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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Kunsthandwerk bei Lempertz in Köln

Mohren und Affen



 Porzellanmanufaktur Meißen, Johann Joachim Kändler und Peter Reinicke, Affenkapelle, Drittes Viertel 18. Jahrhundert

Porzellanmanufaktur Meißen, Johann Joachim Kändler und Peter Reinicke, Affenkapelle, Drittes Viertel 18. Jahrhundert

Auf den Hang zum Skurrilen, in diesem Fall fast Närrischen, der den Kunstgeschmack einiger Sammler derzeit prägt, konnte sich das Kölner Auktionshaus Lempertz auf seiner Kunstgewerbeauktion in diesem Frühjahr verlassen. Hervorragende 62.000 Euro erzielte dort ein Ensemble der berühmten Meißner Affenkapelle von Johann Joachim Kändler und Peter Reinicke in einer Ausführung aus dem dritten Viertel des 18ten Jahrhunderts. Dreizehn Einzelfiguren – darunter den Dirigenten – und zehn Notenpulte konnte Lempertz aus dieser wegen ihrer karikaturistischen Erscheinung so beliebten Serie anbieten, angesetzt mit einer Schätzung von 42.000 bis 45.000 Euro. Deutscher Kunsthandel übernahm die neckische Suite und wird dafür wohl schon einen Käufer im Auge haben.


Weitere Toplose beim Porzellan waren eine sitzende Pagode ebenfalls aus Meißen nach einem Modell Johann Friedrich Eberleins um 1735 für taxgerechte 20.000 Euro sowie ein Harlekin von Wenzel Neu aus der kurzlebigen thüringischen Manufaktur Kloster Veilsdorf von circa 1765, der sich leicht von 8.000 bis 10.000 Euro auf 11.000 Euro verbesserte. Ein gefesselter Sklave, der wohl etwa gleichzeitig nach einer Skulptur des Barockbildhauers Pietro Tacca als Weißporzellanfigur in der Manufaktur des Marchese Carlo Ginori in Doccia bei Florenz vom Band lief, verdreifachte seinen Wert auf 9.000 Euro. Die bedeutendsten Fayencen kamen aus Straßburg und wurden von dem Hamburger Notar Günther Grethe in über 60jähriger Sammlertätigkeit zusammengetragen. Zwischen 8.400 und 11.000 Euro erzielten ein Surtout mit Pyramide, zwei Teller und eine Terrine mit Platte aus der Manufaktur Paul Anton Hannongs kurz vor deren Auflösung 1754. Die Schätzungen hatten bei nicht mehr als 8.000 Euro gelegen.

In der Auktion am 10. Mai, deren Angebot losbezogen zu gut 53 Prozent in neue Hände überging, belegten die ersten Plätze im Bereich Silber ein Traubenpokal des Augsburger Meisters Matthäus Baur II. aus dem späten 17ten Jahrhundert für 8.500 Euro (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR) und ein kleiner Deckelhumpen mit feinen Bild- und Ornamentgravuren von Johann Holzmann aus Nürnberg um 1702/04 für 10.000 Euro (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Die Augsburger Silberkunst hatte noch mehr zu bieten, so von Paul Solanier in jeweils schlichter Ausführung eine Wöchnerinnenschüssel um 1680 für 5.000 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR) und einen kleinen, rund zehn Jahr jüngeren Deckelhumpen zu unteren Schätzung von 6.000 Euro sowie bereits aus dem Klassizismus vier Kerzenleuchter mit kannelierten Schäften und Fruchtgehängen von Jeremias Balthasar Heckenauer aus der Mitte der 1790er Jahre. Hier wurden taxgerechte 5.500 Euro bewilligt.

Nürnberg kam dann noch mit einem Doppelfassbecher von Nicolaus Emmerling I. um 1600 bei 7.500 Euro (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR), einem Vierersatz Kugelfußbecher, die Johann Jacob Wolrab nach 1670 mit Heiligendarstellungen und religiösen Allegorien zwischen fein ziselierten Tulpenwerk verziert hat, bei 7.000 Euro (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR) und einem 1701 datierten Messkelch mit Wappen verschiedener Nürnberger Patrizierfamilien von Johann Eißler bei 8.000 Euro zum Doppelten der Schätzung zum Zug. Auch das Ausland steuerte einige Silberwaren bei, so der Londoner Joseph Bird ein Paar Queen Anne Leuchter mit mehrfach profiliertem Balusterschaft von 1702 für 7.500 Euro (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Aus Salzburg nahm David Schreiber mit seinem barocken Gewürzständer samt bekrönendem Amor von 1665/76 bei 7.400 Euro teil (Taxe 4.000 bis 4.500 EUR), aus Stockholm Erik Mansson Schmidt mit einem an der Wandung recht bescheidenen, dafür auf dem Deckel mit einer figuralen Szene umso reicher geschmückten Humpen von 1675/86 bei 8.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Für das Hauptlos, einen prächtigen Rokokoaufsatz, der von der virtuosen Kunst Georg Carl Brenners aus Celle zeugt, fand sich bei 50.000 bis 55.000 Euro allerdings kein Abnehmer. Beim modernen Silber hatten dann auch einige Frauen das Sagen, zunächst einmal die 1894 geborene Paula Straus, die für die Firma Bruckmann & Söhne in Heilbronn arbeitete und elegante Art Déco-Stücke entwarf. Ihre vier in der Auktion angebotenen Serviceteile fanden teils weit über den Schätzungen einen Käufer, die Kaffeekanne No. 13024 von 1926/30 bei 2.200 Euro (Taxe 900 EUR) und ihre nummerngleiche Teekanne bei 2.600 Euro (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR). Besonders tat sich die Bauhaus-Künstlerin Emmy Roth hervor, die ihre noch reduzierter gestaltete Art Déco-Kanne von circa 1925 hervorragend für 15.000 Euro platzierte (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Die im vergangenen November verstorbene italienische Designerin Gae Aulenti gesellte sich mit ihrem futuristischen sechsteiligen Kaffee- und Teeservice auf einem länglichen Silbertablett von 1984 bei 7.000 Euro dazu (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR).

