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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Meisterwerke der Malerei, Zeichnung und Skulptur des 19ten und 20sten Jahrhunderts mit österreichischer Prägung im Wiener Auktionshaus im Kinsky

Ernst oder Gustav?



Meisterwerk reiht sich an Meisterwerk in der kommenden Versteigerung von Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts im Wiener Auktionshaus im Kinsky. Nur etwas über hundert Losnummern listet der Katalog, doch ihr geschätzter Gesamtwert liegt bei nicht weniger als 5 bis 10 Millionen Euro. Besonders aus der klassischen Moderne hat das Auktionshaus erstklassige Arbeiten vorwiegend österreichischer Meister im Programm. Mit an der Spitze – im Auktionsablauf allerdings erst ganz am Schluss – stehen zwei Landschaften Alfons Waldes, die die Fähigkeit des Tirolers zur plastischen Durchbildung seiner Sujets und damit seine große Unverwechselbarkeit einmal mehr eindrucksvoll belegen. Um 1927 widmete sich Walde einem Motiv aus Kitzbühel mit der Stadtpfarrkirche St. Andreas und dem direkt daneben stehenden mächtigen Turm der ansonsten recht bescheiden dimensionierten Liebfrauenkirche. Rundherum glänzen schneebedeckte Häuser und Berge. In die Zeit um 1930 datiert ein Blick auf den Wilden Kaiser mit einem Gehöft im Vordergrund. Beide Gemälde, eingeliefert von verschiedenen Besitzern aus Österreich und Dänemark, haben die Experten mit jeweils 150.000 bis 300.000 Euro angesetzt. Frappant ist dabei wieder einmal die Wiederholung der Sujets bei Walde. Einen Tag zuvor listet Kinskys Konkurrenz, das Wiener Auktionshaus Hassfurther, seinen identischen, etwa halb so großen Blick auf die Tiroler Stadt bei 60.000 bis 100.000 Euro.


Egon Schiele stellt am 23. April ebenfalls für je 150.000 bis 300.000 Euro zwei Kohlezeichnungen mit weiblichen Akten zur Verfügung. Der Künstler schuf sie 1918, dem Jahr, in dem er viel zu jung der spanischen Grippe erlag. Seinem Lieblingsmotiv, der Violine, widmete sich der leidenschaftliche Geiger Max Oppenheimer in seinem „Bildnis Emil Hermann“ aus dem Jahr 1946. Hermann war ein New Yorker Händler wertvoller Streichinstrumente, den Oppenheimer während seines Exils kennengelernt hatte. Das Portrait stammt aus dem Nachlass des Dargestellten (Taxe 150.000 bis 300.000 EUR). Mit von der Partie ist auch wieder Franz Sedlacek, der mit seinen höchst originellen Bilderfindungen aus der Zwischenkriegszeit zwischen Neuer Sachlichkeit und Surrealismus agiert. Oft bediente er sich althergebrachter Themen, so auch in seiner weiten Berglandschaft von 1927, in deren Vordergrund er wie die alten Niederländer eine kleine „Flucht nach Ägypten“ platzierte (Taxe 100.000 bis 200.000 EUR). Verschwenderisch ging Herbert Boeckl 1925 mit der Farbe in seiner Ablichtung eines Hauses in Maria Saal bei Klagenfurt vor. Der pastose Farbauftrag ist ein Markenzeichen des österreichischen Expressionisten (Taxe 100.000 bis 200.000 EUR).

Mit besonderem Stolz erfüllt das Auktionshaus die Offerte eines Selbstbildnisses Richard Gerstls von 1906/07, sind doch von dem bereits 1908 mit 25 Jahren durch Selbstmord gestorbenen Künstler nur rund sechzig Gemälde überliefert und noch viel weniger im freien Handel erhältlich. 70.000 bis 140.000 Euro soll die seit 1931 in einer österreichischen Privatsammlung befindliche Leinwand mit dem vorsichtig sich aus dem grünen Grund hervortastenden Haupt des unglücklichen Malers kosten. Hans Böhlers 1939 aus zahlreichen Cézanneschen Farbflecken zusammengesetztes Portrait seiner Geliebten „Thyrkiel“ (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR), Ernst Nepos „Nächtliche Landschaft“ von 1920 mit einem fahlgrün leuchtenden Baum im Vordergrund (Taxe 30.000 bis 60.000 EUR), Artur Nikodems expressiver Bauchtanz vor alten Männern aus dem Vorderen Orient von 1917 (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR) und die lichtvolle Landschaft „Ziegenteich bei Inzersdorf“ von Josef Stoitzner für 25.000 bis 50.000 Euro verdienen aus der zweiten Garde der österreichischen klassischen Moderne Hervorhebung. Aus Deutschland versucht Emil Nolde mit seinem hell purpurrot aquarellierten „Zigeunermädchen“ aus dem Jahr 1921 für 100.000 bis 180.000 Euro sein Glück, aus Frankreich Pablo Picassos kubistische Gouache „Gitarre und Obstschale auf einem Tisch“ von 1920 für 50.000 bis 100.000 Euro.

