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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Im Schloss Ahlden steht ein breites Programm an Kunst und Kunstgewerbe von der Renaissance bis ins 20ste Jahrhundert auf dem Programm

Herbstauftakt bei Hannover



Erasmus Quellinus II, Triumphzug Julius Cäsars

Erasmus Quellinus II, Triumphzug Julius Cäsars

Als einer der ersten deutschen Versteigerer startet das Auktionshaus Schloss Ahlden am kommenden Wochenende in die Herbstsaison. Dafür hat es wieder ein umfangreiches Angebot zusammengetragen und offeriert dem Kunstfreund über 2.000 Objekte aus fast allen Sparten der Kunst und des Kunsthandwerks der westlichen und der asiatischen Welt. Das teuerste Los stammt diesmal aus dem Bereich der Alten Meister: Für die Gegenstücke mit dem Triumphzug Julius Cäsars hat Erasmus Quellinus II., ein Schüler und Werkstattmitarbeiter Peter Paul Rubens’, eine Komposition seines Lehrers zugrunde gelegt und daraus zwei eigene figurenreichen Gemälde geschaffen. Auf den beiden Kupfertafeln kommt Quellinus’ strenger, klassizistisch orientierter Barockstil mit idealisierten Gesichtzügen und ruhig-erhabenen Gebärden zu Ausdruck. Auf dem Etikett des belebten Aufzugs stehen 85.000 Euro. Die Alten Meister haben zudem noch eine anmutige Madonna im Rosenhag aus Flandern um 1550/60 für 18.500 Euro, ein Paar Kriegszenen mit südlichen Architekturversatzstücken wie einer Pyramide von Georg Philipp Rugendas d.Ä. für 8.500 Euro, eine lebendig geschilderte Bauernfamilie mit zwei Eseln bei Rast in einer Flussebene von Ferdinand Kobell für 3.500 Euro oder die Pendants mit zwei zarten, idealisierten Rheinlandschaften von Christian Georg Schütz I. für 9.500 Euro zu bieten.


Zahlenmäßig stärker sind das 19te Jahrhundert und seine Ausläufer im frühen 20sten Jahrhundert vertreten. Hier tut sich vor allem Carl Spitzweg hervor. Seine feine Ironie erkennt man schon am „Heimkehrenden Jäger“ in Rückenansicht, der sichtlich auf Beute verzichten musste (Taxe 38.000 EUR). Gar ins Groteske ist sie bei seiner Gouache „Der Projektmacher“ umgeschlagen: Die Szene spielt bei einer Ballonfahrt im Himmel. Vollmundig steht der geflügelte Luftschiffer in der Gondel und scheint seinem verschüchterten Begleiter zu dozieren. Jener hat die Hände zum Gebet gefaltet und hat auch allen Grund dazu. Denn die Seile zum Ballon sind gerissen (Taxe 18.500 EUR). Das Anrührende, Zurückblickende und Gefühlsbetonte steht bei der Malerei der Neueren Meister im Vordergrund, etwa bei August von Heckels „Schwäbischen Auswanderern vor ihrer Abfahrt am Strande“ aus dem Jahr 1851, die wie in der Mai-Auktion mit 8.500 Euro an den Start gehen, bei Alexander Koesters untypischem Motiv einer jungen Bäuerin beim Gebet am Marterl im herbstlichen Wald, bei dem Auszug nach der Taufe „Bei der tausendjährigen Kirche zu Drübeck am Harz“ von Hermann Schnee aus den frühen 1890er Jahren (Taxe je 8.500 EUR) oder bei Albert Schwendys sommerlichem Blick auf die pittoresken Fachwerkhäuser einer Straße in Goslar von 1870 (Taxe 2.400 EUR).

