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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Impressionisten und Moderne bei Sotheby’s in London

Rot, Gelb, Blau



Claude Monet, Le Palais Contarini, 1908

Claude Monet, Le Palais Contarini, 1908

Dem Kunstmarkt klebt der nächste Fälscherskandal schon wieder an den Fersen, doch ernsthaft gestört scheinen seine Funktionen nicht zu sein. Den Beweis wird Sotheby’s in London wohl in der kommenden Woche mit seiner letzten großen Versteigerung impressionistischer und moderner Kunst vor der Sommerpause antreten. Bis zu 110 Millionen Pfund erwartet man im besten Fall für die gut siebzig Losnummern. Als Hauptwerk wird Claude Monets geheimnisvoll zwischen Blau und Violett schillernde Venedig-Vedute „Le Palais Contarini“ bei 15 bis 20 Millionen Pfund gehandelt, die er bei seinem ersten Aufenthalt in der Lagunenstadt im Herbst 1908 vom Palazzo Barbaro aus aufnahm. Ein unwiderrufliches Gebot liegt bereits vor. Auch mit der frühindustriellen Impression „Le Pont de Bois“ aus dem Jahr 1872 für 4 bis 6 Millionen Pfund und dem atmosphärischen Blick über die Seine auf die markante gotische „Église de Vernon, temps gris“ von 1894 für 3 bis 4 Millionen Pfund ist Monet gut vertreten, während seine impressionistischen Mitstreiter sich ansonsten preislich etwas bedeckt halten. Alfred Sisleys rhythmisierte Baumreihe an den sommerlichen „Bords du Loing près de Moret“ von 1892 für 2 bis 3 Millionen Pfund und Edgar Degas’ um 1896 in Pastell festgehaltene „Danseuses“ für 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund wären hier am ehesten zu nennen. Camille Claudel lässt die erste Version ihres eng umschlungenen Liebespaares „La Valse“ bei 1,5 bis 2 Millionen Pfund tanzen.


Allein fast dreißig Losnummern gelangen am 19. Juni aus der Sammlung des vor drei Jahren verstorbenen Schweizer Unternehmers und Mäzens Branco Weiss auf den Markt. Dabei handelt es sich überwiegend um Werke der klassischen Abstraktion wie František Kupkas „Étude sur fond rouge“ von 1919 (Taxe 700.000 bis 1 Millionen GBP), ein unbetiteltes Mobile Alexander Calders aus dem Jahr 1939 (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen GBP) oder Fernand Légers „Composition au chapeau“ von 1927 für 500.000 bis 700.000 Pfund. Auch eine Reihe in Deutschland wirkender Künstler findet sich hier: Von Wassily Kandinsky stehen allein vier Aquarelle und Gouachen für bis zu 800.000 Pfund sowie das Ölbild „Geflecht“ von 1927 für 700.000 bis 1 Million Pfund bereit; Kurt Schwitters beteiligt sich mit vier typischen Papiercollagen aus den 1920er bis 1940er Jahren für bis zu 180.000 Pfund; Willi Baumeister, der selten in den Londoner Prestigeauktionen zugegen ist, hat hier einen prominenten Auftritt mit den freien Formen „Kegelspiel in metaphysischer Landschaft“ von 1946 (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP); als Konstruktivist hat László Moholy-Nagy 1921 in seinem „E-Bild“ die Gestalt des Buchstaben „E“ variiert (Taxe 180.000 bis 250.000 GBP); und Alexej von Jawlenskys „Abstrakter Kopf: Tragik“ von 1928 trägt die Vorliebe von Branco Weiss schon im Titel (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP).

Als Gegenständler tritt der Italiener Marino Marini mit einem „Piccolo Cavaliere“ in Bronze aus den frühen 1950er Jahren auf (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP). Bei Barbara Hepworths golden polierter Bronze „Serene Head (Thea)“ von 1959 ist das Figürliche zu einer Erinnerung an eine Kopfform geronnen (Taxe 50.000 bis 70.000 GBP). Zwischen beiden Lagern vermittelt Ben Nicholsons Gemäldezeichnung „31 August 1951 (St. Ives Harbour, Summer)“, die eine Hafenansicht mit einer abstrakten Farbflächenkombination verbindet (Taxe 350.000 bis 450.000 GBP). Unter den Surrealisten erfreute sich Weiss vor allem an René Magritte, von dem unter anderem eine riesige Nase vor weiter Küstenlandschaft unter dem Titel „La bonne aventure“ von 1937 für 1 bis 1,5 Millionen Pfund zum Aufruf gelangt.

