Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Anzeige

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Hervorragende Resultate für die Impressionisten und die Klassische Moderne bei Sotheby’s in London

Apfelkopf ohne Hals



Claude Monet, Le Palais Contarini, 1908

Claude Monet, Le Palais Contarini, 1908

Einen starken Auftritt legte der klassische französische Impressionismus auf der abendlichen Versteigerung bei Sotheby’s in London hin. Aller Augen richteten sich auf die Losnummer 42, das Hauptwerk der Sitzung, Claude Monets schimmernde Aufnahme des Palazzo Contarini in Venedig aus dem Jahr 1908. 15 bis 20 Millionen Pfund hatten die Experten für die besonders zuletzt häufig ausgestellte Leinwand veranschlagt, heraus kam schließlich die Mitte dieser Schätzung. Verkäufer war die international tätige Kunsthändlerfamilie Nahmad, die das Gemälde 1996 noch für bescheidene 3,85 Millionen Dollar bei Christie’s in New York erworben hatte. Monets mosaikartige Stadtlandschaft war aber nur Teil einer alles in allem sehr erfolgreichen Auktion, auf der zwar fast ein Fünftel der gut siebzig Losnummern liegenblieb, dagegen aber teils so kräftige Steigerungen herauskamen, dass das Ergebnis am Ende doch bei stolzen 106 Millionen Pfund brutto und damit am oberen Rand der Erwartungen lag.


Claude Monet reüssierte am 19. Juni noch mit zwei weiteren Arbeiten: der stimmungsvollen Landschaft „L’église de Vernon, temps gris“ von 1894 für 4 Millionen Pfund (Taxe 3 bis 4 Millionen GBP) und dem frühindustriell anmutenden Abbild des „Pont de Bois“ im Abendlicht von 1872 für 5,5 Millionen Pfund, worüber sich die Unicef Deutschland freut; stammte das Bild doch aus der ihr von Gustav Rau vermachten Sammlung (Taxe 4 bis 6 Millionen GBP). Auch wenn die übrigen Impressionisten nicht diese Zugkraft Monets hinlegten, gelangen ihnen gute Ergebnisse. Alfred Sisleys rhythmisierte Baumreihe an den sommerlichen „Bords du Loing près de Moret“ von 1892 spielte 2,5 Millionen Pfund ein (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP), Edgar Degas’ um 1896 in Pastell festgehaltene „Danseuses“ 1,5 Millionen Pfund (Taxe 1,8 bis 2,5 Millionen GBP), seine posthume Bronze „Cheval au galop sur le pied droit“ gute 1,2 Millionen Pfund (Taxe 700.000 bis 1.000.000 GBP), Camille Pissarros karge Winterlandschaft „Effet de neige à Montfoucault“ um 1874 kam auf 550.000 Pfund (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP), und ein besonders haptisches Gartenbild aus Max Liebermanns Wannsee-Grundstück von 1926 landete bei 1,5 Millionen Pfund (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen GBP).

Mit knapp 15,9 Millionen Pfund schlugen die 28 Werke der Sammlung des 2010 verstorbenen Schweizer Technologieunternehmers Branco Weiss zu Buche. František Kupkas „Étude sur fond rouge“ aus dem Jahr 1919 kletterte von 700.000 bis 1 Million Pfund auf den neuen Auktionsrekord für den gebürtigen Tschechen von 1,65 Millionen Pfund. Auch László Moholy-Nagys konstruktivistisches „E-Bild“ von 1921 mit dem titelgebenden Buchstaben im oberen rechten Bereich generierte hervorragende 500.000 Pfund (Taxe 180.000 bis 250.000 GBP). Einen großen Aufstieg nahm ferner Alexej von Jawlenskys „Abstrakter Kopf: Tragik“, den der inzwischen in Wiesbaden ansässig gewordene Künstler im Februar 1928 gemalt hatte. Statt 250.000 bis 350.000 Pfund sprang schließlich 1 Million Pfund dabei heraus. Allein viermal war Kurt Schwitters vertreten, und jedes seiner Werke übertraf seine jeweilige Schätzung zum Teil deutlich. Den Hauptpreis errang die collagierte Merzzeichnung 231 mit dem Titel „Barbier“ von 1921 für 300.000 Pfund (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP).

