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Kunst und Kunsthandwerk bei Schloß Ahlden

Tauben fürs Palais



Johann Friedrich Eberlein, Harlekin mit Vogelkäfig, um 1745

Johann Friedrich Eberlein, Harlekin mit Vogelkäfig, um 1745

Einmal mehr hochkarätige Porzellane bereichern die Versteigerung von Kunst und Antiquitäten am 4. und 5. Mai im niedersächsischen Auktionshaus Schloß Ahlden. Da wäre zum Beispiel die fast drollige Allegorie des Winters aus einem Jahreszeitenzyklus mit Hebe, der Göttin der Jugend, und Saturn, zuständig für Zeit und Ewigkeit, die von Wolken erhoben gemeinschaftlich ein Bildmedaillon mit einer Winterlandschaft emporhalten. Kein Geringerer als Johann Joachim Kändler hat dieses Meißner Stück um 1760 entworfen, basierend auf Ideen des berühmten französischen Barockmalers Charles Le Brun. Derselbe Modelleur zeichnete einige Jahre zuvor auch für die Gruppe eines Liebespaares mit Mops verantwortlich und ebenso für den „Jungen Tiroler Bauer“, der in etwas schmieriger Pose galante Figur zu machen versucht. Johann Friedrich Eberlein entwarf dagegen einen Harlekin mit Vogelkäfig, hier in einer Fassung mit der sonst oft fehlenden Katze zu seinen Füßen angeboten. Alle diese Objekte, die eindrucksvoll die hohe Güte der Meißner Porzellane im 18ten Jahrhundert demonstrieren, liegen preislich zwischen etwa 14.000 und 28.000 Euro.


Übertroffen werden sie aber von den Tierdarstellungen, die in der frühen Geschichte des deutschen Porzellans eine Spezialität der sächsischen Manufaktur waren. Für das Japanische Palais Augusts des Starken in Dresden entwarf Johann Joachim Kändler unter anderem 24 Taubenskulpturen in den verschiedensten Haltungen. Für ein Paar Trommeltauben, die eine im Nest sitzend, die andere auf einem Felsstück, erwarten die Experten jetzt 85.000 Euro. An den Kragen geht es zwei Auerochsen, die – von Hunden angefallen – ihr Leben dem Jagdvergnügen der feinen Gesellschaft opfern müssen. Einer der Hunde weist erstaunlicherweise eine Bemalung in der Art eines Leopardenfells auf. Auch diese für 38.000 Euro angebotenen Gruppen stammen von Kändler. Noch aus den ersten Jahren Meißens um 1713/25 datiert eine monochrom weiße Pagode, die zugleich als Räuchergefäß dient. Johann Joachim Kretzschmar kommt hier als Modelleur in Frage (Taxe 24.000 EUR).

Einer der Erfinder des europäischen Porzellans, Johann Friedrich Böttger, tritt in einem Rundmedaillon als Reliefbildnis auf. Entworfen hat die Profilbüste wohl der in Dresden tätige Bildhauer François Coudray (Taxe 13.500 EUR). Nach einem künstlerisch weniger inspirierenden 19ten Jahrhundert erlebte die Meißner Manufaktur zu Beginn des 20sten Jahrhunderts eine neue Blüte. Dafür stehen etwa Theodor Eichlers rauschhaft gestaltete Schleiertänzerin „Loïe Fuller“ um 1911/24 (Taxe 2.600 EUR) oder die elegischen Figuren einer Venus und eines Hirten von Paul Scheurich aus dem frühen 1920er Jahren (Taxe 6.800 EUR). Pablo Picasso hat seinen Auftritt bei den Keramikwaren mit der roten, teils schwarz engobierten Bildplatte „Petit Buste de Femme“ von 1964 (Taxe 9.500 EUR) und der ebenfalls hundertmal aufgelegten Schale „Mains au poisson“ von 1959 (Taxe 8.500 EUR).

