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Zeitgenössische Kunst bei Sotheby’s in London

Fotos von der Börse



Ein Altmeister der zeitgenössischen Kunst führt die Preisliste der Abendversteigerung bei Sotheby’s in London an: Francis Bacons „Three Studies of Isabel Rawsthorne“ von 1966 stehen bei 10 bis 15 Millionen Pfund zur Verfügung. Die deformierten Bildnisse der schillernden, mit zahlreichen bedeutenden Persönlichkeiten des Kunstlebens befreundeten und mit manchen von ihnen auch liierten Frau, die 1992 im selben Jahr starb wie Bacon, sind in dem vom gebürtigen Iren so geschätzten Format von jeweils rund 35 mal 30 Zentimeter gehalten. Nachdem sie während der ersten fast vierzig Jahre ihres Erdendaseins offenbar nie öffentlich zu sehen waren, hat sie sein derzeitiger Besitzer während der letzten neun Jahre fleißig für Ausstellungen hergeliehen, etwa 2005/06 an die Hamburger Kunsthalle oder zuletzt 2008 für Larry Gagosians Galerie in New York. Den Wert des Trios scheint das erheblich erhöht zu haben, denn im Juni 2004 auf der Versteigerung von zeitgenössischer Kunst bei Christie’s in London lag der Kaufpreis noch bei 2,1 Millionen Pfund. Die angestrebte Verfünffachung des Preises wäre selbst unter Einrechnung von seinerzeitigem Aufgeld, Inflation etc. ein hübsches Geschäft.


Francis Bacon stellt am 26. Juni auch das zweite Toplos der knapp siebzig Werke umfassenden Auktion, und zwar mit seinem bebrillten „Head III“ von 1949, der sich geheimnisvoll aus einem düstergrauen Grund herausschält (Taxe 5 bis 7 Millionen GBP). Von mehr oder weniger eng der Pop Art verpflichteten Werken wie Andy Warhols selbstreferentielle „Multicolored Retrospective“ mit Monroe, Mona Lisa, Mao und Campbell’s Suppendose von 1979, David Hockneys großer weiter bunter Felderlandschaft „Double East Yorkshire“ aus dem Jahr 1998 (Taxen je 2 bis 3 Millionen GBP), Robert Indianas roter Schriftskulptur „Love“ von 1966/2000 (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP) oder Tom Wesselmanns gesichtsloser „Great American Nude #34“, einer gemalten und collagierten Assemblage von 1962 für 3 bis 4 Millionen Pfund, abgesehen dominiert auf den oberen Rängen ansonsten die abstrakte Kunst. Lucio Fontana beispielsweise zeichnet für das löchrige „Concetto Spaziale, Le Chiese di Venezia“ von 1961 verantwortlich, das mit zwei mondsichelartigen Scheiben in Gold auf bräunlichem Grund in der Tat Assoziationen mit der byzantinischen Pracht der Lagunenstadt zu wecken vermag (Taxe 4 bis 6 Millionen GBP). Natürlich fehlen auch seine Schlitzbilder nicht: Ein solches ganz in Weiß mit sechs sauberen Vertikalschnitten von 1965 hängt für 3,3 bis 4,5 Millionen Pfund bereit.

Beim Franzosen Pierre Soulages könnte, wenn die obere Grenze von 2 bis 3 Millionen Pfund für sein mit fast zwei Metern Höhe recht monumentales „Peinture, 21 novembre 1959“ mit schwarzblauen Balken erreicht wird, sogar ein neuer Auktionsrekord herausspringen. Jeweils um die 1 bis 1,8 Millionen Pfund wird man für Bridget Rileys verwirrendes schwatzweißen Rippenmuster „Stretch“ von 1964, ein Kaolin-„Achrome“ Piero Manzonis mit horizontalen, in der Mitte gebauchten Falten aus den späten 1950er Jahren und ein mittelgroßes, spielerisches Mobile Alexander Calders mit bunten Scheiben aus dem Jahr 1947 berappen müssen. Bei Robert Rymans weißem Hochformat „Reference“ von 1985 findet man die Bezugspunkte in den helleren Endstücken der Malerei sowie in zwei gegenüberliegenden Stahlbolzen (Taxe 450.000 bis 650.000 GBP). In dieser Preisklasse steht zudem John Chamberlains bunt bemalte Schrottskulptur „Full Quartz von 1977. Auch Rachel Whitereads Wandarbeit „Untitled (Pink)“ von 2002 kann man auf den ersten Blick als abstrakte Skulptur verstehen. Doch hat die Britin für diese unregelmäßigen Regale Gipsabdrücke von Buchrücken genommen (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP).

