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Fotografie im Dorotheum

Bilder vom Menschen



Anton Josef Trcka, Boris und Olga Trcka, 1925

Anton Josef Trcka, Boris und Olga Trcka, 1925

Bis 1999 war Anton Josef Trcka nur Kennern ein Begriff. Dann erweckte das Kunsthistorische Museum in Wien den Maler, Bildhauer, Fotografen und Dichter in einer von Monika Faber kuratierten Ausstellung zum Nachleben. Zum Vorschein kam eine Künstlerpersönlichkeit des Symbolismus und Expressionismus, die schon zu Lebzeiten kaum wahrgenommen wurde, aber einem kleinen Kreis von Malern, Tänzerinnen und Schriftstellern als kongenialer Portraitist galt. Der 1893 in Wien geborene Trcka war mährischer Abstammung, stand zwischen den böhmischen und österreichischen Kulturkreisen, galt als wenig angepasst, fand daher fast nie Gelegenheit zur Ausstellung und Publikation, und schließlich wurde 1944 vier Jahre nach seinem frühen Tod fast sein gesamtes Werk bei einem Bombenangriff vernichtet. Sein wohl bekanntestes Portrait entstand 1914 bei einem Zusammentreffen mit Egon Schiele. Der Maler posierte vor Trckas Kamera mit den selben expressiven Gesten wie in seinen Selbstbildnissen. Mit dem frontalen Bildaufbau, den ausdrucksstarken Körperhaltungen und der Integration von Schrift ließ Trcka die damals gängige Portraitfotografie hinter sich.


Nun fügt das Dorotheum dem Bild Anton Josef Trckas einige kleine Mosaiksteine hinzu. In der Fotografieauktion vom 26. April in Wien tritt er wiederum als Porträtist auf, zunächst mit dem 1925 entstandenen Doppelbildnis von Boris und Olga Trcka, seinem Bruder und dessen Frau, das von der Vertrautheit und Innigkeit des Paares zeugt (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). In zwei nur postkartengroßen Bromsilberabzügen lässt Trcka seine Schwägerin ebenfalls als reizvolle Schönheit mit malerischen Mitteln aufleben (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR), und auch in dem 1934 mit seinem Künstlernamen „Antios“ signierten Portrait der Lyrikerin Paula von Preradovic gibt sich Trcka als Vertreter des Piktorialismus zu erkennen.

Rudolf Koppitz gehörte ebenso dieser kunstfotografischen Richtung an, die mehr sein wollte als die Abbildung von Realität und sich der Malerei annährte. Dazu wurden Negative und Positive nachbearbeitet und Edeldruckverfahren verwendet. So nutzte Koppitz um 1916 den Bromölumdruck für seine Genreszene einer „Wasserträgerin“ und den Pigmentdruck für seine nach der Körpergröße gestaffelte Kindergruppe auf einer Alm in Osttirol von etwa 1939 (Taxe je 3.000 bis 4.000 EUR). Die bei weitem klarere und nüchterne Technik des Gelatinesilberabzugs wandte Koppitz 1923 bei einer Momentaufnahme aus dem Hafen von Rotterdam (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR) oder bei den „Ferien“ an, zu denen es die österreichische Schauspielerin Liane Haid als Landmädel beim ausgelassenen Spiel mit Ähren treibt (Taxe 2.000 bis 2.800 EUR).

Als Prototyp für den Piktorialismus kann die Gummigravüre eines Stilllebens mit Karaffe, Glas und Pfirsich gelten. 1911 hat hier Heinrich Kühn die Konturenschärfe aufgegeben, dadurch malerische fließende Übergänge erzeugt, sich eine klassische Gattung der Kunst gewählt und dafür die Gegenstände und die nebelige Lichtführung bewusst arrangiert (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Als weitere Vertreter dieser Richtung lassen sich im Auktionskatalog außerdem Rudolf Obermayer mit dem Gummidruck eines nachdenklichen Selbstportraits um 1895 (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR), Hermann Clemens Kosel mit seinen vier Pigmentdrucken der Alpen etwa von den „Drei Zinnen“ um 1905 (Taxe 300 bis 400 EUR), Josef Daimer mit seinem ebenfalls hochalpinen Blick „Im Gebirge“ von 1918, Konrad Heller mit seinen drei bäuerlichen Genreszenen aus der Wachau (Taxe je 500 bis 600 EUR) oder Anton Wallisch mit seiner venezianischen Platzaufsicht „Im Schatten von San Marco“, ein Bromölumdruck um 1930, für 300 bis 400 Euro ausmachen.

