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Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Mohren im Schmuck, geizige Alte, sterbende Philosophen und allerlei andere Merkwürdigkeiten im Kunsthandwerk bei Lempertz in Köln

Höfische Amtswürde



Moretto-Anhänger, Gioielleria Nardi, Venedig

Moretto-Anhänger, Gioielleria Nardi, Venedig

Originelle Sammlungen stechen hervor aus dem Angebot, mit dem das Kölner Auktionshaus Lempertz seine Versteigerung alten Kunsthandwerks bestreiten wird. Ob ein Konvolut von Broschen, Ohrclips oder Krawattennadeln, die nicht nur mit allerlei kostbaren Steinen und Metallen, sondern auch mit kleinen Mohrengestalten geschmückt sind, oder ein gutes Dutzend meist italienischer Weihwasserbecken und Hausaltärchen aus einer rheinischen Privatsammlung – es sind nicht zuletzt diese Stücke, die die Blicke auf sich ziehen. Die Preise liegen hier oft noch im leichter erschwinglichen Bereich. Für die aus bemalter Majolika etwas derb, aber liebevoll gestalteten Gefäße des 18ten und 19ten Jahrhunderts werden drei- oder allenfalls niedrige vierstellige Beträge erwartet. Mit bis zu 10.000 Euro je nach Aufwand der Verarbeitung und Wert der verwendeten Materialien schlagen die Schmuckstücke, die fast ausschließlich aus dem bekannten venezianischen Juwelieratelier von Giulio Nardi seit den 1920er Jahren stammen, etwas höher zu Buche. Auch eine Sammlung von Wachsreliefs des ausgehenden 18ten Jahrhunderts von dem Kölner Kaspar Bernhard Hardy ist hier zu nennen. Die Preise für die Menschentypen, etwa eine geizige Alte, einen genügsamen Landmann, einen Prälat bei Gebet oder auch den sterbenden Voltaire, liegen im niedrigen vierstelligen Bereich.


Für andere der rund achthundert Offerten wird man am 10. Mai noch ein wenig tiefer in die Tasche greifen müssen. Die Meißner Porzellane beispielsweise liegen teils schon im fünfstelligen Bereich, etwa bei einem Paar Terrinen mit fernöstlichem Naturdekor der Zeit um 1740 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Zu den kostbarsten Figuren gehört ein sitzender Pagode mit Äffchen nach einem Modell Johann Friedrich Eberleins aus dem Jahr 1735 für 19.000 bis 25.000 Euro. Johann Joachim Kändler ist mit einem geckenhaft dastehenden Pantalone vertreten. Das Modell datiert von 1736, die Ausführung und Bemalung des vorliegenden Exemplars entstanden rund zehn Jahre später (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Eine der berühmtesten Schöpfungen figürlichen Porzellans aus Meißen ist die sogenannte Affenkapelle mit weiblichen und männlichen Affen beim Singen und Musizieren. Aus diesem nach der Mitte des 18ten Jahrhunderts von Kändler und Peter Reinicke entworfenen Ensemble bietet Lempertz für 42.000 bis 45.000 Euro dreizehn Figuren und zehn Notenpulte an.

Von anderen Manufakturen ist diejenige im südthüringischen Kloster Veilsdorf zu nennen, die zu Beginn der 1760er Jahre von Prinz Eugen von Sachsen-Hildburghausen gegründet wurde. Aus dieser Frühzeit um 1765 stammt der schreitende Harlekin, den Wenzel Neu nach einer Stichvorlage von Johann Balthasar Probst gestaltete. Die Leichtigkeit der Meißner Figuren erreicht der etwas steif an einem Baumstumpf stehende Mann allerdings nicht (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Aus Nymphenburg kommt Franz Anton Bustellis reich bewegte Gruppe „Der stürmische Galan“ von circa 1756 in einer Ausformung der späten 1760er Jahre (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Die bemerkenswertesten Fayencen sind ein Straßburger Surtout mit Aufsatz auf vier delphinförmigen Beinen von 1748/54, dessen Bemalung wohl Maria Seraphia von Löwenfinck zu verantworten hat (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), und eine Schrezheimer Einhornstute mit Fohlen aus dem frühen 19ten Jahrhundert für 12.000 Euro.

