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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Bibliophile Kostbarkeiten bei Hesse in Hamburg

Tierchen auf dem Berg



Es war keine einfache Beziehung, die der junge Architekt und die Komponistengattin miteinander führten: Als der 27jährige Walter Gropius im Juni 1910 eine Affäre mit Alma Mahler begann, war diese noch mit Gustav Mahler verheiratet, der denn auch recht schnell von der Liaison Wind bekam. Ein knappes Jahr später war der Komponist tot, doch so richtig zusammen kamen die beiden immer noch nicht. Dennoch machte Gropius der frisch verwitweten Geliebten zu ihrem 32sten Geburtstag ein Geschenk. „Zum 31. August 1911 von Walter“ schrieb er in den ersten Band der „Odyssee“, einer besonders kostbaren Ausgabe des Homerschen Epos aus Harry Graf Kesslers berühmter Cranach-Presse. Es sollte wohl ein Versöhnungsversuch sein, doch erst vier Jahre später, nachdem Alma Mahler unter anderem mit Oskar Kokoschka eine leidenschaftliche Affäre hatte, heirateten die beiden. Die Ehe hielt allerdings nicht lange; Alma hatte 1917 mit dem jungen Schriftsteller Franz Werfel schon den nächsten Fang getan. Die zwei „Odyssee“-Bände blieben als Dokument der schwierigen Beziehung zwischen Gropius und Alma Mahler-Werfel erhalten. Am 25. Mai kommen sie bei Christian Hesse in Hamburg mit einer Schätzung von 3.000 Euro zur Auktion.


Die Versteigerung umfasst mit ihren fast 650 Losnummern noch so manche bibliophile Preziose, und nicht immer müssen sich damit unterhaltsame Dinge aus dem Leben berühmter Persönlichkeiten verbinden. Einfach als monumentales Buchprojekt beeindruckt beispielsweise die sogenannte Musarionausgabe von Friedrich Nietzsches gesammelten Werken aus den 1920er Jahren. In wissenschaftlicher Hinsicht genießen die 23 Bände zwar keinen so hervorragenden Ruf, doch im Regal machen sie sich zweifellos gut. Früherer Besitzer war der Schweizer Georges Motschan, der schon als Siebzehnjähriger von Thomas Mann zum Tee eingeladen wurde und den großen deutschen Schriftsteller später in seinem Buick durch Süddeutschland kutschierte (Taxe 9.000 EUR). Wiederum der Cranach-Presse entstammt die Ausgabe von Rainer Maria Rilkes „Gesammelten Gedichten“ in vier Bänden aus den Jahren 1930 bis 1934, bei der sich Eric Gill, Aristide Maillol und Otto Dorfner künstlerisch betätigten. Der vierte Band konnte allerdings schon nicht mehr von der inzwischen aufgelösten Cranach-Presse selbst gedruckt werden (Taxe 6.000 EUR).

Auffällig ist der große Anteil an Mappen und Büchern, die sich mit biblischen Inhalten beschäftigen. Als Höhepunkt tritt hier Otto Dix’ Illustration des Matthäus-Evangeliums auf, 1961 bei Käthe Vogt in Berlin in nur dreißig Exemplaren erschienen und aus 37 Lithografien bestehend. Der expressionistische Spätstil des Künstlers, der sich im Alter immer mehr christlichen Themen zuwandte, kommt noch einmal eindrucksvoll zum Tragen (Taxe 10.000 EUR). Hans Orlowski nahm sich 1923 „Die Seligpreisungen“ vor, für die er in seinem expressionistischen Stil den Text und die bildliche Umsetzung lithografierte und beide selbst in leuchtenden Farben kolorierte (Taxe 1.000 EUR). Bereits ins Jahr 1918 datieren Oskar Kokoschkas elf Lithografien zu Johann Sebastian Bachs Kantate „O Ewigkeit – Du Donnerwort so spanne meine Glieder aus“, die allerdings weniger den Text der Offenbarung kommentieren als vielmehr in die Seele des Künstlers selbst Einblick gewähren (Taxe 2.500 EUR).

