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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Vor allem die Arbeiten auf Papier reüssierten bei der modernen und zeitgenössischen Kunst von Karl & Faber in München

Expressiv zieht



Ein starkes Mittelfeld, einige bedauerliche Rückgänge, aber auch eine Reihe von Wertsteigerungen konnte das Münchner Auktionshaus Karl & Faber auf seiner vergangenen Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst verzeichnen. Besonders Arbeiten auf Papier erfreuten sich großer Beliebtheit. Allen voran platzierte sich Emil Noldes Aquarell „Große Mohnblumen“ mit drei roten und zwei violetten Blüten vor grauweißem Grund. Auf 190.000 bis 220.000 Euro schon nicht zu knapp angesetzt, erzielte das fast einen halben Meter breite Blatt in satter Leuchtkraft schließlich stolze 240.000 Euro. Auch bei den kleineren Schätzungen erwies sich der deutsche Expressionismus als ausgesprochen stark. Teilweise wurden ganze Konvolute preislich aufgewertet wie etwa mehrere Blätter Ernst Ludwig Kirchners, dessen um 1912 nur in Umrissen entstandene Bleistiftzeichnung „Mädchen mit Hut (Gerda)“ 28.000 Euro und dessen ebenso flotte, diesmal mit blauer und roter Kreide leicht akzentuierte „Landschaft bei Moritzburg“ von circa 1909 24.000 Euro erreichte. Die Taxen hatten bei 12.000 bis 15.000 Euro und 15.000 bis 20.000 Euro gelegen.


Zwei späte Stilllebenaquarelle Karl Schmidt-Rottluffs mit Blumen in Vasen wanderten am 7. Juni in München für bis zu 32.000 Euro in neue Hände (Taxen je 20.000 bis 25.000 EUR), ein weiteres, aber duftigeres Blumenbild Oskar Kokoschkas ebenfalls in Aquarell von 1953 kam sogar auf 40.000 Euro (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Von 18.000 bis 20.000 Euro kletterte Lyonel Feiningers kubistisch inspirierte Kreidezeichnung „Teltow I“ mit Häusern hinter drei großen Bäumen vom April 1912 auf 24.000 Euro, und auch sein Tuscheaquarell „Ostsee“ mit Dampfschiff in der kristallinen Ferne fuhr mit 40.000 Euro etwas mehr als erwartet ein. Den Impressionismus repräsentierte Max Liebermanns Pastell „Der Rosengarten in Wannsee“ von 1928, das für taxgerechte 42.000 Euro den Besitzer wechselte.

Teuerstes Ölbild der älteren Meister wurde Alexander Kanoldts „Eisacklandschaft (Klausen)“ aus dem Jahr 1911 für 54.000 Euro, das bis vor kurzem als Dauerleihgabe im Franz Marc Museum in Kochel am See hing, von seinen norddeutschen Besitzern jetzt für 40.000 bis 60.000 Euro eingeliefert wurde und nun wieder ans Museum zurückgeht. In etwa gleichem Preisrahmen rangierten Gabriele Münters „Päonien, Feuerlilien und Rittersporn“ von 1942, doch schloss das auf schwarzem Tonpapier fixierte Blumenstillleben nur mit 35.000 Euro ab. 44.000 Euro gab es für Georg Schrimpfs neusachlichen „Chiemsee“ von 1931 (Taxe 40.000 bis 45.000 EUR). Unter den Skulpturen ist vorrangig William Wauers kantige Bronzebüste des Kunsthändlers Herwarth Walden aus dem Jahr 1917 zu nennen, die mit 40.000 Euro allerdings mindestens 10.000 Euro weniger einspielte, als vorgesehen war.

Wenig Hochkarätiges also blieb bei der klassischen Moderne liegen. Der schmerzlichste Rückgang war wohl Otto Dix’ düsteres Kreide- und Bleistiftbildnis Marfried Hettner, der Frau eines seiner Schüler, mit schleierverhülltem Gesicht aus dem Jahr 1931 (Taxe 130.000 bis 150.000 EUR). Auch Pablo Picassos 1946 nur aus wenigen Bleistift- und Tintenstrichen aufgebautes Antlitz der seinerzeit recht berühmten Schauspielerin Paulette Goddard wollte niemand haben (Taxe 45.000 bis 50.000 EUR). Andere Frauen fanden da mehr Zuspruch, etwa Rudolf Schlichters 1936 datiertes, frontales Bildnis seiner Ehefrau „Speedy mit Hut“ für 28.000 Euro oder George Grosz’ von hinten aquarellierte Dame in kurzem Rock und Pelz um 1923 mit Anmerkungen des Künstler zur farbigen Gestalt für 20.000 Euro jeweils zur unteren Schätzung. Bei den Österreichern taten sich Gustav Klimts hingehauchter sitzender Mädchenakt mit erhobenen Armen von 1904 bei 12.000 Euro und Ernst Nepos mit Aquarell entwickelter, liegender Damenakt in fahlem Blau bei 15.000 Euro hervor (Taxe je 15.000 bis 20.000 EUR).

