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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Antiquitäten und Möbel im Wiener Dorotheum

Verliebt, verlobt, verheiratet



Johann Joachim Kändler und Friedrich Elias Meyer, Apotheose Augusts des Starken, um 1750/60

Johann Joachim Kändler und Friedrich Elias Meyer, Apotheose Augusts des Starken, um 1750/60

Gleich drei junge Damen und zusätzlich noch zwei Putten bemühen sich eifrig darum, den Ruhm des großen Herrschers zu vermehren und für die Ewigkeit zu fixieren. Dichtkunst, Musik und Malerei, verbildlicht durch die drei mehr oder eher weniger bekleideten Frauengestalten, dienen als Apotheose Augusts des Starken, der als der wohl berühmteste sächsische Herrscher der frühen Neuzeit in die Geschichte einging und als König von Polen seinem Geschlecht europäische Geltung verschaffte. Zu seinen Großtaten zählte auch eine intensive Förderung der Künste. 1710 gründete er die „Königlich-Polnische und Kurfürstlich-Sächsische Porzellan-Manufaktur“ in Meißen. Rund vierzig bis fünfzig Jahre später erinnerte man in Form jener oben beschriebenen Porzellangruppe an den 1733 verstorbenen Monarchen. Johann Joachim Kändler, Meißens prominentester Modelleur, und Friedrich Elias Meyer boten ihr ganzes Geschick für dieses Figurenarrangement auf. Etwas später, um 1770, wurde das Exemplar bemalt, das im Wiener Dorotheum jetzt versteigert wird. 50.000 bis 90.000 Euro erwartet das Auktionshaus für diese fürstliche Verherrlichung, die in vorliegender Form als Unikat gilt.


Zwei Nachmittage lang, am 17. und am 18. April, wird sich das Dorotheum mit Porzellan, Glas, Skulpturen, Bronzearbeiten, Ikonen, Uhren und Möbeln beschäftigen. Letztere werden den Beginn machen mit knapp hundert Objekten vom ausgehenden Mittelalter bis ins 20ste Jahrhundert. Hauptlos ist ein gut zwei Meter langer, mit Blumen und Putten bemalter sowie goldstaffierte Halbkonzertflügel im Rokokostil, der allerdings erst im ausgehenden 19ten Jahrhundert von Richard Lipp & Sohn in Stuttgart nach alten Vorbildern hergestellt wurde (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR). Wohl der italienischen Spätrenaissance gehören wesentliche Bestandteile eines Kabinettschrankes an, dessen florale Bildfelder in Pietra-Dura-Technik gestaltet sind (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Venezianischer Herkunft dürfte ein großer Schreibaufsatzschrank sein, der in der ersten Hälfte des 18ten Jahrhunderts ein unbekannter Meister reich mit floralen und figuralen Einlagen in Elfenbein und Zinn verzierte (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Einige französische Stücke sind signiert, so eine hübsche Salonkommode des Louis XV von Jean-Charles Ellaume für 10.000 bis 14.000 Euro und eine andere Kommode von Louis Aubry aus der Zeit desr Transition um 1770/80 für ebenfalls erschwingliche 8.000 bis 12.000 Euro. Hochwertige Empire- und Biedermeierstücke des frühen 19ten Jahrhunderts, teils als Ensembles beispielsweise in Form einer kraftvoll ausformulierten Sitzgarnitur mit Adlermotiven und Tuschemalereien, bietet das Dorotheum insbesondere aus dem Wiener Raum für bis zu 25.000 Euro an. Ein kirschfurnierter Biedermeiersekretär stammt aus dem süddeutschen Raum und fällt durch seinen gerundeten Giebelabschluss auf. Bereits in die Zeit um 1900 datiert ein ebenso eleganter wie pragmatischer Damentoilettentisch der Firma H. Greaves im englischen Birmingham, der auch seine Ausstattung aus Glas, Silber und Elfenbein mit nur minimalen Gebrauchsspuren noch besitzt (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Noch einmal in die Zeit des Rokoko entführt uns um 1900 ein kleiner französischer Damenschreibtisch in Nierenform für 20.000 bis 25.000 Euro.

Hervorragende Arbeiten der Gotik und Spätgotik weist die Skulpturenabteilung auf. Allen voran thront hier eine gekrönte Maria mit Kind aus der niederösterreichischen Schule des mittleren 14ten Jahrhunderts, die ob ihrer ausgezeichneten Qualität vom Bundesdenkmalamt 2003 unter Denkmalschutz gestellt wurde und daher Ausfuhrbeschränkungen unterliegt (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR). Der Werkstatt des Tiroler Meisters Hans Klocker wird eine filigrane Madonna zugewiesen, bei der vor allem der geistvolle Gesichtsausdruck und die bewegte Haltung des Kindes beeindrucken. Leider ist sie unten beschnitten (Taxe 55.000 bis 70.000 EUR). Aller Achtung wert ist auch eine stehende Maria mit Buch in dunklem Eichenholz aus einer der zahlreichen großen Werkstätten im flandrischen Brügge um 1500 für 12.000 bis 14.000 Euro.