Über die Majoliken, zu denen neben den Weihwasserbecken auch ein Tondo mit der Darstellung der geflügelten Temperantia nach einem Florentiner Vorbild Luca della Robbias aus dem 16ten oder 17ten Jahrhundert zählt (Taxe 24.000 bis 30.000 EUR), sowie einen großen Frechener Bartmannkrug mit der Jahreszahl 1598 für 14.000 bis 16.000 Euro geht es zum Silber. Hier glänzt vor allem ein großer, außerordentlich feiner und virtuoser Rokokoaufsatz des Celler Meisters Georg Carl Brenner aus der Zeit um 1760 für 50.000 bis 55.000 Euro. Eine um 1730 entstandene Kreuzpartikelmonstranz des Salzburgers Anton Georg Riedlehner (Taxe 11.000 bis 13.000 EUR), das Augsburger Becherpaar mit feiner Gravur und Landschaftskartuschen von Johann Wagner um 1697/99 (Taxe 10.000 bi 12.000 EUR) oder ein kleiner, etwas älterer Traubenpokal seines Augsburger Kollegen Matthäus Baur II ergänzen die reich bestückte Auswahl an altem Silber (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR), während ansonsten auch moderne Stücke Aufmerksamkeit erregen: Emmy Roths schlicht-sachliche Kanne um 1925 im Bauhausstil (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR) oder ein vierteiliges Kaffee- und Teeservice des Dänen Svend Weihrauch aus den 1940er Jahren für 13.000 bis 15.000 Euro. Futuristisch und auf einem länglichen Silbertablett aufgereiht, kommt Gae Aulentis sechsteiliges Kaffee- und Teeservice von 1984 daher (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR).

Bei den Möbeln und Einrichtungsgegenständen stehen diesmal die Teppiche an vorderster Front: seiner handwerklichen Brillanz wegen ein seidener Tabriz des 19ten Jahrhunderts für 28.000 bis 30.000 Euro und seines Alters von rund fünfhundert Jahren wegen eine burgundische oder flandrische Tapisserie mit einer höfischen Szene für 17.000 bis 20.000 Euro. In etwa diese Zeit datiert zudem ein spätgotischer französischer Kamm aus Buchsbaum (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR). Aus Frankreich hat Lempertz etwa noch das Wandapplikenpaar, bewegt gestaltet zu Mitte des 18ten Jahrhunderts als Triton und Nereide aus vergoldeter Bronze, für 8.000 bis 10.000 Euro zu bieten. Die Braunschweiger Korallenfabrik Johann Michael van Selows war bekannt für ihre Tischplatten mit Perlenmosaiken. Ein solches ovales Exemplar mit einer barocken Gartenansicht um 1760/70 listet der Katalog für 6.000 bis 7.000 Euro. Durch eine Bleistiftsignatur ist der Schöpfer eines geschmackvollen Biedermeiernähtischs mit Eschenmaserfurnier, ebonisierten Lyrabeinen und Landschaftsmalereien von 1833 bekannt: er heißt Joseph Metzling und wohnte in Rothenfels am Main (Taxe 5.500 bis 7.000 EUR).

Auch Skulpturen hat Lempertz im Programm, die verträumt auf einem Opalinglas stehende „Fée des glace“ von Julien Caussé um 1900 war allerdings erst im vergangenen November bei Lempertz. Mit 15.000 bis 20.000 Euro ist der Preis um etwa 10.000 Euro reduziert. Demetre Chiparus ist mit seiner grün, braun und schwarz patinierten Bronzegruppe „Die Jagd“ aus den 1930er Jahren zugegen und lässt einen exotischen jungen Mann martialisch gegen einen Panther streiten (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Regionale Aufmerksamkeit werden vielleicht zwei höfische Kammerherrenschlüssel erregen, die sich mit den Namen der beiden Würzburger und Bamberger Fürstbischöfe Friedrich Karl von Schönborn und Adam Friedrich von Seinsheim verbinden. Der jüngere, um 1755 entstanden und mit dem Seinsheim-Wappen geschmückt, soll sogar von Johann Wolfgang van der Auvera entworfen worden sein, einem der tüchtigsten Bildhauer jener Zeit in Süddeutschland. Zwischen 2.000 und 4.000 Euro erwartet Lempertz für die vergoldeten Bronzeschlüssel.