Die frühe Abstraktion wurde in Form von Jean-Joseph Crottis schwungvoller „La femme au chat“ aus dem Jahr 1915 mit 21.000 Euro honoriert (Taxe 17.000 bis 20.000 EUR). Paule Vézelay, die eigentlich Marjorie Watson-Williams hieß, orientierte sich in ihrem monochrom gelbgrünen „Dancing Forms“ um 1933 an Hans Arp und spielte damit 4.000 Euro ein (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). In höheren Wertsphären schwebt Ernst Wilhelm Nay, der abstrakte Künstler schlechthin in Deutschland nach dem Krieg. Seine Verbildlichung der biblischen Gestalt „Salomé“ von 1946 aus der Serie der „Hekate“-Bilder schaffte die untere Schätzung von 110.000 Euro. Eine zurückhaltend graue „Composition géometrique“ Natalja Gontscharowas aus dem Jahr 1948 wurde von 15.000 bis 20.000 auf 24.000 Euro gehoben. Im Rahmen der Schätzungen landeten Emilio Vedovas ungestümes, informelles Ölbild „Senza titolo“ aus dem Jahr 1968 bei 70.000 Euro und eines der hundert nummerierten Exemplare von Joan Mirós 15teiliger Farblithografiemappe „Allegro Vivace“ von 1981 bei 48.000 Euro.

Bei den jüngsten Künstlern blieben die beiden Hauptwerke bisher leider liegen: Alex Katz’ überwiegend monochrom grüne Flusslandschaft „View“ mit weißsilbrigem Wasserstreifen von 1987 für 240.000 bis 260.000 Euro und Joseph Beuys’ „Minneapolis Fragment“, 1977 aus einer Vortragsreise durch die USA hervorgegangen, für 150.000 bis 200.000 Euro. Immerhin aber konnten Karl & Faber von dem deutschen Avantgardisten den „Wegweiser für den Khan“, eine Assemblage aus Braunkreuzfarbe, Gips und Filzstücken aus dem Jahr 1963, für 120.000 Euro zum Doppelten der unteren Taxe versteigern. Seine fünf Jahre jüngere Zeichnung „Filzplastiken“ erlöste 38.000 Euro (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Der Kunstschamane trat noch ein weiteres Mal in Erscheinung und zwar in der Skulptur „Beuys mit Affe“ von Jörg Immendorff, in der das große Vorbild das kleine „Alter Ego“ Immendorffs bei der Hand nimmt und ihm den Weg weist. Für die 2005 zehnmal gegossene Bronze kamen 24.000 Euro zusammen (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

Auch die übrigen Hauptlose auf der Zuschlagsliste rechnen zur ungegenständlichen Kunst, wobei hier wiederum das preisliche Mittelfeld bemerkenswert stark auftrat: Blinky Palermos schlichte geometrische „4 Prototypen“ von 1970 steigerten sich von 28.000 bis 30.000 Euro auf 40.000 Euro, und Jerry Zeniuks titelloses Acrylbild mit Torform in kräftigem Rotton von 1995 auf 10.000 Euro (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Wie bei den Modernen waren auch bei den Zeitgenossen die Arbeiten auf Papier gesucht, so Robert Motherwells lockeres „Drawing #7“ in brauner Tusche von 1958 bei 15.000 Euro, Arnulf Rainers mit schwarzer und blauer Ölkreide übermalte Lithografie „Abstrakte Landschaft“ von 1962 bei 16.000 Euro (Taxe je 15.000 bis 20.000 EUR) und Uwe Lausens gesellschaftskritische Tuschezeichnung „Happy Sadism – Make Love and War“ von 1967 zur unteren Schätzung von 10.000 Euro. Die über zwei Meter hohe stählerne „Raumplastik weiß (Tempel)“, von Norbert Kricke 1975 auf Basis einer gut zwanzig Jahre älteren Skulptur geschaffen, belegte mit 57.000 Euro Platz eins der gesamten Skulpturenofferte der Auktion (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Karl & Faber Auktionen

Amiraplatz 3

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 24 22 870

Telefon:+49 (089) 221865

Telefax:+49 (089) 22 83 350

E-Mail: info@karlundfaber.de



13.06.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Georg
 Schrimpf, Chiemsee, 1931
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Ernst Ludwig Kirchner, Landschaft bei Moritzburg, um 1909
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Ernst Ludwig Kirchner, Mädchen mit Hut (Gerda), um 1912
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Max Liebermann, Der Rosengarten im Wannsee, 1928
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Alexander Kanoldt, Eisacklandschaft (Klausen), 1911
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Ernst Ludwig Kirchner, Landschaft bei Moritzburg, um 1909

Ernst Ludwig Kirchner, Landschaft bei Moritzburg, um 1909

Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 24.000,- EURO

Losnummer: 614

Max Liebermann, Der Rosengarten im Wannsee, 1928

Max Liebermann, Der Rosengarten im Wannsee, 1928

Taxe: 40.000 - 50.000 EURO

Zuschlag: 42.000,- EURO

Losnummer: 628

Alexander Kanoldt, Eisacklandschaft (Klausen), 1911

Alexander Kanoldt, Eisacklandschaft (Klausen), 1911

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 54.000,- EURO

Losnummer: 621

Georg Schrimpf, Chiemsee, 1931

Georg Schrimpf, Chiemsee, 1931

Taxe: 40.000 - 45.000 EURO

Zuschlag: 44.000,- EURO

Losnummer: 642

Ernst Ludwig Kirchner, Mädchen mit Hut (Gerda), um 1912

Ernst Ludwig Kirchner, Mädchen mit Hut (Gerda), um 1912

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 28.000,- EURO

Losnummer: 612




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