Von den Gegenständlern der etwas jüngeren Generation konnte Sotheby’s nur Werke in der mittleren Preislage akquirieren wie Takashi Murakamis „Pink Skull and Flower Painting“, eines seiner lachenden Prilblumenbilder von 2011, durchsetzt mit Totenköpfen, und John Currins altmeisterlich-manieristisches Bildnis einer jungen Frau von 1998 für jeweils 600.000 bis 800.000 Pfund oder Glenn Browns Blumenstillleben mit dem langatmigen Titel „I do not feel embarrassed at attempting to express sadness and loneliness“ von 2001 für 450.000 bis 650.000 Pfund. Lediglich für Jean-Michel Basquiat wird man wohl etwas tiefer in die Tasche langen müssen. Seine motivreiche Collage „Quij“ mit zentraler Windmühle von 1985 soll 1,7 bis 2,2 Millionen, sein etwas kleineres, aber intensiveres, blutrot verschmiertes „Hoax“ von 1983 sogar 2,5 bis 3,5 Millionen Pfund kosten. Ornamental wird es bei Christopher Wools „Untitled (P74)“ von 1988 mit schwarzen Blattranken auf weißem Grund (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP).

Bemerkenswert breit ist die Auswahl an Positionen aus Deutschland. Sie wird angeführt von Gerhard Richters „Abstrakten Bildern“ Nummer 742-1 von 1991 in rot-grün-blauer Farbstellung und in bunterer Ausführung 762-4 von 1992 für Preise zwischen 2 und 3,5 Millionen Pfund. Gleich viermal ist Sigmar Polke zugegen, insbesondere mit zwei Werken aus den 1980er Jahren: dem Rasterbild „Nackte“ von 1988, deren Konturen vor rotem Hintergrund sich allein durch die Zu- und Abnahme der einzelnen Rasterpunkte ergeben (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP), und einem abstrakten Dispersionsbild mit dominierendem Violett von 1984 für 500.000 bis 700.000 Pfund. Georg Baselitz malte 1986 in neoexpressiven Formen „Die Kirche“ auf dem Kopf und will das Bild auch so verstanden wissen (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP). Weitere drei Einlieferungen betreffen Martin Kippenberger, darunter das „Untitled (from the series of Hand Painted Pictures)“ mit einer fragmentierten laufenden Figur vor farblich viergeteiltem Hintergrund von 1992 (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen GBP) und ein Bildnis des Dichters Rainald Goetz unter dem Titel „Kasperle XIII“ von 1993 für 400.000 bis 600.000 Pfund.

Am häufigsten unter den Deutschen kommt Andreas Gursky vor. Bei den fünf aus einer Privatsammlung angebotenen Riesenfotos handelt es sich um Werke aus seiner Serie von Börsenbildern aus aller Welt. Quirlig mit einer Unmenge von Papierschnipseln am Boden geht es im „Chicago Bord of Trade III“ zu, einer samt Rahmen mehr als drei Meter breiten Tafel von 1999/2009 (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP). Eine andere manipulierte Aufnahme desselben Ortes in einem etwas weiteren Ausschnitt von 1997 liegt für 700.000 bis 900.000 Pfund vor. Gemessen dagegen und in großer Ruhe und Ordnung bewegen sich die weitgehend einheitlich gekleideten Scheichs im „Kuwait Stock Exchange II“ von 2008 zwischen den einfachen roten Sitzbänken hin und her (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP), während man sich im zweiteiligen „Hong Kong, Stock Exchange“ von 1994 des Eindrucks einer gewissen lautlosen Monotonie im Dasein der brav nebeneinandergereihten Händler nicht erwehren kann (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP).

Eine ebenfalls fotografische Innenansicht des monumentalen „Pantheon, Rome“ mit kleinen Besuchergruppen lieferte Thomas Struth 1992; für das vorliegende neunte von zehn Exemplaren liegt auch bereits ein Gebot vor (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP). Auch Anselm Reyle hat es mal wieder auf eine Abendauktion geschafft. Der Käufer seiner verschlungenen, durch eine spezielle Bemalung mit Metallfarbe unwirklich schimmernden Bronzeskulptur „Eternity“ von 2008 hätte allerdings ganz schön zu schleppen (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP). Die Jüngsten im Kreise der Starkünstlers sind zwei 1979-Jahrgänge: zum einen Nate Lowman, der als ehemaliger Liebhaber der amerikanischen Schauspielerin Mary-Kate Olsen zeitweise mehr in Boulevardblättern als in Kunstzeitschriften vertreten war, mit dem Hochformat „This Marilyn“, einem schemenhaften Bildnis der Leinwandgöttin von 2011 für 150.000 bis 200.000 Pfund, und zum anderen Dan Colen mit einem seiner Kaugummibilder auf kleinerem Format von 2010. „Clams Casino“, das an die Drip-Paintings von Jackson Pollock erinnert, steht bei 100.000 bis 150.000 Pfund.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



23.06.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


26.06.2013, Contemporary Art Evening Auction

Bei:


Sotheby's

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