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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Alte und Neuere Meister bei Lempertz in Köln

Triumph des Hundes



Anton Mozart, Der Turmbau zu Babel

Anton Mozart, Der Turmbau zu Babel

Ein echter Mozart ist das teuerste Kunstwerk der vergangenen Kunstversteigerung bei Lempertz in Köln. Zwar kein Wolfgang Amadeus, aber ein Anton Mozart erzielte bei den Alten Meistern den Auktionsrekordpreis von 250.000 Euro. Der Augsburger Künstler, der auf der Schwelle vom 16ten zum 17ten Jahrhundert im Stil der zeitgenössischen Niederländer großartige Stadtlandschaften mit meist biblischen oder antik-mythologischen Themen schuf, war diesmal mit einer Version des Turmbaus zu Babel vertreten. Ein vielfiguriges Gewirr fleißiger Arbeiter mit Fuhrwerken und Bauleuten, Steinmetzen und Bildhauern prägt die mittelgroße Kupfertafel, die aus einer belgischen Privatsammlung eingeliefert wurde. Der Turmbau selbst, der schon recht weit gediehen zu sein scheint, ragt, nach oben hin im Maßstab immer kleiner werdend, bis in den Wolkenhimmel über der Küstenstadt hinein. Die Schätzung für das minutiös gemalte Bild hatte bei 250.000 bis 300.000 Euro gelegen.


Alte Meister

Trotz starken internationalen Interesses konnte Lempertz am 11. Mai nur etwas über vierzig Prozent der rund 250 Losnummern unter die Leute bringen. Die durchaus nicht einfachen Verhältnisse auf dem Altmeistermarkt unterstrich auch die Tatsache, dass die anspruchsvollen Schätzungen überwiegend nur an ihrer unteren Grenze bestätigt wurden. Einige Zuschläge blieben auch darunter, etwa die 56.000 Euro für eine Heilige Familie des mittelitalienischen Manieristen Girolamo da Treviso (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR) oder die 65.000 Euro für eine Maria mit Christus und Johannesknaben vom Meister des Verlorenen Sohnes, der im zweiten Drittel des 16ten Jahrhunderts in Antwerpen tätig war (Taxe 80.000 bis 90.000 EUR). Mit ebenfalls 65.000 Euro verharrte Jan Brueghels d.Ä. Landschaft mit Rinderherde und Reiter auf nur 12,5 Zentimeter breiter Kupferplatte etwas unterhalb der Erwartungen. Sein Sohn Jan Breughel d.J. reüssierte mit einer Allegorie der Erde, repräsentiert durch leicht bekleidete Gestalten inmitten von Obst und Gemüse unter Bäumen, bei 100.000 Euro (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR). In direkter Nachfolge stand Ferdinand van Kessels fast identische Version seiner „Allegorie auf die Erde“, die desgleichen die untere Schätzung von 20.000 Euro erreichte.

Beim Genre war David Teniers d.J. mit seiner „Pfannkuchenbäckerin“, der zwei wohl etwas lästige Männer zuschauen, mit 90.000 Euro recht erfolgreich (Taxe 90.000 bis 100.000 EUR). Auch für seine „Alte Frau am Spinnrad“ auf kleinem Hochoval bewilligte belgischer Kunsthandel die untere Taxe von 80.000 Euro. Zwei Gemälde Jan Havicksz Steens fanden ebenfalls ihren Abnehmer: Seine „Ankunft der Braut“ in etwas derber Stube erfüllte mit 120.000 Euro zwar nicht ganz die Erwartungen (Taxe 140.000 bis 150.000 EUR), dafür landete sein „Bauerntanz vor einer Schänke“ mit Bootsleuten auf einem Flüsschen bei guten 150.000 Euro (Taxe 140.000 bis 150.000 EUR). Beide Gemälde gingen in russischen Privatbesitz. Als ein berühmter Künstler stieß Domenikos Theotokopoulos, besser bekannt unter dem Namen El Greco, mit seinem Bildnis eines Edelmannes auf breiteres Interesse, obgleich nur das Gesicht des Dargestellten vollendet wurde. Dennoch wurde die obere Grenze von 60.000 bis 80.000 Euro erreicht.

Von 40.000 bis 60.000 Euro auf 76.000 Euro steigerte ein niederländischer Bieter Adriaen Thomasz Keys qualitätvolle „Anbetung der Könige“ mit bemerkenswert differenzierter Charakterisierung der eng umeinander gruppierten Personen. Als Vorlage diente wohl ein Gemälde Willem Keys, doch sein entfernter Verwandter emanzipierte sich schon recht weit davon. Die größte Überraschung bei den Alten Meistern bot ein Stillleben Paul de Vos’, das einen geradezu triumphierenden Jagdhund inmitten seiner Beute präsentiert. Besonders dieses plastisch modellierte Tier mit seinem scheckigen Fell dürfte es den Interessenten angetan haben. Von 30.000 bis 35.000 Euro schossen die Gebote schließlich auf 115.000 Euro hinauf. Ein Sammler aus Singapur behielt hier die Oberhand. Teurer war nur Willem van Aelsts schimmernder Nautiluspokal inmitten von Brot, Lauch und Fisch aus dem Jahr 1678 für 240.000 Euro (Taxe 250.000 bis 300.000 EUR). Unter den jüngeren Arbeiten brachte es zwei fröhlichen Gesellschaften des Tiroler Rokokomalers Johann Georg Platzers, die sich zum Teil gegenseitig beklauen, mit 62.000 Euro am weitesten (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).

