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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Zwischen Skandinavien und Spanien spielt sich Kunst des 19ten Jahrhunderts bei Sotheby’s in London ab

Am sonnigen Strand, in stillen Zimmern



Joaquín Sorolla y Bastida, Niños en la playa, Valencia

Joaquín Sorolla y Bastida, Niños en la playa, Valencia

Ein Spanier und ein Däne stehen im Mittelpunkt der Versteigerung von Kunst des 19ten Jahrhunderts bei Sotheby’s in London. Der Däne heißt Vilhelm Hammershøi und ist eine der eigenwilligsten Erscheinungen in der Malerei um 1900. Vor allem mit bürgerlichen Interieurs, meist von seiner eigenen Wohnung in Kopenhagen, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, machte er sich einen Namen, und als „dänischen Vermeer“ hat man ihn auch wegen der geheimnisvollen Aura seiner menschenleeren oder nur mit einer Person belebten Szenen bezeichnet. Zwei dieser Arbeiten bietet Sotheby’s am Donnerstag an. Die eine zeigt ein „Interieur mit Ofen“ und einer Frau in Rückenansicht. Das Gemälde, mit 800.000 bis 1 Million Pfund bewertet, entstand in Hammershøis Kopenhagener Heim; die Räume und der Blickwinkel lassen sich genau lokalisieren. Das andere Gemälde, 1901 ebenfalls in der Strandgade 30 geschaffen, beobachtet die Frau des Künstlers Ida, wie sie am Fenster sitzt und offenbar mit einer Handarbeit beschäftigt ist. Im Bildzentrum steht allerdings ein Klavier, das den Betrachter zu vielfältigen Assoziationen einlädt. Hier stehen 1 bis 1,5 Millionen Pfund auf dem Etikett.


Der Spanier heißt Joaquín Sorolla y Bastida und steht exemplarisch für seine Heimat wie Hammershøi für Dänemark. Sorollas Arbeiten vertreten einen heiteren, sonnigen Impressionismus, und ausschnitthafte Badeszenen wie die „Niños en la playa, Valencia“ waren seine unverwechselbare Spezialität. Mit 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund ist die einen Meter breite Leinwand das Hauptlos der Auktion am 23. Mai. Für eine kleine Ölskizze zweier Frauen beim Strandspaziergang von 1906 wird man wohl 200.000 bis 300.000 Pfund bezahlen müssen. Mit zwei hübschen, sfumato gemalten Berg- und Baumlandschaften aus der Zeit um 1900/01 ist Sorollas Landsmann Joaquim Mir i Trinxet zugegen (Taxen zwischen 50.000 und 80.000 GBP). Für den spanischen Realismus stehen Santiago Rusiñols Wäscherinnen aus den unteren Gesellschaftsschichten an einem Waschplatz in Barcelona von etwa 1889/90 (Taxe 70.000 bis 100.000 GBP). Hermenegildo Anglada-Camarasa lässt sich mit seinen wie Mosaike schimmernden Gemälden dem Jugendstil zuordnen. Die „Fiesta Valenciana“ von circa 1909/11 mit Reitern und fächernden Flamencotänzerinnen hängt für 250.000 bis 350.000 Pfund bereit.

Der bedeutendste Meister Frankreichs ist Jean-Baptiste Camille Corot. „Jeune femme jouant de la mandoline“ lautet der Titel einer kleinen Tafel aus der Zeit um 1870. Doch nicht nur die Musik, sondern auch die Malerei findet sich hier wieder, sitzt die etwas melancholisch blickende Dame doch im Atelier des betagten Künstlers (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Als stimmungsvollen Landschafter erlebt man Corot in seiner „Contrebandiers“ inmitten von Bäumen und Felsen, ebenfalls ein Spätwerk aus den frühen 1870er Jahren (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP). Jean-François Raffaëlli schildert zeichnerisch das belebte Paris auf einem Pastell von „Saint-Germain des Pres“ (Taxe 25.000 bis 35.000 GBP). Félix Ziem liefert einmal mehr eine duftige, flirrende Vedute aus Venedig mit einigen Segelschiffen im Vordergrund für 80.000 bis 100.000 Pfund. Recht exakt gestaltete dagegen Francesco Zanin seine Ansicht von Dogenpalast, Libreria und Salutekirche in der Ferne von erhöhtem Standpunkt über dem Wasser aus. Von Zanin weiß man nicht viel mehr, als dass er von 1851 bis 1888 in Italien tätig war (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP). In Venedig lässt sich auch Eugen von Blaas’ junge Schönheit verorten, die beim Häkeln einer Decke dann doch den Betrachter genau fixiert (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP).