Wichtigstes Werk der Abstraktion auf der Auktion ist Piet Mondrians „Composition with red, yellow and blue“ aus dem Jahr 1927, die die von ihm entwickelten Prinzipien des Neoplastizismus’ mit der Beschränkung der Malerei auf horizontale und vertikale Linien sowie die Grundfarben Rot, Gelb und Blau strikt einhält. 4,5 bis 6,5 Millionen Pfund stehen hier auf dem Etikett. Auch für den Surrealismus kann man noch mehr ausgeben als die 1,5 Millionen Pfund für den Magritte: Salvador Dalís Traumlandschaft „La Musique“ von 1957, auch unter den Titeln „L’Orchestre rouge“ oder „Les sept arts“ geführt, soll ebenfalls 4,5 bis 6,5 Millionen Pfund kosten. Wassily Kandinsky wiederum wartet später noch mit einer farbprächtigen Ölstudie für die „Herbstlandschaft mit Booten“ aus dem Jahr 1908 auf Kundschaft. Das Gemälde wurde auch tatsächlich ausgeführt und befindet sich heute in der Sammlung Merzbacher, Zürich. Allein für die Studie werden jetzt 3 bis 5 Millionen Pfund erwartet. Zwei schöne Gouachen des russischstämmigen Meisters, darunter die illustrativen „Kreuzfahrer“ noch aus dem Jahr 1903 mit herrlichem orientalischem Stadtprospekt im Hintergrund, hängen für jeweils 400.000 bis 600.000 Pfund bereit.

Aus dem Nachlass des vor zwei Jahren verstorbenen britisch-amerikanischen Sammlers Stanley J. Seeger kommt ein gutes halbes Dutzend Papierarbeiten Pablo Picassos auf den Markt. Zeitlich reichen sie von dem jugendstiligen Frühwerk „Femme assise“ in Pastell 1901 (Taxe 700.000 bis 1 Million GBP) über kubistische und surreale oder Arbeiten der mittleren Jahre bis hin zu der radikal-expressiven Wachskreidezeichnung „Étreinte“ auf rotem Papier von 1971 für 1,5 bis 2 Millionen Pfund. Ein weiteres meisterliches Spätwerk aus anderer Provenienz ist Picassos Selbstbefragung „Le peintre“ in Renaissanceaufmachung von 1967 (Taxe 5 bis 7 Millionen GBP). Den vollständigen Satz der berühmten „Suite Vollard“, deren hundert Blätter zwischen 1930 und 1937 erschienen, gibt es für 1,4 bis 1,8 Millionen Pfund.

Aus der klassischen französischen Avantgarde treten ferner Kees van Dongen mit seiner unbekleideten „Sirène espagnole“ von circa 1912 für 3 bis 5 Millionen Pfund sowie Raoul Dufy mit der gemäßigt fauvistischen Hügellandschaft „Sainte-Adresse“ von 1908/09 bei 150.000 bis 250.000 Pfund an. Tamara de Lempicka trifft mit ihrer Heiligendarstellung der Theresa von Avila in mystischer Verzückung den übertriebenen hochbarocken Ausdruck à la Bernini. Aus dem deutschsprachigen Raum ragen Oskar Kokoschkas weites expressives Panorama „Venice, Bacino di San Marco“ von 1948 (Taxe 700.000 bis 900.000 GBP), Paul Klees Aquarell eines etwas aus dem Lot geratenen „Bildnisses einer Veilchenäugigen“ von 1921 (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP) und ein impressionistisch-heiteres Gartenbild aus Max Liebermanns Anwesen am Wannsee von 1926 für 1,2 bis 1,8 Millionen Pfund hervor.

