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Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Christie’s fährt in London mit der zeitgenössische Kunst gute Ergebnisse ein

Hommage an Chillida



Den kompletten Bestand einer vor sieben Jahren im Guggenheim Museum Bilbao gezeigten Ausstellung konnte das Londoner Auktionshaus Christie’s in seiner jüngsten Abendversteigerung zeitgenössischer Kunst unter die Leute bringen. „Homenaje a Chillida“ widmete sich 2006 dem Werk des vier Jahre zuvor verstorbenen spanischen Bildhauers und Grafikers Eduardo Chillida, der einige der markantesten Skulpturen der zweiten Hälfte des 20sten Jahrhunderts hinterließ. Bisweilen erreichten seine Werke Monumentalformat, so auch die acht Meter hohe Stahlsäule „Buscando La Luz IV“ aus dem Jahr 2001, die bis zuletzt im Zentrum der baskischen Großstadt stand. Um die 3 Millionen Pfund hatte Christie’s für die an einer Seite offene Wachstumsform erwartet, 3,6 Millionen Pfund sind es geworden. So viel wurde bislang noch nie für ein Werk des Spaniers auf einer Auktion gezahlt. Zu sehen waren in der Ausstellung damals hauptsächlich Schöpfungen anderer Künstler. Sie alle fanden jetzt neue Inhaber, darunter Zao Wou-Kis „Hommage à Chillida“ mit einer Ansicht von dessen mehrteiliger „Peine del Viento XV“ in der Bucht von San Sebastián für 520.000 Pfund deutlich über der Schätzung von 250.000 bis 350.000 Pfund und Sigmar Polkes dreiteiliges, grün schimmerndes Dispersionsbild „Carbon für E. Ch.“ von 2001 für taxgerechte 290.000 Pfund.


Mit etwas über 70 Millionen Pfund und im Schnitt vier verkauften von fünf angebotenen Losnummern schloss die Auktion am 25. Juni im Rahmen der Erwartungen ab. Teuerstes Werk wurde Jean-Michel Basquiats „Untitled“ mit einem sichtlich grobschlächtig hinterlassenen Doppelbild zweier grimmig halluzinatorischer Gestalten für 16,7 Millionen Pfund. Die fast zweieinhalb Meter breite Holztafel stammt von 1982, dem künstlerisch vielleicht bedeutendsten und fruchtbarsten Jahr im kurzen Leben des 1988 gestorbenen Künstlers (Taxe 15 Millionen GBP). Der ein Jahr ältere Schotte Peter Doig reüssierte mit seiner kosmischen Küstenlandschaft „Jetty“ aus dem Jahr 1994 bei 6,5 Millionen Pfund, nur knapp unterhalb des bisherigen Auktionsrekordes von 6,8 Millionen Pfund ebenfalls bei Christie’s im vergangenen Februar (Taxe 4 bis 6 Millionen GBP). Auch sein Winterbild „White Out“ von 1992 wurde mit 1,65 Millionen Pfund deutlich höher honoriert als erwartet (Taxe 700.000 bis 1 Million GBP).

Nicht sehr zahlreich, aber umso heftiger umworben waren die Vertreter des abstrakten Expressionismus diesseits und jenseits des Atlantiks. Nicolas de Staëls poetische Komposition „Marseille“ von 1954 verdoppelte ihren Preis auf 2,7 Millionen Pfund, Willem de Koonings schönliniges, heiteres Gemälde „Untitled XXVIII“ von 1983 schaffte die obere Schätzung von 2,5 Millionen Pfund. Ein rund halbmeterhoher blauer Schwamm Yves Kleins mit der Werknummer „SE 181“ von 1961 brachte es auf 2,35 Millionen Pfund (Taxe 1,4 bis 1,8 Millionen GBP). Die Franzosen steuerten etwa noch Jean Dubuffets aus gesteinsartigen Leinwandfetzen collagierten Mann „Casino la colle“ von 1955 für 790.000 Pfund (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP) oder Pierre Soulages’ düstere, breite Pinselstriche der „Peinture, 100 x 100 cm, 14 mars 1961“ für 480.000 Pfund bei (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP).

