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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Künstlerisches Glas vom Altertum bis in die Gegenwart bei Fischer in Heilbronn

Jäger und Geschobene



Deckelbecher, Glashütte Zechlin zugeschrieben, um 1740

Deckelbecher, Glashütte Zechlin zugeschrieben, um 1740

„Man muß auch Seinen Feinden guthes thun“ heißt es leicht ironisch auf der Wandung eines gläsernen Deckelbechers wohl aus Glashütte Zechlin um 1740. Dazu kutschiert ein großer Hase vier junge Hunde in einer Schubkarre herum, die darob auch recht verdutzt in die Gegend schauen. Normalerweise ist es ja umgekehrt: Allerlei Jagdszenen, bei denen Hunde auf andere Tiere losgehen, finden sich auf den geschliffenen Pokalen und Bechern, die das Heilbronner Auktionshaus Fischer nun zur Versteigerung bringt. Auf einem Lauensteiner Pokal um 1750/60 werden in spiralförmigem Bildband Wildschweine und Füchse zwischen den vielgestaltigen Laubbäumen hergetrieben, auf einem anderen, eine Generation älteren Exemplar der Glücksburger Hütte, gelegen im östlichsten Zipfel des heutigen Sachsen-Anhalt, sind es Hirsche, die dran glauben müssen – die Jagd war eben, zumal in adligen Kreisen, immer ein köstliches Vergnügen, das auch in den Bildkünsten Niederschlag gefunden hat.


Einmal mehr recht gut bestückt stellt sich das Angebot an älteren Gläsern bei Fischer am 16. März dar. Preislich liegen diese Objekte je nach Opulenz und Qualität der Ausführung bei nicht mehr als 3.000 Euro. Nur für einen Nürnberger Becher des späten 17ten Jahrhunderts mit feiner Schwarzlotmalerei wird es teurer: Johann Schaper, der berühmteste Vertreter dieser seltenen Kunst, oder einer seiner unmittelbaren Nachfolger zeichnet verantwortlich für die mythologischen Szenen mit Amor und Psyche sowie dem trunkenen Bacchus, die wohl auf Gemäldevorlagen von Peter Paul Rubens basieren. 3.500 bis 3.800 Euro werden hier erwartet. Auch aus dem früheren und mittleren 19ten Jahrhundert gibt es Arbeiten in dieser Preisklasse, etwa einen frohsinnstiftenden Zylinderbecher Anton Kothgassers mit dem freundlichen Gruß „bon jour“ in einer strahlenden Sonne oder aus der Harrachschen Glasfabrik im böhmischen Neuwelt ein prächtiger, blau marmorierter und am Lippenrand vergoldeter Lithyalinbecher von Friedrich Egermann um 1830 (Taxen je 2.500 bis 3.500 EUR).

Die teuersten Objekte stellen dann aber doch wieder die Erzeugnisse des Jugendstil und des fortgeschrittenen 20sten Jahrhunderts. An Daum Frères oder Emile Gallé, deren schillernde, buntfarbige Vasen die ausgelassen-melancholische fin de siècle-Stimmung im Europa am Vorabend des Ersten Weltkriegs dokumentieren, führt einfach kein Weg vorbei. Besonders eindrucksvoll: eine Vase mit Zweigen und Blüten in verschiedenen Rosétönen vor einem ebensolchen Hintergrund, von Daum Frères um 1910 hergestellt (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Später schwenkte man auf die kantigeren Formen des Art Déco um, wofür unter anderem eine wuchtige pilzförmige Tischlampe der mittleren 1920er Jahre in mattem Gelb steht (Taxe 6.700 bis 8.000 EUR). Bei Gallé beginnt es mit filigranen, transparenten Gläsern des ausgehenden 19ten Jahrhunderts mit Pflanzenzier für bis zu 6.600 Euro, um noch in den 1920er Jahren die üppigen Formen des Jugendstil zu feiern. Eine schlanke, mit Margeriten geschmückte Tischlampe in Gelb, Blau und Violett für 11.000 bis 13.000 Euro zeugt davon.

Das Pendant in der k.u.k.-Monarchie war die Glasfabrik Lötz Witwe in Klostermühle, aus der als Spitzenstück unter einer Reihe weiterer Arbeiten die wie aus Papier geformte und von Franz Hofstötter farbenreich dekorierte Phänomen-Vase GRE 1/23 von 1902 für 8.000 bis 10.000 Euro zum Aufruf kommt. Die Firma Josef Rindskopf’s Söhne in Teplitz-Schönau produzierte nach Ideen von Lötz Witwe und brachte etwa zeitgleich eine große blausilbern irisierende Vase mit vergoldeter Metallmontierung hervor, die jetzt 4.000 bis 4.500 Euro kosten soll. Vermutlich aus den Tiffany Studios in New York kommt eine baumartig gestaltete Tischlampe mit hängender blaugrüner Blütenkrone für 6.400 bis 7.000 Euro.