Von den fünf Arbeiten Wassily Kandinskys aus der Weiss-Kollektion wurden dagegen nur zwei übernommen, wobei sich sein „Ineinander“ verschieden geformter, teils sehr spitzwinkliger Farbflächen aus dem Jahr 1928 von 600.000 bis 800.000 Pfund auf 1,4 Millionen Pfund steigern konnte. Für den Surrealismus stand René Magrittes verregnetes „Rendez-vous“ zwischen zwei mit Schrauben am Himmel befestigten Wolken und einer roten, in einen Holzrahmen gespannten Leinwand, aus der einige markante Motive im Werk des Belgiers ausgeschnitten sind. Für diese eigenwillige Kombination aus dem Jahr 1937 wurde 1 Million Pfund bezahlt (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP). Fernand Légers kaum weniger rätselhafte „Composition au chapeau“ von 1927 erzielte 850.000 Pfund (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP). Gut schlossen auch die Skulpturen ab, wobei Barbara Hepworths messinggolden glänzende Bronze „Serene head (Thea)“ von 1959 mit der Steigerung von 50.000 bis 70.000 Pfund auf 320.000 Pfund einen guten Start für die gesamte Auktion hinlegte und Naum Gabo mit seiner filigranen „Linear Construction in Space No. 1“ aus den frühen 1950er Jahren die Weiss-Suite erfolgreich bei 160.000 Pfund beendete (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP).

Eine weitere prominente Einlieferung war das gute halbe Dutzend Papierarbeiten von Pablo Picasso aus dem Nachlass des vor zwei Jahren verstorbenen britisch-amerikanischen Großsammlers Stanley J. Seeger. Besonders das frühe jugendstilige Pastell „Femme assise“ von 1901 für 1,45 Millionen Pfund (Taxe 700.000 bis 1 Million GBP) und die Kreidezeichnung verschlungener Leiber auf rotem Papier „Étreinte“ aus dem Jahr 1971 für 2,7 Millionen Pfund erwiesen sich als begehrt (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP). Für eine komplette Mappe seiner „Suite Vollard“ fand sich bei 2,3 Millionen Pfund ein Liebhaber (Taxe 1,4 bis 1,8 Millionen GBP). Von Picassos kubistischem Mitstreiter Georges Braque stieß das frühe Stillleben „Violon“ bei 800.000 Pfund auf regen Zuspruch (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP). Nach Picasso wurde Kandinsky am häufigsten aufgerufen, wobei sich erst bei seiner farbleuchtenden „Studie für Herbstlandschaft mit Booten“ aus dem Jahr 1908 die Bietertafeln ständig in die Höhe hoben und die Telefonleitungen heißliefen. Von 3 bis 5 Millionen Pfund schnellte der kleine Vorlagenkarton für ein heute in der Merzbacher Kunststiftung Zürich befindliches größeres Gemälde auf 5,6 Millionen Pfund. Wichtigstes Werk der klassischen Abstraktion war Piet Mondrians „Composition with red, yellow and blue“ von 1927 für 8,2 Millionen Pfund (Taxe 4,5 bis 6,5 Millionen GBP).