Eine weitere stets gut bestückte Abteilung des Auktionshauses ist das Silber. Hier darf man sich auf klassische Produkte deutscher Barockmeister freuen, wie einen mit antiken Portraitmedaillons geschmückten Deckelhumpen des Augsburgers Adolf Gaap aus den frühen 1670er Jahren (Taxe 24.000 EUR) oder zwei Danziger Exemplare von Johann Polmann mit spielenden Amoretten und Christian Schubert II. mit Szenen aus dem Leben des Propheten Elija für 16.500 Euro und 19.500 Euro. Der Braunschweiger Carl Wurm schuf um 1880 einen Goldbecher mit dem Wappen von Ernst August, Herzog von Cumberland, dem letzten Kronprinzen des Königreichs Hannover. Früher befand sich das ganz in Gelbgold gefasste und mit einigen Münzen versehene Stück auf Schloss Marienburg, das aber vor einigen Jahren buchstäblich ausverkauft wurde (Taxe 16.000 EUR). Johann Christian Neuber, der in Dresden als Steinschneider und Goldschmied zugleich tätig war, schuf 1765 eine kostbare Malachittabatiere, die durch perfekte Verarbeitung kostbarer Materialien besticht (Taxe 25.000 EUR).

Knapp dreihundert Losnummern sind mit Gemälden besetzt, die von den Alten Meistern bis in die Gegenwart reichen. Hauptlos der Klassiker ist Jan Breughels d.J. Uferpartie mit einer Anlegestelle und einer Windmühle auf einem Hügel, belebt durch zahlreiche Personen, die ihren verschiedenen Geschäften und Vergnügungen nachgehen. Die mittelgroße Kupfertafel wird in die 1630er Jahre datiert und soll 95.000 Euro kosten. Als weitere Niederländer warten Claes Molenaers verschneite Winterlandschaft mit einem Gasthaus und einer ins Bildzentrum gerückten Laterne (Taxe 9.500 EUR), ein fröhlich zechender Geigenspieler aus der Nachfolge Gerrit van Honthorsts für 16.500 Euro sowie Joost Cornelisz Droochsloots Dorffest mit derbem Bauernvolk aus den 1650 Jahren für 28.000 Euro auf Angebote. Als Schlachtenmaler machte sich Jan van Huchtenburgh einen Namen. Ein solches großformatiges Bild ist auch das Reitergefecht aus den martialischen Türkenkriegen, das ebenfalls für 28.000 Euro bereithängt.

Das 19te Jahrhundert lockt mit Landschaften verschiedenen Typs. In romantischer Manier sind Barend Cornelis Koekkoeks Wald mit Bauer auf einem Pfad (Taxe 17.000 EUR) und Johann Wilhelm Schirmers gewittrig beleuchtete Küste mit einer großen Eichengruppe gehalten (Taxe 12.000 EUR). Johannes Christiaan Schotels Segelschiffe in stürmischer See gehören noch in die Epoche einer Phase enger Bindung an die Tradition (Taxe 12.000 EUR). Realistisch mutet dagegen der menschenleere Küstenabschnitt unter dem Titel die „Meeresstille“ des Russen Rufin Gavrilovich Sudkovsky an (Taxe 12.500 EUR), während die weite Flusslandschaft mit rauchendem Dampfer Ivan Ivanovich Endogouroffs (Taxe 25.000 EUR) und Ivan Konstantinovich Ajvazovskijs zugeschriebenes Segelschiff in bewegter See in ihrer atmosphärischen Ausarbeitung Züge des Impressionismus annehmen (Taxe 12.500 EUR). Hierher gehört zudem Friedrich Kallmorgens „Eisgang an der Elbe“ an einem sonnigen Wintertag (Taxe 4.500 EUR).

Russische Beiträge gibt es auch in der Figurenmalerei. Vladimir Egorovic Makovskij schilderte 1887, wie sich ein Koch und ein alter Bauer zuprosten. Neben Ilja Repin war Makovskij der bedeutendste Vertreter des russischen Realismus in der zweiten Hälfte des 19ten Jahrhunderts (Taxe 25.000 EUR). Auf nur von Kerzenschein beleuchtete Bilder spezialisierte sich der Belgier Petrus van Schendel. Ein kleineres Werk dieser Art ist seine junge Frau mit einem Zettelchen in der Hand, die durch ein Fenster mit geöffnetem Vorhang hindurch den Betrachter anschaut (Taxe 22.000 EUR). Eine eindrucksvolle Menschenstudie gelingt Wilhelm Leibl in dem Portrait des befreundeten Malerkollegen Pál Szinyei Merse. Die Bleistiftzeichnung diente als Vorlage für die 1869 geschaffene Ausführung in Öl (Taxe 4.800 EUR).