Einen neuen Auktionskünstlerrekord erzielte Enrico Castellanis „Superficie bianca n. 34“ von 1966 mit 1,6 Millionen Pfund. Die für den 1930 geborenen Italiener sehr großformatige Leinwand ist durch überwiegend rückwärtige Eingriffe so strukturiert, dass man den Eindruck eines weißen Raumes mit reliefartiger Wand auf der linken Seite erhält (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP). Bei Lucian Freuds Zeichnung eines markant gestalteten Mannes „A Walk to the Office“ blieb es nicht bei den vorgesehenen 120.000 bis 180.000 Pfund. Der Käufer musste für das Blatt aus dem Jahr 1948 schließlich 420.000 Pfund berappen. Großbritannien hatte dann noch an Klassikern der Gegenwart Frank Auerbachs abstrakte Farbschlacht „Primrose Hill Study – Autumn Evening“ von 1979 für 500.000 Pfund zu unteren Schätzung zu bieten.

Bei der Pop Art war Roy Lichtenstein der Star, wenn auch seine früher Rasterpunktemalerei „Cup of Coffee“ von 1961 mit 2,45 Millionen Pfund nicht ganz in der ersten Liga mitspielen konnte (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP). Aber immer noch besser als Andy Warhol, dessen „Colored Campbell’s Soup Can“ von 1965 an 2,25 bis 3,25 Millionen Pfund scheiterte, während die anderen drei Losnummern im sechsstelligen Bereich verharrten. Auch die beiden Farbabstraktionen Blinky Palermos musste Christie’s wieder an die Einlieferer zurückstellen: ein unbetiteltes Farbfeld in Schwarz, Grün und Blau von 1972 bei hohen 800.000 bis 1,2 Millionen Pfund und eine etwas schrundigere Holzlatte aus dem frühen Schaffen des Meisters von 1965 bei 300.000 bis 400.000 Pfund. Die gesellschaftspolitisch brisante Kunst von Barbara Kruger fand ebenfalls keinen Abnehmer. Niemand wollte ihr Werbesloganbild „Our prices are insane!“ von 1987 für 200.000 bis 300.000 Pfund mitnehmen.

Die jüngsten Künstler zogen dann wieder fleißig an. Dan Colen, Jahrgang 1979 und einer der führenden Köpfe der wilden New Yorker Nachwuchsszene, erzielte mit einem 2010 geklebten Kaugummibild auf Großformat 400.000 Pfund (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP). Von 40.000 bis 60.000 Pfund auf den Auktionsrekordpreis von 180.000 Pfund steigerte sich die 2008 datierte Leinwand „In the Name Of“ des 1976 im Iran geborenen Ali Banisadr. Stolze 650.000 Pfund gab es für das mosaikartige, suggestive Unterwasserbild „O Milagre dos Peixes“ der Brasilianerin Adriana Varejão von 1991 (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Hurvin Anderson überzeugte die Kunden mit seiner nachtschwarzen, menschenleeren Straßenkreuzung an der „Livingstone Road“ von 2000 zu 165.000 Pfund (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP). Auch zwei Deutsche hatten sich in die etwas jüngere Riege gemischt: Neo Rauch mit seiner postsurrealistischen Figuration „Falle“ von 2001 für 300.000 Pfund (Taxe 220.000 bis 280.000 GBP) und Matthias Weischer, dessen collageartig gestaltetes Interieur „Fernsehturm“ von 2004 statt 120.000 bis 180.000 Pfund allerdings nur 95.000 Pfund einspielte.

In der Tagesauktion, die nochmals 17,7 Millionen Pfund in die Kassen von Christie’s spülte, platzierte sich Thomas Schüttes blank polierte Aluminiumfigur „Kleiner Geist“ von 1995 gewinnbringend bei 400.000 Pfund (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP), ebenso Daniel Richters glühende Gespenstergestalten „Punktum“ von 2003 bei 120.000 Pfund (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP). Der 26. Juni sah dann noch drei Auktionsrekorde: Als ältester kam der 1930 in Valencia geborene Juan Genovés mit seiner Aufsicht auf winzig kleine Menschen bei umstürzlerischem Tun unter dem Titel „Incendiarios I“ von 2003 aus der Chillida-Suite auf 130.000 Pfund (Taxe 25.000 bis 35.000 GBP), als jüngster der 1986 geborene Kolumbianer Oscar Murillo, seit seinem Auftritt auf der diesjährigen Art Basel und der Liste ein Shooting Star, mit seiner dreckigen Schriftkritzelei von 2011 auf 210.000 Pfund (20.000 bis 30.000 GBP), und die 1981 geborene Amerikanerin Tauba Auerbach schaffte mit den 420.000 Pfund für ihre abstrakte Faltenmalerei von 2010 zugleich den Sprung an die Spitze der Auktion (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



14.07.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander/Ulrich Raphael Firsching

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