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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Bei insgesamt gutem Absatz der Neueren Meister im Wiener Dorotheum ist Hans Makart der Star

Sterbende Königin



Hans Makart, Der Tod der Kleopatra, 1875

Hans Makart, Der Tod der Kleopatra, 1875

Wenn man einem Künstler den Beinamen „Malerfürst“ gibt, dann weckt das meist Assoziationen mit überladenen Ateliers, rauschhaften Festen und exotischem Flair, verbunden mit einer morbiden fin de siècle-Stimmung, die immer wieder durch den äußerlichen Glanz hindurchschimmert. Der Österreicher Hans Makart verkörpert diesen „Malerfürst“-Typ wohl am anschaulichsten. Großer Pomp, der alle Züge der Vergänglichkeit bereits in sich trägt, zeichnete nicht nur Werk, sondern auch Leben des 1884 erst 44jährig den Spätfolgen einer syphilitischen Erkrankung erlegenen Meisters. Viele seiner teils rasch heruntergemalten Schöpfungen sind heute ad acta gelegt, doch auf der vergangenen Versteigerung Neuerer Meister im Wiener Dorotheum zeigte sich, dass das eine oder andere Werk noch immer beeindruckt. „Der Tod der Kleopatra“, 1875 gemalt und die dramatische Begebenheit aus der Antike in ein rauschhaftes Kostümstück mit weiblichem Halbakt kleidend, wurde minutenlang von zahlreichen Interessenten beboten, bis das Bild schließlich für 640.000 Euro an einen amerikanischen Saalbieter ging – Weltrekord für Makart. Die Schätzung für die recht großformatige Holztafel hatte bei 70.000 bis 90.000 Euro gelegen.


Mit diesem Ergebnis war die in den Selbstmord getriebene ägyptische Königin das Hauptlos der Auktion. Ferdinand Georg Waldmüllers „Kirchgang im Frühling“ von 1863, angesetzt auf etwa 300.000 Euro, wanderte dagegen an den Einlieferer zurück. Ansonsten aber zeigten sich die Meister des 19ten und frühen 20sten Jahrhunderts markttechnisch sattelfest: 58 Prozent der etwas über zweihundert Losnummern wurden übernommen, und immer wieder gab es unerwartet hohe Einzelzuschläge. So wanderte etwa John William Godwards breitformatiges Zweipersonenstück „Eighty and eighteen“ von 1898 mit einer sichtlich gelangweilten jungen Frau neben ihrem alten Ehemann erst bei 220.000 Euro ab. Die veranschlagten 100.000 bis 180.000 Euro erschienen für diesen englischen Künstler, der auf dem internationalen Markt bereits Millionenwerte erzielt, allerdings von vornherein recht günstig. Etwas zurückhaltender gestaltete sich der Ansturm auf Petrus van Schendels abendlichen Gemüsemarkt vor einer Stadtkulisse im Mondschein aus dem Jahr 1851. Hier musste sich der italienische Vorbesitzer mit 120.000 Euro statt der anvisierten 150.000 bis 200.000 Euro begnügen.

Reich war die Auswahl an qualitätvollen Landschaften im preislichen Mittelfeld. Félix Ziems impressionistisch hingetupfter „Empfang in Venedig“ vor dem Dogenpalast kletterte deutlich von 25.000 bis 35.000 Euro auf 47.000 Euro. 36.000 Euro etwas unterhalb der Erwartungen gab es für ein Bildpaar Frans Vervloets ebenfalls mit exakt gemalten Ansichten aus Venedig von 1841 und 1843. Der Ungar László Paál reüssierte mit dem duftigen Landschaftsausschnitt „Bei der Gartenarbeit“ aus dem Jahr 1870 bei 34.000 Euro (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR), noch besser der 1846 datierte Blick in das Eistal vor der Watzmann-Ostwand am Königssee im Berchtesgadener Land von Bedrich Havránek aus Prag, der stolze 38.000 Euro einfuhr (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Sein Kollege Johann Kautsky machte mit einer unspektakulären, aber stimmungsvollen Abendlandschaft samt kleinem Teich zur oberen Schätzung von 20.000 Euro auf sich aufmerksam.

