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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die moderne und zeitgenössische Kunst bei Neumeister stieß nicht überall auf Gegenliebe

Müllers Geheimnis



Markttechnisch ist Johann Georg Müller ein Phänomen. Der Pfälzer Künstler, zu dem sich kaum in den einschlägigen Künstlerdatenbanken, geschweige denn in der akademischen Kunstgeschichte umfangreiche Informationen finden lassen, der weitgehend autodidaktisch sich bildete, auf großen Ausstellungen selten vertreten war und in seinem Wirkungskreis stets auf seine engere Heimat beschränkt blieb, dieser Johann Georg Müller schafft es auf Auktionen im deutschsprachigen Raum immer wieder, die Leute zu begeistern. So auch am 6. Juni bei Neumeister in München. Erst mit Müller erlebte die Versteigerung, die sich bis dahin mehr oder weniger zäh dahingeschleppt hatte, einen ihrer raren Höhepunkte. Fünf Werke hatte Neumeister im Angebot, nur eines davon blieb liegen. Die anderen wurden den Experten regelrecht aus den Händen gerissen: 45.000 Euro für das weitgehend en grisaille gemalte Ölbild „Zwei Kinder mit Puppe“ von 1958, 22.000 Euro für eine buntfarbige Abstraktion aus dem Jahr 1970 und nochmals 22.000 Euro für das Tuschfederaquarell „Paar mit Sonne“ – das war jeweils deutlich mehr als veranschlagt, teils das Drei- bis Vierfache der Schätzung.


Sowohl die klassische Moderne als auch die Zeitgenossen fanden diesmal allerdings nicht den Anklang, den man sonst in der Münchner Kunstszene gewohnt ist. Wenigstens konnte sich die losbezogene Zuschlagsquote von etwas über 30 Prozent mit dem Nachverkauf auf aktuell 47 Prozent steigern. Die meisten Hauptlose der Meister der Moderne blieben unveräußert: Ein posthumer Abguss von Ernst Barlachs Vorentwurf zum „Güstrower Ehrenmal“ von 1927 (Taxe 45.000 bis 48.000 EUR), Lovis Corinths „Porträt Julie Krüger“ von 1915 (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR) und Emil Noldes aquarellierte „Winterlandschaft im Engadin“ von 1936 für 100.000 bis 120.000 Euro – überall Fehlanzeige. Lediglich für Otto Dix’ sommerliche Landschaft „Felder mit See und Steckborn“ aus den Jahr 1948/49, die Neumeister allerdings auch schon zum zweiten Mal im Programm hatte, fand sich jetzt für 60.000 Euro ein Abnehmer (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

Um 31.000 Euro im unteren Bereich der Erwartungen wechselte ein spätimpressionistischer „Heißer Tag in Amalfi“ von dem aus Russland nach Deutschland eingewanderten Konstantin Ivanovich Gorbatov den Besitzer. Bei den kleineren Preisen sind immerhin François Gailliards augenblickshafte „Strandszene“ für 10.000 Euro und Ivo Hauptmanns neoimpressionistisches „Badendes Mädchen“ wohl aus den 1920er Jahren für 15.000 Euro zu nennen (Taxen je 10.000 bis 15.000 EUR). Unter den Skulpturen konnten zwei Bronzen Arno Brekers abgegeben werden, darunter für 11.000 Euro die männliche Aktfigur „Junges Europa“ mit ausgebreiteten Armen, für die sich der Künstler 1976 des Schwimmers Walter Kusch als Modell bediente (Taxe 7.500 bis 8.500 EUR).

Bei den Zeitgenossen war die Abnahmequote zumindest in den oberen Rängen höher. So verbesserte sich Gerhard Hoehmes informelle Mischtechnik „Ornamental“ aus dem Jahr 1959 von 15.000 bis 20.000 Euro auf 26.000 Euro, gleich darauf zog Markus Huemers großer blauer Blumenstrauß „Gelber Linux-Kernel und Botschaft mit hoher Bindungsaffinität“ aus dem Jahr 2005 von 20.000 bis 22.000 Euro auf 25.000 Euro an. Von zwei grünen Naturschilderungen Alex Katz’ wurde zumindest eine Wiese mit „Black Eyed Susans“ von 2003 für taxgerechte 25.000 Euro übernommen. Auch das Hauptlos, Ernst Wilhelm Nays blütenartiges Scheibenbild „Zinngrau u. Ocker“ von 1956, schaffte zur unteren Grenze von 60.000 bis 80.000 Euro den Absprung, und mit guten 42.000 Euro schloss Fritz Winters informelles Gemälde „Kommendes Rot“ in himmelblauem Umfeld von 1967 ab (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

Zuspruch bei den Bietern fanden die Arbeiten Klaus Fußmanns, auch wenn das mit 6.000 bis 8.000 Euro höher taxierte Ölgemälde „Tisch“, voll gestellt mit allerlei Gefäßen, liegenblieb: 3.300 Euro gab es für seine Gouache „Bunte Blumen“ von 1989 (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR), 4.500 Euro für seinen 2011 leuchtend rot aquarellierten „Mohn“ (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Auf der Habenseite standen zudem Richard Hamiltons selbstironische Farbserigrafie „Advertisement“ von 1975 bei 3.800 Euro (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR), Zao Wou-Kis filigrane und recht gegenständliche Farblithografie „La vieille ville“ von 1953 bei 5.500 Euro (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR) und Horst Janssens Erotikzeichnung „Phyllis“ von 1984 bei 7.500 Euro (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

Hans Kastlers Skulpturenstele mit aufgebrochener Bronzekugel als Krönung von 1990 schwang sich zu 6.500 Euro auf (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). 12.000 Euro erzielte ein granitener schwarzer „Bücherturm“ des Künstlerehepaares Wolfgang Kubach und Anna Kubach-Wilmsen (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR), 18.000 Euro eine unbetitelte gestische Leinwand mit Gesteinstrukturen des Schweden Endre Nemes von 1964 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Als Fotograf reüssierte Frank Worth mit zwei Aufnahmen prominenter Schauspieler am Set bei 14.000 Euro und 13.500 Euro, obwohl es sich um spätere Abzüge aus seinem Nachlass handelte (Taxen je 3.000 bis 5.000 EUR). Doch auch bei den jüngeren Generationen blieb einiges mit höheren Schätzungen liegen, so etwa Andy Warhols trauende „Jackie II“ von 1966 (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR), Jörg Immendorffs Ölgemälde „Acht Bilder von der Nordfront – Für Dich zurück“ von 1981 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) oder Fernando und Humberto Campanas von Stofftieren belagerter „Banquete-Sessel“ aus dem Jahr 2007 (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



18.06.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


13.06.2013, Neumeisters Moderne

Bei:


Neumeister Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG

Bericht:


Von Stofftieren belagert

Kunstwerk:

François Gailliard, Strandszene
François Gailliard, Strandszene







François Gailliard, Strandszene

François Gailliard, Strandszene

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 26




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