Aus dem hohen Norden kommt der Finne Akseli Gallén-Kallela mit seiner „Frühlingssonne bei Konginkangas“ von 1906 zum Aufruf. Mit seiner kraftvollen Farbigkeit und dem breiten Pinselstrich erinnert die mittelgroße Leinwand schon beinahe an den Expressionismus (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP), ebenso wie die breitformatige Ansicht eines Sees in herbstlich kontrastreichem Ocker-Grün von 1905 (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP). Sein Landsmann Albert Edelfelt steuert „The Boy’s Workhouse, Helsinki“ von 1885: Jungen aus der armen Bevölkerungsschicht sind hier mit fleißiger Handarbeit beschäftigt (Taxe 350.000 bis 450.000 GBP). Die Skandinavier sind auf dieser Versteigerung gut vertreten. Aus Norwegen nimmt unter anderem Adolph Tidemand mit der einfachen Bauernstube aus Hardanger von 1874 teil, in der er ein älteres Ehepaar und ein junges Mädchen beim Stricken platziert hat (Taxe 50.000 bis 70.000 GBP). Neben Hammershøi treten aus Dänemark noch Peter Ilsted mit einer ebenso stillen Raumfolge samt Frau in Rückenansicht und weißem Stuhl von 1907 (Taxe 30.000 bis 40.000 GBP) oder Michael Ancher mit einem Sommerfest der Künstlerkolonie in Skagen an. Alle Personen auf dem Gemälde „Skuespillerfrokost“ von 1902 lassen sich bestimmten Schauspielern, Schriftstellern oder Malern zuordnen (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP).

Johan Christian Dahl gelingt der Übergang zum deutschen Kulturkreis. Der gebürtige Norweger lebte lange Zeit in Dresden und gehörte zum Künstlerkreis um Caspar David Friedrich, wofür auch sein kleiner „Blick auf die Elbe mit den Kasernen“ steht (Taxe 15.000 bis 20.000 GBP). Hier schließt sich treffend Carl Christian Vogel von Vogelsteins feines Biedermeier-Portrait von Anna Motherbig aus dem Jahr 1830 an (Taxe 10.000 bis 15.000 GBP). Aus dem deutschsprachigen Raum stehen weiterhin Olga Wisinger-Florians Stillleben „Herbstlaub“ in einer Glasvase (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP) und Koloman Mosers „Blumen vor Gartenzaun“ aus dem Jahr 1909 für 60.000 bis 80.000 Pfund zur Disposition. Leo Putz schickt einen einladenden „Zaubergarten“ mit nackter, betont manierierter Frauengestalt, die den Betrachter herausfordernd anschaut. Das Gemälde entstand 1906, wurde inspiriert von einem Paris-Aufenthalt und war im selben Jahr auf der Ausstellung der Münchner „Scholle“ zu sehen (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP). Mela Muter hat um 1919/20 ein expressives Portrait des französischen Schriftsteller Georges Polti entwickelt, das Sotheby’s vor zwei Jahren schon einmal für 50.000 Pfund versteigert hatte. Um diesen Wert gruppiert sich diesmal die Schätzung.