Zeichnungen und Skulpturen

Keine großen Sprünge konnten die Skulpturen und Zeichnungen vollführen. Bei Letzteren erzielte Cornelis Begas Rötelblatt eines schlafenden jungen Mannes mit 10.000 Euro den höchsten Zuschlag (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Die feine braune Tuschezeichnung eines großen, dicht belaubten Eichenbaums am Waldesrand von Carl Wilhelm Kolbe d.Ä. brachte es immerhin auf 6.200 Euro (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR). Bei der Bildhauerei standen gotische Standfiguren im Mittelpunkt, doch für die beiden Kalksteinmadonnen aus dem flämischen und nordfranzösischen Raum für Preise zwischen 60.000 und 90.000 Euro konnte sich Niemand erwärmen. Nur eine oberrheinische Holzmadonna der Zeit um 1460/70 schaffte mit 60.000 Euro die untere Taxgrenze, und erst mit großem Abstand folgte dann ein stehender Hirte, geschnitzt um 1480 von einem der zahlreichen Routiniers aus Antwerpen, für 22.000 Euro (Taxe 22.000 bis 25.000 EUR).

Neuere Meister

Die mit Abstand meisten Gebote bei den Neueren Meistern zog der aus Norwegen stammende, aber früh in Dresden ansässig gewordene Romantiker Johan Christian Dahl auf sich. Alle fünf aus norwegischem Privatbesitz eingelieferten Offerten wurden teils deutlich über den Schätzungen versteigert. Darunter war auch das Hauptlos, ein 1820 datierter Blick auf den schmauchenden Vesuv von der Küste bei Castellamare aus für 170.000 Euro (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Je 40.000 Euro erreichten eine weitere, kleinere Version desselben Motivs, gemalt wenige Tage vor der anderen am 16. August 1820 (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR), sowie die fast frühimpressionistische Ansicht einer etwas lehmigen Straße bei Pillnitz von 1832 (Taxe 28.000 bis 35.000 EUR). Ein Pferdeliebhaber wurde bei Franz Krügers Pastell eines Stallinneren mit gesatteltem Schimmel in fast portraithaften Zügen erst bei 18.000 Euro fündig (Taxe 10.000 bis 14.000 EUR). Tierisch-menschlich blieb es auch bei Wilhelm von Kaulbachs Zeichnung „Die Tiere richten Reineke Fuchs“, einer Illustrationsvorlage zur 1840 erschienen Goethe-Adaption „Reineke Fuchs“, die sich auf 7.500 Euro verbesserte (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR).

Während sich Josef von Führichs 1827 in nazarenischem Stil gemaltes „Kleines Mädchen mit Schutzengel“, das auf einem Felsvorsprung über einer tiefen Schlucht Blumen pflückt, mit 13.000 Euro zufrieden geben musste, reüssierte der polnischstämmige Maler Ludwig Gedlek mit einem figurenreichen Pferdemarkt vor einer heimischen Stadt von 1881 bei 17.000 Euro (Taxe je 14.000 bis 16.000 EUR). Unter den übrigen Werken sind Franz von Stucks mondänes „Bildnis der Tochter Mary im Vélazquez-Kostüm“ aus dem Jahr 1908 für 50.000 Euro (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR) und Alexander Rothaugs symbolistische „Poesie“ mit einer antikischen Frauengestalt inmitten großer Brunnenanlage für 20.000 Euro zu nennen (Taxe 16.000 bis 20.000 EUR). Carl Coven Schirm beeindruckte mit einer sonnendurchfluteten Ansicht einer Sinai-Landschaft mit dem Berg Jebel El-Deir und dem Grabmal des Sheik Nabi Saleh auf fast zweieinhalb Meter breiter Leinwand. Das Bild entstand 1884 in Breslau auf Basis einer Reise, die der Künstler einige Jahre vorher unternommen hatte. 32.000 Euro bedeuteten annähernd das Doppelte der unteren Schätzung.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



23.05.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Johann Georg Platzer, Zwei fröhliche Gesellschaftsszenen bei Musik und Wein

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Cornelis Bega, Schlafender junger Mann

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Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 50.000,- EURO

Losnummer: 1268

Girolamo da Treviso II, Die heilige Familie mit der heiligen Katharina

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Taxe: 60.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 56.000,- EURO

Losnummer: 1008

Jan Breughel d.J., Allegorie der Erde

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Taxe: 100.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 100.000,- EURO

Losnummer: 1031

David Teniers d.J., Die Pfannkuchenbäckerin

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Taxe: 90.000 - 100.000 EURO

Zuschlag: 90.000,- EURO

Losnummer: 1034

Jan Havicksz Steen, Ankunft der Braut

Jan Havicksz Steen, Ankunft der Braut

Taxe: 140.000 - 150.000 EURO

Zuschlag: 120.000,- EURO

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Ferdinand van Kessel, Allegorie der Erde

Ferdinand van Kessel, Allegorie der Erde

Taxe: 20.000 - 25.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 1084

Meister des verlorenen Sohnes, Maria mit Christus und dem Johannesknaben

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Taxe: 80.000 - 90.000 EURO

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Johan Christian Dahl, Eine Straße bei Pillnitz, 1832

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Taxe: 28.000 - 35.000 EURO

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David Teniers d.J., Alte Frau am Spinnrad

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Taxe: 80.000 - 90.000 EURO

Zuschlag: 80.000,- EURO

Losnummer: 1035

Jan Brueghel d.Ä., Landschaft mit Rinderherde und Reiter

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Taxe: 70.000 - 90.000 EURO

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Madonna mit Kind, Oberrhein, um 1460/70

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Taxe: 60.000 - 80.000 EURO

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