Richtig teuer wird es schließlich für die Murano-Arbeiten. Bis zu 25.000 und sogar 28.000 Euro sollen die venezianischen Arbeiten der ersten Nachkriegsjahrzehnte einspielen, etwa Thomas Stearns Vase „Capello del Doge“, bei der er sich um 1962 vom Dogenhut inspirieren ließ, oder Dino Martens’ expressiv bunte, mit Gesichtszügen ausgestattete „Geltrude“ von 1954. Fulvio Bianconi mit einer gestreiften Vase „a fasce verticale“ von etwa 1950/51 (Taxe 13.000 bis 16.000 EUR), Ermanno Toso mit einer senfgelben „Millepiedi“ samt schwarz-weißen „Kiku“-Murrine aus den späten 1950er Jahren (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR), Pollio Perelda mit seinem zylindrischen rotbraunen Exemplar „Stellato“ (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR) oder Carlo Scarpa mit einer kanuförmigen, in Schwarz-Gelb-Rot schimmernden Schale „a murrine“ noch aus der Zeit um 1940 (Taxe 11.000 bis 13.000 EUR) – die ganze Prominenz der Murano-Designer gibt sich bei Fischer ein Stelldichein, und sogar Pablo Picasso findet sich hier als Entwerfer mehrerer Gefäße in Kopfform für bis zu 20.000 Euro. Figürliches steuert Luciano Gaspari in Form seiner fünf Modedamen „Le Francesi“ bei, 1960 für Salviati & Co. in zeittypischer Eleganz entworfen (Taxe 8.000 bis 14.000 EUR).

Kein Geringerer als Otto Dix entwarf 1959 das Glasfenster „David vor Saul“, das in nur drei Ausfertigungen bei der traditionsreichen Firma Heinrich Oidtmann in Linnich vom Band lief und charakteristisch für den Spätstil des sächsischen Expressionisten ist (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). In jüngerer Zeit machten sich einige ostmitteleuropäische Meister auf dem Gebiet der Glaskunst bemerkbar, allen voran das Paar Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová, von dem Fischer diesmal die große rote Plastik „Head with Hair“ von 1990 offeriert (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Als weiteres Beispiel ist Ivo Rozsypals schwarz-weiß gestreifte Skulptur „Staccato“ von 1983 für 6.000 bis 10.000 Euro zu nennen. Davide Salvadores unikate Vasenform „African Vessel“ von etwa 2005 vertritt eine der neuesten Richtungen, bei der Schrill-Buntes wieder in den Vordergrund drängt (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 16. März um 10 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist vom 11. bis zum 14. März täglich von 11 bis 17 Uhr, am 15. März von 9 bis 16 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.auctions-fischer.de.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Trappensee-Schlösschen

DE-74074 Heilbronn

Telefax:+49 (07131) 15 55 720

Telefon:+49 (07131) 15 55 70

E-Mail: info@auctions-fischer.de



11.03.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Herzdame besticht

Kunstwerk:

Jagdpokal, Glashütte Glücksburg, Mitte 18. Jahrhundert
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Fächercase, Josef Rindskopf’s Söhne, Teplitz-Schönau 1900/05
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Vase, Josef Rindskopf’s Söhne, Teplitz-Schönau 1900/05
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Kunstwerk:

Franz Hofstötter, Vase „Phänomen GRE 1/23“, 1902
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Kunstwerk:

René Lalique, Vase „Davos“, Wingen-Sur-Moder 1932
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René Lalique, Vase „Royat“, Wingen-Sur-Moder 1936
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René Lalique, Vase „Actinia“, Wingen-Sur-Moder 1934
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Tischlampe, Daum Frères, Nancy um 1930

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Taxe: 1.500 - 1.800 EURO

Losnummer: 383

Erotik-Pokal, Glashütte Glücksburg, um 1730

Erotik-Pokal, Glashütte Glücksburg, um 1730

Taxe: 1.200 - 1.400 EURO

Zuschlag: 1.000,- EURO

Losnummer: 87

Vase mit Eichenlaub, Daum Frères, Nancy um 1903

Vase mit Eichenlaub, Daum Frères, Nancy um 1903

Taxe: 7.800 - 9.800 EURO

Losnummer: 344

Anton Kothgasser, Zylinderbecher „Bon Jour“, Wien 1815/20

Anton Kothgasser, Zylinderbecher „Bon Jour“, Wien 1815/20

Taxe: 2.500 - 3.500 EURO

Zuschlag: 4.000,- EURO

Losnummer: 178

Jagdpokal, Lauenstein, 1750/60

Jagdpokal, Lauenstein, 1750/60

Taxe: 2.400 - 2.700 EURO

Zuschlag: 10.500,- EURO

Losnummer: 76

Vase mit Disteln, Daum Frères, Nancy um 1893

Vase mit Disteln, Daum Frères, Nancy um 1893

Taxe: 4.500 - 5.500 EURO

Zuschlag: 4.500,- EURO

Losnummer: 341

Fulvio Bianconi, Vase „a fasce verticale“, um 1950/51

Fulvio Bianconi, Vase „a fasce verticale“, um 1950/51

Taxe: 13.000 - 16.000 EURO

Zuschlag: 24.000,- EURO

Losnummer: 796

Vase mir Schlehdorn, Daum Frères, Nancy 1912/13

Vase mir Schlehdorn, Daum Frères, Nancy 1912/13

Taxe: 5.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 3.500,- EURO

Losnummer: 343

Daum Frères, Vase mit Blüten, Nancy um 1910

Daum Frères, Vase mit Blüten, Nancy um 1910

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Losnummer: 348

Dino Martens, Vase „Geltrude“, Murano 1954

Dino Martens, Vase „Geltrude“, Murano 1954

Taxe: 20.000 - 25.000 EURO

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Emile Gallé, Vase mit Disteln, Nancy um 1895

Emile Gallé, Vase mit Disteln, Nancy um 1895

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 Venini & C., Carlo Scarpa, Schale „A Murrine“, Murano um 1940

Venini & C., Carlo Scarpa, Schale „A Murrine“, Murano um 1940

Taxe: 11.000 - 13.000 EURO

Losnummer: 817




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