Als Meister aus Belgien tritt der Symbolist Fernand Khnopff auf. Unter Zugrundelegung einer Fotografie nahm er 1893 die vier Kinder des befreundeten Ehepaares Louis und Jeanne Nève auf, wobei er ihnen mit ihrer Platzierung auf einer Wohnungstreppe einen eigenartig transitorischen Charakter und überdies bemerkenswert wissende Gesichter verlieh (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP). Die Niederländer feierten im 19ten Jahrhundert hauptsächlich ihre großen Vorgänger zweihundert Jahre zuvor in romantisch anmutenden Landschaften. So auch Barend Cornelis Koekkoek mit seiner Abendstimmung an einem Waldrand samt Menschen und Kühen aus dem Jahr 1850 (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). An Nicolaes Berchem und Philips Wouwerman erinnert Wouterus Verschuurs italianisierende „Rast an der Schenke“, die einen herrlichen Ausblick über eine ebenfalls abendlich beleuchtete Bergwelt verspricht (Taxe 70.000 bis 100.000 GBP). Den Abschluss der Auktion bildet eine Gruppe von Orientalisten unterschiedlicher Herkunft. Die Preise für ihre Werke gehen nicht über den unteren fünfstelligen Pfund-Bereich hinaus. Adolf Schreyers „Arabischer Reiter“ oder Otto Pilnys Beduinenlager mit einem Tanz bei Sonnenuntergang sollen etwa nicht mehr als jeweils 35.000 Pfund kosten.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



22.05.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


23.05.2013, 19th Century European Paintings

Bei:


Sotheby's

Bericht:


Untergang von Schiff und Sonne

Kunstwerk:

Vilhelm Hammershøi, Ida in einem Zimmer mit Klavier, 1901
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Kunstwerk:

Joaquín Sorolla y Bastida, En la playa, 1906
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Santiago Rusiñol, Lavaderos de la Barceloneta, um 1889/90
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Jean-Baptiste Camille Corot, Jeunne femme jouant de la mandoline, um 1870
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Jean-Baptiste Camille Corot, Les Contrebandiers, um 1871/72
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Jean-François Raffaëlli, Saint-Germain des Pres
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Akseli Gallén-Kallela, Frühlingssonne bei Konginkangas, 1906

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Taxe: 80.000 - 120.000 GBP

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Losnummer: 205

Joaquim Mir i Trinxet, Paisaje Mallorquín con naranjos, um 1900/01

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Taxe: 50.000 - 70.000 GBP

Zuschlag: 105.000,- GBP

Losnummer: 222

Barend Cornelis Koekkoek, Reisende auf dem Weg, 1849

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Taxe: 14.000 - 18.000 GBP

Zuschlag: 23.000,- GBP

Losnummer: 244

Vilhelm Hammershøi, Ida in einem Zimmer mit Klavier, 1901

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Taxe: 1.000.000 - 1.500.000 GBP

Zuschlag: 950.000,- GBP

Losnummer: 208

Francesco Zanin, Die Abfahrt des Bucintoro von San Marco nach San Nicoló del Lido

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Taxe: 120.000 - 180.000 GBP

Losnummer: 240

Jean-Baptiste Camille Corot, Jeunne femme jouant de la mandoline, um 1870

Jean-Baptiste Camille Corot, Jeunne femme jouant de la mandoline, um 1870

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Barend Cornelis Koekkoek, Waldlandschaft mit Figurenstaffage, 1850

Barend Cornelis Koekkoek, Waldlandschaft mit Figurenstaffage, 1850

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Losnummer: 242

Vilhelm Hammershøi, Interieur mit Ofen

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Taxe: 800.000 - 1.000.000 GBP

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Jean-Baptiste Camille Corot, Les Contrebandiers, um 1871/72

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Akseli Gallén-Kallela, Ein See im Herbst, 1905

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Jean-François Raffaëlli, Saint-Germain des Pres

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Taxe: 25.000 - 35.000 GBP

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Michael Ancher, Skuespillerfrokost, 1902

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