Höhepunkt der Schmuckabteilung wurde ein gutes Dutzend Broschen und Anhänger des venezianischen Ateliers Giulio Nardi in den Formen reich gekleideter Mohrenbüsten. Bei Einzelpreisen von bis zu 14.000 Euro teils deutlich über den Taxen erzielten sie brutto insgesamt rund 107.000 Euro. Bei den Möbeln gab es überraschende 28.000 Euro für einen archetektonisch gegliederten Leipziger Schrank des späten Klassizismus. Der kriselnden Möbelbranche entsprechend hatte Lempertz nur mit 6.000 bis 8.000 Euro gerechnet. Auf 12.000 Euro verdoppelte sich der Wert eines mit einer Gartenlandschaft verzierten Perltisches aus der Braunschweiger Korallenfabrik Johann Michael van Selow um 1760/70. Für ein französisches Wandapplikenpaar, bewegt gestaltet zu Mitte des 18ten Jahrhunderts als Triton und Nereide aus vergoldeter Bronze, sprangen die erwarteten 8.000 Euro heraus.

Die Uhrenabteilung wartete unter anderem mit einer prächtigen barocken Pendule aus reicher Bronzezier auf rotem Schildpatt auf. Der Pariser Uhrmacher Jacques Cogniet zeichnete für das nun 13.000 Euro teuere Werk vom Anfang des 18ten Jahrhunderts verantwortlich (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Eine wohl süddeutsche Tischsägeuhr mit begleitenden Delphinen um 1800 schnellte sogar auf 20.000 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Unter den übrigen Stücken sind ein fein ziselierter und vergoldeter Kammerherrenschlüssel, um 1732 für den Würzburger Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn hergestellt, für 10.000 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR), eine goldene Dose mit königsblauem Emailmonogramm wohl aus der Hanauer Bijouteriefirma Charles Colin Söhne um 1850 für 7.500 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) und ein edler Damenfächer um 1870/80 für 14.000 Euro zu nennen, letzterer mit Bemalung von Alwine Schroedter und aus dem Besitz der Prinzessin Antoinette von Anhalt stammend (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



04.08.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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 Bird, Paar Leuchter, London 1702
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Prunkfächer mit Bemalung von Alwine Schroedter, um 1870/80

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Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 14.000,- EURO

Losnummer: 669

 Porzellanmanufaktur Kloster Veilsdorf, Wenzel Neu, Harlekin, um 1765

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Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 11.000,- EURO

Losnummer: 92

Paul Anton Hannong, Paar Kerzenleuchter, 1754/62

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Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 4.000,- EURO

Losnummer: 159

Kammerherrenschlüssel, Würzburg, 1732

Kammerherrenschlüssel, Würzburg, 1732

Taxe: 3.000 - 4.000 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 739

Joseph Bird, Paar Leuchter, London 1702

Joseph Bird, Paar Leuchter, London 1702

Taxe: 4.000 - 5.000 EURO

Zuschlag: 7.500,- EURO

Losnummer: 374

Pietro Tacca, Gefesselter Sklave, Porzellanmanufaktur Carlo Ginori, Doccia wohl zweite Hälfte 18. Jahrhundert

Pietro Tacca, Gefesselter Sklave, Porzellanmanufaktur Carlo Ginori, Doccia wohl zweite Hälfte 18. Jahrhundert

Taxe: 2.500 - 3.000 EURO

Zuschlag: 9.000,- EURO

Losnummer: 102

Moretto-Anhänger, Gioielleria Nardi, Venedig

Moretto-Anhänger, Gioielleria Nardi, Venedig

Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

Losnummer: 618

Johann Friedrich Eberlein, Sitzender Pagode, 1735

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Taxe: 19.000 - 25.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 37

Schrank, Leipzig, erstes Viertel 19. Jahrhundert

Schrank, Leipzig, erstes Viertel 19. Jahrhundert

Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

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Jacques Cogniet, Pendule religieuse, Paris, Anfang 18. Jahrhundert

Jacques Cogniet, Pendule religieuse, Paris, Anfang 18. Jahrhundert

Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

Losnummer: 712

Matthäus Baur II, Traubenpokal, Augsburg, 1679/83

Matthäus Baur II, Traubenpokal, Augsburg, 1679/83

Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 8.500,- EURO

Losnummer: 232

Tabatière, Charles Colin Söhne, Hanau um 1850

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Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

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Losnummer: 677




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