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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Gegenwartskunst bei Sotheby’s in New York

Teurer Streifen



Gerhard Richter ist und bleibt der teuerste lebende Künstler der Welt. Dies bestätigte am 14. Mai die Versteigerung zeitgenössischer Kunst bei Sotheby’s in New York. Der mittlerweile 81 Jahre alte Deutsche wird nach wie vor als ein Markstein der Kunst des letzten halben Jahrhunderts gesehen, und honoriert wird dabei nicht zuletzt seine enorme Vielseitigkeit und Wandlungsfähigkeit. Denn während in der jüngsten Zeit vornehmlich Abstrakte Bilder des Meisters Spitzenergebnisse erzielten, war es am Dienstagabend eines seiner fotorealistischen Werke aus der vorangegangenen Schaffensphase, das die Interessenten zur Höchstform auflaufen ließ. „Domplatz, Mailand“ aus dem Jahr 1968, eine schwarz-weiße, leicht flimmernde und unscharfe Aufnahme des Zentrums der norditalienischen Metropole mit der angeschnittenen Fassade des Domes, war auf 30 bis 40 Millionen Dollar bereits rekordverdächtig taxiert worden. Diese Erwartung bestätigte die fast drei Meter breite Leinwand souverän: 33 Millionen Dollar bewilligte der New Yorker Geschäftsmann Donald L. Bryant für das von der Hyatt Hotels Corporation eingelieferte Ölgemälde, zuzüglich Aufgeld kostete es sogar mehr als 37 Millionen Dollar.


Der teuerste Künstler des Tages war Richter damit allerdings nicht. Diesen Platz nahm Barnett Newmans „Onement VI“ ein, eine 1953 datierte Farbfeldmalerei in tiefem Blau mit lediglich einem schmalen hellblauem Streifen leicht rechts der Mittelsenkrechten. Auch hier waren die Maße mit gut zweieinhalb mal drei Metern gigantisch – ebenso der Preis: Mit 39 Millionen Dollar wurde der alte Newman-Auktionsrekord, den Christie’s im Mai vergangenen Jahres mit der Nummer fünf aus derselben Serie erzielte, fast verdoppelt. Käufer war diesmal ein Europäer am Telefon, offenbar italienischer Herkunft (Taxe 30 bis 40 Millionen USD). Ebenfalls im zweistelligen Millionenbereich schlossen Clyfford Stills ausgefranste Farbinseln „PH-21“ auf hellem Grund von 1962 für 18,5 Millionen Dollar (Taxe 16 bis 20 Millionen USD) und Jackson Pollocks noch ein wenig kubofigural anmutende Komposition „The Blue Unconscious“ von 1946 zum gleichen Wert ab (Taxe 20 bis 30 Millionen USD). Yves Kleins „Sculpture éponge bleue sans titre, SE 168“ von 1959 schaffte mit 19,5 Millionen Dollar ungefähr die Schätzung, die Sotheby’s im Vorfeld lediglich auf Anfrage mitgeteilt hatte, und gilt nun als teuerste Skulptur des französischen Blaufärbers. Eine große Kritzelzeichnung Cy Twomblys, entstanden 1969 während eines Aufenthalts in der Abgeschiedenheit von Bolsena nördlich Roms, erreichte stolze 13,6 Millionen Dollar (Taxe 10 bis 15 Millionen USD).

Unter den etwas günstigeren Klassikern abstrakter Malerei konnten Robert Rymans pastose weiße „Convention“ von 2002 für 6 Millionen Dollar (Taxe 3,5 bis 4,5 Millionen USD) und Richard Diebenkorns geometrische schimmernde Farbflächen „Ocean Park No. 46“ von 1971 für 9,75 Millionen Dollar ihre Schätzungen jeweils deutlich übertreffen (Taxe 6 bis 8 Millionen USD). Gerhard Richters rot verwischtes „Abstraktes Bild“ mit der Werknummer 682-3 von 1988, mit circa 72 mal 62 Zentimetern nur ein mittleres Format, erzielte dennoch gute 2,9 Millionen Dollar (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD). Erfolgreich unter den kleineren Preisen waren Morris Louis’ helle, fließende Farbbahnen „Airborn“ von 1959 bei 1,4 Millionen Dollar (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD) sowie Ellsworth Kellys trapezförmige und schräg aufgehängte Aluminiumtafel „Green Panel (Ground Zero)“ von 2011 und Alexander Calders bunte Farb- und Punkteabstraktion von 1954 bei jeweils 620.000 Dollar (Taxe je 400.000 bis 600.000 USD). Unter den Plastiken sind sein weit ausladendes Mobile aus dem Jahr 1951 für 4,2 Millionen Dollar (Taxe 3 bis 4 Millionen USD) und Donald Judds zehnteilige Wandarbeit „Untitled (91-2 Bernstein)“ in Aluminium und rotem Plexiglas von 1991 für 5 Millionen Dollar zu nennen (Taxe 6 bis 8 Millionen USD).