Bei den Skulpturen konnte Sotheby’s sogar einen neuen Künstlerauktionsrekord herausschlagen: Mehr als 4,5 Millionen Pfund sind für ein Werk der eng mit Auguste Rodin verknüpften, inzwischen aber mehr und mehr als selbständig anerkannten Camille Claudel noch nie bezahlt worden. Ihre berühmte „Valse, première version“ von 1892 in einem ein Jahr späteren unikaten Guss des eng umschlungenen Liebespaares war nur auf 1,5 bis 2 Millionen Pfund angesetzt. Bis auf 3,1 Millionen Pfund kämpften sich die Bieter um Henry Moores „Working model for draped reclining Mother and Baby“ hinauf, ein Spätwerk des Meisters aus dem Jahr 1982 (Taxe 1,3 bis 2 Millionen GBP). Teuerster Surrealist des Tages wurde Salvador Dalí mit seinem Versatzstückgemälde „La Musique“ von 1957, auch „L’orchestre rouge“ oder „Les sept arts“ geheißen, für 4,4 Millionen leicht unterhalb der Erwartungen. Von 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund verbesserte sich dagegen René Magrittes „L’idée“ aus dem Jahr 1966 mit einer Herrenbüste – anstelle des Kopfes schwebt allerdings ein Apfel über dem halslosen Körper im dunklen Anzug – deutlich auf 4 Millionen Pfund, und auch Max Ernsts amorphe Gestalten auf seinem Gemälde „La Horde“ von 1927 konnten von 1,2 Millionen Pfund auf 1,8 Millionen Pfund zulegen.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



26.06.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 10

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Berichte (1)Kunstwerke (7)

Veranstaltung vom:


19.06.2013, Impressionist & Modern Art Evening Sale

Bei:


Sotheby's

Bericht:


Rot, Gelb, Blau

Kunstwerk:

Max Liebermann, Mein Haus in Wannsee mit Garten, 1926
Max Liebermann, Mein Haus in Wannsee mit Garten, 1926

Kunstwerk:

Claude Monet, L’église de Vernon, temps gris, 1894
Claude Monet, L’église de Vernon, temps gris, 1894

Kunstwerk:

Edgar Degas, Cheval au galop sur le pied droit, wohl 1880er Jahre
Edgar Degas, Cheval au galop sur le pied droit, wohl 1880er Jahre

Kunstwerk:

Camille Pissarro, Effet de neige à Montfoucault, um 1874
Camille Pissarro, Effet de neige à Montfoucault, um 1874

Kunstwerk:

Claude
 Monet, Le pont de bois, 1872
Claude Monet, Le pont de bois, 1872

Kunstwerk:

Alfred Sisley, Bords du Loing près de Moret, 1892
Alfred Sisley, Bords du Loing près de Moret, 1892







Edgar Degas, Cheval au galop sur le pied droit, wohl 1880er Jahre

Edgar Degas, Cheval au galop sur le pied droit, wohl 1880er Jahre

Taxe: 700.000 - 1.000.000 GBP

Zuschlag: 1.200.000,- GBP

Losnummer: 66

Claude Monet, L’église de Vernon, temps gris, 1894

Claude Monet, L’église de Vernon, temps gris, 1894

Taxe: 3.000.000 - 4.000.000 GBP

Zuschlag: 4.000.000,- GBP

Losnummer: 61

Max Liebermann, Mein Haus in Wannsee mit Garten, 1926

Max Liebermann, Mein Haus in Wannsee mit Garten, 1926

Taxe: 1.200.000 - 1.800.000 GBP

Zuschlag: 1.500.000,- GBP

Losnummer: 58

Alfred Sisley, Bords du Loing près de Moret, 1892

Alfred Sisley, Bords du Loing près de Moret, 1892

Taxe: 2.000.000 - 3.000.000 GBP

Zuschlag: 2.500.000,- GBP

Losnummer: 41

Camille Pissarro, Effet de neige à Montfoucault, um 1874

Camille Pissarro, Effet de neige à Montfoucault, um 1874

Taxe: 600.000 - 800.000 GBP

Zuschlag: 550.000,- GBP

Losnummer: 40

Claude Monet, Le pont de bois, 1872

Claude Monet, Le pont de bois, 1872

Taxe: 4.000.000 - 6.000.000 GBP

Zuschlag: 5.500.000,- GBP

Losnummer: 56




Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce