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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Eat Art-Sammlung fand reißenden Absatz in der Auktion mit moderner und zeitgenössischer Kunst bei Van Ham in Köln

Vogelfutterbüste



Wieder einmal hat es Van Ham geschafft. Bereits zum sechsten Mal innerhalb weniger Jahre ist es dem Kölner Auktionshaus gelungen, ein großes Gemälde des deutsch-amerikanischen Malers Rudolf Bauer zu einem sechsstelligen Preis unter die Leute zu bringen. Im Rahmen der Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst waren es die „Triangles“, die seit 1938 zusammen mit einigen Kreisen in munterer Unordnung über die hochformatige Leinwand zuckeln. Wie viele Gemälde des Malers abstrakter Kompositionen bei Van Ham gehörte auch dieses einst zur Solomon R. Guggenheim Collection in New York. Übermäßig groß war der Andrang allerdings nicht: Angesetzt auf 300.000 bis 400.000 Euro, fand sich für „Triangles“ bereits zur unteren Grenze dieser Schätzung ein Käufer. Ein Gemälde der mit Bauer und Guggenheim befreundeten Malerin und erfolgreichen Kunstvermittlerin Hilla von Rebay von Ehrenwiesen, „Cherfulness“ aus der Zeit um 1949 mit einer Zusammenstellung verschiedener geometrischer Motive in kubistischer Manier, konnte für 28.000 Euro im Rahmen der Erwartungen weitervermittelt werden.


Moderne Kunst

Noch weitere Toplose der klassischen Moderne bei Van Ham verabschiedeten sich am 7. Juni in neue Sammlungen, so Alexej von Jawlenskys abstrakter, farbenfroher „Frühlingswind und Wiesen“ von circa 1916 für 125.000 Euro (Taxe 125.000 bis 150.000 EUR) und Heinrich Maria Davringhausens neusachliches „Portrait der Mutter“ aus der Zeit um 1922 für 40.000 Euro (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Reichte es hier indes stets nur zur unteren Taxgrenze, so gestaltete sich die Versteigerung von Walter Opheys neoimpressionistischer Landschaft mit „Komet“ aus dem Jahr 1910 zu einer veritablen Bieterschlacht. Das durch die panoramaartige Weite des Ausblicks über ein Flusstal ebenso wie durch die mosaikartige Zusammensetzung aus überwiegend grünen Farbklecksern beeindruckende Gemälde setzte sich rasch über die kalkulierten 8.000 bis 12.000 Euro hinweg und wurde schließlich erst bei 53.000 Euro zugeschlagen.

Einen Erfolg in bescheidenerem Rahmen feierte Van Ham mit dem Surrealisten Edgar Ende: Alle vier angebotenen Bilder wurden übernommen, darunter für gute 24.000 Euro „Die kosmische Strickerin“ von 1948, die ihre Wolle direkt von der tief über der Erde stehenden roten Sonne bezieht (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Auch der überwiegende Teil der wie gewohnt recht umfangreichen Karl Hofer-Offerte machte sich zu guten Preisen davon. Den Höchstpreis von 43.000 Euro errang sein gefühlvoller „Mädchenkopf“ aus dem Jahr 1945 (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR). Ohne Ausnahme wechselten ferner die fünf Skulpturen Fritz Klimschs ihre Besitzer. Schaffte sein sich streckender Mädchenakt „Frühling“ von 1925/26 die untere Grenze von 30.000 bis 50.000 Euro, so ließ sich die kauernde „Beschaulichkeit“ aus etwas früherer Zeit erst bei 18.000 Euro bitten (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Auch Gerhard Marcks’ Knabenakt „Raffaelo“ von 1941 platzierte sich gewinnbringend bei 11.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). 8.500 Euro waren es dann bei Étienne Béöthys abstrakter, in sich gedrehter Holzstele wohl aus den 1930er Jahren, die nur noch schwach an eine menschliche Gestalt erinnert (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Schon tags zuvor konnte sich in Van Hams Auktion mit den Schätzpreisen bis 3.000 Euro Bernhard Hoetgers „Kopf der Tänzerin Sent M’Ahesa“ eindrucksvoll behaupten. Die elegante stilisierte Büste der 1893 in Riga geborenen Else von Carlberg schnellte von 2.000 Euro auf 16.000 Euro.

Ein früher Holzschnitt und zwei spätere Blumenaquarelle Karl Schmidt-Rottluffs gingen für bis zu 22.000 Euro teils über den Schätzungen in neue Hände über. Otto Muellers charakteristische Lithografie „Mädchen-Halbakt im Profil (vor einem Bild)“ von 1922 setzte sich erst bei 6.000 Euro ab (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR), Gabriele Münters zurückhaltendes Blumenstillleben wohl von 1943 bei 18.000 Euro zur oberen Schätzung. Weiterhin Erwähnung verdienen Carlo Menses Ansicht der romanisch-gotischen Kirche „St. Gereon in Köln“, deren altmeisterlicher Stil auf eine Entstehung in der Nazi-Zeit schließen lässt, für 16.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) sowie eine üppig vegetative Landschaft und ein kubistisches Stillleben von Oskar Moll Euro für 19.000 und 20.000 Euro im unteren Bereich der Erwartungen. Hans Purrmanns zartes Aquarell einer Villa mit Balkon und Markisen in Castiglioncello von 1938 erreichte den Schätzrahmen von 9.000 Euro.

Der bisherige Inhaber von Johannes Molzahns „Portrait J M II“ gab das eigenwillige, gespiegelte und verzogene Selbstbildnis aus dem Jahr 1953 schon für 28.000 Euro ab (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Ähnliches gilt für Christian Rohlfs’ impressionistischen „Buchenwald“ von circa 1900, der auf der Auktion ebenfalls unter Vorbehalt bei 30.000 Euro zugeschlagen wurde, was der Einlieferer im Nachhinein bestätigte (Taxe 38.000 bis 48.000 EUR). Bisher unbeachtet blieb dagegen Emil Noldes dunkel leuchtendes Aquarell vom Meer mit zwei Dampfern aus dem Jahr 1946. Die Auflösung der Formen war hier doch zu weit fortgeschritten, um den Kunden 80.000 bis 120.000 Euro zu entlocken.

Zeitgenössische Kunst

Einen Zuschlag in Rudolf Bauer-Höhe hatte die Abteilung zeitgenössischer Kunst nicht zu bieten; bei 130.000 Euro für Gerhard Richters Vermalung „Grau“ aus dem Jahr 1975 (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR) und die bunte Abstraktion „Abdallah“ desselben Künstlers aus dem Jahr 2010 für 85.000 Euro war Schluss (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Dafür bewegte sich im preislichen Mittelfeld hier umso mehr, teils mit erheblichen Preissteigerungen. Dazu zählte etwa Gottfried Helnwein mit einer dem Fotorealismus verpflichteten Mischtechnik, die James Dean mit zwei Comicfiguren durch die Straßen New Yorks wandelnd zeigt. Der Wiener Künstler wird vor allem in seiner österreichischen Heimat sehr geschätzt, derzeit richtet ihm die Wiener Albertina eine große Ausstellung aus, und das mag beflügelt haben, dass sich die drei Meter breite Leinwand von 20.000 bis 30.000 Euro auf 73.000 Euro steigern ließ.

Als kaum weniger erfolgreich erwiesen sich die älteren Klassiker, insbesondere die deutschen Abstrakten der 1960er Jahre. Karl Fred Dahmens „Große Zeichenwand / Helle Komposition“ in informeller, erdverbundener Gestalt von 1960 verdoppelte ihren Wert auf 34.000 Euro, Georg Meistermanns fast gleichzeitig gelegten, geheimnisvoll schimmernden „Felder“ verdreifachten ihren Wert auf 19.000 Euro, und auf denselben Hammerpreis kletterte Georg Karl Pfahlers signalhafte Hard Edge-Malerei „Metropolitan Nr. 10/II“ aus dem Jahr 1963 (Taxe 15.500 bis 17.500 EUR). Keine großen Sprünge machten zwar vier mittelgroße Papierarbeiten Emil Schumachers, doch auch sie trugen allesamt mit Zuschlägen bis zu 24.000 Euro zum Erfolg der Abstrakten bei. Otto Ritschls kosmisch-blaue „Komposition 68/29“ brachte 7.000 Euro mit (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR), Fritz Winters seit 1950 „Frei im Raum“ schwebende Formen 18.000 Euro (Taxe 13.000 bis 18.000 EUR), Mark Tobeys zarte, rhythmisierte „Pavanne“ von 1952 die untere Erwartung von 12.000 Euro und Paul Jenkins’ Farbverläufe „Phenomena of van Saint Paul de Vence“ von 1994 gute 6.000 Euro (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR).