Eine kleine, auch gar nicht so gut erhaltene Leinwand Ivan Konstantinovich Ajvazovskijs mit Bauernhaus und Windmühle im Mondlicht von 1863 bestätigte mit einem Ergebnis von 65.000 Euro die Attraktivität des Russen insbesondere bei seinen heutigen Landsleuten (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Auf österreichischer Seite standen etwa Josef Mayburger mit seiner Panoramaansicht auf Salzburg für 15.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), Lea von Littrows ruhige Stimmung mit Fischerbooten in der weiten Lagune von Venedig bei 16.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR), Eduard Zetsches sonnige „Partie bei Dürrenstein“ mit der Donau aus dem Jahr 1900 bei 10.000 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) oder Hugo Charlemonts impressionistisch unscharfer Sommertag im Garten mit zwei vornehmen Frauen von 1884 bei 13.500 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Fritz L’Allemand, ein auf Militärszenen spezialisierter Österreicher deutscher Herkunft, erregte mit einem detailreich ausgestalteten Feldlager des Husarenregiments Nr.5 aus dem Jahr 1848 einige Aufmerksamkeit. Mit 50.000 Euro verdoppelte sich hier die untere Schätzung während der Versteigerung. Zum Hauptlos der Orientmalerei avancierte erwartungsgemäß Rudolf Ernsts „Favoritin“ eines reichen Arabers in seinem Palast für 74.000 Euro (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR), gefolgt von Alberto Pasinis 1873 aufgenommenem „Markttag“ wohl vor einer Moschee für 30.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Albert Zimmermann entführte die Kunden zum Tempel der Isis auf der Insel Philae am Beginn des ersten Nilkatarakts und erreichte mit seinem Querformat 13.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Adele Schuster, die Tochter des österreichischen Stilllebenmalers Joseph Schuster, überraschte mit einem prächtigen Mohnblumenstück, über das allerlei Insekten klettern. Die qualitätvolle Malerei dieser ansonsten fast ganz vergessenen Künstlerin wurde mit 24.000 Euro honoriert (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Unter den Portraits ist Robert Lefèvres kleines Ganzfigurenbidnis Kaiser Napoleons in einer klassizistischen Säulenhalle aus dem Jahr 1811 für 55.000 Euro zu nennen (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Schöne Damenbildnisse fanden ebenfalls Anklang, etwa Eugen von Blaas’ Brustbild einer nachdenklich nach links schauenden Venezianerin für 40.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR) oder Friedrich von Amerlings Kniestück einer stattlichen Dame in schwarzer Robe aus dem Jahr 1859 für 36.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Etwas freizügiger ging Ferdinand Leeke bei seiner barbusigen Bacchantin mit Fellrock und wallendem rotem Haar ans Werk. Hier verdoppelte sich die Schätzung auf 12.000 Euro. Auch zwei Kinderbildnisse stießen bei den Sammlern auf Zustimmung: Friedrich August von Kaulbachs liebevolle Wiedergabe seiner Tochter Hedda mit Kirschen um 1902 bei 13.000 Euro (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR) und das etwas eitle Mädchen mit Korallenkette des in Wien geborenen Griechen Aristides Oeconomo von 1856 bei 12.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Unerwartete 85.000 Euro gab es für ein 1888 datiertes Selbstportrait des dänisch-norwegischen Impressionisten Peder Severin Krøyer. Ein ähnliches Bild desselben Meisters hatte vor eineinhalb Jahren bereits 40.000 Euro eingespielt (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Erwähnung verdient auch Eduard Charlemonts stimmungsvolles Interieur der Wohnstube einer Fischerin, in der dieselbe von ihren Netzen umgeben gerade mit ihrem Kind Karten spielt. Die altmeisterliche Holztafel verdoppelte ihren Wert auf 24.000 Euro. Die österreichische Genremalerei hatte mit Johann Baptist Reiters kleinem „Rastelbinder“ für taxgerechte 6.000 Euro und Johann Matthias Ranftls Zitherspieler samt Angebeteter für 20.000 Euro ihre schönsten und innigsten Vertreter (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR). Dagegen fuhr Heinrich Bürkel seine wilde Rauferei vor einem Wirtshaus in den Alpen auf und fand bei 24.000 Euro seine Anhänger (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



24.04.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Taxe: 7.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

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Heinrich Bürkel, Rauferei vor einem Wirtshaus, um 1853/54

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Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 24.000,- EURO

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Ivan Konstantinovich Ajvazovskij, Bauernhaus und Windmühle im Mondlicht, 1863

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Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 65.000,- EURO

Losnummer: 141

Johann Kautsky, Abendlandschaft, 1853

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Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 84

Robert Lefèvre, Ganzfigurenbildnis Kaiser Napoleons, 1811

Robert Lefèvre, Ganzfigurenbildnis Kaiser Napoleons, 1811

Taxe: 50.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 55.000,- EURO

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Eduard Charlemont, Holländische Fischerin mit Kind

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Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 24.000,- EURO

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Lea von Littrow, Fischerboote in der Lagune von Venedig

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