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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Eine halbe Milliarde an einem Abend: Die Zeitgenossen bei Christie’s in New York machen’s möglich

Die nächsten Schritte



Der höchste Auktionsumsatz aller Zeiten – das ist die Botschaft, die die Versteigerung zeitgenössischer Kunst am Mittwochabend bei Christie’s in New York in die Kunstwelt hinaussandte. 495 Millionen Dollar setzte das Unternehmen mit den siebzig Werken international berühmter Künstler des vergangenen halben Jahrhunderts um. Neun Losnummern knackten die Zehnmillionenmarke, ein Dutzend neue Auktionsrekorde wurde aufgestellt, großteils für Künstler, die ohnehin längst auf den vordersten Plätzen rangieren und doch immer noch mehr einspielen als bisher. Gerade die Top Three können als schlicht sensationell gelten: Jackson Pollocks in der für ihn charakteristischen Dripping-Technik mit zahllosen einander überlagernden Farbschlieren gestaltete „Number 19, 1948“ war auf 25 bis 35 Millionen Dollar angesetzt, wurde aber für 52 Millionen Dollar zugeschlagen. Roy Lichtensteins „Woman with Flowered Hat“ von 1963, unverkennbar eine Pablo Picasso-Hommage, erzielte nicht 30 Millionen Dollar, sondern 50 Millionen Dollar, und Jean-Michel Basquiats grauenerregendes Doppelbild „Dustheads“ von 1982 ging für 43,5 Millionen Dollar an einen Europäer.


Gerade Basquiat offenbart eindrucksvoll die rasante Aufwärtsfahrt, die der Handel mit arrivierter zeitgenössischer Kunst in seinem Spitzensegment derzeit unternimmt: Noch nicht einmal vor einem Jahr, im Juni 2012, jubelte man bei Christie’s über die 11,5 Millionen Pfund, die ein Werk des 1988 verstorbenen Afroamerikaners in London erzielte. Im vergangenen November waren es bei Christie’s in New York schon 23,5 Millionen Dollar – und jetzt also fast das Doppelte für ein Gemälde des damals 22jährigen Künstlers. 25 bis 35 Millionen Dollar hatte man erwartet. Bemerkenswert ist – ähnlich übrigens wie bei Sotheby’s, dessen Gesamtzuschlagssumme von 293,6 Millionen Dollar jetzt freilich ziemlich verblasst – das Engagement europäischer Händler und Sammler, deren Erwerbungen sich auch bei Christie’s mindestens dreimal unter den Top Ten wiederfanden. So ging auch ein verhältnismäßig großes Kaolin-„Achrome“ Piero Manzonis aus dem Jahr 1958 für den Rekordpreis von 12,5 Millionen Dollar in europäischen Privatbesitz über.

Kunst also als Ware ebenso wie als Statussymbol – diese beiden Komponenten können sich erneut bestätigt sehen. Ihr Marktwert unterliegt aber auch Modeerscheinungen. Es dürfte jedenfalls kein Zufall sein, dass unter den beiden prominenten Durchfallern des Abends Clyfford Stills „PH-1“ von 1953 war, ein Künstler, der zuletzt ausgesprochen stark vertreten, aber auch starken Schwankungen unterworfen war (Taxe 15 bis 20 Millionen USD). Franz Klines „Accent aigu“ von 1957 mit kraftvollen schwarzen Balken auf weißem Grund musste bei 9 bis 12 Millionen Dollar ebenfalls die Heimreise antreten. Negativ für den Umsatz wirkte sich auch Francis Bacons „Study for Portrait“ aus; das Gemälde von 1981 wurde bei hohen 18 bis 25 Millionen Dollar vorher aus der Auktion genommen.

Spielend allerdings wurden diese Fehlstellen ausgeglichen etwa durch Mark Rothkos meditatives Farbfeld „Untitled (Black on Maroon)“ von 1958 für 24 Millionen Dollar (Taxe 15 bis 20 Millionen USD) oder Willem de Koonings wilde, aber im Kern noch figurale „Woman (Blue Eyes)“ von 1953 für 17 Millionen Dollar (Taxe 12 bis 16 Millionen USD). Auf der Habenseite standen zudem Roy Lichtensteins telefonierende „Nude with Yellow Flower“ von 1994 für 21 Millionen Dollar (Taxe 12 bis 16 Millionen USD) oder Gerhard Richters „Abstraktes Bild, Dunkel“ von 1986 mit der Werknummer 613-2 für 19,5 Millionen Dollar (Taxe 14 bis 18 Millionen USD).

