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spring swing, 2012 / Heinz Mack

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Für Liebhaber sächsischer Kunst hat das Dresdner Auktionshaus Schmidt wieder einige schöne Stücke zusammengetragen

Morgenstimmung bei Pillnitz



Johan Christian Dahl, Morgenstimmung bei Pillnitz, um 1830

Johan Christian Dahl, Morgenstimmung bei Pillnitz, um 1830

Zu den ersten Auktionen, mit denen dieser Tage die neue Saison auf dem deutschen Kunstmarkt eingeläutet wird, gehört am 14. September die Versteigerung bildender Kunst des 17ten bis 21sten Jahrhunderts bei Schmidt in Dresden. Schmidt ist bekannt für sein ambitioniertes Programm insbesondere mit Künstlern aus der näheren Umgebung, die nicht immer nur den gängigen Geschmack bedienen, sondern auch etwas außerhalb der ausgetretenen Pfade zu finden sind. Das Hauptlos allerdings stellt ein Klassiker der deutschen Romantik: Johan Christian Dahls „Morgenstimmung bei Pillnitz“, um 1830 auf kleine Leinwand gemalt und ein Stimmungsbild im Stil des späten Caspar David Friedrich, wird aus norddeutschen Privatbesitz für 60.000 Euro angeboten.


Ganz im Geist des Historismus entstand um 1866 Adolf Wichmanns großformatiges Gemälde „Ein Gastmahl bei Rembrandt“. Fröhlich, aber ordentlich sittsam geht es bei dem Festschmaus im Haus des niederländischen Barockmeisters zu, getreu sind die Trachten der zahlreichen Menschen wiedergegeben, und im Hintergrund lockt ein Ausblick auf eine Stadtanlage das Auge. Über den Schwiegersohn Wichmanns, den Bildhauer Rudolph Hölbe, verblieb das Bild lange Zeit in Familienbesitz (Taxe 18.000 EUR). Die großen entwicklungsgeschichtlichen Fortschritte kommen ab etwa 1900, etwa mit Robert Hermann Sterls geheimnisvollem „Reiter am Waldrand“, der 1899 eher den Impressionismus als den Symbolismus streift (Taxe 8.000 EUR), oder Josef Hegenbarths „Singende Mädchen“ in einer fast karikaturistisch anmutenden Salonmanier von 1919 für 5.500 Euro.

Als Portraitist machte sich in dieser Zeit Hans Unger einen Namen. Ein wenig mondän wirken sein Bildnis der Tochter mit Kappe und Hermelinkragen von 1907 in prächtigem Neorokokorahmen (Taxe 3.000 EUR) sowie ein weiteres, zehn Jahre früheres Damenportrait mit hellrotem Umhang vor dräuendem Landschaftshintergrund (Taxe 3.200 EUR). Mit monumentalen Wolkenformationen erlangte Otto Altenkirch überregionale Berühmtheit. In großen Bäuschen liegen 1908 rosarote „Herbstwolken über dem Heller“, einem Landstrich in unmittelbarer Nähe Dresdens (Taxe 4.800 EUR), und regnerisch-grau drücken sie 1923 auf eine „Birkenheide“ (Taxe 4.200 EUR).

Noch im Geist der Romantik steht Hans Andreas Dahls Wiedergabe einer Mutter mit ihrem Kind vor einer sommerlichen Fjordlandschaft. Gestochen scharf in der Diktion, weckt das Bild trotz realistischer Malweise doch Sehnsüchte und Gefühle der Erhabenheit in einer großartigen Natur (Taxe 7.200 EUR). Ein Produkt zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit repräsentiert Paul Wilhelms kühler, wiewohl recht buntfarbiger Blick über die Lößnitz mit der Sängerhöhe um 1925 (Taxe 3.500 EUR). Verträumt blickt Wilhelms sanfter Knabe mit Obstschale in die Ferne (Taxe 2.800 EUR). Auch Pol Cassel ist zu nennen mit seinem Aquarell „Katze auf Blau“ aus dem Jahr 1926, als der gebürtige Münchner seine wohl beste Zeit als Künstler erlebte (Taxe 3.200 EUR).

Zu den bemerkenswertesten Offerten der Versteigerung gehört Johannes Beutners „Ernterast“. Der Katalogtext drückt sich ein wenig um das Eingeständnis, dass hier ein Künstler, der 1936 noch als „entartet“ galt, eingeknickt ist – aus welchen, vermutlich wirtschaftlichen Gründen auch immer – und sich die nationalsozialistische Kunstanschauung zu eigen gemacht hat. Steif und möglichst idealisch sind die vier überwiegend unbekleideten Frauengestalten in einer kargen Landschaft platziert, beziehungslos schauen und agieren sie aneinander vorbei. 1941 war das einschließlich Rahmen rund zwei Meter breite Gemälde auf der Großen Deutschen Kunstausstellung in München zu sehen. Aus österreichischem Besitz wird es jetzt für 24.000 Euro eingeliefert.

Für die Nachkriegszeit stehen Karl Kröners beschauliche Vorstadtlandschaft „Frühling im Paradies“, einer Weinlage in Radebeul von 1947/48 (Taxe 2.400 EUR), Theodor Rosenhauers ähnlich traditioneller Blick auf das Dörfchen „Kaditz“ von 1955 (Taxe 3.000 EUR) und Bernhard Kretzschmars gleichfalls bewusst geruhsame Sicht über sommerliche Felder auf Dresden (Taxe 4.500 EUR). Als Beispiel einer etwas avantgardistischeren Haltung tritt Wilhelm Lachnits neoexpressionistisches und thematisch ungewöhnliches „Stillleben mit Eule“ von circa 1954 für 16.000 Euro an. Von Albert Wigand gibt es aus dieser Zeit zwei schöne Stillleben. Vor allem die „Fische“ von 1967 erfreuen, wiewohl kleiner und mit 1.500 Euro günstiger, durch ihre spielerische Grenzüberschreitung in Technik und Format.