Das 19te Jahrhundert ist vornehmlich mit bedeutenden Landschaften vertreten. Besonders die Impressionisten um Emil Jakob Schindler geben sich hier ein Stelldichein. Meister Schindler selbst gelangt mit dem fotografisch genauen, dabei aber in seinem drückend-schwülen Klima gut erfassten „Scirocco im Anzug“ aus dem Jahr 1891 zum Aufruf (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Im gleichen Preisrahmen bewegt sich Robert Russ’ figurenreich belebter „Markt in Kollmann“ in Südtirol aus dem Jahr 1893, während für Olga Wisinger-Florians stimmungsvolles Herbstbild „Der erste Reif“ von 1906 mit einer sonnendurchfluteten Allee zwischen kalten Seen immerhin 150.000 bis 300.000 Euro erwartet werden. Die Malerei des Biedermeier repräsentiert Friedrich Gauermann mit zwei beschaulichen Landszenen: der „Hirtin mit Schafherde“ unter abendlichem Himmel für 35.000 bis 70.000 Euro und den 1828 datierten „Rehen am Waldbach“, die sich am Wasser laben, für 50.000 bis 100.000 Euro.

Seltener im Programm eines Auktionshauses findet sich Friedrich Loos. Sein Blick auf den Wolfgangsee mit St. Gilgen im Vordergrund, entstanden laut Jahreszahl 1842, ist ein schönes Beispiel für die exakte, beschauliche, fast naive Naturbeobachtung eines vielleicht nicht erstrangigen, aber doch beachtenswerten Malers dieser künstlerischen „Schwellenzeit“ (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR). Größere Berühmtheit erlangte Ferdinand Georg Waldmüller, von dem das Kinsky zum einen zwei Hundeportraits anbietet. Dabei handelt es sich um den Münsterländer des Grafen Ladislaus Esterházy-Galántha, einmal am Bach liegend und einmal an einem Tümpel stehend. Den Auftrag zu den kleinen Holztafeln hatte Waldmüller 1823 erhalten. Zum anderen wird ein Abnehmer für Waldmüllers „Sonntagsruhe“ gesucht, die sich eine junge Mutter mit ihrem Kind am Abend vor ihrem Häuschen gönnt. Vor einem Jahr blieb das mittelgroße Bild im Dorotheum bei 300.000 bis 400.000 Euro liegen, jetzt werden – wie für jedes der beiden Hundeportraits – 150.000 bis 300.000 Euro erwartet.

Eines der wenigen Erzeugnisse eines außerösterreichischen Künstlers ist Léon-François Comerres „Odaliske“ – schwül-erotische Orientmalerei pur (Taxe 70.000 bis 150.000 EUR). Adolf Schreyers arabische Reiter, die um 1870 bei der Überquerung eines Flusses beobachtet werden, lassen sich ebenfalls in diese Richtung einordnen (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR). Von Gustav Klimt gibt es nicht nur drei Zeichnungen – weibliche Akte, die gelegentlich als Vorstudien zu größeren Gemälden entstanden – für bis zu 100.000 Euro, sondern auch die eigenartige Studie eines alten Mannes mit Efeukranz im Profil, die ins relativ frühe Schaffen des Jugendstilkünstlers Ende der 1880er Jahre gehört. Im Vorfeld der Auktion haben sich nicht weniger als vier vom Kinsky befragte Experten über die Frage den Kopf zerbrochen, ob der annähernd DIN A4-große Karton nicht vielleicht von Gustavs Bruder Ernst gemalt sein könnte. Drei von ihnen haben sich allerdings dagegen ausgesprochen (Taxe 70.000 bis 140.000 EUR).

Zweifellos ein Ernst Klimt sind die beiden betenden Mädchen, die der etwa 23jährige Absolvent der Kunstgewerbeschule 1887 in salonmäßiger Korrektheit auf die Leinwand bannte. Gustav und Ernst sowie ihr Studienkollege Franz von Matsch arbeiteten in dieser Zeit ja bekanntlich als Malercompagnie recht erfolgreich zusammen, unter anderem bei der Ausgestaltung des Wiener Burgtheaters. Indes starb Ernst Klimt 28jährig bereits 1892 (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Impressionistisch mutet ein buntes Blumenstillleben Oskar Kokoschkas an, doch das rasch und sicher hingeworfene Ölbild datiert bereits ins Spätwerk des ehemaligen Expressionisten 1959 (Taxe 180.000 bis 300.000 EUR). Kokoschka stilistisch verwandt ist das Ölgemälde „Zwei Mädchen mit Maske“, das Hilde Goldschmidt zu Beginn der 1920er Jahre in ungeschlachter Malweise auf die Leinwand brachte (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR). Max Weilers „Dämonen“ von 1969 stehen dann für die abstrakte Malerei nach dem Zweiten Weltkrieg, wobei hier die für den gebürtigen Tiroler ungewöhnlich expressive Farbigkeit einen eigenen Akzent setzt (Taxe 150.000 bis 250.000 EUR).