Auch die Tagesauktion am 20. Juni eröffnet die Sammlung von Branco Weiss und schickt weitere 20 abstrakte Werke auf den Auktionslaufsteg, unter denen Auguste Herbins Farb- und Formwortspiel „Maison I“ von 1947 mit 70.000 bis 100.000 Pfund die teuerste Arbeit ist. Ihm folgen bei 50.000 bis 70.000 Pfund die „Composition No. 145“, gebildet aus Farbflächen und Linien 1944 von Friedrich Vordemberge-Gildewart, und Alberto Magnellis Formfindung aus Kreissegmenten unter der Titel „Tension d’images“ von 1945. Die Bandbreite der Sammlung Weiss dokumentieren etwa noch Sonia Delaunay-Terks vertikal angeordnete Rechtecke in „Rythme couleur“ von 1968 und Sophie Taeuber-Arps „Construction dynamique. Pénétration des spirales et diagonales“ von 1942 (Taxe je 25.000 bis 35.000 GBP), Giacomo Ballas energische „Forme rumore“ um 1928 und Lajos Kassáks Farbverzahnungen von 1921 (Taxe je 20.000 bis 30.000 GBP) oder aus Deutschland unter anderem Carl Buchheisters „Komposition gespannte Rundung. 25“ in den Grundfarben von 1925 (Taxe 10.000 bis 15.000 GBP) und Walter Dexels gleichaltrige Formspielerei „Dreiviertel-S-Form weiß V“ (Taxe 18.000 bis 25.000 GBP).

Stanley J. Seeger tritt ebenfalls noch einmal mit einigen Blättern an, neben Picasso diesmal auch mit der Bleistiftzeichnung „Badende“ im Meer von Max Beckmann aus dem Jahr 1928 (Taxe 18.000 bis 25.000 GBP) oder Carlo Carràs „L’apparizione della primavera“, eine Stadtlandschaft der Pittura metafisica von 1917 in der Art Giorgio De Chiricos (Taxe 30.000 bis 40.000 GBP). Mit elf Gemälden bereichert zudem die Sammlung Gustav Rau die Tagesauktion bei Sotheby’s. Vor allem Französisches findet sich hier mit Berthe Morisots zartem Portrait „Alice Gamby en buste“ von 1890 bei 250.000 bis 350.000 Pfund an der Spitze, gefolgt von Henri Le Sidaners langgestreckter Ostfassade von Hampton Court in „Le Palais, matin d’été“ (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP), Albert Marquets Abendstimmung im „Jardin du Luxembourg“ von 1898 (Taxe 50.000 bis 60.000 GBP) oder Léon de Smets musterreichem Interieurausschnitt „Nature morte avec fleurs et coquillages“ von 1924 (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP).

Mit Gabriele Münter und ihrem „Stillleben mit roten Primeln“ und einigen Äpfeln auf einem Teller hat Gustav Rau eine Künstlerin aus Deutschland im Programm (Taxe 180.000 bis 250.000 GBP). Des weiteren listet der Katalog Paula Modersohn-Beckers stille „Landschaft mit Busch und roten Häusern“ für 60.000 bis 80.000 Pfund und für jeweils 20.000 Pfund weniger drei in Aquarell ausgeführte Gesellschaftsstudien Jeanne Mammens aus dem Berlin der Weimarer Republik. Ihr männliches Gegenstück ist George Grosz, der um 1928 in seiner Bleistiftzeichnung „Es ist erreicht“ die Personen eines Presseballs karikiert (Taxe 25.000 bis 35.000 GBP).

An Klassikern aus dem deutschsprachigen Raum treten unter anderem Emil Nolde mit einigen Blumenaquarellen für bis zu 120.000 Pfund, aber auch mit dem farbleuchtenden Seestück „Dampfer in Abendröte“ um 1945/46 für 70.000 bis 90.000 Pfund, Hermann Max Pechstein mit seinem melancholischen Aquarell „Beim Tanz I“ von 1924 (Taxe 30.000 bis 50.000 GBP) oder Egon Schiele mit einer Häuserfront aus Krumau von 1918 (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP) oder mit den um die Aquarellfarbe bereicherten „Bäuerinnen“ von 1910 hinzu (180.000 bis 250.000 GBP). Schließlich ist noch Arnold Topp hervorzuheben, der in seinem durch eine Mittellinie geteilten Gemälde „Zwei Welten“ um 1918 eine landschaftliche Erinnerung anstimmt und sie zugleich ins Kosmische weitet (Taxe 20.000 bis 30.000 GBP).

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



16.06.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander/Ulrich Raphael Firsching

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Berthe Morisot, Alice Gamby en buste, 1890

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Claude Monet, Le pont de bois, 1872

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Alfred Sisley, Bords du Loing près de Moret, 1892

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Losnummer: 41




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