Die Auktion beginnt am 10. Mai um 10 Uhr. Die Besichtigung ist noch bis zum 8. Mai von 10 bis 17:30 Uhr, am 9. Mai von 11 bis 14 Uhr möglich. Der Katalog listet die Objekte unter www.lempertz.com.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



06.05.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


10.05.2013, Kunstgewerbe

Bei:


Kunsthaus Lempertz

Bericht:


Mohren und Affen

Kunstwerk:

Joseph Metzling, Nähtisch, Rothenfels 1833
Joseph Metzling, Nähtisch, Rothenfels 1833

Kunstwerk:

Paar Appliken, Frankreich, Mitte 18. Jahrhundert
Paar Appliken, Frankreich, Mitte 18. Jahrhundert

Kunstwerk:

Kaspar Bernhard Hardy, Prälat beim Gebet, letztes Viertel 18. Jahrhundert
Kaspar Bernhard Hardy, Prälat beim Gebet, letztes Viertel 18. Jahrhundert

Kunstwerk:

Kammerherrenschlüssel, Würzburg, 1732
Kammerherrenschlüssel, Würzburg, 1732

Kunstwerk:

Kamm,
 wohl Frankreich, 16. Jahrhundert
Kamm, wohl Frankreich, 16. Jahrhundert

Kunstwerk:

Moretto-Clipbrosche, Gioielleria Nardi, Venedig
Moretto-Clipbrosche, Gioielleria Nardi, Venedig







Georg Carl Brenner, Tafelaufsatz, Celle um 1760

Georg Carl Brenner, Tafelaufsatz, Celle um 1760

Taxe: 50.000 - 55.000 EURO

Losnummer: 296a

Joseph Metzling, Nähtisch, Rothenfels 1833

Joseph Metzling, Nähtisch, Rothenfels 1833

Taxe: 5.500 - 7.000 EURO

Losnummer: 780

 Fayence- und Porzellanmanufaktur Straßburg, Maria Seraphia von Löwenfinck zugeschrieben, Surtout mit Pyramide, 1748/54

Fayence- und Porzellanmanufaktur Straßburg, Maria Seraphia von Löwenfinck zugeschrieben, Surtout mit Pyramide, 1748/54

Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 11.000,- EURO

Losnummer: 150

Johann Michael van Selow, Perltisch, Braunschweig um 1760/70

Johann Michael van Selow, Perltisch, Braunschweig um 1760/70

Taxe: 6.000 - 7.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 766a

Johann Joachim Kändler, Pantalone, 1736

Johann Joachim Kändler, Pantalone, 1736

Taxe: 10.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 40

 Porzellanmanufaktur Meißen, Paar Terrinen, Meißen, um 1740

Porzellanmanufaktur Meißen, Paar Terrinen, Meißen, um 1740

Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 26

Weihwasserbecken, wohl Umkreis Castelli, Ende 17./18. Jahrhundert

Weihwasserbecken, wohl Umkreis Castelli, Ende 17./18. Jahrhundert

Taxe: 1.000 - 1.200 EURO

Zuschlag: 2.000,- EURO

Losnummer: 206

 Unteritalien, Weihwasserbecken, wohl Süditalien, erstes Viertel 17. Jahrhundert

Unteritalien, Weihwasserbecken, wohl Süditalien, erstes Viertel 17. Jahrhundert

Taxe: 800,- EURO

Zuschlag: 650,- EURO

Losnummer: 201

Paar Appliken, Frankreich, Mitte 18. Jahrhundert

Paar Appliken, Frankreich, Mitte 18. Jahrhundert

Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 8.000,- EURO

Losnummer: 763

Tabriz, 19. Jahrhundert

Tabriz, 19. Jahrhundert

Taxe: 28.000 - 30.000 EURO

Losnummer: 799

Kaspar Bernhard Hardy, Prälat beim Gebet, letztes Viertel 18. Jahrhundert

Kaspar Bernhard Hardy, Prälat beim Gebet, letztes Viertel 18. Jahrhundert

Taxe: 2.000 - 2.500 EURO

Losnummer: 745

Franz Anton Bustelli, Der stürmische Galan, um 1756

Franz Anton Bustelli, Der stürmische Galan, um 1756

Taxe: 18.000 - 20.000 EURO

Losnummer: 98




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