Für die beginnende Moderne stehen Edward Cucuels „Sommer Nachmittag“ mit einer jungen Frau in einem Boot am Ufer (Taxe 35.000 EUR), Theo von Brockhusens 1913 pastos in heller Farbpalette aufgetragener Blick über Florenz auf die Villa Romana aus und David Burljuks überdimensionierter bunter Blumenstrauß mit weiteren Stilllebenmotiven vor einer italienischen Küstenlandschaft (Taxe je 24.000 EUR). Weiter in Richtung Abstraktion schreitet Aristarch Lentulov bei seiner kubistischen Landschaft mit Priester und kniender Frau vor einer russischen Kirche aus den 1910er Jahren voran (Taxe 6.500 EUR). Nur noch die Erinnerung an eine Naturschilderung lassen die beiden kleinen farbleuchtenden Aquarelle Nadezhda Udaltsovas von 1918 aufkeimen (Taxe 1.100 EUR). Orphistische Tendenzen greift der Hamburger Maler Max Olderock in seinem querformatigen Gemälde „Weltraumfahrer“ auf (Taxe 1.400 EUR), tachistische Chu Teh-Chun mit seiner teils kalligrafischen Komposition No. 198 in Aquarell und Gouache auf Papier von 1964 (Taxe 12.000 EUR).

Unter den Möbeln ragt ein Paar großer Rokokowandspiegel des Ausstattungskünstlers Johann Michael Hoppenhaupt II. hervor, um 1750/60 in Potsdam im Umfeld des preußischen Königshofes entstanden (Taxe 48.000 EUR). Ein von Pierre-François Guignard gestempeltes Eckschränkchen weist mit seiner Rautenmarketerie schon in die Transition-Zeit um 1780 (Taxe 3.800 EUR), ein Deckenlüster in langgestreckter Korbform aus vergoldeter Bronze in die frühe französische Empire-Zeit um 1800 (Taxe 28.000 EUR), und für historistische Ideen steht ein Aufsatzschrank in Neorenaissance-Formen. Das aufwändige Stück hat um 1860/70 wohl die Mailänder Werkstatt von Ferdinando Pogliani aus Ebenholz mit figürlichen und Groteskeneinlagen aus Elfenbein geschaffen (Taxe 7.500 EUR). Die jüngere Möbelkunst stammt aus Jugendstil und Art Déco, so etwa der schlichte Wäscheschrank aus dem Maschinenmöbelprogramm von Richard Riemerschmid um 1906 für günstige 950 Euro oder Marius-Ernest Sabinos weiße Deckenlampe in stilisierter Rosettenform mit reliefplastischem Dekor fliegender Schwalben (Taxe 7.800 EUR).

Auch einige Skulpturen stehen bereit, etwa Ernst Barlachs intensives Menschenbild „Der Einsame“ nach einem Entwurf von 1911. Die Bronze wurde indes zu Lebzeiten des Künstlers nie gegossen, sondern erst nach 1952 in 15 Exemplaren (Taxe 22.000 EUR). Widerspruch könnte die Offerte eines überlebensgroßen Frauenaktes mit dem Titel „Demut“ hervorrufen, stammt die 1944 in Gips konzipierte und um 1955 in Bronze gegossene Skulptur doch von dem nationalsozialistischen Vorzeigekünstler Arno Breker. 55.000 Euro werden für die ganz dem neoklassizistischen Figurenideal huldigende Dame erwartet. Das kostbarste Objekt der zweitägigen Veranstaltung im Schloss ist übrigens ein kleines Ringlein: 165.000 Euro stehen auf dem Etikett eines Brillantsolitärs von circa 5,04 Karat, der in einer schlichten, aber edlen Weißgoldfassung mit weiteren 88 kleinen Brillanten steckt.

Die Auktion beginnt am 4. und 5. Mai jeweils um 11 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist bis zum 2. Mai täglich von 14 bis 18 Uhr möglich.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Schloss Ahlden

Große Straße 1

DE-29693 Ahlden

Telefon:+49 (05164) 80 100

Telefax:+49 (05164) 522

E-Mail: auctions@schloss-ahlden.de



25.04.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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