand eines Nachfolgers von Hieronymus Bosch (Taxe 400.000 bis 600.000 USD) und überraschende 380.000 Dollar für ein weiß-blaues Terrakottarelief mit einer weiteren das Christuskind anbetenden Madonna samt Engeln von Benedetto Buglioni standen dagegen auf der Habenseite (Taxe 30.000 bis 50.000 USD). Von den ältesten Stücken der Auktion wurde eine kleine Predellentafel Taddeo di Bartolos, eines Sieneser Meisters der Wende vom 14ten zum 15ten Jahrhundert, mit einer Szene aus dem Leben der Brüder Cosmas und Damian zur oberen Schätzung von 800.000 Dollar übernommen.

Eine mit 73 Prozent höhere losbezogene Zuschlagsquote, doch keine derart bedeutenden Einzelergebnisse prägte die Altmeisterhauptauktion vor der Renaissance-Abteilung am 30. Januar. Dennoch reichte es hier zu drei weiteren Auktionsrekorden, darunter wieder das Toplos: Nie ward bislang mehr gezahlt als 3,5 Millionen Dollar für ein Werk Jean-Baptiste Siméon Chardins, hier die schon ganz impressionistisch wirkende „Stickerin“ auf nur 19 mal 16,5 Zentimetern. Chardin gehörte ja schon zu Lebzeiten eher zu den Außenseitern der französischen Malerei des 18ten Jahrhunderts, doch schon die Schätzung von 3 bis 5 Millionen Dollar hatte die heute an seine Arbeiten gestellten Ansprüche eindrucksvoll umrissen. Die übrigen drei Millionenbeträge gingen an Italiener, darunter ebenfalls rekordträchtige 3 Millionen Dollar an eine frühbarock bewegte „Verkündigung“ von Annibale Carracci (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen USD). Bei 3 und 1,8 Millionen Dollar im unteren Taxbereich schlossen zwei formatgleiche Rom-Veduten Giovanni Paolo Paninis von 1750 ab, wobei der Blick über die belebte Treppe hinauf aufs Kapitol den Vorzug vor der Ansicht des Petersplatzes genoss.

Verhältnismäßig schwach besetzt waren die alten Niederländer. Auch von Familie Breughel kam nur ein Bild, eine etwas unspektakuläre, dichte Waldlandschaft Jan Brueghels d.Ä. mit Jägern und Hunden in Öl auf Kupfer für 400.000 Dollar (Taxe 300.000 bis 500.000 USD). Den gleichen Betrag spielten eine duftig in aquarellhaft sanften Tönen gehaltene Dünengegend mit Bauern Salomon van Ruysdaels aus dem Jahr 1629 und ein fast fotografisch exaktes Stillleben mit venezianischem Weinglas, Delfter Kanne, Rose und chinesischem Porzellanteller samt Walnüssen von Hubert van Ravesteyn ein (Taxen je 400.000 bis 600.000 USD). Jacob Grimmer war spezialisiert auf die Darstellung der zwölf Monate und der vier Jahreszeiten und steuerte zur Auktion eine Allegorie des Sommers mit Bauern bei der Ernte für gute 270.000 Dollar bei (Taxe 150.000 bis 250.000 USD).

Mit 80.000 bis 120.000 Dollar war die entkleidete Venus mit Cupido in einer Version von Abraham Bloemaert verlockend günstig angesetzt. Sie legte mit 360.000 Dollar die stärkte Steigung der Abteilung hin. Bei 500.000 Dollar schloss Antoine Watteaus galante Parkszene „La Déclaration“ in Öl auf kleiner Kupferplatte ab (Taxe 500.000 bis 700.000 USD). Aus dem französischen Rokoko kam noch François Bouchers neckische Puttenszene „L’Amour moissonneur“ aus den frühen 1730er Jahren bei 320.000 Dollar zum Zug (Taxe 300.000 bis 500.000 USD). Schon in den Klassizismus wies Pierre-Jacques Volaires zur unteren Schätzung von 200.000 Dollar übernommener, rot glühender Ausbruch des Vesuvs vor dem nächtlichen Himmel.

Einige unerwartete Wertsteigerungen erlebte Christie’s bei mehreren Losnummern während der Tagesauktion am 31. Januar, darunter für Jean-Baptiste Oudrys Verbildlichung der Fabel „Der Wolf und das Lamm“, die von 40.000 bis 80.000 Dollar auf 330.000 Dollar schoss, oder für sieben Heilige und Kirchenlehrer auf einer Tafel aus Werkstatt Peter Paul Rubens, deren Preis sich auf 140.000 Dollar etwa verdoppelte. Oudry schuf zudem zwei Hunde in einem Park, die sich mit zwei Vögeln abgeben. Auch hier blieb es nicht bei den vorgesehenen 80.000 bis 100.000 Dollar; bis auf 180.000 Dollar musste ein Kunde gehen, um die Oberhand zu behalten. Über hohe Preise konnten sich noch Hieronymus Francken II für eine fröhliche Gesellschaft beim Tanz mit 110.000 Dollar (Taxe 60.000 bis 80.000 USD), Jan van Huysum für ein üppiges Blumenstillleben mit Vogelnest bei 180.000 Dollar (Taxe 150.000 bis 250.000 USD) oder nochmals Abraham Bloemaert für seine zwei singenden Jungen bei 210.000 Dollar freuen (Taxe 150.000 bis 250.000 USD). Künstler aus dem deutschsprachigen Kulturkreis machten sich auf der Auktion rar. Zu nennen sind Johannes Lingelbach mit einem Soldatenlager samt Marketenderin bei 10.000 Dollar (Taxe 15.000 bis 20.000 USD) und der in Bayern geborene, aber hauptsächlich in Italien arbeitende Ignaz Stern mit einer zarten Madonna bei 12.000 Dollar (Taxe 15.000 bis 20.000 USD).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



25.02.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Bartolomeo Veneto, Madonna mit dem Kind, 1502

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Taxe: 300.000 - 500.000 USD

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Taxe: 1.500.000 - 2.500.000 USD

Zuschlag: 3.000.000,- USD

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Jean-Baptiste Oudry, Der Wolf und das Lamm

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Hubert van Ravesteyn, Stillleben mit venezianischem Weinglas, Delfter Kanne, Rose und Wan-Li-Schale samt Walnüssen

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