Curt Querner geriet 1945 in französische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst zwei Jahre später entlassen wurde. Kurz zuvor entstand noch sein feinnerviges Bildnis des mitgefangenen Schriftstellers Otto Ernst Kuderer, der ernst und direkt den Betrachter anschaut (Taxe 3.200 EUR). Die Errungenschaften des Kubismus legte Elisabeth Ahnert nach 1960 in Form einer Stickerei nieder, die in bewusst naiver Erzählweise Bäume, Blumen und einen Vogel vor stark abstrahiertem Landschaftshintergrund zeigt (Taxe 2.600 EUR). Als Portraitist tritt Erhard Hippold mit dem kräftig konturierten Bildnis Erna Lincke um 1960 für 1.500 Euro an.

Hermann Glöckner kommt in der Auktion mehrmals vor, unter anderem mit einer in Tempera gemalten, stark hochformatigen „Faltung von vier schwarz-weißen Rechtecken vertikal“ aus dem Jahr 1957, die man sich problemlos mittels einer Kordel an die Wand hängen kann (Taxe 4.000 EUR), sowie kleineren Papierarbeiten, darunter dem auf Zeitungspapier aufgetragenen „Orangefarbenen Rechteck gerahmt von braunen, roten, grünen, gelben und blauen Farbflächen“ von 1948 (Taxe 1.500 EUR). Bissig gibt sich Werner Tübke 1978 in seinem Farbkreidenaquarell „Bürgerkrieg etc.“ mit einer altmeisterlichen Darstellung kämpfender Männer. Das Blatt, das schon im so beiläufig erscheinenden Titel die Kritik an allen kriegerischen Auseinandersetzungen ausdrückt, ist Teil der Vorarbeiten für Tübkes berühmtes Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen (Taxe 4.800 EUR).

Zu den jüngsten Arbeiten der Versteigerung zählt Siegfried Klotz’ „Dresden“ von 1998 in optimistischen Hellblautönen und postimpressionistischer Formensprache. Aufgelöst in einem Farbmeer, sind hier Schlossturm, Hofkirche und Augustusbrücke zu sehen (Taxe 7.000 EUR). Ein Jahr darauf malte Harald Metzkes das Ölbild „Krokett“ mit einer fröhlichen Gesellschaft beim Spiel im Freien. Das Motiv wirkt alltäglich und traditionell, doch die Personen muten wie Puppen an, so dass sich beim Betrachter doch eine Art Unbehagen einstellt (Taxe 4.500 EUR). Jüngst erschienen von dem Neubrandenburger Bernhard Schrock die abstrakten Farbschichtungen „Figuration“ und „Kleine Idylle“, die Schmidt für 3.000 Euro und 2.800 Euro offeriert. Als Bildhauer treten Christian Theunert mit einem an Marino Marini erinnernden „Reiter“ von circa 1950 (Taxe 1.500 EUR) und Dietrich Klinge mit einem reduktionistischen „Kopf 33“ von 1991 hervor (Taxe 1.600 EUR).

Die Auktion beginnt am 14. September um 10 Uhr. Die Besichtigung der Kunstwerke ist noch bis zum 13. September täglich von 10 bis 20 Uhr möglich, der Katalog im Internet unter www.schmidt-auktionen.de einsehbar.

Kontakt:

Schmidt Kunstauktionen Dresden

Bautzner Straße 99

DE-01099 Dresden

Telefon:+49 (0351) 81 19 87 87

Telefax:+49 (0351) 81 19 87 88

E-Mail: mail@schmidt-auktionen.de



09.09.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Kecke Fische

Kunstwerk:

Hans Unger, Bildnis der Tochter des Künstlers mit Kappe und Hermelinkragen, 1907
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Hans Unger,
 Damenporträt, 1897
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Johan Christian Dahl, Morgenstimmung bei Pillnitz, um 1830
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Robert Hermann Sterl, Reiter am Waldrand, 1899
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Adolf Wichmann, Ein Gastmahl bei Rembrandt, um 1866
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Hans Andreas Dahl, Mutter mit Kind am sommerlichen Fjord, 1. Viertel 20. Jahrhundert
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Veranstaltung vom:


14.09.2013, 37. Kunstauktion: Bildende Kunst des 17.-21. Jahrhundert







Robert Hermann Sterl, Reiter am Waldrand, 1899

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Taxe: 8.000,- EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

Losnummer: 10

Hans Andreas Dahl, Mutter mit Kind am sommerlichen Fjord, 1. Viertel 20. Jahrhundert

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Taxe: 7.200,- EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

Losnummer: 36

Hans Unger, Damenporträt, 1897

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Taxe: 3.200,- EURO

Zuschlag: 4.000,- EURO

Losnummer: 91

Adolf Wichmann, Ein Gastmahl bei Rembrandt, um 1866

Adolf Wichmann, Ein Gastmahl bei Rembrandt, um 1866

Taxe: 18.000,- EURO

Losnummer: 11

Hans Unger, Bildnis der Tochter des Künstlers mit Kappe und Hermelinkragen, 1907

Hans Unger, Bildnis der Tochter des Künstlers mit Kappe und Hermelinkragen, 1907

Taxe: 3.000,- EURO

Zuschlag: 4.800,- EURO

Losnummer: 90




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