Hauptsächlich stehen aber Bilder vom Menschen beim Dorotheum im Mittelpunkt. Rudolf Lehnert und Ernst Landrock entführen um 1900 in den Vorderen Orient zu Geldwechslern, in einen belebten Souk oder zu drei Arabern mit Kamel in die Weite der Wüste (Taxen zwischen 800 und 1.200 EUR), Herbert List 1931 an die Ostsee zum Picknick ein gut bürgerlichen Familie (Taxe 1.500 bis 2.500 EUR). Expressionistisch und an die Kunst Käthe Kollwitz’ angelehnt, wird es bei Gustav Presser und seinem Vintage „Mutter“ von 1932, die ihr Kind eng umschlungen festhält (Taxe 300 bis 400 EUR). Erich Lessing begleitete Konrad Adenauer 1953 auf Wahlreisen, etwa im Zug beim intensiven Aktenstudium (Taxe 800 bis 1.200 EUR), Will McBride 1963 den amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy durch die mit Menschenmassen gefüllte Straße vor dem Schöneberger Rathaus von Berlin (Taxe 1.800 bis 2.500 EUR).

Zahlreich listet der Katalog Künstlerportraits. Zu nennen sind etwa Trude Fleischmanns Bildnis des Dirigenten Arturo Toscanini mit schüchterner Tochter im Hintergrund um 1950 (Taxe 800 bis 1.000 EUR), die neun Aufnahmen von Rudolf Nurejew, die Franz Hubmann um 1975 vom Ballett „Schwanensee“ schoss (Taxe 700 bis 1.000 EUR), Dennis Hoppers Bild vom adrett angezogenen Minimalisten Larry Bell mit Zigarre aus dem Jahr 1964 (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR), Gabriela Brandensteins besinnlicher, junger Woody Allen mit markanter Brille (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR), Christine de Grancys energisch blickender Wolfgang Joop vor einem Gemälde Richard Gerstls (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR) und vor allem Christian Skrein. Bereits mit 17 Jahren war der 1943 geborene Wiener im Besitz eines Presseausweises und setzte die Beatles 1965 bei den Dreharbeiten zum Film „Help“ im Wintersportort Obertauern in Szene, 1968 den Maler Bernhard Paul, den späteren Gründer des Zirkus Roncalli, in voluminöser Haarpracht und Rehhäutel-Kleidung samt Oldtimer und Frau und 1970 Walter Pichler mit seinem an die Hauswand des Ronacher gelehnten Skulpturobjekt „Himmelsleiter“ (Taxen zwischen 1.500 und 4.000 EUR).

Zu diesem künstlerischen Umfeld gehören auch die Konvolute von Aktionen Hermann Nitschs und Otto Muehls aus den 1960er bis 1980er Jahren, die jeweils bei 14.000 bis 18.000 Euro zu haben sind. Als teuerste Position listet der Katalog für 15.000 bis 25.000 Euro Fotos zu Leni Riefenstahls Film „Tiefland“; dafür erhält man aber auch rund 7.330 Kontaktabzüge zu den Dreharbeiten. Richard Teschner ließ von seinen auf dem javanischen Mythentheater beruhenden Puppenspielen Postkartenserien anfertigen. Die 37 Fotopostkarten hinterlassen einen tiefen Eindruck vom fantasievollen Gesamtkunstwerk des Wiener Secessionisten, der für seine Figurenschauspiele nicht nur die Handlung selbst schrieb, sonder auch die Puppen schnitzte, die Bühne und Bühnentechnik entwarf und sogar die Musik selbst komponierte (Taxe 1.200 bis 1.800 EUR). Teschner wird hoffentlich so einen Ansturm gehabt haben, wie die „Aussenseiter“, die nicht am Praterleben teilnehmen können. Die Neugierigen, die Emil Mayer um 1910 am Zaun zum Wiener Vergnügungsviertel ablichtete, gehören zu einer Serie von 20 Vintages, die der Fotograf und Jurist mit Wiener Typen rund um den Prater anreicherte (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR).

Steht einmal nicht der Mensch im Zentrum der Fotografie, kommt etwa die Architektur zu Wort. Eduard Sellbach hielt um 1858 ein backsteinernes Industrieensemble mit hohem, zinnenbewehrtem Turm fest (Taxe 1.500 bis 1.800 EUR). Zeitlich auf der anderen Seite steht Julius Shulman mit seinen vier Vintages amerikanischer Villen, vor allem der Case Study Houses in Kalifornien (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Werner Bischof beobachtete in den 1950er Jahren die Bauarbeiten an einem Hochhaus in New York (Taxe 700 bis 900 EUR). Dem Big Apple widmete auch der gebürtige Tscheche Drahomir Josef Ruzicka um 1935 eine Ansicht der „Towers of Manhattan“ zur Winterszeit mit dem verschneiten Central Park im Vordergrund (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Bei Bill Brandts körnigem Abzug „An der Themse“ ahnt der Betrachter nichts von der Großstadt London. Man sieht nur verschwommen einige Schiffe und Kähne und im Zentrum eine fliegende Möwe (Taxe 2.500 bis 2.000 EUR). In einem ebenfalls späteren Abzug rückt Ansel Adams glasklar das Naturschauspiel des berühmten Felsen Half Dome im Yosemite National Park unter einem zunehmenden Mond in den Mittelpunkt.

Die Auktion beginnt am 26. April um 16 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr möglich. Der Katalog listet die Objekte unter www.dorotheum.com.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



23.04.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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