Brillante Ergebnisse gab es – derzeit wenig verwunderlich – auch wieder für ZERO. 60.000 Euro erzielte das kleine Modell zu einem kinetischen Nagelobjekt, das Günther Uecker 1970 für den „Langen Eugen“, das Abgeordnetenhaus des Deutschen Bundestages in Bonn, anfertigte (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Weit über ihre Schätzungen setzten sich auch fünf Arbeiten Otto Pienes hinweg, so seine Feuergouache „Grau“ aus dem Jahr 1966, dessen rundes Zentrum noch heute zu glühen scheint, für 30.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Unter den jüngeren Abstraktionen reüssierte neben Richter dessen Freund und Kollege Sigmar Polke mit einem unbetitelten Mischbild aus Raster und Informel von 1987 für 42.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Ein pastos aufgetragener, die Materialität der Ölfarbe betonender „Europäischer Vulkan (Gold-Blau)“ Bernd Schwarzers spielte 14.400 Euro ein (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Etwas enttäuschend schloss einer der eigentlichen Favoriten ab, Jörg Immendorffs breitformatiges „Parlament“ mit debattierenden Füchsen und Wölfen aus dem Jahr 1978: Statt 60.000 bis 80.000 Euro sprangen nur 55.000 Euro dabei heraus. So brachte es von den Gegenständlern Gerhard Richters Meisterschülerin Karin Kneffel am weitesten. Ihre fotorealistische Aufnahme roter und weißer Weintrauben im Gegenlicht von 2009 erreichte 68.000 Euro (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR). Damit überrundete sie sogar Andy Warhol, dessen drei Farbserigrafien „Cologne Cathedral (black in black)“ von 1985 ihr Ziel von mindestens 70.000 Euro verfehlten. Ansonsten lief es für Warhol keineswegs schlecht, insbesondere zwei seiner berühmten „Beethoven“-Serigrafien aus dem letzten Lebensjahr 1987 nach dem berühmten Idealportrait Josef Karl Stielers wurden mit 40.000 Euro und 54.000 Euro eifrig beboten (Taxen je 20.000 bis 30.000 EUR). Der Grafiksektor hielt zudem Luc Tuymans’ achtteilige Mappe „The Temple“ mit schemenhaften Figurationen von 1996 bereit, die erst bei 17.000 Euro übernommen wurde.

Auch die Multiples von Joseph Beuys fanden zahlreiche Abnehmer mit dem in Filz eingerollten „Samurai-Schwert“ von 1983 bei 18.000 Euro an der Spitze (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). 15.000 Euro kamen dann für Andreas Schulzes ironisch hintergründigen Andockversuch zweier Welten von 1986 zusammen (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR). Schwerer tat sich die jüngere Generation; weder Armin Boehms unwirkliche Nachtsicht auf die „Stadt IV“ von 2003 (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR), noch Georg Herolds etwa gleich teueres Kaviarbild von 1990 und Bernhard Martins unbetitelte Assemblage von 1991 mit einer jungen Frau als Begierdeobjekt oder Lori Hersbergers Acrylschlieren „Life with you“ von 2006 (Taxe je 4.000 bis 6.000 EUR) sowie Ludger Gerdes’ tief „Schwarzes Bild Nr. V 88“ für 15.000 bis 20.000 Euro gingen in neuen Besitz über. Torben Giehlers Farbflächenstaffelung „Amazon“ von 2003 schaffte wenigstens die untere Taxe von 10.000 Euro, während sich Martin Eders collagiert gemalter „Yeah sexy boy“ von 1998 mit 4.800 Euro zufrieden geben musste (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Die höchsten Positionen auf der Rückgangsliste aber waren Jef Verheyens triptychonartige „Lichtkathedrale“ von 1967 für 35.000 bis 40.000 Euro, Pierre Alechinskys neoexpressives Figurenbild „Par dessus l’epaule“ von 1962 für 50.000 bis 70.000 Euro und Yves Kleins blaue Schwammskulptur „Eponge bleue SE 253“ für 90.000 bis 120.000 Euro.

Den Abschluss der Sektion Gegenwartskunst bildete ein Konvolut von Eat Art-Werken aus der Sammlung Carlo Schröter, der 1968 zusammen mit Daniel Spoerri und anderen das „Restaurant Spoerri“ in Düsseldorf eröffnete und später einer der wichtigen Sammler dieser eigenwilligen Kunstgegenstände war. Die Zuschlagsquote war hier wesentlich höher als im übrigen Programm, fast kein Objekt blieb liegen. Die höchsten Gebote erhielt Dieter Roth: 38.000 Euro für seine fünfteilige Schokoladenlandschaft „Stuttgarter Fernsehturm“ von 1970/71 (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR), 16.000 Euro für sein aus Vogelfutter geformtes Selbstbildnis „P.O.TH.A.A.VFB“ von 1968 (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR) und 9.000 Euro für seinen berühmten „Karnickelköttelkarnickel“ aus dem Jahr 1975 (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). 11.000 Euro für eines der hundert Exemplare von Roy Lichtensteins bemaltes Lebkuchen-Relief „Brushstroke“ von 1965/71 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) und 15.000 Euro für die von Daniel Spoerri verewigte Assemblage „Tableau Piège (26 Juli 72)“ sind aber auch nicht zu verachten (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



14.07.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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