Für die Moderne stehen zunächst zwei pointillistische Landschaften. Charles Johann Palmié hat seinen Waldrand bei Giverny von 1906 in ein Farbenspiel aus Blau und Grün mit Einsprengseln aus Rosa und Violett getaucht (Taxe 16.000 EUR), während Achille Laugé bei seiner französischen Dorfstraße vor allem auf verschiedenen Brauntöne setzt (Taxe 3.800 EUR). Noch von impressionistischen Ideen ist Otto Dills Gemälde beeinflusst: Vier junge Löwen und Tiger spielen auf einer grünen Wiese mit einem Ball und werden hinter einem arg unscheinbaren Zaun von sechs Kindern bestaunt (Taxe 18.500 EUR).

Auch der deutsche Expressionismus kommt mit Papierarbeiten zu seinem Recht, so mit Hermann Max Pechsteins aus großen, kräftig konturierten Farbflächen zusammengesetzten liegenden Frau, einem frühen Bildnis seiner späteren Gattin Marta von 1921 (Taxe 26.000 EUR), mit Christian Rohlfs’ herbstlich gestimmter, abendlicher Hügellandschaft bei Erling aus dem selben Jahr (Taxe 32.000 EUR) oder mit den beiden etwas verloren wirkenden, weiblichen Akten am Ufer auf einem Blatt von Erich Heckel aus dem Jahr 1939 für 18.000 Euro. Die Künstlerfreundschaft zwischen Paul Klee und Hans Reichel lässt sich am Aquarell einer abstrakt gestaffelten Häuserlandschaft des letzteren aus dem Jahr 1929 gut erkennen (Taxe 2.200 EUR).

Eine wichtige Domäne im Auktionshaus Schloss Ahlden ist das Kunsthandwerk und hier vor allem das Silber und das Porzellan. Aus Anlass des zehnten Jahrestages der siegreichen Schlacht am Kahlenberg bei Wien schuf der Leipziger Goldschmied Joachim Krumpholz um 1693 einen Becher, in dessen goldenes Rankenwerk drei gravierte Medaillons mit Befehlshabern des Kampfes eingelassen sind: Kara Mustafa Pascha, Johann Sobieski III. und Graf Emmerich Thököly (Taxe 6.500 EUR). Etwas tiefer muss man bei einem Nürnberger Buckelpokal in die Tasche greifen. Philipp Plappert schuf um 1650 die Glockenform mit bekrönendem Vasenknauf, die mit 7.500 Euro ausgezeichnet ist. 16.500 Euro heißt dann der nächste Preissprung. Ihn verlangen ein barocker Deckelhumpen mit einem Meereszug von Neptun, Neiriden und Delphinen des Augsburger Meisters Johann Jebenz um 1695 und eine zylindrische Hostiendose mit einem Emailmedaillon der Muttergottes, die die Experten im Burgund oder in Limoges um 1500 verorten. Nochmals 2.000 Euro mehr muss man für einen Deckelhumpen aus dem baltischen Reval aufwenden, in den Daniel Otto um 1680 außer drei Medaillons mit altertümlichen Philosophenköpfen eine schwedische Münze mit dem Portrait Gustavs II. aus dem Jahr 1617 eingelassen hat (Taxe 18.500 EUR).

Über eine quadratische Saliera mit geflügelten Sirenen auf Tatzenfüßen an den Ecken des späten 16ten Jahrhunderts wohl aus der Majolikawerkstatt von Alfonso Patanazzi in Urbino (Taxe 1.450 EUR), eine etwa gleichaltrige horizontale Tischsonnenuhr mit Habsburger Wappen, die die Experten in einer Augsburger Werkstatt lokalisieren (Taxe 8.500 EUR), zahlreiche Zinnwaren wie den Zunftbecher der Dachdecker und Weißbinder des Jahres 1769 von Christian Leiche aus Halle (Taxe 2.200 EUR) und eine kleine Skulpturensuite, bei der zwei 1995 aus Eichenholz geschnitzte, überlebensgroße, strenge „Türwächter“ von Peter Makolies mit 12.500 Euro herausragen, gelangt der Sammler zum zweiten Schwerpunkt, dem Porzellan. Die Meißner Manufaktur stellt hier zahlen- und wertmäßig die meisten und wertvollsten Produkte, die fast ausschließlich vom Chefmodelleur Johann Joachim Kändler stammen. Er ist für eine anmutige Gruppe mit verliebten Schäferpaar um 1745 für 28.500 Euro genauso verantwortlich, wie für eine Kanne in Gestalt eines Hahnes um 1735 (Taxe 24.000 EUR), die Figur eines Winzer, der seit etwa 1740 eben von seinen geernteten Trauben nascht (Taxe 14.000 EUR), einen Zyklus der vier Elemente mit weiblichen Allegorien, umspielt von mehreren Putten um 1745 (Taxe 18.500 EUR), oder einem Paar Bologneser Hunde um 1760, die auf späteren Bronzemontierungen in Form von Kissen sitzen (Taxe 28.000 EUR).

