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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Bunte und witzige Auswahl beim Design des 20sten Jahrhunderts im Wiener Dorotheum

Wunderland mit Grinsekatze



Am 14. Mai öffnet das Dorotheum seine Pforten für die Design-Auktion des Frühjahrs 2013. Einiges Klassisches, jedoch vor allem viel Verspieltes, Skurriles und Phantasievolles bietet das Wiener Traditionshaus den Bietern dieses Jahr an. Insgesamt 333 Lose, die sich eher im unteren Preisniveau bewegen, stehen zum Verkauf bereit. Der Qualität tut dies jedoch keinen Abbruch, hier kann das Dorotheum locker mit den Großen der Branche mithalten. Zu den extravagantesten Stücken gehört die „Glamour Cat“ des amerikanischen Designers und Künstlers Scott Musgrove, die 2012 in einer limitierten Auflage von nur 50 Stück entstand. Die comichafte Katzenskulptur mit Stiefelchen und aufgeplusterter Mähne in Hochglanzgold besticht durch ein breites Grinsen oder doch eher Fletschen der Zähne und präsentiert dabei ein fabelhaftes Hollywoodgebiss mit annähernd vierzig strahlend weißen Zähnen. Den Käufern soll sie 1.400 bis 1.700 Euro wert sein.


Tierliebhaber kommen von Anfang an auf ihre Kosten, denn als zweiter Aufruf sollen für 9.000 bis 12.000 Euro fünf Lederstuhlobjekte von Dimitri Omersa aus dem Jahr 1965 den Besitzer wechseln. Sie sind allesamt in lebensnaher Art einem Tier nachempfunden, so dass man also auf einem Stier, einem Bären, einem Nashorn und zwei Elefanten reiten kann. Wer lieber bequemer sitzen möchte und gleichzeitig auch bedeutend farbenfroher, kann für 12.000 bis 16.000 Euro einen „Pratt Chair (No. 7)“ von Gaetano Pesce erstehen. Der quietschbunte Stuhl aus Polyurethan zeigt in der Rückenlehne das Profil des Künstlers und stammt aus dem Jahr 1984. Einige Überwindung könnte es kosten, in Tom Dixons „MAK Chair“ Platz zu nehmen: Die grünen und gelben Polyesterstreifen, aus denen sein Stuhl gestaltet ist, erinnern verdächtig an gekauten Kaugummi, unterstützen aber vortrefflich die Idee der Ausstellung „Formlose Möbel“ im Wiener Museum der Angewandten Kunst, in deren Rahmen das Objekt 2008 entstand (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR).

Zum Stuhl gehört ein Tisch, beispielsweise der ebenfalls äußerst farbenfrohe „Büchertisch“ des Niederländers Richard Hutten. Er macht seinem Namen alle Ehre und besteht aus unzähligen alten Büchern, deren Deckel schließlich die Tischplatte bilden (Taxe 25.000 bis 28.000 EUR). Deutlich klassischer sind die Objekte des ungarischen Designers Peter Ghyczy, von denen das Dorotheum gleich mehrere Stücke anbietet. In unaufgeregtem Weiß präsentieren sich zwei „Triangle“-Tische, die zwischen 1.000 und 6.000 Euro den Besitzer wechseln sollen. Etwas mehr muss für eine komplette Sitzgarnitur mit Sofa, zwei Sesseln und zwei Hockern aus geschwungenen weißen Polyurethanplatten und Samtbezügen in Dunkelbraun investiert werden (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Dazu passen könnte der ebenfalls weiße Couchtisch für 2.400 bis 2.800 Euro. Alle Objekte stammen aus den Jahren 1968 bis 1971.

Seiner italienischen Herkunft treu bleibt der Designer Aldo Tura, dessen dreiteiliger Paravent an frühe italienische Renaissance-Triptychen erinnert. Turas Raumteiler aus den 1980er Jahren ist auf der einen Seite vergoldet und auf der anderen Seite prachtvoll mit spanischen Segelschiffen dekoriert, die dem Stück auch den Namen „Galeoni“ geben (Taxe 17.000 bis 19.000 EUR). Das typische Design der 1950er Jahre präsentiert ein anderer Italiener, der Milaneser Guglielmo Ulrich. Moderner denn je erscheinen die insgesamt neun Positionen dank des seit mehreren Jahren anhaltenden Trends zum Retro-Stil, so können Interessierte für 9.000 bis 13.000 Euro ein grüngelbes, elegant geschwungenes Samtsofa von 1958 erwerben. Für ein kleineres Budget gibt es eine rot gepolsterte Sitzbank, allerdings ohne Rückenlehne (Taxe 2.400 bis 2.800 EUR).

Nur zwei Jahre später entstanden, jedoch deutlich zeitloser ist Osvaldo Borsanis Wandregalsystem aus dunklem Rosenholz, das im Zentrum ein Bronzerelief des Mailänder Bildhauers Arnaldo Pomodoro präsentiert. Das geschmackvolle Stück soll den Käufern 10.000 bis 15.000 Euro wert sein. Aus den 1920er Jahren und damit aus dem Art Déco kommt ein französischer Vitrinenschrank mit zwei dreieckigen Seitenteilen, der durch eine auffällige Maserung und Mahagoniverzierungen besticht und stilistisch an Arbeiten von Maurice Dufrène erinnert (Taxe 3.400 bis 4.500 EUR). Deutlich „schwergewichtiger“ ist da Jean Prouvés puristischer Tisch „Granito“ von 1945 mit einer massiven Terrazzo-Tischplatte, der mit 25.000 bis 35.000 Euro veranschlagt ist.