Schon mehrmals im Programm hatte das Dorotheum ein sitzendes Jesuskind des bayerischen Frühbarockmeisters Martin Zürn. Mit 24.000 bis 30.000 Euro wird jetzt ein neuer Verkaufsversuch unternommen. Aus Barock und Rokoko sind ferner eine Madonna vielleicht von Hans Degler aus Weilheim um 1620 (Taxe 28.000 bis 30.000 EUR), ein heiliger Michael im Kampf gegen den Drachen aus der Richtung des berühmten Gartenplastikers Ferdinand Tietz um 1760 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) und Johann Franz Schwanthalers bonbonfarben gefasstes Relief einer Madonna aus der Zeit um 1720/30 für 22.000 bis 30.000 Euro zu nennen. Drei hübsche Pietra-Dura-Bildplatten zeigen türkische Männer schreitend oder miteinander sprechend. Die friedlichen Szenen entstanden in der zweiten Hälfte des 18ten Jahrhunderts in Italien, als die Gefahr aus dem Orient für das christliche Europa als gebannt gelten konnte (Taxen zwischen 7.000 und 12.000 EUR). Mächtig ins Zeug gelegt hat sich Giovanni Montelatici mit der Verwendung verschiedener Marmorsorten, um seinen „Schuster mit Ehefrau in ihrer Werkstatt“ 1916 so präzise darzustellen, als seien sie in Öl gemalt (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Mit einigen Zeitmessern wie einer deutschen Türmchenuhr mit Automaten aus der Spätrenaissance zu Begin des 17ten Jahrhunderts (Taxe 40.000 bis 45.000 EUR) oder eine Art Déco-Tischuhr mit Vollkalender in blauem Emailrahmen von Cartier um 1912 endet die Sitzung am Mittwoch (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Donnerstagnachmittag geht es dann mit Gläsern weiter, wobei neben den üblichen Schnitt- und Schliffgläsern des 18ten Jahrhunderts und den Ranftbechern Anton Kothgassers aus der Biedermeierzeit auch ein großes Jugendstilfenster des Frankfurter Glasmalers Otto Linnemann aus dem Jahr 1905 Aufmerksamkeit verdient. Zu sehen sind ein König und eine Königin, einander zugewandt und mit Fahnen ausgestattet, auf denen Drachen und Schiff als Wappenzeichen prangen (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

In der Porzellanabteilung stehen neben der August-Apotheose noch weitere hochwertige Meißner Figurengruppen bereit: Johann Joachim Kändlers höfisches Liebespaar beim Schäferstündchen unter einem Baum von circa 1738 (Taxe 38.000 bis 55.000 EUR) und sein Schäferpaar samt Schäfchen und Hund um 1750 (Taxe 28.000 bis 40.000 EUR) sowie ein Liebespaar in einer Laube, um 1750 von einem unbekannten Meister entworfen, für 28.000 bis 40.000 Euro. Selbst ein Gebrauchsobjekt wie ein Gewürzschiffchen gestaltete Johann Friedrich Eberlein 1739 figural als Boot mit einem Steuermann aus (Taxe 4.000 bis 5.500 EUR). Im frühen 20sten Jahrhundert erlebte Meißens Kreativität noch einmal einen Aufschwung, der sich um 1929 in Willi Münch-Khes Don Quichotte zu Pferd mit Sancho Pansa unter selbigem niederschlug (Taxe 3.600 bis 4.000 EUR).

Auch in der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur in Wien setzte man im 18ten Jahrhundert auf figürliches Porzellan und ließ um 1750 eine Faschingsgruppe entstehen (Taxe 3.200 bis 4.000 EUR). Für die Gebrauchsware aus diesem Haus steht ein Déjeuner für heiße Schokolade von 1808 im Empire-Geschmack (Taxe 15.000 bis 19.000 EUR). Der erste, der in Habsburger Landen Porzellan herstellte, war Claudius Innocentius du Paquier. Aus seiner Manufaktur stammt beispielweise ein Doppelhenkelbecher, der zusammen mit einem geschliffenen Glas auf einem vergoldeten Silbertablett den Schokoladesüchtigen gereicht wurde (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR). Klassizistische Kühle, auch in ihrer marmorartigen Monochromie, strahlt dann das Brautpaar Maria Theresia von Savoyen und Charles-Philippe von Artois, später Karl X., von Louis-Simon Boizot aus dem Jahr 1773 aus, das bei Sèvres vom Band lief (Taxe 12.000 bis 22.000 EUR). Die besten Geschirre stammen aus dem frühen 19ten Jahrhundert mit einem neunteiligen Kaffeeservice von Déroche aus Paris und einem weiteren Exemplar in 15 Teilen der königlichen Porzellanmanufaktur in Neapel für bis zu 30.000 Euro an der Spitze.

Die Auktion beginnt am 17. April und 18. April jeweils um 14 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr möglich. Der Katalog listet die Objekte unter www.dorotheum.com.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



14.04.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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