Andere Entwerfer standen Kändler zur Seite, bei einem Paar drollig blickender Möpse um 1745 Peter Reinicke (Taxe 28.500 EUR) und bei einer tiefen Schale aus dem eleganten Schwanenservice des Grafen von Brühl von 1737/41 Johann Friedrich Eberlein (Taxe 12.000 EUR). Mit Johann Ehrenfried Stadler, der einen Walzenkrug fein mit einer indianischen Blumenstaude in Rot, Grün und Blau bemalt hat (Taxe 9.500 EUR), und Augustin Dietze, von dem der Landschaftsdekor auf einer Zuckerdose um 1725 stammen soll, treten weitere Mitarbeiter der Meißner Manufaktur hinzu (Taxe 26.500 EUR). Namentlich lassen sich die Künstler einer Deckeldose nicht so leicht fassen. Das aus Böttger-Porzellan um 1725 gefertigte Stück geht auf einen Formentwurf Johann Jakob Irmingers zurück; für die zarte Bemalung mit Astgabeln und Kirschblüten, die noch die Schwierigkeit technisch geeigneter Farben bei der frühen Porzellanherstellung offenbart, können die Spezialisten niemanden ausmachen (Taxe 18.000 EUR).

Andere Manufakturen tun sich schwer, bei der Meißner Übermacht Aufmerksamkeit zu erringen. Höchst tritt etwa mit einem Kinderpaar von Johann Peter Melchior an, das er um 1770 in orientalische Gewänder gesteckt hat und als Sultan und Sultanin auftreten lässt (Taxe 9.500 EUR). Die Moskauer Porzellanmanufaktur Gardner bringt dann den Klassizismus in Form zweier Empirevasen mit Familienszenen um 1820 ins Spiel (Taxe 18.500 EUR). Stilistisch gesellt sich hier Nymphenburg mit zwei Kratervasen samt mythologischen Gestalten in goldradierten Ornamenten hinzu (Taxe 1.600 EUR) und weist zugleich mit Joseph Wackerles großer Gartenschale, die er schauseitig mit Wiedehopf, Schmetterling und Fasan verziert hat, auf das Kunstgewerbe des frühen 20sten Jahrhunderts voraus (Taxe 2.400 EUR). An Jugendstil und Art Déco listet der Katalog zudem noch eine hohe Blumensäule von Johan Georg Asplund aus der schwedischen Firma Rörstrand um 1900 mit Seerosendekor (Taxe 2.400 EUR), einen kecken Knaben mit Hut von Susi Singer um 1922/25 (Taxe 2.800 EUR), Silberwaren, wie eine kleine, floral gestaltete Schale von Georg Jensen aus dem Jahr 1924 (Taxe 480 EUR), oder die beiden Jahreszeitenputti Sommer und Herbst von Hubert Kovarik um 1910/15 (Taxe je 5.800 EUR). Die hohe Murano-Vase „Corroso a bunge“ mit rubinrotem Unterfang und zahlreichen Noppen von Carlo Scarpa greift dann schon auf die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg voraus (Taxe 7.500 EUR).

Die Auktion beginnt am 7. und 8. September jeweils um 11 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.schloss-ahlden.de abrufbar.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Schloss Ahlden

Große Straße 1

DE-29693 Ahlden

Telefon:+49 (05164) 80 100

Telefax:+49 (05164) 522

E-Mail: auctions@schloss-ahlden.de



08.09.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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