Musikalisches diente auch Max Klinger 1894 als Inspiration. Seine große Verehrung des Komponisten Johannes Brahms schlug sich anlässlich des 60sten Geburtstags in der „Brahms-Phantasie“ mit 18 Radierungen und 23 Lithografien nieder, und der Tonsetzer wiederum nahm das Werk des bildenden Künstlers mit großer Begeisterung auf (Taxe 7.000 EUR). In die mittelalterliche Sagenwelt versetzt eine französische Ausgabe des „Sire Halewijn“ in der Bearbeitung von Charles de Coster. Die dreizehn Holzschnitte steuerte Frans Masereel bei, Satz und Einband entwarf Henry van de Velde (Taxe 4.000 EUR). Als Dichter und Grafiker zugleich versuchte sich Max Beckmann 1924 mit seiner Komödie „Ebbi“. Das wohl einzige kolorierte Exemplar dieses mit sechs Radierungen ausgestatteten Buches erzielte vor eineinhalb Jahren bei Bassenge in Berlin 72.000 Euro, unkoloriert soll es jetzt 12.000 Euro kosten.

Mit Else Lasker-Schülers Gedichtsammlung „Theben“ von 1923, die auch zehn Lithografien der Autorin enthält (Taxe 5.000 EUR,) und Georges Hugnets ironisch an die Micheline-Reiseführer orientierten „Huit jours à Trébaumec“ von 1969 mit Texten und Fotos des Surrealisten warten noch weitere anspruchsvolle Bücher von Doppelbegabungen auf Kundschaft (Taxe 15.000 EUR). Blaise Cendrars’ „La fin du monde“ mit künstlerischer Ausstattung von Fernand Léger aus dem Jahr 1919 (Taxe 6.000 EUR), Jean Paulhans „La métromanie“ in einer komplett von Jean Dubuffet gestalteten Variante aus dem Jahr 1949 (Taxe 7.000 EUR) oder eine neue Ausgabe dreier Gesänge aus Homers „Odyssee“ von 2002 mit Holzschnitten Markus Vallazzas beeindrucken als Beispiele der Zusammenarbeit verschiedener Kreativer über die Grenzen der Kunstformen hinweg (Taxe 4.500 EUR).

Die Zahl autonomer Kunstwerke ist übersichtlich, enthält aber manch schönes Stück wie eine Arbeit von Dieter Roth aus dem Jahr 1973, bei der er eine relativ belanglose Vorstadtlandschaft mit Schmelzkäse dekorierte und mit „In Oelpe scheperts“ betitelte (Taxe 3.000 EUR). Ebenso originell ist das kleine Kleisterfarbenbild „Der Bräutigam“ Alfred Kubins von 1906: Ein ziemlich zwergenhafter Mann mit viel zu großem Kopf wird hier seiner jungen tänzelnden Braut zugeführt. Als Schauplatz dient eine düstere Waldrandszene – Skurriles also mischt sich hier mit Angstvollem, wie es typisch für den österreichischen Maler und Grafiker ist (Taxe 12.000 EUR). Sieben Jahre später erreichte Kubin eine Postkarte aus Oberhofen an Thunersee im Berner Oberland. Neben einem schriftlichen Gruß erfreute Paul Klee seinen Kollegen auch mit einigen Tierchen, die über die Berge kraxeln oder im See schwimmen, sowie einem kleinen Raddampfer (Taxe 2.000 EUR). Berühmtester Künstler ist Pablo Picasso, von dem es die 1958 verbreitete Farblithografie „L’atelier de Cannes“ für 6.000 Euro gibt.

Die Auktion beginnt am 25. Mai um 11 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist bis zum 24. Mai täglich von 10 bis 18 Uhr möglich, der Internetkatalog unter www.hesse-auktionen.de abrufbar.

Kontakt:

Christian Hesse Auktionen

Osterbekstraße 86

DE-22083 Hamburg

Telefon:+49 (040) 694 542 47

Telefax:+49 (040) 694 542 66



23.05.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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