Das Spitzenlos der Auktion stammt von dem österreichischen Architekten und Designer Josef Hoffmann, der 1913 für die Industriellenfamilie Wittgenstein ein Gästehaus im tschechischen Kladno ausstattete. Ein äußerst geschmackvolles Buffet mit Aufsatz aus dunklem Buchenholz und weißem Marmor bietet das Dorotheum den Käufern aus dem Esszimmer dieser Poldi-Hütte an und erwartet dafür Gebote zwischen 50.000 und 65.000 Euro. Der strenge Wiener Jugendstil steuert etwa noch Joseph Maria Olbrichs schmales Eichenbuffet mit geometrischem Dekor um 1900 (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR) oder Carl Witzmanns gleichaltrige kräftige Tannenholzbank für das Gartenhaus der Wiener Villa Bergmann für 2.600 bis 3.400 Euro bei. Adolf Loos tritt mit einem Exemplar seines berühmten Elefantenrüsseltisches samt Kacheln in Fellmuster um 1910 für 8.000 bis 12.000 Euro an. Die Eleganz der Zwischenkriegszeit verkörpert Oswald Haerdtls kleines Aufsatzkabinett von etwa 1935 in einem Farbklang aus Grüngrau und Orangerot, wobei Haerdtl den Aufsatz mit einem Strauß Nelken und schwarzen Handschuhen bemalt hat (Taxe 1.500 bis 2.500 EUR).

Auffallend stark vertreten ist dieses Jahr die erste Generation der großen dänischen Designer-Riege, darunter berühmte Namen wie Hans J. Wegner oder Børge Mogensen. 8.500 bis 9.500 Euro sollen zwei der berühmten „Shell chairs“ von Wegner mit der ausladenden, ovalen Rückenlehne aus dem Jahr 1950 einbringen; nur 3.400 bis 4.500 Euro müssen für seinen anderen Designklassiker investiert werden: Der dunkelgrau gepolsterte Ohrensessel „Papa Bear“ mit Fußhocker von 1950/51. In typischer rustikaler Lederoptik präsentieren sich die Sitzmöbel von Mogensen aus den Jahren 1958/59 und 1962. Die aus Eichenholz und hellbraunem Leder gearbeiteten Stücke liegen preislich zwischen 2.400 und 2.800 Euro. Hinzu treten etwa noch Grete Jalks Schlingenstuhl „GJ“ aus auffällig gebogenem Schichtholz von 1963 (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR) oder der bekannte, aus Segelschnüren konstruierte „Harfenstuhl“ von Jørgen Hovelskov aus dem Jahr 1968 in einer schwarzen Ausführung für 1.600 bis 2.200 Euro und einer kirschbraunen für 2.000 bis 3.000 Euro. Mit jeweils 12.000 bis 16.000 Euro verlangen die gediegenen Stuhlpaare „Skater“ von Preben Fabricius und Jørgen Kastholm mit dunkelbraunem beziehungsweise cognacfarbenem Lederbezug einer der höchsten Preise beim skandinavischen Design.

Ein außergewöhnliches Beleuchtungsobjekt offeriert der Franzose Gérard Mannoni. Die aus Aluminium gefertigte Wandskulptur von 1973 besteht aus zahlreichen übereinander gelegten, offenen geometrischen Formen und ist das zweite Exemplar aus einer limitierten Auflage von acht Objekten. Es soll stolze 28.000 bis 35.000 Euro kosten. Deutlich günstiger kommen da zwei Stühle von der Hand des spanischen Multitalentes Salvador Dalí. Sein Design ist alles andere als zeitlos, denn die Rückenlehnen der 1980 für die Boutiquen Christian Lacroix’ entstandenen Hocker bilden zwei klassische, runde Dalí-Uhren (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Sie lieferten vielleicht die Inspiration für Helmut Pallas „Timetable“ von 2010. Das Wortspiel ist Programm, denn der Tisch besteht aus einer so genannten „Wiener Würfeluhr“, die auf einem Design von Emil Schauer aus dem Jahr 1906 beruht und in Wien an zahlreichen öffentlichen Plätzen zu finden war. Der Tisch mit Uhr soll 4.000 bis 5.000 Euro einbringen.

Zu den besonders skurrilen Stücken der Design-Auktion gehört ein Grill von 2012, der komplett in seine Einzelteile zerlegt werden kann und ein Einzelstück ist. Das österreichische Designduo „off objects“ mit Susanne Hochstetter und Albrecht Krafft von Dellmensingen hat ihn wie ein sphärisches Flugobjekt gestaltet (Taxe 1.600 bis 2.400 EUR). An den Meeresgrund entführt der Anemonen-Stuhl der Designer Fernando und Humberto Campana von 2001, der in Farbigkeit und Optik an eine Seeanemone erinnert (Taxe 2.400 bis 2.800 EUR). Frühstückshunger weckt der Teppich „Sunny Side Up“ der niederländischen Designerin Isabelle Leijn aus dem selben Jahr, denn er ist zwei appetitlichen Spiegeleiern nachempfunden und soll 3.000 bis 4.000 Euro kosten. Zum Schluss kann dann im wahrsten Sinne des Wortes der Hammer fallen für Ronen Kadushins „iPhone Killer“, dessen Objekt eine satirische Antwort auf den aktuellen Erneuerungswahn in der Unterhaltungselektronik darstellt. Sein Hammer aus Stahl und Holz ist der ultimative „iPhone-Killer“ und soll 600 bis 900 Euro einbringen.

Die Auktion beginnt am 14. Mai um 18 Uhr. Die Besichtigung läuft noch bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.dorotheum.com abrufbar.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



12.05.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Julia Remenyi

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