Qualitätvolle Werke bietet auch die zeitgenössische Kunst, darunter Otto Muehls informelle Pinselschwünge „Rote Frau“ von 1988 (Taxe 70.000 bis 140.000 EUR), eine drei Meter breite und nicht zuletzt mit Ochsenblut weitgehend rot eingefärbte Leinwand Hermann Nitschs von 1992 (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR) sowie Ernst Fuchs’ prachtvolles Bildnis einer tanzenden Schwarzafrikanerin mit dem Titel „Bal Hottentott“ von 1988 für 100.000 bis 200.000 Euro. Auf abstrakten Wegen wandelt neben Altmeistern wie Josef Mikl, Oswald Oberhuber oder Wolfgang Hollegha auch Herbert Brandl, wenngleich man auf einer drei mal vier Meter großen Leinwand ohne Titel von 2007 ein stürmisches Seestück in der Tradition William Turners zu erkennen meint (Taxe 70.000 bis 120.000 EUR).

Den vor allem auf dem angloamerikanischen Markt etablierten Rudolf Stingel kann man, selten genug, als Meister des Figuralen erleben: Sein großformatiges Ölbild eines zwanglos in privater Umgebung lagernden Ehepaares entstand in den frühen 1980er Jahren als Auftragswerk des Ehepaares Josefine und Christian Masten, letzterer ein Cousin des gebürtigen Meraners. Dabei scheinen die 80.000 bis 140.000 Euro trotz der Berühmtheit Stingels etwas hoch gegriffen. Die Ehre der Aufnahme in die Auktion „Meisterwerke“ wurde diesmal der früh verstorbenen Birgit Jürgenssen zuteil. Ihre stark körperbetonte Kunst kommt auch in der Papierarbeit „Eyes in the dark“ von 1986 zum Tragen, in der abstrakt skulpturale Gestalten durch ein nächtliches Meer mit zwei Augen wabern (Taxe 20.000 bis 40.000 EUR). Günter Brus arbeitet in seiner zwölfteiligen Zeichnungsserie „Eine Dienstreise in den Dunstkreis“ von 1990 ebenfalls mit deformierten menschlichen Körpern (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Mehr Humor legt Erwin Wurm 1992 in seiner 16teiligen Fotoserie „59 Stellungen“ eines ganz in Kleidung verpackten Menschen an den Tag (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR).

Anselm Kiefers bedeutungsschwangere übermalte Fotografie „Floß der Medusa“ von 2003, ausgestellt vier Jahre später in der Ausstellung „Seestücke“ in der Hamburger Kunsthalle, hängt für 70.000 bis 140.000 Euro bereit. Unter den Bildhauern ist neben „Klassikern“ wie Fritz Wotrubas um 1943 in Jurakalk gehauenem, anmutig „Stehenden Mädchen (Lorli aus Salzburg)“ (Taxe 80.000 bis 140.000 EUR) und Joannis Avramidis’ bronzenes „Bein“ von 1957 (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR) vor allem Anna Mahler zu nennen, die 1904 geborene zweite Tochter des Komponisten Gustav Mahler. Ihre Qualitäten offenbaren sich in ihren menschlichen Figuren wie einer „Liegenden“ von 1968 (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR) oder der späten Büste ihres Vaters aus dem Jahr 1986 (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR), beide als Gipsmodelle wohl für Ausführungen in Bronze geformt.

Die Auktion beginnt am 23. April um 18 Uhr. Die Vorbesichtigung läuft vom 18. bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.imkinsky.com abrufbar.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com



17.04.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Gustav Klimt, Studie eines alten Mannes mit Efeukranz, 1888/90

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Taxe: 70.000 - 140.000 EURO

Zuschlag: 40.000,- EURO

Losnummer: 7

Olga Wisinger-Florian, Der erste Reif, 1906

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Taxe: 150.000 - 300.000 EURO

Zuschlag: 180.000,- EURO

Losnummer: 29

Egon Schiele, Seitlich Liegende, aufgestützt, 1918

Egon Schiele, Seitlich Liegende, aufgestützt, 1918

Taxe: 150.000 - 300.000 EURO

Zuschlag: 350.000,- EURO

Losnummer: 44

Ferdinand Georg Waldmüller, Sonntagsruhe, 1859

Ferdinand Georg Waldmüller, Sonntagsruhe, 1859

Taxe: 150.000 - 300.000 EURO

Losnummer: 13

Emil Jakob Schindler, Scirocco im Anzug, 1891

Emil Jakob Schindler, Scirocco im Anzug, 1891

Taxe: 50.000 - 100.000 EURO

Zuschlag: 200.000,- EURO

Losnummer: 1

Ernst Klimt, Zwei betende Mädchen, 1887

Ernst Klimt, Zwei betende Mädchen, 1887

Taxe: 50.000 - 100.000 EURO

Losnummer: 14




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