Dass die Auktion dennoch nicht vollends zum Erfolg wurde, lag vor allem an einem Werk: Francis Bacons „Study for Portrait of P.L.“ – gemeint ist Peter Lacy, mit dem der irischer Maler eine jahrelange Beziehung unterhielt – aus dem Jahr 1962 fiel bei 30 bis 40 Millionen Dollar durch. Noch zehn weitere Offerten des Abends fanden keinen Abnehmer, darunter ein überwiegend meerblaues, wenig aufregendes Farbfeld aus Mark Rothkos vorletztem Lebensjahr 1969 für 6 bis 8 Millionen Dollar. So lag trotz der teils erheblichen Preissteigerungen, die vor allem im unteren und mittleren Segment erzielt werden konnten, auch die Gesamtsumme der Zuschläge einschließlich der Aufgelder mit knapp 293,6 Millionen Dollar nur im unteren Bereich der sehr hohen Erwartungen.

Eher geräuschlos gingen die Pop Art-Künstler über die Bühne. Andy Warhol war ohnehin nur zweimal vertreten, und sowohl sein collageartig gestaltetes „Self-Portrait (Camouflage)“ aus dem vorletzten Lebensjahr 1986 für 6,1 Millionen Dollar als auch die schwarz-weiße Filmszene „Cagney“ von 1962 oder 1963 für 4,25 Millionen Dollar wurden deutlich unterhalb der Schätzungen weitervermittelt (Taxe 5,5 bis 7,5 Millionen USD). Das gleiche gilt für Tom Wesselmanns bühnenartige „Great American Nude #44“ von 1963, die nur 3,5 Millionen Dollar einspielte (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Ed Ruschas „Baltimore Oriole Securing Freshwater Fish“ von 1965 traf mit 4,1 Millionen Dollar dagegen etwa die Mitte der Erwartungen. 6 Millionen Dollar gab es für Jean-Michel Basquiats „Untitled (Julius Caesar on Gold)“ aus dem Jahr 1981. Vielleicht hatte man hier bei der Taxierung mit 7 bis 9 Millionen Dollar die zweifellos eindrucksvolle Malerei nicht hinreichend mit dem relativ kleinen Format von 127 Zentimetern im Quadrat verrechnet.

Ebenso zwiespältig war das Ergebnis der Versteigerung im Fall Jeff Koons’. Spielte sein beleuchtetes Fotoselbstportrait „The New Jeff Koons“ als kleiner Junge aus dem Jahr 1980 mit 8,25 Millionen Dollar rund das Dreifache der Schätzung ein (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD), so mussten seine vier in einer Glasvitrine versammelten Staubsauger von 1981/86 bei stattlichen 10 bis 15 Millionen Dollar unverrichteter Dinge wieder abziehen. Auch das opulente, buntfarbige „Wall Relief with Bird“ von 1991 fand keinen Abnehmer (Taxe 6 bis 8 Millionen USD). Bei 5,5 Millionen Dollar endeten die Gebote für sein stählernes, tonnenschweres Wasserspielzeug „Lobster“ aus dem Jahr 2003 (Taxe 6 bis 8 Millionen USD). Prominentester Deutscher nach Gerhard Richter war Sigmar Polke mit seinem vierteiligen Zyklus „Lösungen“ einfachster mathematischer Aufgaben, die natürlich alle nicht stimmen und dennoch 3 Millionen Dollar erbrachten (Taxe 3 bis 4 Millionen USD).

Zu den größten Überraschungen bei den jüngeren Künstlern gehörte der Preissprung, den John Currins altmeisterlicher Halbakt „Lydian“ vollführte. Das brandneue, erst wenige Wochen alte Bildnis einer jungen Frau, deren Haartracht mit Weintrauben und Orangen geschmückt ist, schaffte mit 2,5 Millionen Dollar das Fünffache der Schätzung. Es wurde ebenso wie Glenn Ligons schwarzes Schriftbild „Stranger #64“ von 2012 für 1,05 Millionen Dollar (Taxe 350.000 bis 450.000 USD) und George Condos am letzten Tag des vergangenen Jahres gezeichnete und gemalte Mischtechnik „Purple and Yellow Abstraction“ für 875.000 Dollar (Taxe 300.000 bis 400.000 USD) unmittelbar vom Künstler gestiftet zugunsten des Neubaus des Whitney Museum of American Art, der 2015 nach Plänen Renzo Pianos fertiggestellt sein soll. Als jüngste Künstler der Auktion reüssierten Nate Lowman und Dan Colen, beide Jahrgang 1979, mit einer „Black Escalade“ von 2005 bei 550.000 Dollar (Taxe 350.000 bis 450.000 USD) und der großen Kaugummicollage „53rd & 3rd“ von 2008 bei 900.000 Dollar (Taxe 600.000 bis 800.000 USD) – beides ein neuer Rekordpreis.

Alle Preise verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



19.05.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


14.05.2013, Contemporary Art Evening Auction

Bei:


Sotheby's

Bericht:


Polke kann nicht rechnen










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