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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Die 32ste Eurantica in Brüssel läuft wieder parallel zur TEFAF in Maastricht und hofft, von ihrer großen Schwester zu profitieren

Irrungen und Wirrungen



Stand der Galerie van Laer auf der Eurantica

Stand der Galerie van Laer auf der Eurantica

Auf den ersten Blick hat sich in Halle 1 der Brüsseler Expo nichts geändert. Der Veranstaltungsort ist geblieben, die Blumendekoration ist vielleicht nicht ganz so aufwendig wie in den vorherigen Jahren, doch sehenswert. Der Autosponsor scheint allerdings abgesprungen zu sein, dafür steht passend zum Thema „Altes mit Niveau“ ein grüner Oldtimer im zentralen Mittelgang der Eurantica. Er ist immer wieder Orientierungspunkt, der einzige, in einem Standlabyrinth, das – glaubt man den Veranstaltern – doch eigentlich ein wohlgeordneter Parcours sein soll, der als zentralen Mittelpunkt einen Marktplatz hat, um den sich die Stände als kleine Inseln gruppieren. Damit soll die Zusammenarbeit der einzelnen Antiquitätenhändler gefördert werden. Vor allen Dingen sollen diejenigen, die sich spezialisiert haben, zum Beispiel Händler mit ausgefallenen Keramiken, von den geschaffenen Synergieeffekten profitieren. Das mag sein. Der Besucher jedoch läuft permanent in irgendwelche Sackgassen, wenn er den Hauptgang mit dem grünen Oldtimer verlässt und nur mal kurz um die Ecke biegt. Schwierig für den willigen Käufer, der verzweifelt den Weg zurück zum begehrten Objekt sucht, nachdem er sich ausführlich auf der Messe umgesehen und verglichen hat. Das ist eine Standplanung, die im Nachgang der Eurantica ernsthaft überdacht werden sollte.


Bob Shimanovich tangiert diese Neuerung wenig. Er liegt mit seiner Koje am Ende der Halle direkt neben dem Restaurant. Kunden, die dort herauskommen, müssen bei ihm vorbei und halten dort auch gerne an. Shimanovich, Kunsthändler aus Berlin, ist treuer Gast der belgischen Kunst- und Antiquitätenmessen. Brüssel, Namur, Knokke – nein, Knokke nun nicht mehr. Zu teuer, zu düster und kein Niveau. Das reißt auch die exklusive Klientel des teuren Seebades nicht heraus. Also nur noch Eurantica und Namur. Shimanovich ist spezialisiert auf Wiener Bronzen, die seit der Biedermeierzeit von einem neuen Bewusstsein des Bürgertums in Sachen Wohnkultur und Geselligkeit kündeten. In diesem Jahr präsentiert er zudem außergewöhnliche Bronzen des Art Déco. So zum Beispiel „Dancer of Kapurthala“ von Demetre Chiparus um 1925. Die beschwingten Damen in ihren schweren Bronzekleidern tanzen scheinbar leichtfüßig dem Betrachter entgegen. Zu den Preisen sagt Shimanovich wie immer nichts. Nur so viel: es sind teure, ehrliche und sehr gute Arbeiten, die er hier anbietet und auch schon gut verkauft hat. Von Eurokrise keine Spur.

Wie Bob Shimanoivich kommt auch die Galerie The Old Treasury aus Heeze in den Niederlanden immer wieder gerne nach Brüssel. Wie in jedem Jahr bietet sie neben wertvollem Schmuck außergewöhnliche Gebrauchsgegenstände aus Silber an. In diesem Jahr fällt ein Likördekanter besonders ins Auge. Das außergewöhnliche Stück entstand in Kopenhagen um 1934, ist voll funktionsfähig und soll 2.900 Euro kosten. Jede Eurantica ist ein Garant für neue Entdeckungen der belgischen Malerklassiker wie Félicien Rops oder Armand Rassenfosse. Seit 17 Jahren ist Anne-Cathérine Simon, Leiterin der Dus’Art Gallery, auf Rops, Rassenfosse und Paul Delvaux spezialisiert. Deshalb gelang es ihr auch im Laufe dieser Jahre, eine beachtliche Sammlung zusammenzutragen. Wichtig ist der studierten Kunsthistorikerin, dass es bei den von ihr entdeckten Werken um Authentizität und den Seltenheitswert geht. Bei Rops ist es der Bleistiftstrich, die besondere Art seiner Drucke und das Farbspiel darin. Aquarellierte Zeichnungen kosten dann zahlbare 1.800 Euro oder 750 Euro. Die Grenze liegt bei 50.000 Euro. Die mitgebrachte Arbeit von Paul Delvaux entstand im Jahr der Geburt der Tochter seiner Nichte. Ausgezeichnet ist die „Maternité“ mit bei 55.000 Euro.

