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Jürgen Drescher in Karlsruhe

Der Badische Kunstverein stellt derzeit dem Karlsruher Publikum das Schaffen Jürgen Dreschers vor. Diese bisher umfangreichste Personale des Bildhauers in Deutschland umfasst neben neuen, für den Kunstverein entstandenen Arbeiten auch ältere Werke, die bis in die 1980er Jahre zurückreichen. Zu sehen sind überwiegend Skulpturen des 1955 in Karlsruhe geborenen Künstlers, aber auch einige Videos, Texte und Installationen gehören zu seiner Schau. In den 1980er und 1990er Jahren konzentrierte sich Jürgen Drescher in seinen Arbeiten auf das Verschieben von Dingen oder auch Situationen aus ihrem alltäglichen Zusammenhang in den Raum der Kunst, wie etwa bei dem Werk „Scherengitter“ von 1987. Es greift aus- und ineinander verschiebbare Gitterstrukturen aus dem öffentlichen Raum auf und kontrastiert in seinem geometrischen, minimalistischen Aussehen mit der bourgeoisen Architektur des Kunstvereins.

In den letzten Jahren widmete sich Jürgen Drescher hauptsächlich dem Verfahren des Metallgusses zur Reproduktion von Alltagsobjekten und der plastischen Modellierung von Figuren und Figurationen. Dazu gehören die neu für die Ausstellung produzierten Skulpturen „Dian und Digit 1974“ und „Große Deutsche Kunstausstellung 1940“, die auch das Zentrum der Ausstellung bilden. Erstere verkörpert eine Szene, in der sich die Primatenforscherin Dian Fossey dem ausgelassenen Gorilla Digit auf dem Boden liegend vorsichtig nähert. Der Gorilla wurde später in einer der zahlreichen Tötungsaktionen durch Wilderer erschossen und steht für die Ausbeutung der Natur aus rein wirtschaftlichen Interessen. Die zweite Skulptur stellt Adolf Hitler dar, wie er auf einer Bank im Haus der Kunst in München sitzt und von zwei Mitarbeitern umgeben ist.

Eng mit diesen Arbeiten sind Schaukästen verbunden, in denen provokative, meist mehrdeutige, Texte zu finden sind, wie beispielsweise „thun thun thun“. Mit dieser Proklamation spielt Jürgen Drescher einerseits auf seine Skulptur „Tuna“ an, einen aus Styropor geschnitzten und mit Epoxydharz übergossenen toten Thunfisch, der als Symbol für eine bedrohte Tierart steht, und andererseits auf die ständige Forderung nach mehr Leistung und Produktion. Eines der Videos ist „Mönch“, das den Künstler selbst zeigt, wie er sich seinen morgendlichen Ritualen hingibt. Drescher stellt hierbei den globalen Katastrophen das positive Bild eines alltäglich praktizierten Lebensprinzips gegenüber.

Die Ausstellung „Jürgen Drescher – dig it“ ist bis zum 1. April zu sehen. Der Badische Kunstverein hat täglich außer montags von 11 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro.

Badischer Kunstverein
Waldstraße 3
D-76133 Karlsruhe

Telefon: +49 (0)721 – 28 226
Telefax: +49 (0)721 – 29 773

Quelle: Kunstmarkt.com/Jasmin Kleinschroth

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Badischer Kunstverein

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Jürgen Drescher








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