Nicht zuletzt dank prominenter Einlieferungen brummte es auch im preislichen Mittelfeld, etwa aus dem Nachlass des kürzlich verstorbenen Sängers und Entertainers Andy Williams. Ob Ed Ruschas wasserlachenartiger Schriftzug „Mint (Red)“ auf gelblichem Grund von 1968 für 4,2 Millionen Dollar (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD), Sam Francis’ mit viel Gelb und Violett arbeitendes „Untitled“ von 1958 für 4 Millionen Dollar (Taxe 2 bis 3 Millionen USD), das heitere „Untitled XVII“ aus einer späten Serie abstrakter Bilder de Koonings von 1984 für 8,6 Millionen Dollar (Taxe 4 bis 6 Millionen USD) oder Richard Diebenkorns landschaftliche Erinnerung „Ocean Park #92“ von 1976 für 6,2 Millionen Dollar (Taxe 4 bis 6 Millionen USD) – stets konnten die Erwartungen übertroffen werden. Das galt großteils auch für die acht Arbeiten aus der Celeste and Armand Bartos Collection, darunter ein bunter „Mao“ aus Andy Warhols mittlerer Schaffensphase 1973 für 5,5 Millionen Dollar (Taxe 3 bis 4 Millionen USD), Alexander Calders Standmobile „Six White Dots Over Blue, Black and Red“ von 1948 für 4,7 Millionen Dollar (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD) oder Frank Stellas quadratische Farbbahnen „Les Indes galantes (small version)“ von 1964, deren Wert sich auf 1,9 Millionen Dollar verdoppelte.

Wer war noch unter den Rekorden? Joseph Cornell zum Beispiel, dessen surreale Assemblage „Magic Soap Bubble Set“ von 1940 völlig unerwartet auf 4,2 Millionen Dollar vorrückte (Taxe 500.000 bis 700.000 USD). Den gleichen Preis erzielten Hans Hofmanns abgegrenzte Farbflächen „Beatae Memoriae“ von 1964 wiederum aus der Williams-Sammlung. Der deutschstämmige Amerikaner, der erst in seinem späten Schaffen zu einem Hauptvertreter des Abstrakten Expressionismus avancierte, arbeitet sich im Gegensatz zu manchem seiner Kollegen in ziemlich kleinen Schritten nach oben (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). Philip Guston wäre ein Gegenbeispiel: Schon die 8 bis 12 Millionen Dollar, die auf dem Etikett seiner informellen Hommage „To Fellini“ von 1958 standen, hätten für einen neuen Höchstpreis gereicht. Doch am Ende kamen 23 Millionen Dollar heraus. Eine große Stahlplatte des Minimalisten Richard Serra, „L.A. Cone“ von 1986 aus dem Nachlass des Unternehmers David Pincus, verdoppelte ihren Wert auf 3,7 Millionen Dollar.

Bei Kenneth Nolands leuchtender Abstraktion „Circle“ mit großem Sonnenauge in Rot von 1958 genügten 1,8 Millionen Dollar zum zweiten Platz in seinem Auktionsranking; sie verfehlten damit knapp den bisherigen Rekordpreis von 1,85 Millionen Dollar vom November 1989 für das Gemälde „Empyrean“ (Taxe 900.000 bis 1,2 Millionen USD). Dass derzeit genügend Geld für zeitgenössische Kunst vorhanden ist, bewies auch die Abendauktionsnewcomerin Ruth Asawa. Ihre aus Draht handgewebte runde Hängeskulptur „Untitled (S108 Hanging, Six-Lobed, Multi-Layered Continuous Form Within a Form)“ aus den späten 1960er Jahren ließ nicht locker, bis die aktuelle Höchstmarke von 1,2 Millionen Dollar erreicht war (Taxe 250.000 bis 350.000 USD). Unter den Jüngeren reüssierten Luc Tuymans’ verschwommener „Rumour“ von 2001 bei 2,3 Millionen Dollar und die riesige, opulente Farbzeichnung „Retopistics: A Renegade Excavation“ Julie Mehretus ebenfalls von 2001 bei 4 Millionen Dollar auf Weltrekordniveau (Taxen je 1,4 bis 1,8 Millionen USD).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



19.05.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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