Aus Düsseldorf angereist und zum ersten Mal dabei ist Dénes Szy. Er kennt die Eurantica von zahlreichen Besuchen und fand es bisher immer zu teuer. Fast 14 Tage sind die Galeristen in Brüssel. Standkosten und nicht unerhebliche Nebenkosten plus der laufenden Aufwendungen in Deutschland machen die Entscheidung nicht leicht. Doch Dénes Szy ist von seinem Angebot und der Neugier des Publikums überzeugt. Auch er bietet quasi in einer Nebensparte eine Art Déco-Bronze aus Frankreich an, die 6.800 Euro verlangt. Sein Hauptaugenmerk liegt allerdings bei den exquisiten Silberarbeiten des Dänen Georg Jensen aus den 1930er Jahren. Da kann dann schon mal ein Salzstreuer 680 Euro kosten, eine große Silberschale, entworfen von Nanna Ditzel für Jensen, 26.000 Euro. Die 1923 geborene Möbelschreinerin hat sich schnell einen Namen in der Designerszene gemacht und wurde für ihre innovativen Entwürfe mehrfach ausgezeichnet. Neben viel Silber liegt ein weiterer Schwerpunkt des Düsseldorfer Galeristen von der Königsallee auf wertvollem Meißner Porzellan. Ein Jugendstil-Service von Rudolf Hentschel aus dem Jahr 1901 besticht durch das ungewöhnliche Flügelmuster. Ein kleiner Teller listet bei 850 Euro, eine große Servierplatte 3.800 Euro. Ein weiteres Highlight ist eine Vitrine Emile Gallés um 1900 für 38.000 Euro.

Raf van Severen aus Antwerpen präsentiert ein Werk von Ossip Zadkine aus einer bedeutenden Antwerpener Sammlung, für das er 36.000 Euro ansetzt. Die zeitgenössische Malerei und Skulptur ist auf der Eurantica in diesem Jahr kaum vertreten und wenn, dann fragt man sich, ob man von diesem oder jenem Künstler schon einmal hätte hören müssen. Die Galerie Jungmann aus Frankreich hat den „Sculpteur“ Pierre Matter im Angebot. Seine Skulpturen sind eine Kombination aus Maschinen, Menschen und Tieren, verbunden durch Schrauben und Schläuche, futuristisch, surreal und von höchster Ästhetik für 17.000 Euro (Auflage 7). Ein Unikat kostet 26.000 Euro. Matters Werke seien in Shanghai ebenso begehrt wie in Monaco, versichert der Galerist.

Mit den Werken des Vaters hat das Galeristenleben für Minneke van Campen begonnen. Jef van Campens Werk präsentiert die Galerie van Campen & Rochtus auf der Eurantica und bietet sogar Ratenzahlung ohne Zinsen für die stillen Werke des Künstlers an. Kostet das Stillleben „Silence1“ 4.950 Euro, so kann man es für 159 Euro im Monat abstottern. Das Prinzip ist für die junge Käuferschaft als Einstiegshilfe in die Kunst- und Antiquitätenszene bestimmt. Aber wer das Budget hat, kann anderen Verlockungen der Eurantica sofort nachgeben und beispielsweise bei Bruno Aneca, einem ausgewiesenen Uhrmachermeister aus Brüssel, viel Geld für eine seltene Kaminuhr lassen, oder aber man lässt die Armbanduhr von Patek Philippe für 6.500 Euro links liegen und kauft sich eine für 950 Euro oder eine goldene Taschenuhr für 1.250 Euro. Das ist auf alle Fälle eine Anschaffung fürs Leben und gut angelegtes Geld.

Viele deutsche Aussteller der vergangenen Jahre haben der Eurantica den Rücken gekehrt. Jörg Schuhmacher aus Frankfurt ist zur BRAFA gewechselt, der großen Schwester der Eurantica. Der Kunsthandel Braun aus Wuppertal ist nicht mehr da, genauso die Wunderkammern des Peter Wachholz aus München. Allein seine dortige Kollegin Helga Ahrend mit ihren ausgefallenen Angeboten an Schmuck und die Ikonen Galerie Dr. Michael Ewenstein aus Berlin halten der Eurantica die Treue.

Wie immer liegt die Brüsseler Messe parallel zur TEFAF in Maastricht. Das Prinzip hat sich seit Jahren bewährt. Die Händler der TEFAF kaufen schon mal in Brüssel ein, und auch die Besucher nutzen ihre Zeit, beide Kunstmessen zu besuchen. Der Synergieeffekt stimmt. 120 Galerien aus Belgien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden sowie Engländer, Spanier und Portugiesen beteiligen sich in diesem Jahr an der Eurantica. Auch wenn die Messe in diesem Jahr junge Talente propagiert hat, war davon wenig zu sehen, vielleicht weil der geplante Aufbau dies verhindert hat. Die Messe ist klein und sollte überschaubar sein. Komplizierte Wegstrukturen und fiktive Marktplätze machen noch kein Konzept.

Die Eurantica Fine Art 2013 läuft bis zum 24. März und hat werktags von 14 bis 19 Uhr, am Wochenende schon ab 11 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 15 Euro, mit Katalog 20 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre ist er kostenlos.

Brussels Expo
Palais 5
Place de Belgique 1
BE-1020 Brüssel

www.eurantica.be



22.03.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Marianne Hoffmann

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